Angriff auf mein Karma

An manchen Tagen bin ich so sehr im falschen Film, dass es in wenige Worte passt. Da braucht es keine vielen Worte oder besondere Geschichten. Der Tag ist einfach gefüllt von einer Abfolge von Dingen, die Alarmsignale sind….

Vielleicht kennt ihr das, weil es mir echt schwerfällt es zu beschreiben: Ich stehe vor der Tür und mein bestelltest Taxi kommt nicht, der dringend benötigte Kaffee fällt aus, da die Kaffeemaschine beschließt kaputt zu gehen, jemand wartet dringend auf Daten und mein Rechner läuft heiß und streikt bevor ich ein Ergebnis habe….

An solchen Tagen wartest du förmlich auf das nächste Unglück. Seit Wochen, nein eigentlich Monaten habe ich diese Abfolgen. Dabei bin ich eh schon so müde und energielos. Nur selten nimmt der Tag unerwartet eine positive Wende.

Aus all diesen Gründen habe ich etliche Blog Beiträge begonnen und dann wegen der Mutlosigkeit gelöscht. Aber es hilft ja nichts, irgendwann muss es doch aufhören und ich aus meinem Loch wieder heraus krabbeln.

Und wer weiß, vielleicht ist es heute so weit – wenige Tage vor dem Sommerurlaub hoffe ich auf Besserung!

Gestern ist Jo bei mir eingezogen… meine Katzen können ihn (noch) nicht leiden… schließlich ist Jo heute 2 Stunden durch die Wohnung geflitzt- für sie ohne ersichtlichen Sinn. Für mich war es belebend zuzusehen. Jo ist mein neuer Hausfreund und übernimmt ab sofort die Bodenpflege. Und hat schon damit angefangen mich umzuerziehen. Was kann in meiner Wohnung noch vom Boden an die Wand, wo kann ich klarere Linien schaffen. Was sollte ich noch entsorgen. Immerhin kam er zusammen Peter, der mir zur Hilfe dabei geht, all die größeren Gegenstände zum entsorgen Richtung Auto zu transportieren. Oder meine größeren Einkäufe in die Wohnung. Ohne Lärm, ohne Schleppen und ohne Angst, dass etwas runter fällt. Jetzt fehlt nur noch ein stabiler Kreislauf und ich kann endlich weiter an einer aufgeräumten und liebenswerten Wohnung arbeiten. Vielleicht wendet sich dann ja auch das Karma zu einer Abfolge schöner Geschichten.

Es gibt Hoffnung: Wenn es nächste Woche nach Corby, London und Cornwall geht, ist eine solide Basis für schöne Berichte geben.

Jo bei der Arbeit (Peter, der Bollerwagen, steht nach der ersten Führe in der Garage)

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Mein Weihnachtswunsch

Bei meiner Mama gab es immer eine ganz feste Regel – am ersten Weihnachtsfeiertag darf nicht gearbeitet und gehandwerkt werden – außer es dient dem unmittelbaren Lebensunterhalt. Schon in ihrer Kindheit hieß es, dass einen diese „Missetat“ das ganze folgende Jahr immer wieder einholt.
Also konnte die neue Wolle unter dem Baum noch so verlocken, gestrickt wurde frühestens am 26.12.
Je älter man wurde, desto mehr hat man das natürlich belächelt, aber ein kleines bisschen haben wir uns immer davon leiten lassen.

Das Jahr 2017 hat mich eine ganz neue Dimension dieses Aberglaubens kennen lernen lassen -> es scheint nicht allein die Arbeit zu sein, die einen Heimsuchen kann, sondern der gesamte Grundtenor des 1. Weihnachtsfeiertages.
Letztes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag lief einiges schief – letztlich waren Mama und ich uns einig, dass es das bisher schrecklichste Weihnachten unseres gemeinsamen Lebens war. Frust, Wut, Arbeit, Ohnmacht, Angst und Traurigkeit – alles war dabei. Der einzige Lichtblick des Tages war der Zusammenhalt zwischen Mama, Alex und mir, mit der wir einer solchen Situation begegnen.
Heute blicke ich auf das Jahr 2017 zurück und muss feststellen, dass es das bisher schrecklichste Jahr meines Lebens ist – Frust, Wut, Arbeit, Überlastung, Hilflosigkeit, Trauer und Angst bestimmen die eindrücklichsten Situationen über Monate.

Trotzdem war es ein Jahr mit vielen schönen Erinnerungen! Ein Jahr in dem ich Freunde gewonnen habe, alte Freundschaften wiedergefunden oder gefestigt habe. Ein Jahr das mich stärker gemacht hat und welches mich noch ein wenig mehr in mir ruhen lässt.
Ein Jahr in dem ich für vieles dankbar seinen kann und an dessen Ende zumindest ich noch lebe und meiner Mama die drohende Umkehrung der Lebens-Reihenfolge (ich gehe vor ihr) endgültig erspart bleibt. Und ich habe Aussicht auf weitere schöne Jahre, solange ich mit meiner Gesundheit halbwegs vernünftig umgehe.

Ich wünsche mir für 2018, dass ich immer mehr dieser schönen Erinnerungen sammeln kann und damit die Traurigen zwar nicht vermauern aber aufhellen werde. Ich wünsche mir, dass ich nie die Fähigkeit verliere, auch mit Tränen in den Augen das Gute vor mir zu sehen! Ich wünsche mir viele schöne Erinnerungen in das Leben anderer zu bringen!

Dieses Jahr am 1. Weihnachtstag bin ich offen für jede liebe und freundliche Geste, für jede herzliche Begegnung, reiche die Hand um anderen zu helfen und wenn es mich mit Freude erfüllt, dann werde ich basteln, stricken oder sonst etwas tun. Ich werde mit Menschen reden und an viele Menschen denken. Nur für Dinge wie Missgunst, Hass, Neid, Wut und Angst bleibt meine Tür dieses Jahr hoffentlich fest verschlossen.
Wenn mir das gelingt, dann habe ich 2018 noch viel mehr schöne Geschichten zu teilen!

Ich wünsche Euch allen eine gute und gesegnete Weihnachtszeit! Genießt Eure Familien und Freunde! Wendet Euch schönen Erinnerungen zu, macht tolle Pläne für die Zukunft und vor allem habt Euch lieb, damit wir im neuen Jahr viel Wärme und Herzlichkeit um uns haben!