Raustanzen

Kitsch-Kulisse Anfang Juni 2019

Das Leben verändert sich mal schneller, mal langsamer. Häufig so langsam, dass es fast langweilig wirkt. Und manchmal kommen die Einschläge wie Sperrfeuer. Ich denke jeder hat im Laufe des Lebens seinen Weg entwickelt, mit einem solchen Sperrfeuer umzugehen und es abzuarbeiten. Was aber, wenn dieser Weg versperrt ist, oder anders gefragt: was ich am mit am meisten vermisse, seit ich Herzkrank bin?

Karneval 2009 - Abtanzen mit Freunden Karneval 2009 – Abtanzen mit Freunden

Raustanzen! Das war meine Geheimwaffe – egal wie groß der Kummer war, mich jemand enttäuscht hat oder beruflich etwas schief lief. Musik an und tanzen, nicht denken sondern nur fühlen und bewegen, zur Not stundenlang.

Schon bevor ich wusste, was mir genau fehlt, hat ES gefehlt, schließlich hing ich relativ bewegungsfrei auf meinem Sofa fest. Und irgendwann, ein paar Wochen nach der Diagnose war das Wissen da, das ES nie wieder kommt.
Die meisten Menschen, die mich kennen, halten mich für einen positiv denkenden Mensch. Für jemanden, der wieder aufsteht und weitergeht… und sie liegen nicht falsch, ich denke das ist mein Motor in den letzten Jahren. Das möchte ich generell gerne weiter geben an alle, die zweifeln oder sich benachteiligt fühlen, denen es so viel schlechter geht und die Hilfe zurück auf die Füße brauchen.
Aber manchmal bin ich einfach müde und merke, dass ich langsamer weiter gehe, schwerer wieder auf die Füße komme. Gleichzeitig kommen die Einschläge scheinbar schneller… und so fühle ich mich seit einiger Zeit immer mal wieder vom Leben überfordert. So oft bestehen meine Tage nur noch aus einem Notprogramm – aufstehen, Katzen versorgen, an den Schreibtisch setzten, schnelles Essen und zurück ins Bett.

Im April war ich eine Weile im Krankenhaus um mit neuen Ärzten einen Weg aus dieser Spirale heraus zu finden. Neben der Erinnerung, wie viel besser es mir geht als vor 9 Jahren, haben sie mir die Hoffnung mit auf den Weg gegeben, dass ich mit ein wenig Geduld und anderer Medikation auch wieder etwas leistungsfähiger werden kann. Direkt im Anschluss hatte ich glücklicherweise Urlaub und konnte meine Energie statt in die Arbeit in Erleben stecken. Sogar in „einmal noch als Gardemädchen auf der Bühne tanzen“. Einen neuen Menschen hat das nicht aus mir gemacht. Und die große Veränderung kam auch nicht im Handumdrehen. Aber es war ein kleines Stück Weg nach vorne.
Kurz nach dem Urlaub ist die langsame positive Veränderung noch einmal mit Vollgas vor die Wand gefahren, Ende Mai hat mein Herz wieder richtig quer geschossen und nur mit viel liebevoller Unterstützung meiner Fliegerfamilie und meinem Herzenspatenkind Anni konnte ich einen weiteren Krankenhaus-Aufenthalt umgehen. Zeit um dem Rat meiner Ärzte zu folgen und einige dauerhafte, zugegeben schwere und schmerzhafte Abstriche zu machen und Veränderungen einzuleiten. Genau zum richtigen Zeitpunkt finde ich einen Satz in der neuen Guido: es braucht Mut und ein gutes Selbstwertgefühl, um sich für sich selbst zu entscheiden.

Fertig für ein Treffen mit Freunden Fertig für ein Treffen mit Freunden

Immerhin, es hat wieder funktioniert, die Sache mit dem Aufstehen! Ich muss zwar weiter genau überlegen, was ich lieber an Veranstaltungen und Spaß auslasse, aber letztes Wochenende konnte ich selber in die Eifel fahren um einen, für mich sehr wichtigen, Besuch zu machen. Donnerstag war ich nach über 6 Monaten endlich mal wieder in der Firma, statt nur an meinem Schreibtisch zuhause. Kleine Schritte, die hoffentlich Schule machen. Langsam kommt mein Herz wieder in eine erträgliche Bahn und ich finde die Tage etwas leichter. Raustanzen wird zwar weiterhin etwas sein, dass nur in meinem Kopf oder beim Zuschauen stattfindet, aber ich bin zumindest etwas stabiler und darf hoffen, dass es noch weiter Bergauf geht, wenn die große Hitze vorbei ist. Dann wird gute Laune Musik angemacht und statt raustanzen heißt es dann weiter ausmisten und rausschmeißen…. Pläne im Kopf und hoffentlich Geduld, Energie, Hilfe und Zeit um in kleinen Schritten trotzdem irgendwann am Ziel anzukommen!

Werbeanzeigen

Palma de Mallorca

Ich habe einmal mehr festgestellt – ich liebe diese Stadt! Jahrelang habe ich einen Bogen um ‚Malle‘ gemacht, vor ein paar Jahren dann die ersten Gassen gesehen und mittlerweile hat mich gerade diese Metropole in den Bann gezogen, ihr Umfeld meine Neugier geweckt. Ballermann war noch nie meins und es hat eine Weile gedauert, bis ich dieses Image von Mallorca ansich trennen konnte.

Heute möchte ich jede Ecke der Stadt einsaugen und in meinem Gedächtnis konservieren, so sehr nimmt mich die Architektur und das Leben gefangen. Balkone, enge Gassen, Farben, Händler, Restaurants, Gerüche, Kirchen….. ich fühle mich wie im Märchen. Alleine beim Schreiben begleitet mich die Qual der Wahl für ein paar Bilder. Chronologie und die meisten Titel müssen bis zuhause warten.

Natürlich ist es auch hier touristisch sehr erschlossen und mit Anpassung an die Gäste wird vieles verändert. Ich wäre ein Heuchler hoch 10, wenn ich die 2 Kreuzfahrt-Schiffe, die heute hier liegen nur beschimpfen würde, während sie mal eben gute 10000 Gäste hier her bringen, schließlich fahre ich selbst gerne auf dem Schiff von Hafen zu Hafen. Aber nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert und erschreckend, wie sich die Stadt am Morgen füllt und zum Abend wieder leert. Die Welt ist kleiner geworden, je mehr wir reisen können.

Für ein paar Tage erhole ich mich hier von den letzten Monaten – die OP zum Defibrilator-Wechsel hat mich mehr mitgenommen, als erwartet. Das Monate dauernde Herzklopfen und die Schwindelanfälle haben viel Kraft gekostet und meine Zukunftsaussichten ziemlich eingetrübt. Sowohl im übertragenen als auch direkten Sinn ist meine gute (Aus)sicht geschädigt, Auto fahren und damit ein Stück Selbstständigkeit zum seltenen Luxus geworden. Um so dankbarer bin ich, dass die Tage im Krankenhaus mir zumindest eine Chance auf Veränderung aufzeigen. Weniger Medikamente bedeuten zwar mehr Herzstolperer aber auch mehr Energie – was ich ja schamlos ausgenutzt habe auf dem Jeckliner.

Wir schlendern eher Plan und Ziellos durch Palmas Gassen und tauchen ein in das müßige Leben. Maximale Tagesaufgabe ist es, den Mercat Olivar zu erreichen – nach ein paar Appetit anregenden Blicken auf die Obst, Fisch und Schinken Stände ergattern wir Platz und Tapas in der Bar del Peix.

Nebenbei erlaufen wir etliche Sehenswürdigkeiten rund um unser Boutique Hotel im Herzen Palmas. Schon mit dem Frühstück in den Baumkronen zeichnet sich das besondere dieser Tage ab.

Drei herrlich ruhige Tage vergehen so – wie immer im Urlaub viel zu schnell – zwischen unseren Kreuzfahrer Tagen.

Sarkoidose mit Herzbeteiligung

Manchmal werde ich gefragt, warum ich trotz meiner Erkrankung positiv denke…
Weil ich zum Beispiel nicht dieses Schicksal teile:
Mein Herz hat sich wieder erholt und ich musste nur sehr kurz darüber nachdenken das ich von einem Spenderherz abhängig sein könnte!
Bitte nehmt Euch die Zeit und schaut einmal was Sarkoidose „kann“ – Leider passiert es immer noch viel zu häufig, dass die Ärzte sie als ein Lungenerkrankung ansehen und somit als Ursache ausschließen und das sie verharmlost wird (falls sie überhaupt mal in Film und Fernsehn auftaucht)

Einfach mal dankbar sein

Ein paar ruhige Tage liegen hinter mir. Nicht gerade die Besten, aber sicherlich nicht die Schlimmsten. Irgendetwas hat mich umgehauen und viel Zeit im Bett verbringen lassen. Also auch viel Zeit zum Surfen im Netz, Pläne machen, Träume ausschmücken und dankbar sein.
Dankbar dafür wo ich lebe, wann ich lebe und wie ich lebe. Ich glaube manchmal vergessen wir das. Natürlich geht es immer Besser und ich bin kein Verfechter von ‚Klappe halten‘ oder ’nicht aufmucken und wehren‘. Aber ich denke wir sollten uns auch bewusst sein, dass die meisten von uns auf recht hohem Niveau jammern.

Das Leben hat mir mit meinen Erkrankungen einiges mit auf den Weg gegeben, aber neben den manchmal wirklich hassenswerten Begleiterscheinungen, habe ich auch die Erkenntnis im Gepäck, dass ich im richtigen Land und in der richtigen Zeit damit lebe. In einem anderen Land oder zu einer anderen Zeit hätten mich Herz, Diabetes oder Sarkoidose schon längst töten können. Also habe ich Grund für jeden Tag dankbar zu sein und die Verpflichtung aus jedem das Beste zu machen!
Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann habe ich alles an der Hand um Seelenpflege zu betreiben. Zum Beispiel mit Handarbeiten (ein neuer Pullover geht in Arbeit), mit guten Gesprächen, durch mitfreuen wenn Freunde einen glücklichen Tag haben oder mit leckerem Essen. Diese Liste kann jeder von uns aufstellen und es lohnt sich als Hilfe in grauen Tagen.

Schlaflos

Als ich diesen Blog angefangen habe, wollte ich kleine Geschichten und Anekdoten erzählen, von Urlaubszielen schwärmen, ein bisschen über Basteln, Gärtnern und andere Hobbies schreiben. In den letzten Wochen war dieser schöne Teil des Lebens sehr klein geschrieben und satt dessen kam mehr Kranksein, Verlust und ähnlich emotionales Ungemach zum Zuge.

Da das Leben voll von Beidem ist, gehört es wohl einfach dazu. Die Resonanz von Euch, die bei mir ankommt, sagt mir „es ist okay auch diese Dinge zu beschreiben“ … vielleicht liegt das daran, dass ich immer zu denen gehört habe, die auch miese Situation noch mit Komik sehen können. Trotzdem kam ich in den letzten Wochen nicht umhin diesen Wesenszug zu vernachlässigen.

Und so liege ich auch heute mal wieder im Bett, habe drei Anläufe „jetzt kann ich einschlafen“ hinter mir und komme nicht zur Ruhe. Dem Vorführ-Effekt sei Dank schlägt mein Herz nicht ganz so wild – ist doch seit heute Mittag das Langzeit-EKG aktiv. Aber dafür schlagen halt meine Gedanken Purzelbäume. Ich fühle mich unzuverlässig, weil ich mein Kollegenteam mal wieder im Stich lassen muss, gleichzeitig weiß ich, dass ich für meine Gesamtsituation immer noch vieles erledigt bekomme. Ich habe positive und negative Countdown im Kopf. Szenarien die mich er- aber auch entmutigen. Und über allem die Angst, dass der Plan, den ich mal wieder neu geschrieben habe, platzen könnte. Und so hangel ich mich durch meine wichtigsten „to do’s“ in der Hoffnung, dass die positiven Countdown gewinnen.

  • Noch 2 Tage, dann habe ich hoffentlich einen festen Plan, wie es mit mir und meinem Herzen weiter geht und wann ich wieder langfristig arbeiten kann
  • Noch 3 Tage, dann habe ich ein paar Stunden mein BBSW Dream Team um mich
  • Noch 1 Woche, dann sind die schweren, großen und unüberwindlichen Dinge aus Mamas Wohnung raus
  • Noch gut 2 Wochen, dann habe ich alles in meiner Wohnung neu aufgestellt und kann endlich aufbauen, statt neues Chaos zu schaffen
  • Noch 1 Monat, dann beginnt die 5. Jahreszeit und damit eine Zeit, die mich Teil eines Teams seinen lässt, das eine besondere Zeit erleben darf

Nebenbei gibt es viele weitere schöne Pläne/Termine, die aber nicht so genau terminiert sind. All das lässt mich den Kopf über Wasser halten und nicht völlig verzweifeln an den Dingen, die mich ängstigen. Und ich stecke meinen Kopf in den Sand um die Gefahr, dass alles platzen könnte, zu übersehen. Das funktioniert zumindest einige Stunden am Tag – nur abends, nachts da gehört diese Angst zu den Dingen, die mich um den Schlaf bringen. Zu dieser Zeit verlässt mich im Moment meine Fähigkeit auch der blödesten Situation noch etwas positives abzugewinnen und ich möchte mich manchmal wie ein bockiges Kind auf den Boden werfen, strampeln und „ich will das nicht“ heulen. Oder die Decke über meinen Kopf ziehen und ein paar Wochen nicht wieder zum Vorschein kommen.

Da dies keine Option ist, bin ich unendlich dankbar für alle diejenigen, die an meinem positiven Countdown einen Anteil haben, diejenigen die in den weiteren Plänen eine Rolle spielen und für meine Helfer, Kummerkästen, Ablenker und in den Arm Nehmer…. was gerade passiert mag mein persönlicher Albtraum, meine Aufgabe und meine Prüfung sein, aber ohne Euch würde ich keinen Fuß vor den anderen bekommen!

To do or not to do!

Mal wieder Zwangsurlaub…. der Lebens-Jahrmarkt dieses Jahr ist endgültig zu turbulent für mein Herz. Aus dem ab und zu störenden Zusatzschlag im August ist ein dauerhafter Trommelwirbel geworden und manchmal habe ich das Gefühl mein Herz tanzt Polka. Wenn man davon absieht, das es ermüdet und ängstigt, so ist es auch noch extrem Schlaf raubend.
Gestern habe ich kapituliert. Natürlich nicht ohne Verhandlungen über die Bedingungen. Wäre ja nicht ich, wenn ich jetzt einfach aufgebe…. also gibt es einen Kuhhandel über den Rahmen der notwendigen Untersuchungen, die Arbeiten zuhause, die ich noch erledigen darf und wo ich mir jemanden suchen muss, dem ich dann zusehe und das absolute Maximum an Zeit, die ich auf meinen Job verwenden darf. Ich habe das Glück, dass mein Job nicht nur Last ist, sondern die Tüftelei über Projekten, die Fehlersuche etc. auch etwas heilendes für meine angekratzte Seele hat!

img_8346

Im Gegenzug dazu muss ich die selbe Zeit auf dem Sofa verbringen. Sollte normal nicht sooooo schwer sein, aber wer mich näher kennt weiß, dass ich nicht der Couchpotato bin….. irgendwie bastel ich, stricke, häkel oder wuseln vor mich hin während dann mal der Fernseher am späteren Abend läuft.  Also einfach Kampf-Kuscheln mit den beiden Süßen ist zwar schön, aber nicht gerade meine Parade Disziplin.
Umso mehr genießen Sie es gerade…. heute war es wirklich so schlimm, dass ich ab Mittags alle Termine abgesagt habe. Wie heißt es doch immer so schön? Die Arbeit läuft ja nicht weg… und Gott sei Dank haben alle, die heute was aus Mamas Wohnung holen wollten auch morgen Zeit. Wird dann morgen nur ein bisschen voller drüben. Stattdessen liege ich unter meiner neuen (gestern gekauft!) London-Kuscheldecke, auf meinem London-Bettsofa, schaue auf die Whisky Bar neben dem Fernseher und hab meine Utensilien auf dem UK Knie-Tischchen um mich…. es gibt tatsächlich in meiner, nun nicht mehr ganz so neuen Wohnung ein „Britisches Zimmer“ – alles orange ist weitestgehend verbannt und statt dessen findet sich hier jedes Andenken aus Corby und London, viel Union Jack, diverse DIY Lampen und dank der Aktion im Kaufland diese Woche ein paar ergänzende London Textilien. Nur fertig werden muss ich irgendwann noch. Durch die Wohnungsauflösung bei Mama ist hier nicht nur „Baustopp“ sondern zusätzlich Chaos, weil vieles erstmal in Taschen und Kartons hier einzieht, irgendwann die Schränke dazu nach kommen und/oder das Entsorgen einfach Zeit braucht da es gesichtet und geschreddert werden muss.

img_2624

Leider ist das Leben in unerwarteten Situationen besonders überraschend. Erstaunlich, wer dir hilft obwohl du es nie erwartet, geschweige denn gefragt hast, aber auch traurig, wer dir zwar sofort das Blaue vom Himmel verspricht und dann nie mehr gesehen/gehört wird. Zumindest konnte ich in den zweiten Fällen meine Kontakte ein wenig ausdünnen. Mein Leben ist jetzt lang genug und mit ausreichend Erfahrung versehen, um mir den Luxus zu leisten auf Blender, Schwätzer oder Sozial-Legastheniker zu verzichten. Ich bin schon länger nicht mehr der Esel, der das Möhren-Prinzip nicht kapiert… das Bild hierzu habe ich in einem anderen wirklich tollen Blog gefunden – schaut mal vorbei: http://ruppi-struppi.blogspot.de/

Davon abgesehen habe ich von Ärzten und heute in der Therapie den dringenden Rat bekommen, mich neben dem was sein MUSS mal eine Weile nur mit Dingen zu beschäftigen, die mir gut tun oder mich nach vorne bringen. Negativ und nach unten ziehend hatte ich ja erstmal genug.
Und genau das habe ich jetzt vor

  • Schritt für Schritt die Dinge angehen die sein müssen und dabei fest daran glauben, dass die Menschen in meinem direkten Umfeld die Guten sind und mir in den nächsten drei Wochen immer mal eine Stunde zu Hand gehen beim Kleidung eintüten, Kartons packen, Müll entsorgen, Sachen von 2 nach 8 schleppen, Nägel aus der Wand ziehen, Vorhänge abnehmen, Löcher bohren und umräumen
  • Ausreichend entspannen bei schönen Gesprächen oder beim Kuscheln mit den Katzen
  • Untersuchungen hinter mich bringen, die mich einer Lösung näher bringen
  • Kontakt zum Job halten, damit ich nicht irgendwann wieder in Emails und Fragezeichen ersticke, einen kleinen Teil im Team beitragen und meinen Kopf mit etwas beschäftige, was mir Spaß macht
  • Veranstaltungen besuchen, die mir Freude machen und mich weiter zurück zur Normalität bringen
  • Schöne kleine DIYs angehen – ist einfach kürzer als Bastelarbeiten – die mich stolz machen, meine Wohnung personifizieren oder einfach praktisch sind
  • Eine Schneiderin finden, die mir die Dinge zuende macht, die Mama für mich angefangen hat – schließlich soll zB der Anzug, von dem sie glaubt das er perfekt für mich ist auch fertig werden
  • Die grossen Räumungstermine einhalten und mich weiter mit Leuten rumärgern, die so eine Nachlass-Verwaltung kompliziert machen
  • Den wahrscheinlichen Eingriff bald machen zu lassen ohne hier völlig aus dem Takt zu kommen
  • Ein paar Tage ausbrechen und zu meiner Hamburg-Sippe fahren

Wenn ihr mich zwischendurch mal irgendwo dumm rum stehen seht, das Gesicht in die Sonne gedreht, murmelnd oder blöd grinsend, dann ganz vorsichtig anklopfen, weil dann rede ich gerade mit Mama!
Z.B. heute war ein regnerischer Tag, aber als ich von der Therapie zurück bin und kurz sehen wollte was Mamas neues Zuhause macht, hat die Sonne gestrahlt… sicher kennen wir alle die schemenhaften Bilder, die vor dem Auge entstehen, wenn man die Augen schließt nachdem man ins Helle geschaut hat…. und auch wenn es blöd klingt, heute war dieses Bild eine verschwommene Figur mit schulterlangen Haaren…. „ach“ sag ich zu ihr „machen wir jetzt einen auf Engel?“ Der nächste Teil war eines der geheimen Frauengespräche und dann haben wir beide gelacht, weil plötzlich um den Kopf der Gestalt ein Heiligenschein hüpfte…. den hat sie dann ganz schnell weggeschubst. Auch wenn sie für mich die Welt bedeutet, wissen wir ganz genau, dass ihre (wie auch meine) Art nicht wirklich zu heilig passt, dazu sind wir beide zu frech…

Keine Sorge ich drehe nicht durch, das ist einfach nur meine Brücke, das was mich über Wasser hält

img_8349img_8348

Der neueste Plan

Pläne sind so eine Sache! Manche gehen auf, manche eben nicht. Erfreulicherweise ist der Urlaubsplan aufgegangen! Ich bin über das Krankenhaus zur Mönchsheide gelangt ohne „inhaftiert“ zu werden. Sogar die Vermutung, dass mein Kammer-Flimmern sich wieder verflüchtigt, hat sich bestätigt… Das was mich fast umgebracht hat ist vorbei. Also könnte ich mich jetzt ganz entspannt zurück lehnen, genießen und einfach nur hier sein. Aber dann kommt eben der Plan, der nicht so gut geklappt hat ins Spiel und leider gelingt es mir heute auch nicht ganz so gut, es in lustige Worte zu verpacken….

Das der Umzug ein Risiko ist, das wussten wir, man musste ja nur sehen was 2 Jahre zuvor passiert ist. Also habe ich versucht einen Gang raus zu nehmen… Pause zu machen, Urlaub und nur langsam alle Aufgaben die so anfallen zu erledigen… Schöne Dinge dazwischen zu packen und einfach auch mal nur zu genießen – ohne Pflicht oder Verantwortung…

Ätsch hieß es heute – Kammerflimmern ade, Vorhofflimmern welcome back! Gehäuft tauchen in den letzten 12 Wochen diese Episoden auf, die zeigen, dass mein Herz eben kaputt ist und wieder mal nicht ausreichend rund läuft… Nicht mehr Lebensbedrohlich, aber so schlimm, dass es Wert ist vom Defi aufgezeichnet zu werden und meine Tage und Nächte so manches Mal unbequem zu machen. Natürlich war mir schon vor dem Termin heute klar, dass es nicht so rund läuft, wie ich es gerne hätte, aber letztlich war es leichter sich einzureden, dass es so schlimm schon nicht mehr sein wird. Die Klinik habe ich heute verlassen mit dem klaren Arbeitsauftrag wieder genau hinzuhorchen, was mein Herz so macht, wann es zu doll pocht, wann ich nicht schlafen kann und mich zu melden, sobald ich darüber den nächsten Plan habe. Dann wird ein Langzeit EKG geschrieben, welches genau dieses Tagebuch in elektronische Daten umwandelt und darüber entscheidet, ob ich noch vor dem Austausch des Defis auf den Tisch muss – immerhin die Batterie hält noch mindestens 3 weitere Monate und das Schätzchen darf da links hängen bleiben – um mal wieder irgendwelche Nerven im Herzen veröden zu lassen.

Ich werde horchen, ich werde aufschreiben was mein Herz macht… Egal ob es positiver oder negativer Stress ist, egal ob es meine Hoffnung zerstört doch mal wieder körperlich aktiver zu werden (nicht nur passive Rollen inne zu haben, mehr als nur moderat spazieren gehen etc.) aber ich nehme mir auch heraus jetzt erst einmal im Urlaub zu sein! Schließlich haben die Ärtze sehr deutlich gesagt, es ist nicht lebensgefährlich! Und das ich hier gerade am richtigen Ort bin weiß ich genau….

Auf der Mönchsheide angekommen – kalt, nass und noch recht leer – habe ich „meine Leute“ gesucht… mein Parkplatz war beschriftet, mein Turmzimmer vorbereitet und ich musste nur den Kopf ins „Flight Office“ stecken und ich war angekommen. Eigentlich war mein Satz „ich will in den Arm, auf den Arm und ab morgen bin ich dann auch wieder thematisch belastbar“ überflüssig.. Weil so oder so war ich im und auf dem Arm und einfach herzlich willkommen! Anders als BBSW aber trotzdem meine Fliegerfamilie! Und deshalb werde ich die nächsten gut 2 Wochen genießen, vielleicht ein bisschen Tagebuch führen und über schönere Themen schreiben (Das Wetter sollte aber besser werden!) Aber allen, die Daumen gedrückt haben, die mitfühlen und die vielleicht über meine Geschichte stolpern, weil sie selber zu kämpfen haben, wollte ich diesen Teil nicht vorenthalten…. Wie so oft, wird es am Ende wieder diese Abfolge sein „hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter gehen!“

Mit Ingelore und Elisabeth Mitten ins Leben

Oder was man auf dem Weg nach Hamburg alles lernen kann.

Die letzten Monate waren turbulent, frustrierend, betriebsam und auch mit unvergesslich schönen Erlebnissen gefüllt. Leider waren sie auch wie ein Karussell, welches sich immer und immer weiter dreht und dir keine Chance lässt abzusteigen. Also bin ich gefahren, habe funktioniert, die Bremse gesucht und versucht das Beste daraus zu machen. Irgendwann musste ich von der Achterbahn auf das Kettenkarussell wechseln, aber auch da ging es immer rund und rund. Verpflichtungen, selbst auferlegt und von außen vorgegeben, haben mich angetrieben. Du kannst den nicht hängen lassen, du musst das bis dahin fertig haben – mein Mantra an jedem neuen Tag. Persönlicher Ergeiz, Verantwotung gegenüber dem Job, der Familie und das Bedürfnis den Kontakt zu Freunden nicht zu verlieren haben mich über Wasser gehalten, aber eben auch immer ein wenig zu intensiv schwimmen lassen. Seit mehr als einem Jahr liegen mir meine Ärzte in den Ohren…. Sie müssen was ändern heißt es. Das macht ihr Herz nicht mehr lange mit, da streikt ihr Rücken bald, das kann den nächsten Sarkoidoseschub auslösen…. nur bei dem ‚was ändern‘ da wollte sich keiner so recht festlegen… die Achterbahn anhalten ohne das man beim Bremsen übel stürzt? Vom Kettenkarussell runterspringen? Nun den Fahrgeschäfte-Wechsel hat mir das Leben vor die Füße geworfen und ich bin ohne jede Wahlmöglichkeit umgesprungen. Und ich habe den Sprung überlebt – nicht nur sprichwörtlich wie sich herausgestellt hat. Mein Herz wollte aufgeben, mehr als einmal hat es angehalten, überstürzt weiter geschlagen und gekämpft. Einmal musste es dazu überredet werden, aber dafür habe ich ja schließlich die eingebaute Lebensversicherung- scheiss weh hat es getan als der Defi seinen Zweck erfüllt hat. Zumindest war ich ihm dankbar, nicht so wie vor 7 Jahren, als ich mich gefragt habe, wozu das alles. Nein ich wollte überleben, egal wie weiter machen. Und so sitze ich im Kettenkarussell, versuche es spaßig zu sehen, mit den Beinen zu baumeln und mit jeder Runde ein Stück mehr ’neues Dasein‘ aufzubauen. 

Kurz nach diesem Sprung war mal wieder Fahrkartenkontrolle… aufgezeichnete Daten wurden mit meinem Patiententagebuch abgegelichen. Auch wenn vorher jeder geschworen hat, dass ich einen solchen Wechsel – nicht nur von Karussell zu Karussell sondern sogar zur nächsten Kirmes nicht überleben würde, haben die Daten gezeigt, dasss es am wichtigsten war die Achterbahn zu verlassen. Auch wenn mein Herz immer noch zu schnell schlägt, es stolpert nicht mehr. Ein Schritt nach vorne. Natürlich reicht das nicht für ein wirkliches Leben, aber es ist ein Anfang. Mit dieser Aussicht haben mich die Ärzte weiter fahren lassen, allerdings auch mit Auflagen. Bis zur nächsten Kontolle muss ich das Karussell einmal verlassen. Ganz! Nur ich, für mich, keine Verantwortung, keine Verpflichtung, keiner, der meine Zeit beansprucht. Nicht für ein paar Stunden, sondern für mindestens eine Woche. Wenn mir das nicht gelingt, dann musss ich damit rechnen, ganz aus dem Geschäft zu fliegen, vielleicht zu überleben, aber ohne jede Aussicht auf Leistungsfähigkeit, Teilhabe am Arbeitsleben und mehr. Ein Herz kann nur begrenzt zum Schlagen gezwungen werden und mit jeder Wiederbelebung erleidet es nicht gut zu machenden Schaden.

Soweit die Vorgeschichte- was hat das mit Ingelore oder Elisabeth zu tun? Fragt ihr euch vielleicht. Warum machen diese 7 Tage so einen gravierenden Unterschied? Das habe ich mich gefragt. Hier die ersten Schritte zur Lösung:

Damit ich eine Woche nur für mich hinbekomme, habe ich 9 Nächte Hamburg geplant, 2 Tage mehr, schließlich ist Auto fahren keine Erholung. Ich liebe Hamburg, die Menschen, die Nähe zum Meer, die Elbe und alles was dazu gehört. Hier habe ich Familie und Freunde, die sich zwar freuen, wenn sie mich sehen, aber in keiner Weise auf mich angewiesen sind bzw. die selber in so einer gesundheitlichen Zwickmühle stecken. Also alles kann, nichts muss! Damit das so bleibt buche ich für kleines Geld statt mich bei jemandem einzunisten – Kettenkarussell fahren ist teuer (von der Achterbahn mal ganz zu schweigen) – ein Zimmer über Airbnb am Stadtrand und lege mich vorher nicht fest was ich mache, mit wem oder wo… naja mit einer klitzekleinen Ausnahme – meine Leidenschaft Musical bedingt eine Karte und die wird im Vorfeld organisiert. 

Und so mache ich mich auf den Weg – wohl durchdacht und geplant mit der üblichen Verspätung, weil ja doch etwas dazwischenkommt.  Kurz vor der Wohnungsübergabe meldet sich ein verstopftes Rohr und die Küche möchte nicht überschwemmt werden. Aber schlussendlich kann ich mich ruhigen Gewissens auf den Weg machen. Knapp 400 Kilometer gen Norden, Radio an, weil wo sonst, wenn nicht im Auto höre ich Nachrichten?  Kilometer fressen ist angesagt, schließlich muss Tinka ja mal durchgepustet werden und leicht angespanntes Fahren. So verbringe ich die Zeit – kurz vor dem Karmener Kreuz meldet mein Navi, ich sollte die A1 verlassen und Münster großräumig umfahren. Stimmt habe ich eben im Radio gehört, ein LKW Unfall verursacht gut 90 Minuten Verzögerung. Braucht kein Mensch, also Wechsel ich auf die A2 und mein Navi verkürzt um glatte 30 Minuten. Puh, wieder nah am Plan.

Klopf klopf… was ist? Klopf klopf… was willst du? Denk mal nach…. früher… als du noch jeden Tag knapp 100 Kilometer gefahren bist… Ja und? Was hast du da immer gemacht? Was hast Du gesagt? …. das war in einem anderen Leben! Na gut ist gerade 8 Jahre her oder 9…. der Weg war Entspannung. Also was willst du, du blöde innere Stimme? 

Ingelore! Meine Rolle im Theater im Mai! Frühere Opern(Chor) Sängerin – das Singen war ihr Leben! Aber nach einer Kehlkopfentzündung war es nicht mehr das selbe. Ja, meldet sich mein Alter-Ego… das Singen war Teil deines Lebenstraum… so wie das Tanzen und Schauspielern. Okay tanzen schafft dein Herz nicht mehr, Singen geht nach der Kehlkopfentzündung im echten Leben nicht mehr… aber du sitzt im Auto! Keiner hört dich, so wie früher auf dem Weg zur Arbeit oder nachhause. Also sing! Hier hört keiner wenn die Töne abbrechen, hier bist du allein wenn du dich auslachen musst! Hier brauchst du nicht die eingebildeten Marotten von Ingelore, deiner Bühnenfigur, sondern bist einfach für dich! Okay Gewonnen, ich wechsel von Radio auf CD und schmetter als ginge es um mein Leben. Und das tut es auch! Mit jedem Song, den ich singe kommt eine Erinnerung – an Fehler die ich gemacht habe, an eine Liebe die ich verloren habe, an ein gebrochenes Herz, aber auch an die unendliche Liebe zu meinem Kind, die unverbrüchliche Treue meiner Mama, das unglaubliche Glück in diesem Leben aus jeder Situation gestärkt hervorgegangen zu sein – Lebensfähiger! Besser in der Lage, das Gute im Leben zu sehen. Ich breche ab, wo meine Stimme nicht mehr reicht, die zusätzliche Erkältung Töne unterschlägt, aber ich singe, fühle und erlebe! Lebe wirklich mit allem für und wider. Selbst der Idiot, der meint aus zwei Spuren drei machen zu müssen, weil er ein Zweirad überholt und mich knapp hinter ihm nicht sieht, kann mich nur kurz aus dem Gleichgewicht bringen. Danke Ingelore, dass Du mich erinnert hast, was Singen bedeuten kann.

Plötzlich sind die Kilometer keine Qual mehr, nein es macht Spaß, die Zeit fliegt dahin und der Weg wird wieder zum Ziel. So wie früher, auf dem Weg zur Arbeit oder quer durch Deutschland einem Urlaub entgegen (damals meist am Segelflugplatz) Bilder meiner ersten großen Liebe stehen mir vor Augen, Bilder des ersten großen Herzschmerz…. des zweiten… und da komme ich von Ingelore zu Elisabeth… vielleicht nicht unbedingt genau heute (vielleicht auch doch) sagt dieser eine bekannte Musical Song alles aus, was für mich und wahrscheinlich viele Frauen gilt! Schon zu Beginn bohren sich die Sätze in meinen Kopf und mit jedem weiteren Stück Text legen sich die Puzzleteile zusammen. Das muss ich hier nicht schreiben, dass kann sich jeder anhören. Danke Elisabeth, mit diesem Lied ist so vieles gesagt – über betrogen sein, über wie man eine Frau halten kann, aber eben hauptsächlich das sie sich immer noch selbst gehört. 

Ich bin am Anfang der „nur für mich“ Woche, aber ich habe auf diesem allerersten Schritt schon viel gelernt! Ich bin nicht mal im Ansatz bei „ich bin in der WG angekommen, um den See und an der Elbe spazieren gegangen und habe in der Dorfkneipe eigentlich nur ein ortstypisches Bier trinken wollen“ – aber warum 7 Tage einen so großen Unterschied machen können, das habe ich heute gelernt! Und das ich mehr als nur überleben möchte! Ich möchte da sein für die Menschen, die mich zu schätzen wissen, aber ich möchte darüberhinaus jeden Moment, auch den Weg, mit Qualität erfüllen, Qualität die mir Kraft gibt!

Liebe Hundehalter

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Hund, im Gegenteil meistens finde ich sie toll, aber es gibt eben Ausnahmen. Und selbst da neige ich dazu, die Hundeschule erstmal nicht als Mittel zur Hundeerziehung, sondern zur Hundehalter-Erziehung zu sehen! Oder anders ausgedrückt – das Problem ist an der Zwei-Beinigen Seite der Leine zu suchen….
Auf dem Heimweg vom Büro habe ich heute einige Beiträge zum Thema Hund gehört… Passend zum Welt-Hundetag, der genau genommen seit einer guten Stunde vorbei ist. Da ich mal wieder nicht schlafen kann nutze ich die Gelegenheit eines meiner jüngsten Erlebnisse passend zum Thema zu teilen:
Letzten Freitag war ich mit meiner Mama im ortsansässigen Baumarkt unterwegs. Ein Genuss-Bummel, da wir beide einen wirklich guten Tag hatten! Die Gelegenheit haben wir genutzt uns mit dem einzudecken, was man braucht um Garten und Balkon winterfest zu machen. Und mit dem ein oder anderen hübschen Dekozeugs, an dem wir gemeinsam selten vorbei gehen können. Damit Mama nicht unnötig ihre Puste verbrauchen muss, bin ich erstmal alleine an der Herbstdeko vorbei geschlendert und kurz vor meinem Ziel kläfft mich etwas von links unten an und sprintet auf mich zu. Am Ende der Leine hing eine ältere Dame, die sich völlig uninteressiert in eine andere Richtung drehte und es mir überließ dem zerrenden und geifernden Tier auszuweichen.
Was ich sicher gemacht hätte, wenn nicht mein Herz mit dem Schlagen ausgesetzt hätte. Das ist mein Körper mittlerweile ja leider gewohnt und schaltet in dem Moment erstmal alles ab, bis der Muskel mit einem kräftigen Krampf wieder los legt. Wer mich nicht kennt, merkt davon eher nichts, was meistens ein Segen ist, mich aber in anderen Momenten echt ärgert, weil es so gedankenlose Menschen, wie diese Hundehalterin, davor bewahrt mal ernsthaft über die Folgen ihrer Hundeerziehung nachzudenken.
Nachdem ich mich wieder regen konnte habe ich natürlich einen sehr großen Bogen geschlagen, was gar nicht so leicht war, da die Dame offensichtlich gerne immer wieder neben uns auftauchte. Mit dem netten Bummel und dem guten Tag war es leider vorbei, da mich den Rest des Tages die Schmerzen in der Brust gequält haben und meine Tagesplanung im Eimer war – sorry Jörg ich hätte wirklich gerne richtig Geburtstag mit Dir gefeiert!

Im Nachhinein frage ich mich, ob es etwas geändert hätte, wenn ich mit der Frau geredet hätte. Ob sie wohl verstehen würde, dass diese feindseligen Kläff-Attacken einen Menschen mit angeschlagenem Herzen letztendlich sogar umbringen können? Ich glaube es war besser es nicht zu tun, weil ich sicher nicht rational und vernünftig mit ihr geredet hätte. Und ich muss zugeben, so wie sie sich in Folge mit dem Hund diversen anderen Besuchern in den Weg gestellt hat, machte es auf uns auch nicht den Eindruck, als ob es sie interessiert hätte. Aber mich in jedem Fall noch mehr aufgeregt.

Hund die bellen beißen nicht… Sagt man zumindest(auch da habe ich leider andere Erfahrungen gemacht).  Aber was man in keinem Fall sieht, ist was so eine Situation innerlich anrichtet. Es muss ja nicht direkt das angeschlagene Herz sein, aber es gibt genug Menschen mit Angst vor Hunden!

Deshalb, liebe Hundehalter, denkt nach ob ihr Eure Liebling unbedingt überall mithin nehmen müsst, ihr Benehmen einfach ignorieren könnt oder vielleicht doch mal gemeinsam lernt wie Hund und Besitzer als Team ‚geschäftsfähiger‘ werden können.