Einmal Prinz-essin zu sein

Das Stadtprinzenpaar 2018/2019 wird Inthronisiert

In Velbert haben wir traditionell ein Prinzenpaar. Und nur wenn sich kein Paar findet, kann es auch mal ein Prinz oder eine Prinzessin alleine sein. Bewerben kann sich im Prinzip jeder, hilfreich ist es aber einen Verein im Rücken zu haben, der einen unterstützt und Erfahrung mit dem Brauchtum. Die Entscheidung für ein Prinzenpaar wird vom Festausschuss Velberter Karneval e.V. 1957 (FVK) getroffen, der als Vertreter aller angeschlossen Vereine etliche wichtige Aufgaben im Velbert Karneval wahrnimmt.

Da ich in der Session 2009/2010 die Ehre hatte meine Stadt als Prinzessin zu vertreten bezieht sich vieles im Folgenden auf meine eigenen Erfahrungen, aber ich denke in groben Zügen treffe ich damit auch das Erleben anderer närrischer Oberhäupter.

In diesem Jahr wird unsere Stadt von Dennis I. und Jessie I. repräsentiert. Ergänzt wird unsere närrische Führung durch das Kinderprinzenpaar Ruben I. und Marika I.

Schon Monate vor dem ersten Auftritt wird viel Arbeit, Liebe, Herzblut und Ideenreichtum in die vielfältigen Aufgaben gesteckt. Die Begleitung wird zusammen gestellt, Fahrer gesucht, Sponsoren gewonnen und eine Art Rahmen für die Auftritte erdacht.
Nach der Vorgabe unserer Stadt (rot-weiß) wird die Kleidung angefertigt oder angepasst. Eigene und traditionelle Vorstellungen bestimmen das Aussehen bei allen Veranstaltungen – das Ornat wird quasi zur 2. Haut in der Session. Und wir alle wissen, dass Prinzessin sein einer der größten Träume vieler Mädchen ist, da ist dies eine sehr wichtige Entscheidung.

Pins von Kinderprinzen Paaren

Pins von Kinderprinzen Paaren

Die zweite große Anschaffung sind die Orden – jedes Prinzenpaar hat seinen Eigenen, den es während der Session verleiht. Meist fließen Hobbies, Verein oder die Stadt in die Gestaltung mit ein und somit auch viel Persönlichkeit. Zusammen mit dem Orden wird der Prinzen-Pin entwickelt. In der Regel eine kleine Ausgabe des Orden, der während der zahlreichen Veranstaltungen gekauft werden kann.
Der Orden hingegen ist ein Verdienst und die Verleihung eine Ehre.

Pins von Prinzenpaaren

Pins von Prinzenpaaren

Auch wenn ich im Laufe der Jahre (gerade als ich selber Prinzessin war) einige Orden verliehen bekommen habe, so kann ich doch zu jedem die Geschichte erzählen. Die Verleihung ist eine karnevalistische Kern-Tradition, die mit einer Zeremonie einher geht. Vielleicht ist sie manchmal nicht ganz so feierlich wie eine Ordens-Verleihung des Staats z.B., aber ein Karnevalist nimmt sie ernst und empfängt einen Orden mit Stolz und Achtung.

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder - als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder – als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Vor der Session finden sich schon viele Termine in den Kalendern zu denen sich die designierten Prinzenpaare einfinden um Gespräche zu führen und weitere Sponsoren zu werben. Offiziell werden sie im Herbst im Rathaus durch den Bürgermeister der Presse und Öffentlichkeit vorgestellt.

Richtig los geht es als Prinzenpaar mit der Proklamation, die im Idealfall am oder nach dem 11.11. noch im November stattfindet. Die Veranstaltung kann von jedem besucht werden, Karten sind über den FVK erhältlich. Es gibt ein abendfüllendes Programm rund um die Haupt-Akts, dabei ist die Abfolge seit Jahren: Entthronisierung des Vorjahr-Kinderprinzenpaar, Inthronisierung des neuen Kinderprinzenpaar gefolgt von dem Geschehen um die Erwachsenen Paare.
Die Inthronisierung beginnt mit dem Einmarsch des Paares und viel Herzklopfen. Auf der Bühne leitet der Präsident des FVK durch das Programm und empfängt die Einmarschierenden. Die eigentliche Einführung ins Amt erfolgt aber durch den Bürgermeister oder seinen Stellvertreter. Er überreicht dem Prinz mit Zepter und Prinzenkette die Insignien der Macht. In Folge bekommt das närrische Volk einen Eindruck über das was in den nächsten Wochen mit dem Prinzenpaar zu erleben ist – die erste Rede erzählt einiges über das Paar, wird vielleicht getanzt oder gesungen, wie ist der Orden gestaltet? Noch eine Tradition sind die 11 Gebote des Paares – eigentlich haben Sie freie Hand, aber natürlich sollten sie mit dem Karneval zu tun haben. Im Laufe der Jahre sind hier wirklich viele schöne Ideen bei gewesen und bei Gelegenheit einen eigenen Artikel wert.

Im Januar und Februar ist das Paar viel unterwegs. Deutlich über hundert Auftritte kommen bis Aschermittwoch zusammen. So geht es unter anderem in befreundete Städte, zu Prinzentreffen, zu Sponsoren, in Krankenhäuser, Altenheime und Kindergärten. Jedes Prinzenpaar hat sicher seine ganz besonderen Ziele, die ihnen nahe gehen oder besonders viel Spaß machen. Aber allen liegt jeder einzelne Termin am Herzen. Im selbst gesetzten Rahmen wird für jede Veranstaltung nach etwas Besonderem gesucht – ein Verbindung zum Publikum. Am bekanntesten sind sicher die Auftritte im Forum zu den großen Sitzungen und schon alleine auf Grund des großen Publikum ist die Nervosität oder Aufregung hier häufig etwas höher.
In der Vorbereitung wird überlegt, was einen mit diesem Verein besonders verbindet um die Rede zu gestalten, wie man sich mit Worten und guter Stimmung für die Einladung bedanken kann, was gerade zu dieser Veranstaltung passt. Man weiß genau hier sitzen viele Karnevalisten, die diese persönliche Note wahrnehmen, gleichzeitig aber auch viele Zuschauer, die der Tradition nicht so verbunden sind und daher besonders gewonnen werden sollen. Häufig fallen bei der Ansage so Sätze wie „das Beste was der Velberter Karneval zu bieten hat“ und dem möchte das Paar selbstverständlich gerecht werden.

Die Zeit zwischen Proklamation und Altweiber ist sehr abwechslungsreich, manchmal turbulent und immer etwas ganz besonderes im Leben. Mit Altweiber beginnt die heiße Phase und der Höhepunkt der 5. Jahreszeit – in diesem Jahr ist es morgen soweit und ich wünsche unseren beiden Prinzenpaaren alles was man ihnen nur Wünschen kann: eine stabile Stimme, liebenswerte Narren auf ihrem Weg, trockenes Wetter, lustige Begegnungen, gute Fahrten, einen bunten Strauß toller Erinnerungen und und und….

… ein dreifaches Velbert Tüpp Tüpp Helau!

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Entschleunigen in Puerto del Carmen

Was für ein Hallo! Um 8:30 mischen vier verrückte Ladies die Anlage auf. Aber die anderen Gäste nehmen unsere Wiedersehen Freude gelassen. Schnell sind die Betten und Schränke zugeordnet, die Anlage inspiziert und die ersten Dinge ausgepackt. Jetzt heißt es umziehen und den Hunger stillen, der uns alle erfasst hat.

Gemeinsam gehen wir zur Promenade, halten einen kleinen Quatsch mit dem Werber des Fischrestaurants auf halbem Weg und schlendern von Bar zu Restaurant zu Bar… Priorität für heute ist zwar satt werden, aber eigentlich auch auf spanische Art. Der freundlich Engländer hat keine Chance uns sein Angebot zu verkaufen. Aber er landet auf der List „Frühstück möglich“.

Auf eine schöne Woche

Wir schlagen das „Las Vegas“ aus, ignorieren den verlockenden Inder, ziehen Terri fort vom Japaner und landen bei einem eher unscheinbaren Spanier. Auf leicht erhöhtem Niveau erhaschen wir sogar einen Blick auf das Meer, welches sich auf diesem Abschnitt meist hinter der Bebauung versteckt. Die Karte bietet allerlei Köstlichkeiten und neben Tapas, Fisch und Fleisch auch Pizza und Pasta. Hier sollte also jeder etwas finden. Ausgehungert stürzen wir uns auf ein paar geteilte Tapas und für ein Foto der Köstlichkeiten reagiere ich zu spät. Alle 5 Schälchen sind ratzeputz leer. Fleischbällchen in Tomatensoße, Gambas in Knoblauch Öl, Chorizo in Weinsosse, Fischkroketten und Knoblauchbrot mit Käse versprechen einen gigantisch leckeren Hauptgang. Nur das Entscheiden fällt schwer. Terri und ich werden teilen, so gibt es s mehr zum probieren – die Paella ist perfekt, die Muscheln in Marinade köstlich und auch die Canary Potatos sind lecker. Die typischen Soßen dazu begeistern mich, Eves Geschmack treffen sie nicht ganz, aber ihr Tunfisch-Steak überzeugt voll und ganz. Auch Clare’s Salat des Hauses (Meeresfrüchte und frischer Fisch) ist nicht nur umfangreich, sondern lecker.

Köstlicher Hauptgang

Satt und zufrieden genießen wir das Abendleben um uns und beruhigen unseren bald platzenden Magen mit einem Carajillo (1 geteilt durch 3 reicht völlig). Ein köstlicher und preislich überzeugender Auftakt bei El Drago, den ich wärmstens empfehlen kann. Zurück im Club Maritima genehmigen wir uns noch einen Absacker und ein ausgedehntes Schwätzchen.

Blick auf den Hafen und Markt

Unser Frühstück ist durch und durch Englisch, wir halten unsere Zusage ein und gehen zu Shauna’s Bar. Hier bekommen wir auch ein paar Tips zur Tagesplanung. Der Begrüßungstreff im Club bereichert unser Wissen es steht fest, wir werden keine Langeweile haben. Ein Taxi bringt uns im Anschluss zum Hafen ganz im Süden des Orts. Hier ist heute Markt und wir stöbern ein wenig. Leider ist alles sehr auf Tourismus ausgerichtet und ich schaue umsonst nach typischen Marktständen mit Gewürzen oder anderen Köstlichkeiten. Immerhin entdecke ich eine kleine Lederwerkstatt, in der typische dreibeinige Hocker geschlagen werden (zu groß für mein Gepäck) und finde einen Verkäufer für die Keramik-Kacheln, die hier überall zur Beschriftung eingesetzt werden. In Ermanglung einer eigenen Finca die ausgeschildert werden muss, entscheide ich mich meinen ersten Magneten dieser Kunst zu widmen. Überflüssig zu erwähnen, dass wir jetzt alle Schuhe im Partnerlook haben 😂

Blick auf die Bucht

Kulinarische Meile oberhalb des HafensLangsam erklimmen wir die Klippe im Norden und quälen Terri mit schwierigem Gelände, aber der Blick unterwegs und oben ist es wert und wir genießen (etwas überteuert) einen Cocktail mit Aussicht (Restaurant Puerto Bahia). Die uns umgebenden Fischrestaurants bieten eine verlockende Fülle an Gerichten, für die gerade der fangfrische Fisch angeliefert wird. Ich hoffe hierher führt es uns noch einmal mit leerem Magen! Ein bisschen schlendern wir noch, dann reicht es für heute und ein Taxi bringt uns zurück.

Cocktails mit Aussicht

On the road

Pool time und Sonnenbaden runden unseren ersten Tag ab und wir entscheiden uns heute hier zu essen. Steaks für die Corby Ladies und Fisch für mich. Leider beschert mir die Happy Hour am späten Nachmittag nicht nur einen köstlichen Pastis, sondern auch einen heftigen Herzstolperer, so dass ich mich unmittelbar nach dem Essen verabschiede und 12 Stunden Schlaf an diesen Tag Anhänge….

Pool Time

Happy Hour

So lässt es sich leben

Britische Gegensätze

Rockingham Castle - Corby 2018

Nachdem mein Sohnemann das Osterwochenende seinem Studium gewidmet hat, habe ich mir einen riesen Berg Büroarbeit vornehmen wollen. Aber irgendwie kam es dann ganz anders. Mittwoch Nachmittag habe ich nervös zuhause gesessen und gewartet: Meine Freundin liegt unter dem Messer mit einer ziemlich einschüchternden Erwartung der Ärzte. 4 Stunden OP und danach dauert es weitere Stunden bis endlich die erlösende Nachricht kommt, dass sie aufwacht. Mindestens ein dutzend Mal wünsche ich mir, ich wäre einmal unvernünftig gewesen und hätte mich am Morgen in den Flieger gesetzt um vor Ort zu sein.
Wen wundert es da, dass ich nicht nein sagen kann, als plötzlich das Angebot auftaucht, doch mal für 3 Tage über Ostern hinzufahren… ein Tag bleibt meinem Schreibtisch und der Wohnung vorbehalten, aber in der Nacht auf Samstag geht es los nach Corby.

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

Alleine Terris Gesicht, als wir plötzlich in ihrem Zimmer stehen, ist den ganzen Aufwand wert! Es fühlt sich toll an, jemanden glücklich zu machen, der sich immer bedingungslos für andere einsetzt.
Allerdings war es auch ein kleiner Schock. Auch wenn es nach meinem letzten Post wie ein Sprung in einer Schallplatte klingt: wir können einfach mal dankbar sein! Das „Zimmer“ ist quasi ein Durchgang, in dem 12 Patientinnen liegen! Kein Fenster, eine Toilette, permanent klingelt jemand und es herrscht dicke Luft. Jetzt verstehe ich, dass Terri trotz Schmerzen schon nach 3 Tagen unbedingt hier weg muss und ich verkneife mir jede Bemerkung über das Risiko.

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

Immerhin kommen wir so in den Genuss, sie länger zu sehen als erwartet. Statt einem „Stündchen zu Besuch“, warten wir deutlich länger bis alles geregelt ist und ich kann meinen Medizin neugierigen Blick ein wenig hinter die Kulissen schweifen lassen. Schließlich landen wir am späten Nachmittag wieder in Corby und nach einem schnellen Abendessen im Samuel Lloyd auch bald im Bett, da wir in den letzten 36 Stunden gerade mal ein knappes Stündchen am Straßenrand stehend geschlafen haben.

Ostersonntag gehen wir gemütlich an und cruisen ein wenig durch die Gegend. Wieder einmal stellen wir fest, dass es hier noch viel zu sehen gibt und treffen schließlich in Gretton auf Clare und ihren Geburtstag-Trunkenen Bruder Harry, der eigentlich gerade ein Fußball-Spiel bestreiten sollte… der Besuch bei Terri ist heute wirklich auf ein gutes Stündchen beschränkt, da sie sehr von Schmerzen und Müdigkeit geplagt wird. Aber diese Stunde genießen wir. Uwe kann ein wenig mit Mick plaudern, wir Mädels von unserem Urlaub im Herbst träumen und nebenbei ein wenig über Cricket lernen. Ich glaube einen neuen Freund haben wir auch – Piper, der herzensgute und riesige Hund der Familie. Clare füttert uns noch ein wenig mit Informationen zum Rockingham Castle und schließlich machen wir uns auf, um diese Jahre alte Lücke zu schließen.

Bisher war Rockingham Castle nicht zugänglich wenn wir in Corby waren, aber heute endlich hat es gepasst. Und sich gelohnt! Hier haben wir nun den absoluten Gegensatz zu unserem Krankenhaus Erlebnis.

Rockingham Castle - Corby 2018

Rockingham Castle – Corby 2018

Rockingham Castle - Corby 2018

Rockingham Castle – Corby 2018

Das Schloss ist noch von der Familie bewohnt und somit sind etliche Bereiche nicht zugänglich. Fotografieren ist Innen leider auch nicht erlaubt. Gerne hätte ich ein paar Details geteilt. Wenn man zB das Haus am Eaton Place gesehen hat, so kommen etliche „Aha“ Gedanken hoch, wenn man die verkabelte Klingel-Anlage sieht, oder den Chief Butler Raum. Die Küche ist mit Liebe zu Details eingerichtet und die Vorstellung, dass es hier gleich ein Festessen gibt fällt leicht. Neben dem üblichen Gemälde und Antiquitäten Sammelsurium finden sich immer wieder Fotos der aktuellen Bewohner, was der ganzen Sache einen interessanten Touch gibt.
In jedem Raum steht jemand, der gerne Fragen beantwortet. Und eigentlich brauchen wir gar keine stellen, jeder kommt zu uns, um uns auf die Besonderheiten aufmerksam zu machen. Irgendwie fällt man hier als Deutscher auf. So kennen wir am Ende einige Geschichten und Zusammenhänge, die uns sonst vielleicht verborgen geblieben wären.

Zum Abschluss schauen wir uns die Gärten an – leider ist es zu dieser Jahreszeit nur zu erahnen, welche Rosenpracht sich hier entfaltet, noch schmücken nur ein paar Osterglocken und Primeln die Anlage. Ganz klar, hier muss ich nochmal zu einer günstigeren Jahreszeit hin! Nicht, dass ich wirklich neue Gründe bräuchte um nach Corby zu fahren, aber diesen füge ich glatt hinzu 😉

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Freundschaft

Title friendship 2018

Corby im März ist für mich meist mehr als Karneval. Es sind auch ein paar Urlaubstage mit lieben Freunden. Seit 10 Jahren fahre ich jetzt mindestens einmal im Jahr nach Corby und betreue unsere Gäste zu Karneval hier in Velbert. Aber während unser Karneval und der Sommerbesuch gefüllt sind mit Terminen und der Organisation für eine große Gruppe, gibt es im März nur ein kleines Programm. Außerdem bin ich oft alleine, maximal mit einer Handvoll Leuten unterwegs, da bleibt viel mehr Raum für Gespräche und Wünsche, was man machen möchte.

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Am Flugplatz Birmingham

Dieses Jahr hat mir das Wochenende besonders viel bedeutet, da meine Freundin Terri nicht zu unserem Karneval kommen konnte. Also gab es für uns besonders viel zu bereden und wir haben uns am Donnerstag nach der Generalprobe ein gemütliches Essen beim Inder gegönnt. Der Freitag dagegen war komplett durchgestaltet, schließlich waren wir wegen der Selection- and Crowning Night da. „Wir“ waren in diesem Jahr Uwe und ich. Nach unsere Trennung im letzten Jahr hat es mir ziemliche Bauchschmerzen gemacht, ob es eine gute Idee ist, diese Tour mit ihm alleine zu machen, aber es hat sich einfach ergeben, da sonst keiner mit konnte und es ja schließlich auch seine Freunde sind. Und die Engländer haben sich gefreut uns Beide mal wieder für sich zu haben.

Samstag gab es zwar ein Rahmenprogramm, aber wir hatten die Möglichkeit uns immer mal auszuklinken. Da Uwe, bedingt durch einen Autounfall, immer noch angeschlagen war, hat er sich die meiste Zeit mit Graeme und Doughi gemütlich zurückgezogen, während ich Terri begleitet habe. Das frisch gewählte Court hatte die erste Aufgabe zur Teambildung zu leisten. Nach einer einführenden Ansprache von Terri über die Pflichten, Erwartungen und Regeln, die die Mädels im folgenden Jahr erwarten, geht es los zum shoppen. Keine leichte Aufgabe. 6 Mädchen mit unterschiedlichen Geschmäckern, Größen und Formen müssen sich auf ein gemeinsames Outfit einigen. Egal ob Kleidung, Handtasche oder Schuhe, alles muss zusammen gehören. Nur kleine Abweichungen zwischen Senior und Junior Court sind erlaubt. Die große Event-Robe wird in jedem Jahr von Terri vorgegeben und gemeinsam mit Bonnie auf den Leib geschneidert (so dass es bei einigen noch mitwachsen kann!), aber die Tageskleidung wird jetzt ausgesucht – einmal mit Hose und einmal mit Kleid oder Rock.
Ich gönne mir eine kleine Auszeit und erledige meinen eigenen Einkauf, der in ein paar Hosen, Schuhen und einem Pullover besteht. Zum guten Schluss kommt noch ein Koffer dazu, den ich allerdings mit allem was ich nicht brauche (wie zum Beispiel all meinen Haargummis) bis Juli  bei Terri parken werde, damit er im Bus nachhause fahren kann.
Als ich fertig bin, ziehen die Mädchen gerade in die Umkleide ein. Für mich die Gelegenheit eine völlig neue Erfahrung zu machen. Eines der Mädchen hat körperliche Einschränkungen, so dass sie Hilfe benötigt und ich fühle mich ehrlich gesagt geehrt, dass sie mir ihr Vertrauen schenkt und mich helfen lässt. Aus meinem eigenen Leben kenne ich die Mühsal, wenn etwas nicht so leicht von der Hand geht. Ich werde die Zeit, als mein Herz unter 20% Leistung lag, nie vergessen, selbst Schuhe anziehen war damals eine Höchstleistung. Aber das alles erscheint mir heute nichts im Vergleich dazu, was Katie jeden Tag leistet wenn sie etwas tut, an das wir in der Regel keinen Gedanken verschwenden: sich anziehen! Aber gemeinsam bekommen wir das hin und ich bin ehrlich begeistert, von dem, was die Girls ausgesucht haben. Zumindest das komplette Hosen-Outfit inklusive Jacke steht. Das Kleid muss auf den nächsten Laden warten, da im Aktuellen die Möglichkeiten einfach zu begrenzt sind heute.
Gemeinsam mit den Herren machen wir eine Imbiss-Pause und genießen die obligatorischen Fish & Chips. Gut ich lasse die Chips weg, weil ich weiß, was mich am Abend erwartet, aber den Fisch liebe ich. Meine erste Wahl Haggis ist leider gerade ausverkauft.

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Gemütlich im Sondes Arms

Für Uwe und mich geht es jetzt zurück ins Hotel, während Doughi zur Arbeit muss, Terri noch Kleider mit den Mädchen kauft und Graeme das selbe macht, wie wir – einen kleines Schläfchen.

Am Abend sind wir im kleinen, wirklich historisch wertvollen Örtchen Rockingham zum Essen. Das Sondes Arms ist ein wunderschönes Restaurant mit vielen Ecken und Nischen und sehr gut besucht. Das Essen verrät uns warum. Einmal mehr fragen wir uns, warum es immer heißt, englisches Essen wäre schlecht. Natürlich gibt es Unterschiede und nicht alles würde mich begeistern, aber das gilt auch für deutsches, französisches oder italienisches Essen. Das Essen heute ist einfach mega und das Ambiente dazu macht den Abend ganz besonders. Dazu kommt die unbezahlbare Zeit mit den anderen.

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Durchprobiert – Lecker!

Wir ziehen das gemütliche Beisammensein soweit es geht in die Länge und quatschen über Gott und die Welt. Diese Abende sind es, die ich liebe – in aller Ruhe mit Freunden Meinungen und Ideen austauschen.

Gegen 23 Uhr brechen wir schließlich auf, da wir Doughi noch an seiner heutigen Arbeitsstätte besuchen wollen.
Als wir den Pub erreichen, ist sicher nicht nur mein Tinnitus dankbar, dass die Disco-Zeit zu Ende ist und wir genau zur Last Order ankommen. Noch bin ich etwas erstaunt, dass an einem Samstag, trotz gelockerter Gesetze schon vor Mitternacht hier Ende ist, aber ich habe dies kaum ausgesprochen, als uns ein Entertainment der besonderen Art beweist, dass es seinen Sinn hat. Hinter uns setzt Gezeter ein und es fliegen Gläser. Am Ende des Abends erlebe ich tatsächlich meine erste Kneipenschlägerei und ich weiß nicht, ob ich die Mitarbeiter des Pubs für ihre Ruhe bewundern oder sie als abgestumpft und desinteressiert abstempeln soll. Die Polizei kommt – wie sollte es anders sein – genau in dem Moment, wo die Verursacher in ein Taxi steigen und verschwinden. Immerhin darf ich mal wieder mit einem englischen Polizisten reden und wir alle haben noch am nächsten Tag reichlich Gesprächsstoff. Unser Abend wäre so oder so jetzt beendet gewesen.

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Abschieds-Treffen im Hotel

Sonntag trifft sich dann alles nochmals im Hotel um uns zu verabschieden. Während die Familien einfallen um den Muttertag zu feiern, ziehen wir die Zeit soweit es geht und schauen zurück und planen nach vorne, aber schließlich ruft Arbeit, Abflugzeit oder Familie und wir machen uns auf den Heimweg.

Was meine Bauchschmerzen angeht, so haben sich diese auf mein Zwacken durch die Gallensteine beschränkt und waren im Bezug auf den „Ex“ überflüssig. Egal ob unterwegs mit Freunden oder alleine im Hotel, es war harmonisch, friedlich und unterhaltsam. Wir haben es geschafft die Dinge, die uns schon vor unserer Beziehung verbunden haben zu pflegen, das ein oder andere Missverständnis zu bereden/neu zu beleuchten und es ein rund um schönes Wochenende werden lassen. Und ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich mutmaße, dass es meine harmonischste Scheidung werden könnte und wir weiter gemeinsam unser Hobby Großbritannien leben können, wenn wir diesen Level erhalten, pflegen und damit eine neue freundschaftliche Basis schaffen.

Sitzungskarneval

In Velbert gibt es einige Karnevals-Vereine und jeder diese Vereine bereichert unser Leben auf besondere Art. Wir alle pflegen gemeinsam das Brauchtum und geben unsere Note dazu. Das 10. Gebot unseres amtierenden Prinzenpaar lautet:
Den Kindern unserer Stadt ist das Brauchtum Karneval wieder ans Herz zu legen, hierzu sind alle Erwachsenen und aktive Karnevalisten aufgefordert Aufklärung zu leisten, damit das Brauchtum Karneval nicht untergeht.
Und der Appell am Ende der Rede unserer Prinzessin „lasst uns das Brauchtum Karneval erhalten“ spricht allen Karnevalisten, die ich kenne, aus der Seele!
Das Schöne ist, dass wir trotzdem alle anders sind dabei. Wir sind bunt, vielfältig und teilweise eigen. Aber genau das macht es aus und findet sich auch im diesjährigen Motto wieder: In Velbert, ganz klar ist Karneval für alle da.

Im Gefolge von Manuel I. Und Sandra I. hatte ich in dieser Woche das Vergnügen, gleich zwei der großen Velberter Sitzungen zu besuchen und sehr unterschiedliche Ansätze von zwei Vereinen erleben zu können.
2018-01-giesser-tanzAm Donnerstag waren wir auf der Sitzung der Nordstadtgießer Velbert e.V. und haben ein sehr exklusives Programm erlebt, welches viele Größen zB. aus Köln zu uns nach Velbert gebracht hat. Ein buntes Programm mit erstklassigen Komödianten – fachlich richtig Büttenrednern – Garden und Musikern, aber auch kurzweiliger Unterhaltung made in Velbert! Das es ein völlig unerwartetes Ende gab, hat dem Vergnügen nicht wirklich geschadet, aber eine kleine Abkürzung geschaffen, die neben dem eigentlichen Genuß in der Presse Beachtung fand.
Am Samstagabend dann stand die Kostümsitzung der KG Grün-Weiß Langenhorst e.V. auf unserem Programm – der Heimatverein der Prinzenpaare und somit mit etwas mehr Zeit in dem vollen Terminplan berücksichtigt.
Für diesen Verein ist es Tradition viele Teile mit „Eigengewächsen“ zu gestalten und dem Publikum Freude durch tolle, rasante, bunte und abwechslungsreiche Tanzdarbietungen zu bereiten. Kurz möchte ich einschieben, dass hier meine Ursprünge im aktiven Karneval liegen und ich als Kind Teil dieser Familie war. Nie werde ich meine Zeit als Schlumpf oder den Song „ich hab noch einen Koffer in Berlin“ vergessen. Einige meiner damaligen Garde und Showtanz Kollegen sehe ich heute auf der Bühne und ich bin beeindruckt von der Kraft und dem Ausdruck, die in jedem Schritt stecken.

Ein großes Anliegen für uns alle war es am Samstag die Eröffnungsshow zu sehen. Offiziell war das Prinzenpaar noch nicht einmarschiert, also haben wir im „Gepäcknetz“ – der Empore – gestanden und die wiedereinmal packende Vorstellung verfolgt.
Von langer Hand geplant, mit dem Thema „Helden der Kindheit“ hat der Präsident seine Worte an das Publikum gerichtet… im Kostüm von Grisu… der kleine Drache, der unbedingt Feuerwehrmann werden möchte! An sich schon grandios, hatte es natürlich eine besondere Note für alle unter uns, die wenige Tage zuvor das Ende des Gießer-Ball erlebt haben, der ja genau diese Berufsgruppe auf den Plan gerufen hat.
197x-pippiIn Folge wurde dies aber übertroffen von so vielen Helden und Vorbildern, die in den letzten Generationen prägend waren! Es gibt einfach nicht die richtigen Wort für mich um dies ansatzweise zu beschreiben…. es war grandios!
Und zu meinem persönlichen Glück war meine Heldin dabei! Sommersprossen, ein wenig frech und rote Harre – nicht nur eine, sondern eine vielfache, mitreißende Pippi Langstrumpf tanzte über die Bühne.2018-01-gwl-pippi
Wie es Tradition ist, waren alle Generationen dabei und es tanzten Sportler, Feen, das A-Team, Nannys und mehr über die Bühne. So begeisternd und mitreißend, dass ich es nicht alles erfassen konnte und nur bruchstückhaft wiedergeben kann. Eigentlich kann ich nur allen ans Herz legen, beim nächsten Mal dabei zu sein!
2018-01-gwl-alleWährend ich meine ehemaligen Vereinsmitglieder tanzen sehe, schleicht sich zu der Begeisterung auch ein bisschen Wehmut in mein Herz und ich bin dankbar, dass ich nur im verborgenen eine Träne aus dem Augenwinkel wischen muss, weil ich, selbst wenn ich wollte, nicht mehr Teil dieser kollektiven Leistung sein kann. Und mein Herz fliegt der ehemaligen „Kollegin“ zu, die in den letzten Monaten zurück treten musste und jetzt genauso wie ich „nur“ zuschauen kann. Um so mehr freut es mich, dass die Vereins-Familie im Anschluss genau hier Herzen verleiht und die Tänzer, die ausgefallen sind ehrt.
Bevor es für uns auf die Bühne geht genieße ich, dass ich sehen kann, wie im Saal begeistert gefeiert wird. Egal welcher Verein hier in Velbert, welcher Karnevalist oder Gast aus dem Norden und Süden – alle bejubeln diese Höchstleistungen und den kollektiven Geist Traditionen in die Zukunft zu tragen.

Was grandios und in einem Feuerwerk von Ideen und Farben begonnen hat, begleitet von einem Publikum in fantasievollen Kostümen, endet später am Abend in diesem „wir alle sind eins: Karnevalisten“-Gedanken … am Donnerstag hat ein Feueralarm das Ende einer wunderbaren Sitzung unterbrochen -> am Samstag lädt der Elferrat von Grün-Weiß Langenhorst e.V. die anwesenden Nordstadtgießer ein, sich zu Ihnen zu gesellen. Und so gipfelt der Abend in Musik, Stimmung und einem gemeinsamen finalen Ausmarsch.

About Friendship

Friendship is not about living close and seeing us each day. It’s about being there when it’s needed the most. Not physically maybe but in mind or by sending messages that make your day.

I’m a lucky person as I have such a friend – a best friend! I don’t want to say my life is dark at this time (to many good people around me that make it grey at least!). But in that grey times she did send me a bright light, something I can look out to. Something that gives me the feeling of 2018 will have a special touch that’s not combined with „first time without Mum“ (not that Mum always have been involved but at least I always shared it with her – this is so new in my life that I never shared it)

You will read about it, when it’s time for her special light in my tunnel. For today I just want to say thank you for such a friend and: to each of us – look out that you never forget about looking into the real signs of friendship instead of being blinded by people that easily say „yes“ to make you believe they are friends. Look into the truth that might be uncomfortable but helpful! Be kind to everybody but warm-hearted to the people that make you go a step forward in the best direction. That sometimes do not agree to what you did but gave you hints how to make it better. This is what friendship is about- help the person you love to develop!