Erinnerung ans Paradies

Paradies – Ich denke die meisten von uns haben da traumhafte Landschaften, Strände, Sonne und Meer im Sinn. Und ich würde lügen, wenn ich sagte es ist bei mir anders. Aber wenn ich heute vom Urlaub im Paradies schreibe, dann meine ich eigentlich noch mehr die Menschen und wie sie dort zusammen leben. Auch nach einem Jahr hat sich dieser Zauber von Mauritius nicht verflüchtigt. Eigentlich war ich schon soweit, den Post zu verwerfen, der da angefangen in meinen Entwürfen schlummerte, soviel kam in den letzten wenig paradiesischen Monaten dazwischen. Aber mit dem Wissen „heute vor einem Jahr warst Du da“ habe ich den Entwurf gelesen und vervollständigt in den letzten 3 Tagen, weil dieses Erlebnis einfach zu den Dingen gehört, die geteilt werden müssen.

Durch die Historie kommen auf Mauritius viele Kulturen zusammen und ich habe selten ein so friedliches und offenes Miteinander erlebt. Christen, Muslime, Hindus – Engländer, Franzosen, Inder und Chinesen um nur die größeren Gruppen zu nennen. Dazu gehört die Insel  zu Afrika, hat die Sklaverei erlebt und addiert auch hier kulturelle Hinterlassenschaften auf. Was wir erleben durften ist eine gelungene Mischung – im Vorfeld habe ich in einem Reiseführer gelesen, dass der Mauritier aus allen Kulturen das positive vereint und letztlich entspricht dies dem, was wir erlebt haben.
So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass ich gerne noch einmal in die Atmosphäre eintauche.

Und irgendwie weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll . Ich glaube jetzt zahlt es sich aus, dass ich schon unterwegs eine kleine Liste gemacht habe, was unbedingt erwähnt werden sollte, sonst würde ich mich in den vielen tollen Dingen verlieren.

Friedliche Menschen habe ich ja schon erwähnt. Aber irgendwie war es mehr als das, egal wo wir waren hatten wir nette Kontakte. In einem gewissen Maß erwartet man das vom Hotelpersonal oder von Verkäufern. Hier war es mehr! Auch wenn wir auf Märkten signalisierten, dass wir nichts kaufen, gab es nette Gespräche oder Tipps. Im Hotel waren es die kleinen persönlichen Fragen, am Strand konnten wir beobachten wie die Bewohner miteinander umgingen. Sicherlich ist der Eisverkäufer, der Uwe sein ersehntes Eis verkauft hat ein besonderes Highlight für mich, immerhin hat er mir trotz Protest ein geschenktes Eis in die Hand gedrückt und somit meine Diabetiker-Vernunft mit einem köstlichen Erlebnis besiegt. Aber auch sonst war man einfach überall willkommen.

Das Eis führt mich zum Essen – da wir hervorragendes Essen im Hotel hatten sind wir kaum unterwegs zum Genießen gekommen. Aber das, was wir dennoch probiert haben, war abwechslungsreich und köstlich. Die Mischung und Vielfalt durch die Kulturen hat einfach jeden Gaumen befriedigt. Wer hier nörgelt ist ein notorischer Miesmacher, der ohne Meckern nicht zufrieden ist! Es gab für den nicht so experimentier freudigen Gaumen alles von Pommes über Salat bis Pizza und Pasta. Aber eben auch indisch, Sushi, spanisch, französisch und gute cross over Küche. Und immer war es liebevoll angerichtet. Eines ist hier wirklich echt – wo scharf dran steht ist auch scharf drin! Um einmal auf ganz hohem Niveau zu jammern – um den Käse zum Wein musste sich Uwe abends echt sorgen. Nach diesen  14 Tagen hatten wir den Eindruck, dass Käse eine gut bewachte und seltene Delikatesse war.

Genau wie in den meisten Ländern, in denen das Leben draußen stattfindet, ist man auch hier immer von Katzen oder Hunden begleitet. Sie sind drahtig und tauchen meistens im Rudel auf. Aber sie werden nicht verjagt! Solange sie nicht zu aufdringlich werden, sind sie geduldete (Personal) und geachtete (Gäste) Bestandteile des Lebens.

Einen kleinen Wermutstropfen braucht ein solcher Urlaub wohl auch und so hatten wir für die Jahreszeit ungewöhnlich viel Wind, Regen und damit Abkühlung. Die meisten Einheimischen bestätigen uns, dass sie sich an keinen so schlechten Oktober/November erinnern können. So sind viele unserer Bilder nicht ganz die klassischen Traumaufnahmen, aber alles in allem kann auch dies den Zauber der Insel nicht übertünchen.

Das Schnorcheln bringt auch nicht das Mega-Erlebnis… leider ist in Küstennähe alles ziemlich tot, zwar erfahren wir später von einem Urlaubsbekannten, dass es tolle Tauchregionen gibt, aber ich selber darf nicht tauchen und auch Uwe hat es aus Zeitmangel leider nicht geschafft hierfür die Voraussetzungen zu schaffen. Also bringt mir dieser Urlaub im Zusammenhang mit der Natur den Folge-Wunsch in Ägypten zu schnorcheln. Hier soll es noch immer schöne Reviere geben und ich hoffe bald diesen neue entdeckten Sport einsetzten zu können.

Grundsätzlich finden wir aber viele Klischees beststätigt. So zum Beispiel: Mauritius, die Hochzeitsinsel – vor unserem Zimmer wird der Trauungs-Bereich aufgebaut und wir können auch am Abend Braut und Bräutigam in ihrer intimen Feier beobachten. Ganz romantisch werden die Beiden am Hotelstrand zum Dinner begrüßt und vom Personal verwöhnt. In einem darf ich sogar einspringen. Das Brautpaar mit den Füßen im Sand beim romantischen Dinner bekommt ein exklusives Foto-Shooting von mir. In Folge erklären die beiden Schweden mir zwei Tage später, warum sie ohne Familie und Freunde eine Trauungen fernab der Heimat gewählt haben.

Die Menschen auf Mauritius lieben ihre Insel und überwiegend zeigt sich das auch in der Sauberkeit. Verglichen mit vielen anderen Urlaubszielen, wirkt Mauritius immer gepflegt und sauber. Keine illegalen Müllkippen am Straßenrand und auch sonst finde ich nichts, was den Spaß an Strand, Landschaft und Gebäuden trübt – trotzdem habe ich zweimal mit Übelkeit zu kämpfen. Einmal in unserem Urlaubsort an den Fischständen und ein zweites Mal in den Markthallen von Port Louis…. ebenfalls in der Fischabteilung. Das liegt aber eher an unseren Hygiene Vorstellungen, als an unsauberer Arbeit, geschweige denn an zu altem Fisch!

Ein Reiseführer-Mythos findet sich nicht bestätigt – da heißt es, in den Hotels von Mauritius muss man keine Trinkgelder an den Einzelnen geben. In jedem Reiseführer haben wir gelesen, dass die Hotels Tipp-Boxen aufgestellt haben, damit die Trinkgelder auf alle verteilt werden. Schließlich leisten die weniger sichtbaren guten Geister genauso ihren Beitrag für einen vollkommen Urlaub. Dem Kellner oder dem Reinigungspersonal hat man ja schnell mal ein Trinkgeld gegeben. Aber den Koch, Techniker oder auch Gärtner kriegt man üblicherweise nicht so schnell zu Gesicht. Daher ist die Tipp-Box für alle ja eigentlich eine tolle Sache, nur gibt es sie in unserem Hotel nicht. Auf Nachfrage gibt es die Antwort „man könne einen verschlossenen Umschlag an der Rezeption abgeben“ – der würde dann irgendwo verbucht und der Gast bekommt eine Quittung. Fragt man allerdings das Personal, so weiß keiner von diesem Geld. Uns ist das zu suspekt und wir beginnen eben doch Trinkgelder an alle diejenigen zu vergeben, die uns die Tage besonders machen. An einem der letzten Abende kommen wir ins Gespräch mit einem unserer Kellner und können am Ende ausrechnen, was diese Trinkgelder für jeden einzelnen bedeuten. Letztlich sind die Gehälter so gering, dass schon ein kleines Trinkgeld von jedem Gast den Lebensunterhalt verdoppeln kann.

Nach zwei tollen Wochen geht es mit traumhaften Erinnerungen und einer neuen Bekanntschaft aus Hamburg wieder heim. Sowohl die Erinnerungen, als auch die Bekannte bereichern auch das Jahr 2017 und machen diese Erfahrung noch einmal wertvoller.

Mehr zu Mauritius…..
Anreise in zwei Teilen – Bis Dubai und ab Dubai
Ausflug in den Süden der Insel und zur Ile aux Cerf

Eine Queer-Beet Auswahl an Bildern:

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Ile aux Cerfs

Heute sind wir wieder mit dem Auto unterwegs. Kaum zu glauben, aber unser Flitzer von Montag ist tatsächlich zu überbieten! Nein eigentlich zu unterbieten – noch mehr Schrammen, der Kofferraum entspricht eher einem Handschuhfach, die Kupplung greift auf den letzten Millimetern und die Handbremse … Lassen wir das. Nur der Blinker ist diesesmal da, wo man ihn gewohnt ist und Uwe startet den Scheibenwischer nun nicht mehr wenn er abbiegen muss… Auch sonst fährt er uns wieder sehr souverän über die Insel, trotz schwachem Motor und einigen Flüchen. Ein kleiner Tipp für die Selbstfahrer: beim Anmieten (über die Reisegesellschaft bei einem namhaften Vermieter!) wurde gesagt das wir das Auto mit vollem Tank übernehmen und auch wieder abgeben. Beide Male war der Tank weniger als Halbvoll… Entgegen unserem sonstigen Sicherheitsdenken haben wir nicht vollgetankt bevor wir gestartet sind, sondern erstmal geschaut, was wir so verbrauchen. Sehr gute Entscheidung, auch wenn wir irgendwann doch eine Tanke herbei gewünscht haben. Die erste Tour hat gerade mal 1/3 Tankfüllung gebraucht… Hätten wir vollgetankt, wären wir auf diese indirekte Abzocke reingefallen und hätten der Firma über beide Touren locker eine Tankfüllung geschenkt. Auch wenn das auf Mauritius etwas weniger wäre, als ein Tankfüllung in Deutschland, kommt da übers Jahr sicher einiges zusammen für den Anbieter.



Jetzt aber zu den schöneren Dingen. Heute erkunden wir die Nord- und Osthälfte ein wenig. Zunächst geht es in den Norden zum Cap Malheureux und der kleinen Kapelle, die wohl Standardmotiv für viele Touristen ist – Notre Dame Auxiliatrice. Aber es ist auch eine traumhafte Bucht die ein paar Blicke wert ist! Mitten in einer japanischen Reisegruppe machen wir unseren ersten Fotostopp. Danach geht es weile ter zunächst an der Küste, dann quer durchs Land südlich an Goodland vorbei, durch Roches Noire und einen leicht unwirklichen Wald. Zwischen dicken Bäumen und schwarzen Felsen würden einen ein paar Huntsmen nicht überraschen. 
Zwischen Küste, Hotelanlagen und Golfplätzen führt uns unser Weg in die Nähe der Ile aux Cerfs, unserem heutigen Hauptziel. Wir folgen dem Ferry-Hinweisschild und landen in einer kleinen Bucht, wo wir das Auto parken können. Wahlweise geht es mit dem normalen (30min) oder Schnellboot (15min) zur Insel. Wir entscheiden uns zwar für die langsamere Variante, bekommen aber trotzdem das Schnellboot, da es eh gerade ablegt.  Mit uns fährt eine Familie, die ebenfalls aus Europa angereist ist. Für die Rückfahrt haben wir eine Zeit ausgemacht, die uns ca. 3 Stunden auf der Insel lässt. Das Schnellboot schießt immerhin so lange über das Wasser hin, dass ich den Grund erkenne, warum Rückengeschädigte dieses Transportmittel vermeiden sollten. Der Fun vorne ist zwar riesig, aber die Schläge auf das Wasser schießen schmerzhaft und unkontrolliert in meinen Rücken. Zu meinem Glück und aller anderen Leid dauert es aber nur kurze Zeit, bis die Geschwindigkeit massiv sinkt. Mit einem kurzen Blick ins Wasser erkennen wir, dass hier geringe Wassertiefe herrscht und der Motor des Boots halb aus dem Wasser gehoben wird. Mit der verminderten Geschwindigkeit können wir Mangroven rechts und links betrachten, die Landschaft inklusive ihrer Hotelanlagen auf uns wirken lassen und auf der Perlenschnur von Zubringer-Booten der bekannten Badeinsel entgegen sehen.


Am Anleger herrscht für einige Minuten reges Treiben, aber dann verläuft es sich recht schnell. Die Insel beherbergt, soweit wir es überschauen können, einen Kletterpark, ein indischisch-mauritisches (?😳?) Restaurant, diverses Buden mit Souvenir Shops, eine Strandbar, sowie einen schlauen Liegen und Sonnenschirmvermieter. Pro Liege 350 Rupien, also knapp unter 10 Euro, egal ob für eine Stunde oder einen Tag. Wir liebäugeln zwar kurz mit dieser bequemen Lösung, aber dann entscheiden wir uns für den Sandboden unter einem Baum, wer weiß, was der Schirm gekostet hätte… Rund um sehen wir einige Wassersport-Angebote, so dass jeder hier auf seine Kosten kommen Wir entscheiden uns für einen gemütlichen Spaziergang im flachen Wasser und beobachten die gerade eintretende Ebbe.  Zwischen den beiden Flügeln der Insel ist das Wasser an einigen Stellen immerhin so tief, dass man mit gebeugten Knien auch ganz eintauchen könnte… wir überlassen das lieber den anderen und schauen den Schnorchlern ein paar Meter weiter zu- es scheint, als lägen sie auf dem Bauch im Sand, so flach ist es überall. Da wir, ähnlich wie bei unserem Schnorchelausflug, mehr tote als lebende Korallen entdecken, lassen wir unseren Kram eingepackt und entspannen lieber ein wenig am Strand. Zum Nickern ist es für Uwe allerdings etwas zu unruhig in diesem Paradies und so packe ich mein iPad bald wieder weg und verschiebe das Schreiben auf später. Stattdessen kommen wir nun endlich dazu, mal außerhalb des Hotels zu essen.In diesem Urlaub ist das, auf Grund der fantastischen Hotelküche, etwas kurz gekommen.


In dem sehr ansprechend gestalteten Restaurant bestellen wir uns einen Salat und ein Huhn-Shrimps-Curry, beides unter der Rubrik ‚Mauritius Style‘ geführt. Dazu gibt es frisches Brot Weiss- und Körnerbrot und wir sind beide begeistert – der Salat hat zwar eine deutliche Koriander-Note, die wir beide nicht sooo gerne mögen, ist aber insgesamt so schmackhaft, dass es uns nicht weiter stört. Das Fleisch des Curry ist saftig-weich und die Schärfe können wir selber bestimmen, da die Chili-Soße extra gereicht wird. Zwar bestätigt sich, was wir im Vorfeld gehört haben: Ausgehen in Maurtius liegt auf einem ähnlichen Preisniveau, wie in Deutschland, aber immerhin ist es an diesem exklusiven Ort nicht extra überteuert, was wir sehr positiv sehen. Mit dem Ausblick auf den Traumstrand und der leichten Brise gehört dieser Moment sicher zu den Highlights unter unseren Erfahrungen mit dem Essen gehen.

Sehr schnell ist die Zeit um und wir finden uns wieder am Anleger ein und warten auf unser Boot. In kurzer Zeit werden reichlich Gäste transportiert, Katamarane mit Japanern, Europäern und Indern bringen Gäste aus den umliegenden Hotels zurück in ihre Anlagen. Schnellboote und normale Wassertaxis verladen Pärchen und Familien, die wie wir auf eigene Faust unterwegs sind. In der Wartezeit sehen wir unendlich viele Klischees bedient und ich frage mich im Stillen, ob wir da selbe für andere Gäste widerspiegeln. Wahrscheinlich schon…. Unser Boot ist wieder das sogenannten Schnellboot und ich fühle mich bestätigt in meinem Verdacht, dass es ein anderes gar nicht gibt und es sich nur um den Versuch handelt höhere Preise zu erzielen. Ein Antwort gibt es darauf natürlich nicht. Auf dem Rückweg sind zwei weitere Paare dazugestossen und nachdem die besagte europäische Familie endlich aufgetaucht ist – auch so ein Klischee, erst vordrängeln, dann mit dummen Fragen alles aufhalten und auf der Rückfahrt zu spät kommen – können wir ablegen. Diesesmal sitzen wir im Heck und auf den wenigen schnellen Metern merke ich, dass hier auch ich mit einem Speedboot schmerzfrei fahren kann.

Nach insgesamt 4 Stunden treten wir unseren Heimweg an, der uns jetzt quer durch die Insel an die Westküste führt. Wieder erfahren wir Mauritius völlig untouristisch und passieren etliche Orte, die ein wunderbares Beispiel dafür abgeben, dass es friedliches Miteinander gibt: Moschee neben Kirche neben Hindu-Tempel und rumherum freundliche, zufriedene Menschen. 

Bei Balaclava stoßen wir auf die Westküste und folgen dieser zurück nach Norden. Wir haben wechselnde Sicht auf schöne Strände, Resort Mauern und felsige Küste. Teilweise erkennt man das vorgelagerte Riff sehr deutlich, häufig hat man keine Ahnung, wo sich die Brandung bricht. Einige Ort sind auf Tourismus ausgerichtet, andere Abschnitte geben Dir das Gefühl im Nirgendwo zu sein. Sicherlich verbirgt sich hinter den Mauern das ein oder andere Traumhotel, aber wir sind nach wie vor mit unserem Urlaubsort und Domizil im Reinen und bedauern nichts! Kurz vor Gand Baie, in Höhe des Mon Choisy Beach, erfüllt sich Uwe einen Mauritius Wunsch – einer der bunten Eiswagen steht am öffentlichen Strand und er liebäugelt schon länger mit dem hier angebotenen Softeis, welches einen guten Ruf hat. Ich versuche hart zu sein – dabei war ich ein Eis-Junky in meinem ohne Diabetes Leben – und steige nur aus,um Uwe zu fotografieren. Hier überholt mich aber mal wieder die Liebenswürdigkeit der Mauritier: wir haben uns schon dem Auto zugewendet, da ruft mich der Eismann und hält mir ein Eis hin, für das er dann partout kein Geld nehmen möchte. Und das Eis wird seinem Ruf sowas von gerecht!  Wer kann sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen!!

Schließlich sind wir um kurz vor sechs wieder am Hotel, parken ein letztes Mal den Wagen und beenden den Ausflug mit einem Drink an der Poolbar, bzw. Uwe sogar im Pool, bevor wir  wehmütig die Folge der unausweichlichen ‚ein letztes Mal‘ beginnen werden.

Unterwegs im Süden von Mauritius 

Heute hatten wir einen Mietwagen und haben den Süden und das Hochland der Insel erkundet. Nach meinen morgendlichen Anlaufschwierigkeiten, die natürlich um ein paar Stunden vorverlegt waren, haben wir uns in unserem silbernen Mini-Flitzer auf den Weg gemacht. Wobei Flitzer eine charmante Übertreibung ist. Ein quietschender Keilriemen, ausgeleierte Lager und etliche Schramen zeigen, dass der Wagen einige anstrengende Fahrten hinter sich hat. Aber wir haben eine Klimaanlage und Scheibenwischer – damit sind wir für die zu erwartenden Wetterlagen ausgerüstet. Die fehlenden PS bringen Uwe zwar ein paar Mal zur Verzweiflung, aber trotzdem bewältigt er die Herausforderungen des Tages meisterlich. Immerhin muss er alleine fahren, da ich vor dem Linkssteuer verbunden mit dem etwas unberechenbaren Fahrstil der Mauritier zurück schrecke. Meine Aufgabe ist es, wie schon in Schottland, uns dahin zu navigieren, wo wir hoffen ein bisschen Mauritius zu erleben. 


Zunächst umfahren wir das geschäftige Port Louis und steuern durch Phönix Richtung Flic en Flac. Hier erhoffen wir uns einen schönen Strand und wollen uns ein Hotel ansehen, welches im Mittelpunkt eines Films stand, den wir vor ein paar Wochen gesehen haben. Auch wenn Flic en Flac uns mit einem geschäftigen Urlaubsort positiv überrascht, zweifeln wir keine Sekunde daran, das Grand Baie für uns die bessere Wahl war. Der Kilometer lange Strand ist von den wenigen Appartmenthotels durch eine Straße getrennt und die Hotelanlagen, die vom Aufbau eher unseren Geschmack treffen sind doch eine gute Fussstrecke entfernt. Zwischen wirklich tollen, großzügigen Anlagen finden wir einen öffentlichen Parkplatz, wo wir durch ein kleines Wäldchen zum Strand gelangen und die gesuchte Hotelanlagen nun Meerseitig in Augenschein nehmen können. Alles sieht sehr gediegen und gut aus, allerdings ist der Film schon recht schmeichelhaft in unseren Augen. Der Strand macht einen tollen Eindruck, aber uns gefällt unsere kleine Bucht mit Hafenbecken um Längen besser und wir finden – wieder einmal – wir haben alles richtig gemacht. Da das Wetter nicht wirklich zum Baden einlädt machen wir uns bald wieder auf den Weg und durchfahren Tamarin – hier werden wir leider etwas enttäuscht, da die Bucht nicht zu sehen ist durch konsequente Bebauung zwischen Wasser und Straße. Immerhin sehen wir die Salinen. Es mag zwar sein, dass wir eine Chance gehabt hätten ans Meer zu kommen, aber dann hat sich das uns nicht erschlossen. Also sind wir direkt durch gefahren zur Halbinsel Morne und wurden entschädigt durch ein tolles Spektakel aus Kitsurfern, Windsurfern, einem Blick auf die vorgelagerten Riffe und dem Blick auf den Berg hinter uns.


 Bei einem kleinen Spaziergang haben wir uns die Beine vertreten bevor wir der Küste Richtung Osten gefolgt sind. Im Örtchen Le Morne habe ich meinen ersten Mauritius-Steinturm gebaut und wir haben uns an dem Örtchen und seiner Ursprünglichkeit erfreut. Überhaupt hat diese Tour unseren Eindruck bestätigt, das Mauritius viele Ecken hat, die sich nicht dem Tourismus beugen, was uns sehr gefällt. Ein paar Kilometer weiter sind wir dann überrascht worden – in einer traumhaften Bucht uferte ein Wasserflugzeug! Das war unser Traum für Mauritius – einmal die Insel aus der Luft erkunden, wenn es geht mit Wasserflugzeug. Da wir leider keine Antwort auf unsere Anfrage eines Anbieters in (über) Deutschland erhalten haben und auch keinen weiteren Anbieter kannten, haben wir den Gedanken aufgegeben. Leider bleibt es trotz dieser Entdeckung dabei, da die beiden Jungs für die nächsten 2,5 Stunden ausgebucht sind und wir somit nicht mehr rechtzeitig zurück nach Grand Baie kommen würden. Aber für den Fall der Fälle haben wir nun eine Kontaktadresse 😀


Kurz danach biegen wir ins Landesinnere ab und nehmen Kurs auf Chamarel – in Serpentinen geht es ins Hochland des Black River Parks. Hier besichtigen wir den Chamarel Wasserfall und die 7 Coloured Earth. Beides ist eindrucksvoll, aber auch die Landschaft drum herum hat Charme. Hier ist Mauritius noch ein wenig wie früher und nicht vom Zuckerrohranbau geprägt. Die Riesenschildkröten der Anlage sind zwar beeindruckend, aber da sie recht zusammengedrängt vor der Mauer liegen wirken sie auch beängstigend gestört. 


Nach einem kleinen Espresso geht es weiter und wir erleben unser persönliches Highlight. Vor uns überquert ein Gruppe Tiere die Straße. Im ersten Moment denkt Uwe es sind Hunde – er hat sie entdeckt, da ich mal wieder mit der Nase in der Karte stecke, aber beim Näherkommen wird schnell klar, dass die Form nicht ganz passt. Beide haben wir nicht damit gerechnet frei lebenden Affen zu begegnen, aber was uns schließlich aus dem Gebüsch ansieht sind tatsächlich Affen. Natürlich halten wir an und versuchen ein paar tolle Bilder zu ergattern, aber auch wenn sie sich über das Brot freuen, welches wir mit Ihnen teilen – ja wir sind uns bewusst, dass es sicher nicht Artgerecht war, aber die Neugier war einfach größer – gelingen uns nur Aufnahmen, die eher Suchbildern gleichen.

Der nächste Stopp gilt einem Ort, der den Hindus viel bedeutet und uns beeindruckt: Grand Bassin, heute ist es hier recht leer und ruhig, aber die Anlage verrät, dass es hier manchmal gilt Menschenmassen zu bewältigen.

Jetzt ist quasi unser Rückweg eingeläutet, da wir uns der M1 nähern und gegen 18 Uhr zurück im Hotel sein wollen. Trotzdem haben wir die Zeit die Schnellstraße noch bis Verdun zu vermeiden und statt dessen durch einige ländliche Dörfer zu fahren. Die hier gesammelten Eindrücke runden unser Erlebnis perfekt ab, da wir viel Dorfleben aber keinen Massentourismus zu sehen bekommen. Unser letzter Halt gilt einem guten Ausblick auf den Pieter Both – dieser Berg beeindruckt uns seit wir ihn das erste Mal gesehen haben und ist für uns ein Art Maßeinheit geworden, wie nahe wir Grand Baie sind, da wir ihn auch von dort sehen können.


Um 18:10 sitzen wir – noch etwas staubig aber sehr zufrieden – an der Poolbar und Uwe hat sein erstes, an diesem Tag schwer verdientes Bier vor sich 😊

Ab in den Süden

Irgendwie vergeht die Zeit im Urlaub immer schneller als zuhause. Ich glaube dieses Phänomen kennen wir alle. Nun sind wir schon eine Woche weg von daheim…..

Mit unserem Anschlussflug hat alles geklappt, auch wenn es etwas stressig war. In 30 Minuten sind wir durch das Terminal gehetzt, ein weiteres Mal durch den Sicherheitscheck und schließlich an Bord des nächsten A380 gelangt… Und diesesmal sind wir tatsächlich die Treppe nach oben gestolpert 😉 durch die erste Klasse geht es in den Businessbereich. Eine weitere Superlative, auch wenn es in der Werbung etwas großartiger rüber kommt. Zunächst kommen rechts und links der Treppe zwei Duschkabinen und dann die Suiten. Das was wir davon sehen können enttäuscht ein wenig. Aber vielleicht sind die wahren Schätze ja auch verborgen. 

Sobald wir an unseren Plätzen angekommen sind, fällt auch die Anspannung der letzten 3 Stunden von uns ab. Wir haben mit unserem ‚Blind-Update‘ Glück gehabt und unsere Sitze sind nicht nur beieinander, sondern auch nebeneinander, was bei Emirates sehr gut schief gehen kann, da die Fenster-Reihen nur hintereinander sind und die Mitte getrennt sein kann durch die nachfolgenden Plätz. So wie wir sitzen ist es optimal, wenn man Erfahrung und Unwohlsein teilen möchte 😎Auch wenn ich für die Firma so einige Mal geflogen bin und durchaus Erfahrung mit der Businessklasse habe, so ist bei Emirates alles ein bisschen… Ja einfach mehr. Neben der edeln Holzeinrichtung hat jeder mehr Platz für sich und wer längeren Schlaf plant, der kann sogar eine Matratze auf dem Sitz ausbreiten. Dazu ist uns die Zeit allerdings zu schade. Nachdem wir Platz genommen haben ist auch schon das Boarding beendet und während die Maschine vorbereitet wird für den Start genießen wir noch ein Glas Champagner und richten uns ein wenig ein. Die Sitzplätze ohne Fenster sind nicht ganz so schlimm beim Start, da ja alles über die Kameras zu beobachten ist. Alles in allem waren wir gerade mal eine Stunde auf dem Boden … Das Dubai Airport Shoppingcenter muss also noch etwas auf uns warten.

Nach dem Start erweitern wir unsere Superlativen Sammlung um einen Gang an die Bar…. Auch das gehört sicher zu den Dingen, die man nicht allzuoft genießen kann. Nicht nur die Snacks und Drinks sind vorzüglich, sondern auch der Kontakt zu den Crewmitgliedern ist herzlich und interessant. Hier hat man wirklich Zeit für einen Schwatz. Obwohl wir uns beide kaum satt sehen können holt uns die Müdigkeit schnell ein und wir sinken bald in einen kurzen, aber tiefen und erholsamen Schlaf. 

Viel zu schnell kündigt uns die Crew das Frühstück an und damit auch die letzten Meilen in der Luft. Gerade rechtzeitig zur Äquator-Überquerung schalten wir die Bordinfo an und sehen beide zum ersten Mal auf die südliche Erdhalbkugel. Da darf ein kleines Anstoßen natürlich nicht fehlen. Uwe stilecht mit einem Gläschen Champagner, ich beschränke mich auf Saft. Nicht mehr lange und wir sichten Mauritius im weiten Ozean. 

Der jetzt folgende Teil war für mich das größte Fragezeichen und mit ein wenig Beklemmung verbunden. Mauritius erlaubt die Einfuhr einiger Medikamente nur mit ärztlichem Attest. Wenn man nun aber ca 15 verschiedene davon braucht, kann das schon eine logistische Herausforderung werden. Damit ich vielleicht nicht all meinen Ärzten auf den Nerv gehen muss, habe ich im Vorfeld die Botschaft angerufen in der Hoffnung, dass man mir sagen kann, welche Art der Medikamente betroffen sind… Leider war das eine Fehlanzeige – ich solle mir alles Bescheinigen lassen und zwar auf englisch. Immerhin hat es geklappt, dass mein Hausarzt alles bescheinigen könnte außer meinen Schmerzmedikamenten. Dafür gab es noch einen Extra-Ausweis des Schmerztherapeuten. Reisetipps und der Botschaft zufolge sollte ich nun noch alles in Originalverpackung mit Beipackzettel im Handgepäck verstauen, dann sollte alls gut gehen…. 

Gesagt getan und der arme Uwe musste alles, was sonst üblicherweise noch in meinem Bordkoffer ist bei sich mitnehmen, weil irgendwie war mein Trolli voll. Durch das Upgrade waren wir schnell aus dem Flieger und mit als erste bei der Imigration, aber da hat sich keiner für unser Handgepäck interessiert. Zwar wurden wir noch etwas ausgefragt, warum wir hier sind, wie lange wir bleiben und was wir beruflich machen, aber dann wären wir auch schon weiter. Am Transportband haben wir dann mit Freude festgestellt, dass auch unser aufgegebenes Gepäck den Flieger erreicht hat und somit stand dem passieren des Zolls nichts mehr im Wege. Scheinbar sehe ich nicht aus, wie der Pillen-Junkie der ich nunmal bin und auch hier sind wir ohne Beanstandung durch. Aber auch wenn der ganze Aufwand in meinem Fall umsonst war und ich gerne auf die locker 2 Kilo Verpackungsmaterial im Trolli verzichtet hätte, es ist einfach beruhigender vorgesorgt zu haben.

Willkommen auf Mauritius – das klingt doch toll!

On Air 

Nun sind wir unterwegs…. 

Diese Reise beinhaltet eine Menge „Ertses Mal“, und ist sicher nicht nur wegen des paradiesischen Zieles eine der Superlativen 🙂

Es beginnt mit dem A380, da hat man ja schon einige Erwartungen.

  • Lange Schlange beim Check In, bei soviel Passagieren ->  falsch! Wir sind ratz fatz durch mit allem und haben Zeit einen ersten Blick auf unseren Flieger zu werfen, unser Urlaubsritual zu genießen und ganz entspannt noch einige paar Schuhe zu begutachten vor dem Boarden – und nochmal falsch gedacht, die Schuhe wären für Uwe’s Schuhschrank gewesen 😉
  • Der A380 ist riesig -> ein klares Jein! Die Tragflächen sind viel kleiner als man es sich vielleicht vorstellt und überhaupt habe ich mir den Eindruck mächtiger vorgestellt. Nun muss ich aber sagen, wir haben die Kiste nur von vorne gesehen und nicht in der Länge… Außerdem wird er beim Blick auf Details größer. Das ist natürlich Quatsch, aber sobald ein Fahrzeug, Mensch oder anderes Flugzeug mit in den Blick gerät ist er eben doch groß. Ist man erstmal drin, dann ist es ein normales Flugzeug, dass jemand über dir sitzt siehst Du ja nicht… Von da wo ich jetzt aktuell sitze sieht es genauso aus, wie vor 2 Jahren im Flieger nach Barbados und das war ein xx – gerade keine Erinnerung…
  • Emirates hebt den Standard im Fliegen -> ja ich denke doch, obwohl ich gestehen muss, das ich vom Service etwas enttäuscht bin… Wir haben recht viel Platz in unserer Dreier-Reihe, das Entertainment ist reichhaltig und der Monitor angenehm groß. Mega finde ich die drei Kameras mit denen wir den Flug sehen können. Uwe schaut über den Rumpf, ich wähle bis zum Abheben die Cockpit Aussicht und dann die Kamera unterm Bauch…. Das ist echt klasse nur leider beim Anflug auf Dubai nutzlos, da es zu dunkel sein wird. Das Essen ist super, nur mit den Getränken finde ich hapert es… Da,muss ich wirklich sagen, ist ordentlich Luft nach oben. Und damit meine ich jetzt nicht, dass es wenig Auswahl gibt, es wird zu selten angeboten! Das kenne ich bisher besser!
  • Online in der Luft (ohne exorbitante Tarife) -> ausbaufähig! Ja ich habe eine Message mit Mama geteilt und Uwe hat was auf FB gepostet, mein Sitznachbar fleißig gewhat’s appt (ich liebe diese Unworte), aber das war es auch… Irgendwie hat immer jemand das Internet geklaut 😂 ich sehe den Werbeslogan  vor mir „eben einen Beitrag im Blog Posten- kein Problem“ – tja…. Geschrieben ist er gleich (noch 30 Minuten bis zur Landung sagt das Bordsystem), aber die Verbindung zum Blog muss ich dann am Boden finden…

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute Nacht und freue mich auf die Fortsetzung, die ungeplant schnell folgt:

Es gibt allerdings Superlativen, auf die man gerne verzichtet. Nachdem wir schneller als gedacht im Luftraum von Dubai waren, hat es leider einen Stau gegeben…. Also wurden wir geparkt – und geparkt – und …. so lange, bis wir nicht mehr sehr viel Reserve im Tank hatten… Leider scheint das aber nicht nur uns so zu gehen -> meine Logik sagt mir, dass wir ja hohe Priorität zum Landen haben und wir unverzüglich runter geholt werden … Aber nein, statt dessen stehen wir jetzt auf dem Startfeld von DWC – Dubai am anderen Ende – und warten auf unseren Tankwagen. Und wie es scheint nicht nur wir: Vor einer knappen Stunde hieß es, wir würden in 20 Minuten wieder in der Luft sein… Von DWC nach DXB quasi einmal die 45 km über Dubai drüber hüpfen.

Nun ja, man kann sich ja auch ganz klasse die Beine im Flugzeug-Gang vertreten und mal ehrlich, shoppen in Dubai am Flughafen wird doch sicher überbewertet. Mal sehen, was von unseren 4,5 Stunden Aufenthalt am Ende übrig ist… Hoffentlich genug damit wir unseren Anschluss bekommen 😳 sonst haben wir am Ende deutlich mehr Zeit als uns lieb ist

Hm… Also 2 Stunden später sind wir wieder in der Luft… Ganz ehrlich? Das ist total irre. Wir sind ja quasi mit dem A380 in der Platzrunde ausengelandet! Und wer ist schon Mal Kurzstrecke mit dem Bomber geflogen? Unser Steigflug endet bevor er begonnen hat bei 4065 Fuß 😳 wir haben die Reisehöhe erreicht und verlassen Sie 5 Minuten später schon wieder.

Wenn wir jetzt zügig landen haben wir eine Chance unseren Anschluss zu bekommen. Ob unser Gepäck das auch schaffen kann werden wir sehen. Die Kollegen quer in der Reihe vor uns haben es da schon schlechter, der Flug geht in 30 Minuten. Prepared for landing – schnell ausmachen