Vernebelt

Schlimmer geht immer„. Einer der Sprüche, die ich gerne bemühe, wenn es ans Jammern geht. Egal ob jemand mit mir mitfühlt oder sich selber bedauert, weil es ja „ach so schlecht steht“ um ihn/uns (hier in Deutschland? In dieser Zeit?…)
Vielleicht muss ich da mal ein riesen großes Schild dran machen, welches dem Universum mitteilt „das heißt nicht ich möchte noch eine Schippe mehr“ … obwohl Stopp, Verneinung versteht’s Universum ja nicht. Nun vielleicht fällt mir die passende Formulierung ein – oder habt ihr eine Idee?

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Detail Liebe

Die letzten Monate waren eigentlich Gute – ab und an ein bisschen Schwindel, mal ein wenig Herz rasen, leichte Sehstörungen ab und an…. und die üblichen Knackpunkt unseres Alters. Ja okay die etwas ausgeprägt lästigen Schlafstörungen darf ich nicht vergessen… Für Ende November steht der Austausch meines ICD an. Also alles klar – eigentlich.
Hätte so schön sein können, aber dann kommt es doch wieder anders. Meine Sehstörungen verschärfen sich – wir können mittlerweile meine Medikamente als Ursache ausschließen – und ich fange doch mal an, mir Sorgen zu machen. Dafür für sind nicht nur die Nebelschleier, die sich vor die Bilder meines linken Auges schieben, sondern auch die stechenden Schmerzen rund um dieses, so wie der Gedanken tötende Brumm-Schädel verantwortlich. In kurzer Zeit verliere ich die Fähigkeit Menschen auf der Straße zu erkennen, irgendwann fliegen bei mir immer 2 Flugzeuge vorbei, wo andere eines sehen. Ich ziehe mich zurück in meine Wohnung, sperre die heiß geliebte Sonne aus, weil ich merke in der Dämmerung geht es besser mit dem Gucken. Ich werde unhöflich und laufe egal wo mit Sonnenbrille rum. Noch klappt es mit dem nah-sehen wunderbar, dann allerdings wird das logische Denken schwierig, mein Kopf nebelt einfach zu und ich muss auch im Büro das Handtuch schmeißen.

Seit Mittwoch schließlich bin ich in der Uniklinik Bonn und bete, dass sich eine Ursache

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Detail Liebe

findet. Im Idealfall auch noch eine, die behandelbar ist und womöglich sogar heilbar. Mein Auge selber scheint es nicht zu sein und die Sarkoidose hat keine Anzeichen gesendet, dass sie die Finger im Spiel hat. Im Ausschlußverfahren hoffen wir eine Lösung zu finden. Dienstag ist ein Kardiologe da, der nach 8 Jahren endlich das Kontroll-MRT überwachen wird – aber ob ich möchte, dass die ominösen Schatten, die man damals gesehen hat, mehr geworden und die Ursache sind?
Diverse andere Untersuchungen stehen an und mir bleibt nichts als abzuwarten, mir einige meiner Mitpatienten anzusehen und mal wieder daran zu denken, wie gut es mir doch geht.

In diesem Sinne, liebes Universum „Besser geht auch und bitte mit der Fähigkeit, dass klar und scharf zu erkennen“

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Einfach mal dankbar sein

Ein paar ruhige Tage liegen hinter mir. Nicht gerade die Besten, aber sicherlich nicht die Schlimmsten. Irgendetwas hat mich umgehauen und viel Zeit im Bett verbringen lassen. Also auch viel Zeit zum Surfen im Netz, Pläne machen, Träume ausschmücken und dankbar sein.
Dankbar dafür wo ich lebe, wann ich lebe und wie ich lebe. Ich glaube manchmal vergessen wir das. Natürlich geht es immer Besser und ich bin kein Verfechter von ‚Klappe halten‘ oder ’nicht aufmucken und wehren‘. Aber ich denke wir sollten uns auch bewusst sein, dass die meisten von uns auf recht hohem Niveau jammern.

Das Leben hat mir mit meinen Erkrankungen einiges mit auf den Weg gegeben, aber neben den manchmal wirklich hassenswerten Begleiterscheinungen, habe ich auch die Erkenntnis im Gepäck, dass ich im richtigen Land und in der richtigen Zeit damit lebe. In einem anderen Land oder zu einer anderen Zeit hätten mich Herz, Diabetes oder Sarkoidose schon längst töten können. Also habe ich Grund für jeden Tag dankbar zu sein und die Verpflichtung aus jedem das Beste zu machen!
Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann habe ich alles an der Hand um Seelenpflege zu betreiben. Zum Beispiel mit Handarbeiten (ein neuer Pullover geht in Arbeit), mit guten Gesprächen, durch mitfreuen wenn Freunde einen glücklichen Tag haben oder mit leckerem Essen. Diese Liste kann jeder von uns aufstellen und es lohnt sich als Hilfe in grauen Tagen.

Wahl-Familie

Ab und an vermisse ich so etwas wie eine große Verwandtschaft … aber nur ab und an, weil eigentlich habe ich nicht nur eine, sondern mehrere Familien/Verwandtschaften und die sind riesig! Zum beispiel meine Fliegerfamilie, dann gibt es da die Familie rund um meine beste Freundin, die mich adoptiert hat und mir ein wunderbares Patenkind geschenkt hat. Meine Theaterfamilie, meine „immer wieder Samstag“ Familie, meine Corby-Familie…. und meine Karneval-Familie, die natürlich entsprechend der Jahreszeit besonders häufig um mich ist.
Wenn ich meine Bildergalerie ansehe, so finde ich sie alle wieder. Und zu allen gibt es Geschichten, die eine Familie eben ausmachen. Nicht immer sind wir einer Meinung, es wird diskutiert und auch gestritten, wir sagen uns auch mal unbequeme Dinge, aber am Ende, so wie es in Familien meistens ist, wird sich zusammengerauft, vertragen und an einem Strang gezogen.

Zu meinen 2018 Vorsätzen gehört ja, jeden Tag etwas aufzuschreiben, was meinen Tag zu einem Besseren, einem Guten gemacht hat. Nun ist das Jahr noch recht jung, aber trotzdem möchte ich eine Tendenz auslesen – es gibt genau einen Tag, zudem mir nichts positives zum Vermerken eingefallen ist. Und ich würde mal behaupten, das liegt daran, dass ich krank im Bett lag. Es gibt dagegen keinen Tag, den ich mit „das war aber Mist“ kennzeichnen würde!
Und wenn ich mir dann noch ansehe, was ich aufgeschrieben hab, dann muss ich feststellen: meine Familien sind die Geilsten (Olé). Da finde ich mal etwas, was in der Firma geschehen ist, mal durch die Samstags-Runde, die Flieger… vieles aus der Karnevals-Familie! Egal ob ihr Euch meldet um unsere Freunde aus Corby zu fahren oder zu bewirten, ob es in der Prinzenpaar-Begleitung etwas unschlagbar Schönes gibt, oder ich einfach nur schaffe zwei Runden hintereinander mit Euch zu tanzen… all das macht meinen Tag zu einem Guten. Ich kann nur hoffen, dass ich es schaffe für den ein oder anderen auch so ein „guter Tag“ Baustein zu sein, wie zB die Süße, die heute da stand und gesagt hat: „eigentlich hätte ich auf die Sache keine Lust, aber wenn das nötig ist, damit Du dabei bist, dann auch das“ … Gänsehaut, Pippi in den Augen und ganz viel Wärme!
Ein Beispiel aus 14 Tagen, welches mir zeigt wie schön das Leben ist, wenn wir hinsehen, uns rein fühlen! Wie in der Familie, die mit Blutsverwandtschaft entsteht, so gilt auch hier: wir sind manchmal nicht zusammen, aber trotzdem seit ihr immer dabei! Ich hab Euch lieb und wenn einer von Euch in Not ist, bin ich hoffentlich immer in der Lage, auch Eure Tage besser zu machen!

Jetzt geht’s los

Nachdem ich meine Zeit ab dem 27. Dezember überwiegend im Bett verbracht habe kann es jetzt gerne richtig los gehen…
Los gehen mit 2018, mit dem neuen Leben, mit guten Vorsätzen und natürlich mit Karneval! Also noch bin ich etwas angeschlagen, aber ich kann wieder fast normal gucken, ich huste mich nicht mehr blöd und ich habe mal richtig meine Batterien aufgetankt. Zurückblickend habe ich wohl seit der Diagnose meiner Herzerkrankung in Kiel nicht mehr so viel Ruhe, Zeit für mich und Zeit im Bett verbracht. Und das war 2010! Alles was danach kam war geprägt von ‚du musst aber trotzdem‘, ‚du kannst nicht einfach…‘ und ähnlichen Zwängen, die mich immer wieder hochgetrieben haben. Nicht zuletzt geprägt von meiner Angst, dass mein Herz wieder schwächer wird, wenn ich Zuviel raste.

Zu Beginn meiner Pause jetzt war es auch Depression, die mich im Bett gehalten hat. Weihnachten ohne meinen Lieblings-Menschen gepaart mit Fieber ließ sich nicht so einfach ausgleichen. Trotz der lieben Einladungen zum Mitfeiern bei Freunden war alles grau und mein Bett mein Rückzugsort.
Dann war mein Körper wirklich am Ende, wollte nicht mehr und ich habe mich entschieden endlich mal alles andere auszublenden und ihm nachzugeben. Ich habe so viel fern gesehen, wie sonst wohl in 6 Monaten, habe in meinem Lieblingsspiel das Weihnachtsspecial gleich zwei Mal geschafft und mit den Katzen einen Kuschelmarathon veranstaltet. Wenn ich dann mal eingeschlafen bin, habe ich ohne Wecker tatsächlich regelmäßig die empfohlenen 8 Stunden zusammen bekommen, ohne Albträume zu haben.

Dank all der lieben Nachrichten und Einladungen hat sich mit jedem Tag ein bisschen mehr Farbe zurück in mein Grau geschlichen und ich konnte Silvester auf Mamas Bilder schauen fast ohne zu weinen und ihr versprechen, dass ich 2018 zu einem guten Jahr machen werde!
Mein Notizbuch hat die ersten Einträge – es gibt zum Beispiel die Kategorie „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ und jeder Tag hat dazu eine Notiz! Die Tage bekommen Termine und die Wochen Vorsätze! Und Alles in Allem habe ich gestern am Telefon aus ganzem Herzen sagen könne, ja ich bin bereit und mache 2018 zu etwas Gutem.
Morgen geht es los – ich werde wieder arbeiten und mit meinen wirklich tollen Kollegen Projekte vorwärtsbringen. Ich werde mit einem super Team durch die Karnevalszeit gehen, alte Bekannte treffen, neue Bekanntschaften machen und dabei regelmäßig das Glas erheben auf all unsere Lieben, die uns ‚von da oben‘ begleiten. Ich plane Auszeiten und freue mich auf viele schöne Momente mit meinen Freunden hier in Velbert und überall auf der Welt.
Natürlich werde ich auch auf Probleme treffen, auf kleine und mittlere Katastrophen, aber ich fühle mich gestärkt und geliebt genug, auch diese zu meistern und am Ende mehr „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ Eintragungen zu haben als düstere Wolken!

Jetzt geht’s los!

Schlaflos

Als ich diesen Blog angefangen habe, wollte ich kleine Geschichten und Anekdoten erzählen, von Urlaubszielen schwärmen, ein bisschen über Basteln, Gärtnern und andere Hobbies schreiben. In den letzten Wochen war dieser schöne Teil des Lebens sehr klein geschrieben und satt dessen kam mehr Kranksein, Verlust und ähnlich emotionales Ungemach zum Zuge.

Da das Leben voll von Beidem ist, gehört es wohl einfach dazu. Die Resonanz von Euch, die bei mir ankommt, sagt mir „es ist okay auch diese Dinge zu beschreiben“ … vielleicht liegt das daran, dass ich immer zu denen gehört habe, die auch miese Situation noch mit Komik sehen können. Trotzdem kam ich in den letzten Wochen nicht umhin diesen Wesenszug zu vernachlässigen.

Und so liege ich auch heute mal wieder im Bett, habe drei Anläufe „jetzt kann ich einschlafen“ hinter mir und komme nicht zur Ruhe. Dem Vorführ-Effekt sei Dank schlägt mein Herz nicht ganz so wild – ist doch seit heute Mittag das Langzeit-EKG aktiv. Aber dafür schlagen halt meine Gedanken Purzelbäume. Ich fühle mich unzuverlässig, weil ich mein Kollegenteam mal wieder im Stich lassen muss, gleichzeitig weiß ich, dass ich für meine Gesamtsituation immer noch vieles erledigt bekomme. Ich habe positive und negative Countdown im Kopf. Szenarien die mich er- aber auch entmutigen. Und über allem die Angst, dass der Plan, den ich mal wieder neu geschrieben habe, platzen könnte. Und so hangel ich mich durch meine wichtigsten „to do’s“ in der Hoffnung, dass die positiven Countdown gewinnen.

  • Noch 2 Tage, dann habe ich hoffentlich einen festen Plan, wie es mit mir und meinem Herzen weiter geht und wann ich wieder langfristig arbeiten kann
  • Noch 3 Tage, dann habe ich ein paar Stunden mein BBSW Dream Team um mich
  • Noch 1 Woche, dann sind die schweren, großen und unüberwindlichen Dinge aus Mamas Wohnung raus
  • Noch gut 2 Wochen, dann habe ich alles in meiner Wohnung neu aufgestellt und kann endlich aufbauen, statt neues Chaos zu schaffen
  • Noch 1 Monat, dann beginnt die 5. Jahreszeit und damit eine Zeit, die mich Teil eines Teams seinen lässt, das eine besondere Zeit erleben darf

Nebenbei gibt es viele weitere schöne Pläne/Termine, die aber nicht so genau terminiert sind. All das lässt mich den Kopf über Wasser halten und nicht völlig verzweifeln an den Dingen, die mich ängstigen. Und ich stecke meinen Kopf in den Sand um die Gefahr, dass alles platzen könnte, zu übersehen. Das funktioniert zumindest einige Stunden am Tag – nur abends, nachts da gehört diese Angst zu den Dingen, die mich um den Schlaf bringen. Zu dieser Zeit verlässt mich im Moment meine Fähigkeit auch der blödesten Situation noch etwas positives abzugewinnen und ich möchte mich manchmal wie ein bockiges Kind auf den Boden werfen, strampeln und „ich will das nicht“ heulen. Oder die Decke über meinen Kopf ziehen und ein paar Wochen nicht wieder zum Vorschein kommen.

Da dies keine Option ist, bin ich unendlich dankbar für alle diejenigen, die an meinem positiven Countdown einen Anteil haben, diejenigen die in den weiteren Plänen eine Rolle spielen und für meine Helfer, Kummerkästen, Ablenker und in den Arm Nehmer…. was gerade passiert mag mein persönlicher Albtraum, meine Aufgabe und meine Prüfung sein, aber ohne Euch würde ich keinen Fuß vor den anderen bekommen!