Die fünfte Jahreszeit

Für manche ist Karneval unerträglich, der Rosenmontagszug die Gelegenheit wo man Süßigkeiten abgreift, Parties bei denen alles erlaubt ist oder man gesellschaftsfähig viel trinken kann….
Für mich ist Karneval ein Lebensgefühl, eine Aufgabe, eine Familie und seit ich Herzkrank bin eine Herausforderung. Und gerade stecke ich mittendrin.

2010-giesser-mamaVor 8 Jahren hatte ich die Ehre, meine Stadt als karnevalistisches Oberhaupt zu vertreten. Eine tolle und unvergessliche Zeit mit vielen Pflichten und unvergleichlichen Freuden. Unzählige Menschen haben ihr Vertrauen und Geld investiert, damit ich meine Heimatstadt vertrete und Frohsinn, sowie eine positive Botschaft verbreite. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich am Ende die Rückmeldung bekam, dass ich meinen Job gut gemacht habe, auch wenn ich mitten drin gemerkt habe, dass es mich einen gesundheitlichen, bösen Tribut kostet.

In diesem Jahr darf ich das Velberter Stadtprinzenpaar begleiten – ein ebenfalls unvergleichliches Erlebnis. Abgesehen davon, das ich von einem super Team umgeben bin, begegnen wir so vielen liebenswerten Menschen – Garden, Prinzenpaaren, Hofdamen, Adjutanten, Hofmarschällen, Tanzmariechen… besonders wichtig, nervenstarken Fahrern! Und dazu Narren in jeder Form! Altenheim-Bewohnern, Kindern im Kindergarten oder der Schule, Pfarrgemeinden, Bürgervereinen oder eben Karnevalisten…. und wir erfüllen die Aufgabe, diesen Menschen Freude zu bringen.

In der ersten Reihe steht unser Prinzenpaar Manuel I. & Sandra I.
Beide auf 2018-rathaus-essen-msunterschiedliche Art mit dem Karneval verbunden, aber bereit, diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen.

Die erste große Aufgabe ist es meistens Sponsoren zu gewinnen, die bei der Finanzierung helfen und damit ihren Namen mit unserer Tradition verbinden. Die nächste oder parallele Aufgabe ist es einen Hofstaat zu finden, der ohne wenn und aber in der zweiten Reihe steht und das Prinzenpaar begleitet. Scherzhaft heißt es unter uns Frauen manchmal „ich war erste Klofrau“… ich erinnere mich, dass ich eine Weile lernen musste, bis ich alleine mit dem prachtvollen Ornat am stillen Örtchen zurecht kam. Also hatte ich immer eine der Hofdamen an meiner Seite, so wie Sandra jetzt auch. Dazu kommen Dinge wie der Pin-Verkauf (kleine Anstecker, die den Orden widerspiegeln und einen Teil der Kosten decken sollen), Blumen der Prinzessin (Hofdame) halten, Zepter des Prinzen tragen und Federn richtig platzieren (Adjutant), das Prinzenpaar anmelden sowie das Team im Zeitplan halten (Hofmarschall) – nur um einige Beispiele zu benennen, was die enorm wichtige Rolle des Fahrers angeht, versteht sich die Aufgabe wohl von selbst.

Die finale Herausforderung ist es, das Publikum glücklich und Stadt und Sponsoren stolz zu machen. In dieser Phase stecken wir gerade. Wir bewegen uns in der 5. Jahreszeit, auf die sich viele Karnevalisten das ganze Jahr vorbereiten – Tanztraining, Reden schreiben, Termine planen, die schon erwähnten Sponsoren finden, Sicherheitsauflagen (zB für den Rosenmontagszug) erfüllen und vieles mehr.

Mit dem Prinzenpaar begegnen wir an einem Wochenende (nur ein Beispiel aus 3 Tagen, bevor es richtig los geht) vielen weiteren Narren-Oberhäuptern in einem Karnevalsmuseum, besuchen zwei Altenheime (unbeschreiblich, welche Freude sich hier in den Gesichtern spiegelt), treten auf einer Sitzung auf, für die hunderte Karnevalisten Eintritt bezahlen (und das Geschehen bejubeln), fahren in den übernächsten Ort um die traditionelle Veranstaltung eines befreundeten Vereins mit Ansprache und Tanz zu bereichern ( klingt vielleicht überheblich, aber tatsächlich haben wir Karnevalisten gewonnen, die in Zukunft mit einer Gruppe unserer Begleitung tanzen möchten), besuchen Sponsoren die uns mit Begeisterung empfangen und werden in den Pausen oder zum Ende wunderbar bewirtet in Stammquartier (Langenhorster Stube), Bierquartier (Central) und Ganzjahres-Treffpunkt des Festausschuss (Café Clärchen)

Natürlich wollen wir alle unseren Spaß haben, während wir diese Aufgabe erfüllen, schlussendlich sind wir am erfolgreichsten, wenn wir neben dem eigenen Spaß die Botschaft nie vergessen: als Team zusammen arbeiten und Traditionen weiter reichen während wir sie gleichzeitig dem Zeitgeist anpassen.

Ich bin mir sicher, dass meine Karnevals-Familie nur zu gut mit allem Vertraut ist, was ich hier beschrieben habe. Aber ich hoffe, dass der ein oder andere „Nicht-Karnevalist“ in Zukunft ein bisschen mehr sieht, als eine Horde fragwürdiger, ausgelassener Narren bei denen man am Rosenmontagszug Süßigkeiten abgreifen kann.

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Wahl-Familie

Ab und an vermisse ich so etwas wie eine große Verwandtschaft … aber nur ab und an, weil eigentlich habe ich nicht nur eine, sondern mehrere Familien/Verwandtschaften und die sind riesig! Zum beispiel meine Fliegerfamilie, dann gibt es da die Familie rund um meine beste Freundin, die mich adoptiert hat und mir ein wunderbares Patenkind geschenkt hat. Meine Theaterfamilie, meine „immer wieder Samstag“ Familie, meine Corby-Familie…. und meine Karneval-Familie, die natürlich entsprechend der Jahreszeit besonders häufig um mich ist.
Wenn ich meine Bildergalerie ansehe, so finde ich sie alle wieder. Und zu allen gibt es Geschichten, die eine Familie eben ausmachen. Nicht immer sind wir einer Meinung, es wird diskutiert und auch gestritten, wir sagen uns auch mal unbequeme Dinge, aber am Ende, so wie es in Familien meistens ist, wird sich zusammengerauft, vertragen und an einem Strang gezogen.

Zu meinen 2018 Vorsätzen gehört ja, jeden Tag etwas aufzuschreiben, was meinen Tag zu einem Besseren, einem Guten gemacht hat. Nun ist das Jahr noch recht jung, aber trotzdem möchte ich eine Tendenz auslesen – es gibt genau einen Tag, zudem mir nichts positives zum Vermerken eingefallen ist. Und ich würde mal behaupten, das liegt daran, dass ich krank im Bett lag. Es gibt dagegen keinen Tag, den ich mit „das war aber Mist“ kennzeichnen würde!
Und wenn ich mir dann noch ansehe, was ich aufgeschrieben hab, dann muss ich feststellen: meine Familien sind die Geilsten (Olé). Da finde ich mal etwas, was in der Firma geschehen ist, mal durch die Samstags-Runde, die Flieger… vieles aus der Karnevals-Familie! Egal ob ihr Euch meldet um unsere Freunde aus Corby zu fahren oder zu bewirten, ob es in der Prinzenpaar-Begleitung etwas unschlagbar Schönes gibt, oder ich einfach nur schaffe zwei Runden hintereinander mit Euch zu tanzen… all das macht meinen Tag zu einem Guten. Ich kann nur hoffen, dass ich es schaffe für den ein oder anderen auch so ein „guter Tag“ Baustein zu sein, wie zB die Süße, die heute da stand und gesagt hat: „eigentlich hätte ich auf die Sache keine Lust, aber wenn das nötig ist, damit Du dabei bist, dann auch das“ … Gänsehaut, Pippi in den Augen und ganz viel Wärme!
Ein Beispiel aus 14 Tagen, welches mir zeigt wie schön das Leben ist, wenn wir hinsehen, uns rein fühlen! Wie in der Familie, die mit Blutsverwandtschaft entsteht, so gilt auch hier: wir sind manchmal nicht zusammen, aber trotzdem seit ihr immer dabei! Ich hab Euch lieb und wenn einer von Euch in Not ist, bin ich hoffentlich immer in der Lage, auch Eure Tage besser zu machen!

Jetzt geht’s los

Nachdem ich meine Zeit ab dem 27. Dezember überwiegend im Bett verbracht habe kann es jetzt gerne richtig los gehen…
Los gehen mit 2018, mit dem neuen Leben, mit guten Vorsätzen und natürlich mit Karneval! Also noch bin ich etwas angeschlagen, aber ich kann wieder fast normal gucken, ich huste mich nicht mehr blöd und ich habe mal richtig meine Batterien aufgetankt. Zurückblickend habe ich wohl seit der Diagnose meiner Herzerkrankung in Kiel nicht mehr so viel Ruhe, Zeit für mich und Zeit im Bett verbracht. Und das war 2010! Alles was danach kam war geprägt von ‚du musst aber trotzdem‘, ‚du kannst nicht einfach…‘ und ähnlichen Zwängen, die mich immer wieder hochgetrieben haben. Nicht zuletzt geprägt von meiner Angst, dass mein Herz wieder schwächer wird, wenn ich Zuviel raste.

Zu Beginn meiner Pause jetzt war es auch Depression, die mich im Bett gehalten hat. Weihnachten ohne meinen Lieblings-Menschen gepaart mit Fieber ließ sich nicht so einfach ausgleichen. Trotz der lieben Einladungen zum Mitfeiern bei Freunden war alles grau und mein Bett mein Rückzugsort.
Dann war mein Körper wirklich am Ende, wollte nicht mehr und ich habe mich entschieden endlich mal alles andere auszublenden und ihm nachzugeben. Ich habe so viel fern gesehen, wie sonst wohl in 6 Monaten, habe in meinem Lieblingsspiel das Weihnachtsspecial gleich zwei Mal geschafft und mit den Katzen einen Kuschelmarathon veranstaltet. Wenn ich dann mal eingeschlafen bin, habe ich ohne Wecker tatsächlich regelmäßig die empfohlenen 8 Stunden zusammen bekommen, ohne Albträume zu haben.

Dank all der lieben Nachrichten und Einladungen hat sich mit jedem Tag ein bisschen mehr Farbe zurück in mein Grau geschlichen und ich konnte Silvester auf Mamas Bilder schauen fast ohne zu weinen und ihr versprechen, dass ich 2018 zu einem guten Jahr machen werde!
Mein Notizbuch hat die ersten Einträge – es gibt zum Beispiel die Kategorie „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ und jeder Tag hat dazu eine Notiz! Die Tage bekommen Termine und die Wochen Vorsätze! Und Alles in Allem habe ich gestern am Telefon aus ganzem Herzen sagen könne, ja ich bin bereit und mache 2018 zu etwas Gutem.
Morgen geht es los – ich werde wieder arbeiten und mit meinen wirklich tollen Kollegen Projekte vorwärtsbringen. Ich werde mit einem super Team durch die Karnevalszeit gehen, alte Bekannte treffen, neue Bekanntschaften machen und dabei regelmäßig das Glas erheben auf all unsere Lieben, die uns ‚von da oben‘ begleiten. Ich plane Auszeiten und freue mich auf viele schöne Momente mit meinen Freunden hier in Velbert und überall auf der Welt.
Natürlich werde ich auch auf Probleme treffen, auf kleine und mittlere Katastrophen, aber ich fühle mich gestärkt und geliebt genug, auch diese zu meistern und am Ende mehr „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ Eintragungen zu haben als düstere Wolken!

Jetzt geht’s los!

Halloween 

 

Es liegen mal wieder zwei sehr abwechslungsreiche Tage hinter mir. Und passend zum Zeitpunkt Halloween gab es auch einen ordentlichen Schrecken. Wer keine Probleme hat, macht sich welche…. obwohl ich eigentlich dachte ich hätte genug davon. Aber der Reihe nach, schließlich waren es unterm Strich schöne Tage!

Da morgen der Wohnung-Ausräum Countdown endet stand natürlich alles primär unter dem Motto:  ausräumen bei Mama und einräumen bei mir. Und irgendwie hatte ich auch alles gut geplant, so dass ich jeden Tag 3-4 Stunden Arbeit habe und alles einer logischen Reihenfolge unterliegt. Z.B. „lass die Lampen erst abmontieren, wenn Du im dunklen nicht mehr in die Wohnung musst“. Dieser Zeitpunkt war gestern erreicht, gegen Mittag kam der Freund einer Freundin um die Lampen abzuholen – und klingelt mich aus dem Bett! Ich habe verschlafen! Immerhin schaffe ich es mit nur einem Kaffee trotzdem nachmittags um 15:00 Uhr mit dem fertig zu sein, was ich unbedingt schaffen wollte. So gönne ich mir ein bisschen Entspannung bevor ich mich für den Abend fertig mache.
stoh-frauEndlich mal wieder Halloween feiern steht auf dem Programm. Und da ich selber ja nicht mehr Tanzen kann, habe ich mich dazu entschieden auf unserer Vereins Halloween Party zu helfen. Das ist das Schöne an unserem Karnevals-Verein: Wir können nicht nur Karneval! Und da mich die meisten hier sehr gut kennen, bekomme ich auch immer einen „Job“, den ich auch schaffen kann, so dass ich zwar helfe, aber nicht wirklich viel Anstrengung habe. Kurzentschlossen bastel ich mir auch noch ein Kostüm zurecht und verwandel mich in eine Vogelscheuche – irgendwie wollte ich mein Gehirn immer schon mal unterm Arm tragen und Stroh-Doof sein 😉
Die notwendigen Zutaten haben sich schnell gefunden: Verpackungsstroh, Gummistiefel, meine uralte Latzhose (aus der Schwangerschaft vor 27 Jahren!) und ein Garten-Filzhut aus dem Kostümfundus kommen zum Einsatz. Schminke gibt es im gut sortierten Karnevalisten-Haushalt ja eigentlich immer zu finden.
Es wird ein toller Abend und ich bleibe etwas länger, als ich gedacht habe. Es macht Spaß so viele Leute (wieder) zu treffen und die Stimmung ist richtig gut. Trotzdem bin ich schlau genug so heim zu gehen, dass ich ausreichend Schlaf bekomme ohne wieder zu verschlafen!

So habe ich den Tag heute pünktlich begonnen und erst zuhause ein wenig für Platz gesorgt und dann mein Auto bei Mama erneut beladen. Da ich nach der ersten Runde „Sachen ins Auto tragen“ noch Platz hatte bin ich nochmal hoch um Taschen vom Balkon zu holen. Und da passiert es – der Türstopper hält nicht richtig im Durchzug und „Peng“ die Tür fällt zu. Schlüssel – schnell die Taschen abtasten – drin, Babett draußen. Ich hätte heulen können! Ein kleines Trostpflaster finde ich dann doch in meiner Hosentasche – wenigstens mein Handy habe ich dabei, so dass ich telefonieren kann. Was ich auch ausgiebig tue. Jeder, der mir vielleicht einen Tipp geben kann (oder mit Werkzeug vorbei kommen) wird angerufen. Sehr dankbar bin ich dafür, dass sich alle spöttische Bemerkungen verkniffen haben – ich selber frage mich, ob der Stroh-Effekt von Gestern Nachwirkungen hat.
Für meine eigene Wohnung habe ich einen Schlüssel bei Freunden deponiert für einen solchen Fall. Aber Mamas Schlüssel habe ich gestern(!) sortiert und in der Küche hinterlegt, damit mir bei der Wohnungsübergabe keiner fehlt. Ich habe es extra einen Tag vorher gemacht, damit mir noch Zeit zum suchen geblieben wäre, falls einer fehlt. Ätsch, gefehlt hat keiner, aber eine deponierte Reserve gibt es eben auch nicht mehr.
Leider befindet sich unter meinen Freunden auch keiner mit der kriminellen Energie des Türen-Knackers oder ein Fassaden Kletterer, der gerne in den 2. Stock kraxeln möchte. Also beiße ich in den sauren Apfel und rufe einen Schlüsseldienst an – schließlich muss ich morgen um 10 Uhr fertig sein!
Da sich zu Pech gerne noch Unglück gesellt, ertönt bei der Rufnummer des Schlüsseldienstes, der mir als vertrauenswürdig benannt wurde, eine freundliche Damenstimme mit dem Satz „dieser Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“.. Aber die Zeit drängt! Wir haben 15:30 und um 16 Uhr wollte eigentlich ein Bekannter helfen, die drei Teile in den Keller zu bringen, die ich alleine nicht bewegt bekomme. Also entscheide mich für einen der 24 Stunden Notdienste mit durchweg positiver Bewertung (ich weiß, Bewertungen kann man kaufen). Auf meine Nachfrage am Telefon, was das denn koste, sagt man mir, dass würde mir vor Ort erläutert, bevor der Kollege den Auftrag annimmt, da er ja sehen müsse wie arbeitsaufwändig es wird. Nun eine Wahl habe ich eh nicht – also warte ich 50 (statt angekündigte 30) Minuten im Treppenhaus, die beiden liebsten Nachbarinnen von Mama sind bei dem recht schönen Wetter leider nicht zuhause. Immerhin gelingt es mir die notwendige Hilfe umzuorganisieren! Dank der Party gestern sind einige Vereinskollegen um die Ecke am Ort der Veranstaltung zum Abbauen und sagen zu, danach bei mir vorbeizukommen (Jungs nochmal ein dickes Danke an dieser Stelle).
Als der Schlüsseldienst dann da ist, muss ich doch noch heulen – natürlich bekommt der Kollege schon für die Anfahrt Geld! Und wenn er jetzt wieder fahren würde, dann eine Stornogebühr zusätzlich. Das Günstigste ist noch der eigentliche Lohn… Auch wenn ich mich gerade echt abgezockt fühle, die Tür muss auf! Und das ist sie dann schließlich auch – warum der Kerl es so spannend gemacht hat und erst ein paar Mal ziemlich offensichtlich tollpatschig mit dem Draht abgerutscht ist, lerne ich dann drinnen, während er sein Rechnungsformular ausfüllt… Leider ist die Pauschal-Zeit abgelaufen und die nächste viertel Stunde angebrochen, so dass es glatt nochmal einen Aufschlag gibt… Auch wenn ich mir sicher bin, dass der Typ gerade eine üble Nummer abzieht bezahle ich um ihn loszuwerden und endlich weiter zu kommen. Und kurze Zeit später kommen auch meine Tages-Helden und schaffen mir nicht nur das Zeug in den Keller, sondern bringen mich wieder zum Lachen und das gesammelte Zeug aus meinem Auto direkt auch hoch in meine Wohnung, so dass ich zwar viel Geld verbrannt habe heute, aber immerhin den Zeitverlust einigermaßen ausgeglichen.
Meine Planung ist leider trotzdem nicht aufgegangen, da durch die völlig verdrehte Reihenfolge die Dämmerung eingesetzt hat als ich zurück in Mamas Wohnung bin. Und wie wir uns erinnern – gestern kamen die Lampen ab!
Also packe ich mir meine Roll-Karre noch einmal mit Kartons voll und vertage die letzte gute Stunde Arbeit in der Wohnung auf morgen früh!
Dafür habe ich es dann tatsächlich hier geschafft schon einen Karton, eine Klappkiste und 4 Taschen auszupacken und zu verstauen!
Irgendwie ist es ja auch ein Trost, dass ich jetzt soviel Vorräte an Putzmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Bastel-Utensilien und Lebensmitteln habe, dass ich zumindest in der Theorie das Geld für den Schlüsseldienst über „vorläufig nicht notwendige Einkäufe“ wieder raus habe 🙂

Corby Carnival 

Samstag morgen ist es wieder schön warm und ich bin dankbar, dass ich mich für eine luftige Kostümierung entschieden habe. Bis 10 Uhr gibt es Frühstück und in diesem Zusammenhang eine freudige Überraschung, da das Buffet aufgewertet wurde und sich neben frischem Obst auch Käse in der Auswahl befindet. Ein nicht zu verachtendes Plus, da das typische englische Frühstück hier etwas fade ist. Nach und nach trudeln alle ein und es ist wieder ein farbenfrohes Grüppchen beieinander.

Der Carnival hier in Corby hat jedes Jahr ein Motto und jeder kann sich hierzu etwas einfallen lassen. Manche von uns nehmen diese Gelegenheit wahr, aber viele tragen die traditionellen deutschen Ornate und Garden-Kostüme. Das diesjährige Motto „Stars aus Fernsehserien“ hat mich dazu animiert eine der Frauen aus meiner Lieblingsserie „Friends“ zu wählen – immerhin habe ich mit dieser Serie mein Englisch trainiert. Das Outfit des Corby Court entspringt einer älteren Serie und ihre Kleider sind den damaligen Tanzkleidern nachempfunden.
Statt im Rosenmontagszug sind wir hier mit einer Parade unterwegs. Wie bei uns gibt es Fußgruppen und Wagen, die liebevoll dekoriert wurden. Wir versammeln uns zunächst am Grampian Club – mehrerer Räume können hier angemietet werden und es gibt Pub… in dem Wissen, dass während Parade und anschließender Open Air Veranstaltung eine Durststrecke vor uns liegt, genießen wir den kühlen Innenraum bei Cola, Lager, Cider oder Wasser. Unser Bus wird am Ende der Parade mitfahren und wir müssen uns vom Kinderprinzenpaar trennen. Wir gehen mit Stadtteil Prinzessinen, Müttern und einigen Gast-Courts auf einen Wagen (float), wogegen das Prinzenpaar mit dem Corby Court in der Kutsche fahren wird. Entgegen der letzten Jahre hat unser Auflieger kein Dach und wir können uns auf pralle Sonne freuen.

Hoheiten in der Kutsche
Das Kinderprinzenpaar in der Kutsche
Unterwegs mit dem Auflieger

Es ruckelt auf unserem Wagen

Queens und Princesses von Corby

Das Corby Court

Vom Club geht es in die Zugaufstellung wo Marcel, Marie-Lena und ich erst eine kniffelige Aufgabe lösen müssen, bevor wir an feiern denken dürfen. Mittlerweile ist es Tradition, das das Prinzenpaar gemeinsam mit mir und meist einem weiteren Jury Mitglied die besuchenden Courts bewerten. In diesem Jahr gibt es 7 angekündigte Courts, aber 2 sind bis zum Start der Parade nicht da. Mit Stift und Auswerte-Unterlagen machen wir uns daran die „Queen of Queens“ zu finden. Hier sollen wir darauf achten,  wie sie ihren Prinzessinnen zur Seite steht, von sich aus die Konversation mit unserem Prinzenpaar führt und weiter Kleinigkeiten, die eben eine Queen ausmachen. Außerdem gibt es die Kategorien „Princess of the day“, „Court of Courts“ und „best float“ – letzteres ist dieses Jahr leicht, da leider nur 2 Courts eine Kutsche haben. Aber bei all den Prinzessinnen, Queens und Bewertungsmaßstäben ist es nicht einfach zu einer Meinung zu kommen. Schließlich ist es geschafft und wir können die Listen abliefern und uns anderen Dingen zu wenden.
Ich werde aus allen Ecken begrüßt, über die Jahre habe ich viele Bekanntschaften in Corby entwickelt. Die Wartezeit vergeht dieses Jahr wie im Flug und schon bald stehe ich mit auf unserem Wagen. Der niedrigere Aufbau macht einiges leichter und ich finde die bessere Augenhöhe zu den Zuschauern gut. Allerdings mangelt es doch sehr an Fixpunkten, so dass ein sicherer Stand das A und O während der Parade ist. Der Auflieger lässt sich wunderschön in Schwung bringen und mehr als einmal hüpft es heftig… die Parade beginnt unerwartet pünktlich und wir rollen im ersten Teil des Zuges mit.

Am Wegrand stehen Leute vor ihren Häusern, winken und machen Bilder. Üblicherweise wird in England nichts geworfen, aber in diesem Jahr gibt es doch zwei Teams, die kleine Süßigkeiten-Tüten unter das Volk bringen. Die Zuschauer sind durchweg nicht verkleidet, es herrscht kein dichtes Gedränge, wie man es bei uns kennt, aber die Menschen, die am Rand stehen, sind wirklich da um die bunte Menge zu sehen und den Carnival zu erleben. Mit der Parade laufen einige Geldsammler: in Eimern werden Spenden von den Zuschauern gesammelt, mit denen unter anderem die Parade unterstützt wird. Es ist eine angenehme Abwechslung nicht um Süßigkeiten angebettelt zu werden und dabei zu erkennen, dass der eigentliche Brauch nicht verstanden/geachtet wurde. Kein Gemurre über die Wurfmaterialien, weil sie zu weich, hart, klein, alt oder was auch immer sind…. auf unserem Wagen wird gesungen, getanzt und gewunken. Ab und zu werfen wir auch ein Helau in die Reihen und haben unseren Spaß vom Wagen aus einen kleinen Einblick in die englischen Vorgärten zu erhaschen. In den Spaß mit und für alle mischt sich für mich die Freude, dass unser mitreisender Nichtkarnevalist voll dabei ist – so wie er Stimmung aufnimmt und verbreitet, kann mancher von uns noch etwas lernen.

Zum Ende der Parade bin ich um einen spaßigen Umzug und einen Sonnenbrand reicher – nach 7 Jahren überdachtem Float war mein Kostüm ein nicht ausreichender Sonnenschutz auf dem offenen Tieflader. Aber es tut der Stimmung keinen Abbruch, als wir am Westgleb Park ankommen. Hier ist ein kleiner Fun Park aufgebaut, in dessen Zentrum der Bus von Corby Radio steht. In Liveübertragung werden hier Teilnehmer geehrte, Trophäen überreicht und Tanzdarbietungen musikalisch und mit viel Kommentaren von Chuck in den Äther übertragen. Gemeinsam mit den anwesenden Courts werden auch wir in die Arena gebeten und vorgestellt, bevor wir uns ein wenig die Zeit vertreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluss geht es mit dem Bus zurück ins Grampian zum Queens Tea  – neben Sandwiches und Sweets gibt es Tee und Limonaden. Angenehm ist die Tür zum angrenzenden Pub, so dass wir uns auch ein Cider oder Lager gönnen können. Nach gut 5 Stunden Alkohol freier Zone wegen anwesender Kinder in öffentlichen Bereichen gleitet so eine Erfrischung wohltuend durch die Kehle, das muss ich zugeben. Während die Veranstalter letzte Vorbereitungen treffen, entwickeln sich einige Gespräche und ich bedaure bei einigen, dass ich sie nicht weiterführen konnte (wer sich mit mit mir unterhalten hat, bitte melden ich habe da noch 1-100 Fragen). Aber schließlich kommen wir noch zu einem offiziellen Teil, den ich nicht verpassen darf. Übersetzen muss ich allerdings in diesem Jahr gar nicht mehr! Ich kann einen großen Teil einfach nur genießen.

Die Carnival Queen Rosalind startet mit einer Dankesrede und dann werden Queens, Floats etc. geehrt – ein Blick in die Gesichter zeigt mir, dass unsere Arbeit in der Zugaufstellung sich gelohnt hat. Schließlich kommt der Teil wo unsere Tradition sich in die englische eingewoben hat und auch unser Prinzenpaar hat noch einen offiziellen Auftritt, verleiht Orden und bedankt sich für diese tolle, neue Erfahrung. Aus Velbert gibt es ergänzend eine Ehrung für die unermüdliche Terri, neue Court-Orden und einen neuen Freundschaftsorden. Am Ende wird viel gebützt, geherzt und gelacht. Ich bin einmal mehr froh, dass wir die Jugend für Corby begeistern konnten.

 

      

 

 

 

 

 

Der offizielle Karneval ist nun vorbei, aber unsere schöne Zeit noch nicht – für eine kurze Umziehpause geht es ins Hotel und dann zurück ins Grampian. Jetzt ist zwanglose Party angesagt, Nick von Corby Radio versorgt uns mit Musik, schottische Tanzdarbietungen werden gefolgt vom deutschen Kinderprinzenpaar Tanz und diversen Partytänzen. Mit einer Tombola/Raffle wird ein wenig finanzielle Unterstützung generiert und am Rand hat jeder die Möglichkeit Spaß-Fotos zu machen. Die Zeit bis zur „Last Order“ vergeht wie im Flug. Einige von uns nehmen noch eine Einladung wahr, der Rest wird ins Hotel gebracht.
Ich selber bin mit dabei noch etwas weiter zu ziehen und der privaten Einladung von Tracy und Doughi zu folgen. Schlaf technisch sicher ein Fehler, da es nun eine sehr kurze Nacht werden wird, aber für den Spaßfaktor ein großer Gewinn. Und schließlich endet dieser Tag eher früh am nächsten Morgen in unserem Hotel.

 

 

Karneval ganz anders

Freitag um 3:40 schiebe ich gesammelte Koffer Richtung Fahrstuhl, winke den Katzen ein schnelles Tschüss zu und mache mich auf den Weg nach England. Freudig überrascht sehe ich unten vor der Tür unseren Bus und die Ersten, die über die Straße kommen um mir dabei zu helfen Ornate, Fasanenfedern und Karnevalskostüme zum Bus zu schieben. Und es regnet nicht, wir alle stehen da im T-Shirt… für mich mittlerweile fester Bestandteil meines karnevalistischen Daseins, ist es doch immer wieder ein interessantes Gefühl sich im Sommer mit diesem, in Deutschland eher winterlichem Brauch auseinander zusetzen.

Schnell sind Koffer, Kleidersäcke, Getränke und Geschenke verladen und um 3:58 schließen sich die Bustüren. Eben durchzählen, keiner zuviel , keiner zuwenig im Bus und 3 Minuten später rollen wir. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so pünktlich (und so früh) losgefahren zu sein. Etliche Stunden, Kilometer, Länder, eine Fährfahrt später treffen wir uns mit unseren Freunden in Corby. Unsere Partnerstadt in Großbritannien pflegt den selben Brauch, wie wir hier in Velbert. Also zumindest dem Namen nach. Wir fahren zum Carnival ….

Das frühe Abfahren hat sich gelohnt, ohne nennenswerte Verzögerungen erreichen wir Calais. Selbst in Antwerpen hält uns kein Stau auf. Die Grenzkontrolle haben wir zügig hinter uns. Dank ‚oberlehrerhafter‘ Planung sind Papiere da, jeder Jugendliche steht bei den zugeteilten Erwachsenen, die für diese Fahrt die Verantwortung von den Erziehungsberechtigten erteilt bekommen haben, mein leicht gluckenhafter Blick hinter den Beamten ist völlig überflüssig, alle kommen in ihren Grüppchen sehr gut zurecht. Langsam gewöhne ich mich daran, dass ich nicht mehr übersetzen muss und gemeinsam amüsieren wir uns über die Fragen und Gesichter der Grenzer – was wollt ihr denn ausgerechnet in Corby? Ihr feiert da Karneval?? Auch der Ärmelkanal ist auf unserer Seite und wir genießen die Überfahrt bei ruhiger See, Sonne und genug Sitzplatz auf dem Oberdeck. Eine besonders zutrauliche Möwe begeistert ihre Zuschauer und gefühlt im Handumdrehen erreichen wir die Steilküste und Dover.

Leider wird es jetzt doch ein bisschen zäh und wir kämpfen uns im Stop and Go über die nächsten Meilen bis wir die Autobahn Richtung London erreichen. Zwischen ‚wir wollen schnell an London vorbei‘ und ‚ich muss mal, aber das Chemie-Klo ist überfordert‘ hin und her gerissen stehen wir im nächsten zähflüssigen Verkehr und passieren Dartfort Crossing und damit eines der größten Nadelöhre. Der nächste Rastplatz ist unser und alle fliegen aus dem Bus raus mit der Order zügig Pipi zu machen und zu rauchen, damit wir keine unnötige Zeit verlieren. Und wieder sind alle Zack Zack fertig und zurück im Bus sobald die vorgeschriebene Pause beendet ist. Wenn das dieses Wochenende so bleibt, habe ich tatsächlich auch Urlaub – toll!

An den erwarteten Stellen staut es immer mal wieder, aber wir fressen kontinuierlich Kilometer oder eben Miles. Trotzdem zieht sich das ganze in gefühlte endlose Länge. Aber wir kommen in Corby an, nach so vielen Jahren kenne ich den Weg und schiele nur zur Sicherheit auf die aktuelle Karte, schließlich weiß man nie ob unsere Partnerstadt genauso viele Baustellen einrichtet, wie sie zuhause zu finden sind.

Wir sind am Hotel, Hurra! Und werden von einem leuchtenden roten Spalier begrüßt. Das Corby Carnival Court ist geschlossen zu unserer Begrüßung da. 6 mal Jugend zwischen ca 11 und 19 Jahren in Sommerkleidern, mit Tiara und Schärpe sehen uns entgegen und ich kann kaum schnell genug aus dem Bus kommen um sie in die Arme zu nehmen. Immerhin fiebern wir diesem Wochende seit März entgegen.

Anders als bei uns, werden hier Wahlen abgehalten, da es immer mehr Bewerberinnen als Hoheiten gibt. Im März sind sie angetreten, haben eine Rede gehalten, gezeigt ob sie uns in die Augen sehen können und stolperfrei eine Treppe herauf und wieder herunter gehen können. Was für viele vielleicht einfach klingt, ist eine echte Herausforderung- Selbstsicherheit, klarer Blick und Ausprache zählen mehr als das gängige Schönheitsideal. Nicht für ein paar Wochen, sondern für ein ganzes Jahr werden die Queens und Princesses ihre Stadt vertreten. Hier in England gibt es nicht die eine 5. Jahreszeit, sondern in diversen Städten unterschiedlich Carnivals, zu denen man sich gegenseitig besucht und repräsentiert. Das Corby Court setzt sich dabei aus einer Queen mit zwei Prinzessinen (älter als 14) und einer Junior-Queen mit zwei Prinzessinnen (zwischen 11 und 14) zusammen. Neben den vergnüglichen Besuchen übernehmen die Mädels eine Menge Pflichten, da sie ein Jahr lang verschiedene Spendenveranstaltungen unterstützen werden. Von Einkaufstaschen packen bis zu Fallschirmsprüngen war in den Jahren, die ich diesen Brauch teile schon alles dabei. Dabei ist es Aufgabe der Queen, ihr Team zusammenzuhalten, bei Problemen zu helfen, Streit im Stillen zu schlichten und Sorge zu tragen, dass Corby stolz sein kann, wann immer dieses Court für die Stadt eintritt.

Dieses Jahr habe ich es geschafft im März bei der Wahl und Krönung dabei zu sein und die Mädchen mit ihrem Caperon in den ersten Stunden zu begleiten. Der Caperon, liebevoll auch Queen Mum genannt, ist Taxifahrer, Freundin, Lehrer, Projektplaner, Geldsammler, Seelentröster, Werbemanager, Elternbändiger und so vieles mehr. Hier in Corby ist dies Terri’s größtes Hobby – ein Ehrenamt mit viel Verantwortung, welches sie, nicht nur in meinen Augen, wunderbar wahrnimmt. Oft genug war ich Zeuge, wie ihr Rat von anderen gefragt war und ‚ihre‘ Mädchen Preise einsammeln. Die Details gehören zum nächsten Tag…

Jetzt gerade vermisse ich genau diese Seele des Corby Carnival. Zwar stehen die Mädchen nicht alleine zum Empfang bereit, aber Terri ist noch unterwegs um unsere Flieger einzusammeln. Neben den 21 Gästen im Bus haben sich 8 weitere Velberter mit dem Flieger auf den Weg gemacht – leider fehlen da Urlaubstage um die ganze Zeit dabei zu sein. In jedem Fall ist der Empfang herzlich und quirlig. Koffer werden ausgepackt, Zimmer zugewiesen und neben den Mädchen werden Dave und Graeme begrüßt. Noch während ich sortiere, Listen prüfe, Zimmerkarten austeile und alle Anwesenden versorge, kommen auch die Autos aus Birmingham an. In dieser Stunde weiß ich gar nicht ob ich noch wirklich auf dieser Welt bin – Schlafmangel mischt sich mit Freude, Sorge und einer Fülle von Liebe. Schließlich ist alles geklärt, die ersten gehen schon zum gemütlichen Teil des Abends über, ich habe Terri und Stan begrüßt und endlich auch mein eigenes Gepäck auf dem Zimmer.

Wenn wir in Velbert Karnevalisten zählen kommen wir auf eine dreistellige Zahl in verschiedensten Vereinen. Hier in Corby liegt alles das auf den Schultern einer kleinen Gruppe, die in den letzten Jahren zwischen 6 und 8 Personen geschwankt hat. Bis wir das traditionelle Fish and Chips Dinner verputzt haben, haben sich alle aktuellen Committee Mitglieder eingefunden. Außerdem amtierende und ehemalige Bürgermeister, Familienmitglieder und andere Freunde. Ein Gespräch reicher Abend nimmt seinen Lauf und Pläne werden ausgetauscht. Nach und nach leert sich das Hotel und der nebenan liegende Pub, schließlich liegt nach einem langen Tag DER Karneval vor uns. Ich bin beileibe nicht die letzte, die auf ihr Zimmer geht und müde in die Kissen sinkt. Leider tobt, wie so oft, der Sturm des Tages durch meine Gedanken. An einschlafen ist nicht zu denken. Also schnappe ich mir mein iPad und bringe zuende, was ich im Bus begonnen habe. Keine Ahnung ob ich morgen dazu komme das Erlebte weiter zu berichten, aber selbst, wenn ich auf der Rückfahrt ’nachliefer‘ gibt es noch einiges zu berichten von dieser ganz anderen Tradition, die sich dann doch so mit unserem Karneval verwoben hat, dass es immer mehr Freunde dieser gelebten Städtepartnerschaft gibt. Für unseren und den Corby Carnival, für die Verbundenheit mit Corby im Allgemeinen und vieles mehr wünsche ich mir, dass wir Schule machen und an die Jahre anknüpfen, als sich auf allen Seiten darum gerissen wurde Teil dieses Austausch zu sein.