Palma de Mallorca

Ich habe einmal mehr festgestellt – ich liebe diese Stadt! Jahrelang habe ich einen Bogen um ‚Malle‘ gemacht, vor ein paar Jahren dann die ersten Gassen gesehen und mittlerweile hat mich gerade diese Metropole in den Bann gezogen, ihr Umfeld meine Neugier geweckt. Ballermann war noch nie meins und es hat eine Weile gedauert, bis ich dieses Image von Mallorca ansich trennen konnte.

Heute möchte ich jede Ecke der Stadt einsaugen und in meinem Gedächtnis konservieren, so sehr nimmt mich die Architektur und das Leben gefangen. Balkone, enge Gassen, Farben, Händler, Restaurants, Gerüche, Kirchen….. ich fühle mich wie im Märchen. Alleine beim Schreiben begleitet mich die Qual der Wahl für ein paar Bilder. Chronologie und die meisten Titel müssen bis zuhause warten.

Natürlich ist es auch hier touristisch sehr erschlossen und mit Anpassung an die Gäste wird vieles verändert. Ich wäre ein Heuchler hoch 10, wenn ich die 2 Kreuzfahrt-Schiffe, die heute hier liegen nur beschimpfen würde, während sie mal eben gute 10000 Gäste hier her bringen, schließlich fahre ich selbst gerne auf dem Schiff von Hafen zu Hafen. Aber nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert und erschreckend, wie sich die Stadt am Morgen füllt und zum Abend wieder leert. Die Welt ist kleiner geworden, je mehr wir reisen können.

Für ein paar Tage erhole ich mich hier von den letzten Monaten – die OP zum Defibrilator-Wechsel hat mich mehr mitgenommen, als erwartet. Das Monate dauernde Herzklopfen und die Schwindelanfälle haben viel Kraft gekostet und meine Zukunftsaussichten ziemlich eingetrübt. Sowohl im übertragenen als auch direkten Sinn ist meine gute (Aus)sicht geschädigt, Auto fahren und damit ein Stück Selbstständigkeit zum seltenen Luxus geworden. Um so dankbarer bin ich, dass die Tage im Krankenhaus mir zumindest eine Chance auf Veränderung aufzeigen. Weniger Medikamente bedeuten zwar mehr Herzstolperer aber auch mehr Energie – was ich ja schamlos ausgenutzt habe auf dem Jeckliner.

Wir schlendern eher Plan und Ziellos durch Palmas Gassen und tauchen ein in das müßige Leben. Maximale Tagesaufgabe ist es, den Mercat Olivar zu erreichen – nach ein paar Appetit anregenden Blicken auf die Obst, Fisch und Schinken Stände ergattern wir Platz und Tapas in der Bar del Peix.

Nebenbei erlaufen wir etliche Sehenswürdigkeiten rund um unser Boutique Hotel im Herzen Palmas. Schon mit dem Frühstück in den Baumkronen zeichnet sich das besondere dieser Tage ab.

Drei herrlich ruhige Tage vergehen so – wie immer im Urlaub viel zu schnell – zwischen unseren Kreuzfahrer Tagen.

Werbeanzeigen

Helau, Alaaf & Ahoi

Eigentlich bin ich hundemüde, aber auch total überdreht… nachdem aus 2-3 Tagen 10 Tage Krankenhaus geworden sind, sich die Arbeit in allen Bereichen türmt und schließlich auch mein Auto noch mit einem Schaden rumzickt, ist mir die Urlaubsvorfreude komplett abhanden gekommen. Zu groß ist die Angst, dass auf den letzten Metern noch etwas dazwischen kommt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag bekomme ich kein Auge zu, um 23 Uhr ist der Koffer endlich gepackt, um 1 Uhr morgens die Blumen gegossen, alle Überweisungen gemacht, die Vorbereitungen für den Katzen und Wohnungssitter getroffen. Um 3 Uhr geht es los zum Flugplatz und um 9:30 sitzen wir in Palma am Hafen mit Blick auf die Mein Schiff 6. Zum ersten Mal fällt zumindest die Anspannung ab – ich schaue auf Palmen, das Wasser und realisiere endlich, dass es geschafft ist – ich bin im Urlaub!

Abendessen auf Mein Schiff 6

Es dauert immerhin noch weitere 12 Stunden, bis meine letzte Zelle es spürt und glaubt. Auf dem Schiff angekommen mischen sich dunkle Full Metall Cruise Gäste mit den Bunten Jecken. Um 12 wird die Musik auf die neue Reise umgestellt und die ersten Schlager tönen über das Schiff. Wir beziehen die Kabine, erkunden unsere Umgebung und betrachten das bunte Treiben.

Die Künstler und Stargäste mischen sich unter das Volk und ehe wir uns versehen winkt hier ein Comedian, lacht dort ein Musiker mit uns. Die Seenotrettungsübung wird kurzweilig wie nie, da irgendwer bekannte Lieder anstimmt und die ganze Musterstation schließlich mitsingt. Fast verpassen wir das Auslaufen, das vertraute Schiffssignal kann ich zumindest nicht hören, eine Platz mit Aussicht oder ein Getränk ist leider auch erst verspätet da. Zumindest die extra geschriebene Jeckliner Auslauf Hymne klingt gut und verheißungsvoll. Eine Weile vergesse ich die ganzen Jecken um mich und beobachte einfach die Lichter der Stadt die langsam kleiner werden.

Palma am Horizont

Bevor mich die Müdigkeit übermannt schiebe ich mich doch noch durch die Menge zu Sabrina und Pascal – direkt an den Bühnenrand, vergesse mal für eine kleine halbe Stunde meine Angst vor den großen Magneten in den Musikboxen, spüre den Bass pochen und bin einfach im jetzt und hier. Die Stimmung kocht um 22:55 als Künstler und Gäste Stääne danze lasse.

Jeckliner Helau, Alaaf & Ahoi die I.! Und wir sind dabei! Es kommt an, endlich erfasst es mich mit jeder Faser – Urlaub, wieder auf dem Schiff, die Wellen rauschen (zwar sehr leise hier oben auf Deck 12), wir ziehen übers Meer und schreiben dabei gemeinsam Geschichte.

Finale am Sonntag...

Wir legen ab und de Stääne danze