Adieu BBSW 2020

Auch wenn wir uns schon einige Zeit in Isolation befinden und ich mich eigentlich an die vielen Absagen gewöhnt haben müsste, trifft es mich heute doch besonders und ich könnte heulen.

Mit viel Wehmut, etlichem Hin- und Herschreiben, Telefonieren und Überdenken, ist es jetzt entschieden: Wir sagen die BBSW für dieses Jahr ab. Selbst wenn der Flugbetrieb unter diversen Auflagen möglich geworden wäre in den nächsten 3 Wochen, so wissen wir doch, dass wir weder Camping noch das übliche Beisammensein so bald umsetzten könnten. Und schließlich es ist es genau das, was die BBSW ausmacht. Ein Familien-Treffen quasi mit integriertem Segelfliegen.

Zum ersten Mal seit 12 Jahren werde ich die Zeit von Himmelfahrt bis Pfingsten zuhause verbringen. Keine Flieger Gemeinde, die darauf wartet über meine Morgen-Kaffeerunde informiert zu werden. Keine lange Tafel an meinem Geburtstag, der dieses Jahr mal wieder am Flugplatz stattgefunden hätte. Kein Frühstück mit meinem Lieblings Team, kein Grillen in der untergehenden Sonne oder Lagerfeuer, keine Lachsalven, wenn Mario seine Zusammenfassung präsentiert… ach und so viel mehr, es könnte eine endlose Liste werden.

Positiv denken fällt da schwer… ich versuche es trotzdem einmal und wünsche mir, dass meine Pfingstrose mich damit tröstet nach 5 Jahren endlich mal wieder zu blühen. Vielleicht ist es ja ein Anreiz für sie, dass ich zuhause bin 😉

BBSW meets Abraham

Ein wunderbarer Urlaub liegt hinter mit – ein bisschen Erholung, viel Trubel, eine Prise Abenteuer und Spannung und eine verschwenderische Fülle von Liebe, Fürsorge und Versorgt werden. Nebenbei durfte ich den, von so vielen gefürchteten 50. Geburtstag feiern… und wie ich es mir gedacht habe, es tat gar nicht weh 😉

Schon das morgendliche Briefing war toll – letztes Wochenende stand ich noch als ehemalige Opern(Chor)-Diva auf der Bühne und 6 Tage später schmettert mir die BBSW Familie einen Kanon entgegen, angeleitet von unserem Teilnehmer 1F – Benedikt – der im wahren Leben auf den Brettern der Oper zuhause ist.

Auch wenn ich mich über jeden der an diesem Tag an mich gedacht hat sehr gefreut habe, gelingt es in dem ganzen Wettbewerbsgeschehen, einem mir eine besondere Überraschung und Freude zu bereiten. Noch während unsere Teilnehmer auf den Start warten, werde ich vom Turm geholt und stehe plötzlich meinem Bruder gegenüber. Er hat sich aufs Motorrad geschwungen und ist mal vorbei gekommen. Eigentlich mag man das für normal halten, aber wir haben uns zu diesem Zeitpunkt seit geschätzt 5 Jahren nicht gesehen! Ich hätte ihn kaum erkannt, wenn ich nicht von meiner Freundin „vorgewarnt“ gewesen wäre… dankbar nehme ich zur Kenntnis, dass es mit dem Start noch eine Weile dauern wird und genieße den Plausch mit ihm. Da er selber jahrelang Teilnehmer der BBSW war, werden wir ab und an durch großes Hallo unterbrochen und kurz bevor es losgeht mit den Starts, schnappt sich Üli den Besucher und bringt ihn an den Start, damit auch die Piloten ihn begrüßen können.
Nicht allzu lange nach der Startphase muss er dann auch wieder fahren und ich wende mich wieder ganz dem Wettbewerb zu

Der Tag verläuft mit viel in den Arm nehmen, drücken und herzen. Aber auch, wie es sich gehört mit einem spannenden Segelflug-Wettbewerb. Neben der Berichterstattung im Internet (http://bbsw.moenchsheide.de) schreibe ich Starts und unterstütze den armen Auswerter Andreas, der mit gebrochenem Handgelenk etwas langsamer machen muss. Und pünktlich zum letzten freigegebenen Abflug trudeln leider auch die ersten Landemeldungen ein. Nun ersetzt mein Handy die Startlisten und ich organisiere Rückschlepps und bin dankbar für jeden der meldet „Flugzeug und Pilot okay“. Insgesamt telefoniere ich viel zu viel an diesem Tag und kann lediglich meine Mama und meinen Sohn als „Geburtstagstelefonat“ verzeichnen.

Während alle langsam zurück kommen, mit Rückschlepps oder auch per Rückholtour, ist laut unserem Meteorologen die Thermik beendet… auf dem Campingplatz laufen die Vorbereitungen für „die lange Tafel“ – meine Geburtstags-Party. Ich selber bin noch im Dienst, da wir noch einen Flieger vermissen. Langsam werden wir nervös… mindestens 60 Minuten nach Thermikende haben wir keine Landemeldung und keinen Funkkontakt zur 1F … Bernd telefoniert schließlich mit umliegenden Polizei-Dienststellen, die auf dem Kurs liegen, aber auch eine Bruchlandung ist nirgends vermeldet… Gott sei Dank!

Irgendwer meint die 1F im Funk gehört zu haben, kann es aber nicht beschwören. Endlich, fast 90 Minuten nach der letzten Landung, klingelt mein Telefon und ein argloser Benedikt meldet seine Landung im Rheintal… kurz vor dem Platz hat es an Höhe nicht mehr gereicht und er ist am Fuß unseres Hügels gelandet, in wenigen Minuten wird er bei uns sein, da ihn ein Anwohner zur Mönchsheide bringt und er sich dann selber Zurück holt… Erleichterung stellt sich ein und auch Unglaube… Wie sagt Bernd später so schön: wie kann er es wagen nach Thermik-Ende noch mit Hangflug weiterzukommen, da muss man doch verzweifeln. Benedikt hat schlicht und ergreifend mit viel Geschick, Können und vielleicht auch ein wenig Glück des Ortsfremden den Tag bis ultimo ausgenutzt, und das in einer Höhe, nein eher Tiefe, die der Funkverbindung zu uns im Wege stand. Schnell geben wir auch Entwarnung an die vorher kontaktierten Stellen und erleichtert beschließe ich, mich jetzt ganz der Tafel zu widmen und mein Handy im Turm zum wohlverdienten Laden und Ausruhen zu lassen.

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So kann ich mich ganz auf den Abend und die vielen Freunde konzentrieren. Eine bessere Party hätte ich nie planen können. Das Lagerfeuer brutzelt, die lange Tafel musste sogar geteilt werden, es gibt eine kleine Cocktail Bar dank Doris und Karin, jeder hat etwas zu Essen mitgebracht und so gibt es unzählige kulinarische Erfahrungen, ich schmeiße eine Runde bzw. einige Kästen Bier und genieße Gespräche mit alten und neuen Freunden. Die Zeit vergeht wie im Flug und schließlich endet auch dieser Geburtstag  – mit der Vorfreude auf die kommenden Wettbewerbstage!

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Während ich diesen Rückblick schreibe, genieße ich zum ersten Mal eine Pause auf meinem Balkon. Zwischen Schränke einräumen, planen was noch gebraucht wird und aufräumen, was sich so an Verpackungsmüll sammelt, habe ich entschieden, dass ich eh nicht so bald fertig bin und auch mal die Füße hochlegen darf. Also stelle ich meinen neuen Relax-Stuhl – ein Geburtstagsgeschenk von PG und TW – in Position zwischen die schon anwesenden Pflanzen, blicke auf die Kräuter und essbaren Blumen, die ich von S7 bekommen habe und lasse die neuen Geräusche und ein wenig Sonne auf mich einwirken….

Die Katzen haben die neuen Pflanzen zum fressen gern