Einmal Prinz-essin zu sein

Das Stadtprinzenpaar 2018/2019 wird Inthronisiert

In Velbert haben wir traditionell ein Prinzenpaar. Und nur wenn sich kein Paar findet, kann es auch mal ein Prinz oder eine Prinzessin alleine sein. Bewerben kann sich im Prinzip jeder, hilfreich ist es aber einen Verein im Rücken zu haben, der einen unterstützt und Erfahrung mit dem Brauchtum. Die Entscheidung für ein Prinzenpaar wird vom Festausschuss Velberter Karneval e.V. 1957 (FVK) getroffen, der als Vertreter aller angeschlossen Vereine etliche wichtige Aufgaben im Velbert Karneval wahrnimmt.

Da ich in der Session 2009/2010 die Ehre hatte meine Stadt als Prinzessin zu vertreten bezieht sich vieles im Folgenden auf meine eigenen Erfahrungen, aber ich denke in groben Zügen treffe ich damit auch das Erleben anderer närrischer Oberhäupter.

In diesem Jahr wird unsere Stadt von Dennis I. und Jessie I. repräsentiert. Ergänzt wird unsere närrische Führung durch das Kinderprinzenpaar Ruben I. und Marika I.

Schon Monate vor dem ersten Auftritt wird viel Arbeit, Liebe, Herzblut und Ideenreichtum in die vielfältigen Aufgaben gesteckt. Die Begleitung wird zusammen gestellt, Fahrer gesucht, Sponsoren gewonnen und eine Art Rahmen für die Auftritte erdacht.
Nach der Vorgabe unserer Stadt (rot-weiß) wird die Kleidung angefertigt oder angepasst. Eigene und traditionelle Vorstellungen bestimmen das Aussehen bei allen Veranstaltungen – das Ornat wird quasi zur 2. Haut in der Session. Und wir alle wissen, dass Prinzessin sein einer der größten Träume vieler Mädchen ist, da ist dies eine sehr wichtige Entscheidung.

Pins von Kinderprinzen Paaren

Pins von Kinderprinzen Paaren

Die zweite große Anschaffung sind die Orden – jedes Prinzenpaar hat seinen Eigenen, den es während der Session verleiht. Meist fließen Hobbies, Verein oder die Stadt in die Gestaltung mit ein und somit auch viel Persönlichkeit. Zusammen mit dem Orden wird der Prinzen-Pin entwickelt. In der Regel eine kleine Ausgabe des Orden, der während der zahlreichen Veranstaltungen gekauft werden kann.
Der Orden hingegen ist ein Verdienst und die Verleihung eine Ehre.

Pins von Prinzenpaaren

Pins von Prinzenpaaren

Auch wenn ich im Laufe der Jahre (gerade als ich selber Prinzessin war) einige Orden verliehen bekommen habe, so kann ich doch zu jedem die Geschichte erzählen. Die Verleihung ist eine karnevalistische Kern-Tradition, die mit einer Zeremonie einher geht. Vielleicht ist sie manchmal nicht ganz so feierlich wie eine Ordens-Verleihung des Staats z.B., aber ein Karnevalist nimmt sie ernst und empfängt einen Orden mit Stolz und Achtung.

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder - als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder – als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Vor der Session finden sich schon viele Termine in den Kalendern zu denen sich die designierten Prinzenpaare einfinden um Gespräche zu führen und weitere Sponsoren zu werben. Offiziell werden sie im Herbst im Rathaus durch den Bürgermeister der Presse und Öffentlichkeit vorgestellt.

Richtig los geht es als Prinzenpaar mit der Proklamation, die im Idealfall am oder nach dem 11.11. noch im November stattfindet. Die Veranstaltung kann von jedem besucht werden, Karten sind über den FVK erhältlich. Es gibt ein abendfüllendes Programm rund um die Haupt-Akts, dabei ist die Abfolge seit Jahren: Entthronisierung des Vorjahr-Kinderprinzenpaar, Inthronisierung des neuen Kinderprinzenpaar gefolgt von dem Geschehen um die Erwachsenen Paare.
Die Inthronisierung beginnt mit dem Einmarsch des Paares und viel Herzklopfen. Auf der Bühne leitet der Präsident des FVK durch das Programm und empfängt die Einmarschierenden. Die eigentliche Einführung ins Amt erfolgt aber durch den Bürgermeister oder seinen Stellvertreter. Er überreicht dem Prinz mit Zepter und Prinzenkette die Insignien der Macht. In Folge bekommt das närrische Volk einen Eindruck über das was in den nächsten Wochen mit dem Prinzenpaar zu erleben ist – die erste Rede erzählt einiges über das Paar, wird vielleicht getanzt oder gesungen, wie ist der Orden gestaltet? Noch eine Tradition sind die 11 Gebote des Paares – eigentlich haben Sie freie Hand, aber natürlich sollten sie mit dem Karneval zu tun haben. Im Laufe der Jahre sind hier wirklich viele schöne Ideen bei gewesen und bei Gelegenheit einen eigenen Artikel wert.

Im Januar und Februar ist das Paar viel unterwegs. Deutlich über hundert Auftritte kommen bis Aschermittwoch zusammen. So geht es unter anderem in befreundete Städte, zu Prinzentreffen, zu Sponsoren, in Krankenhäuser, Altenheime und Kindergärten. Jedes Prinzenpaar hat sicher seine ganz besonderen Ziele, die ihnen nahe gehen oder besonders viel Spaß machen. Aber allen liegt jeder einzelne Termin am Herzen. Im selbst gesetzten Rahmen wird für jede Veranstaltung nach etwas Besonderem gesucht – ein Verbindung zum Publikum. Am bekanntesten sind sicher die Auftritte im Forum zu den großen Sitzungen und schon alleine auf Grund des großen Publikum ist die Nervosität oder Aufregung hier häufig etwas höher.
In der Vorbereitung wird überlegt, was einen mit diesem Verein besonders verbindet um die Rede zu gestalten, wie man sich mit Worten und guter Stimmung für die Einladung bedanken kann, was gerade zu dieser Veranstaltung passt. Man weiß genau hier sitzen viele Karnevalisten, die diese persönliche Note wahrnehmen, gleichzeitig aber auch viele Zuschauer, die der Tradition nicht so verbunden sind und daher besonders gewonnen werden sollen. Häufig fallen bei der Ansage so Sätze wie „das Beste was der Velberter Karneval zu bieten hat“ und dem möchte das Paar selbstverständlich gerecht werden.

Die Zeit zwischen Proklamation und Altweiber ist sehr abwechslungsreich, manchmal turbulent und immer etwas ganz besonderes im Leben. Mit Altweiber beginnt die heiße Phase und der Höhepunkt der 5. Jahreszeit – in diesem Jahr ist es morgen soweit und ich wünsche unseren beiden Prinzenpaaren alles was man ihnen nur Wünschen kann: eine stabile Stimme, liebenswerte Narren auf ihrem Weg, trockenes Wetter, lustige Begegnungen, gute Fahrten, einen bunten Strauß toller Erinnerungen und und und….

… ein dreifaches Velbert Tüpp Tüpp Helau!

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Karnevalist zu sein…

In wenigen Tagen geht es wieder los mit dem Höhepunkt und der letzten, turbulenten Woche der 5. Jahreszeit. Schon im letzten Jahr habe ich mit einigen Artikeln versucht den Unterschied zwischen Karnevalist und „Karneval-Konsument“ (kein wirklich fachlicher Begriff, aber ich denke es beschreibt den Unterschied) zu schildern und vielleicht den ein oder anderen neugierig auf den „Seitenwechsel“ zum Karnevalisten zu machen. Daran möchte ich gerne anknüpfen.
In meiner Heimat-Stadt Velbert ist der Karneval ein fester Bestandteil des Brauchtums und wir zählen einige Vereine, die unser soziales Leben bereichern.
Natürlich trinken und feiern auch wir gerne, wie ein Karneval-Konsument, aber tatsächlich verbindet uns soviel mehr!
Das ganze Jahr über trainieren engagierte Frauen Tänzer/innen, entwerfen Choreographien und planen mit bunten Kostümen und Equipment abwechlungsreiche Bühnenbilder. Es wird geschneidert, gebaut und Musik zusammen geschnitten.
Mit diesen Tänzen werden ganze Programme gestaltet oder auch einzelne Auftritte in sozialen Einrichtungen bereichert (siehe zB 2018 –  Die 5. Jahreszeit).

Publikum begeistern - Selber begeistert sein - Herzensangelegenheit

Publikum begeistern – Selber begeistert sein – Herzensangelegenheit

Zusätzlich haben wir komödiantische Talente in unseren Reihen, die als Büttenredner zum Einsatz kommen. Einer unserer Vereine blickt auf eine lange Tradition mit Fahnenschwenkern zurück (als Kind habe ich diesen Teil mit Gänsehaut am meisten geliebt, wenn die Fahnen im Schwarzlicht über den Köpfen flatterten). Aus befreundeten Vereinen des Umlandes werden wir besucht von hervorragenden Spielmanns-Gruppen, die Sitzungen und den Rosenmontagszug musikalisch begleiten.
Einige Wochen im Jahr wird geplant und gewerkelt – oft in geheimer Mission – um am Rosenmontagszug mit einem gelungenen Wagen teilzunehmen. Auch hier sind so viele Talente gefragt – z.B. wer kann hämmern und sägen, wer hat die statischen Kenntnisse?
Eine Menge Talente also, die sich mit der karnevalistischen Tradition verbinden!

Außerhalb der 5. Jahreszeit findet man uns auch häufig bei Stadtfesten – wir versorgen Besucher mit fester und flüssiger Nahrung und bessern unsere Vereinskassen auf um unsere Kosten zu decken. Oder wir veranstalten Sommerfeste, Halloween-Parties und stellen Highlander Teams für sportliche Wettkämpfe….

Viele fleißige Hände sind das ganze Jahr damit beschäftigt, diese 5. Jahreszeit zu etwas besonderem zu machen. Auch wenn ich aus gesundheitlichen Gründen viele Dinge nicht mehr mitmachen kann und immer mal wieder ausfalle, so gehöre ich doch zu dieser Familie dazu und ich bin stolz darauf.
Zu meinem Glück haben wir Velberter eine besondere Verbindung nach England (siehe zB 2017 Corby Carnival) und so kann ich mich weiter einbringen, in dem ich mein recht gut trainiertes Englisch dazu einsetzte unsere Besucher durch den Straßenkarneval zu begleiten um zu erklären und zu übersetzen.

Proklamation auf Englisch

Corby 2018 - entering Princesses

Wir sind mal wieder in Corby und ein Jahr Regentschaft endet. Das Carnival Court in unserer Partnerstadt wird jedes Jahr am 2. Freitag im März gewählt. Anders als bei uns, weiß zu Beginn des Abends keiner, wer am Ende auf der Bühne steht und die Krone trägt.

Nach unserer Ankunft bekommen wir schon am Donnerstag einen kleinen Einblick, wer alles zur Wahl steht, da wir das Ende der Generalprobe miterleben. Im Gegensatz zu den Vorjahren kenne ich die wenigsten der Teilnehmerinnen, was es letztlich um so spannender macht. Die Mädchen und jungen Damen machen sich mit der Bühne  und den Ein- und Ausmarsch Regeln vertraut, die doch etwas umfassender sind, als bei uns. Noch sind alle relativ entspannt und so ein Blick hinter die Kulissen gibt einen viel besseren Eindruck, wie die Mädels so miteinander umgehen. Lediglich bei der Probe der Verabschiedung merkt man auch heute schon, welch eine ergreifende Zeremonie uns hier erwartet.

Freitag helfen wir den Saal festlich zu gestalten und bereiten uns auf ein paar schöne Stunden vor, die zumindest mir eine emotionale Achterbahn bescheren werden.

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Mit dem Bürgermeister von Corby

Nach einer kleinen Pause im Hotel geht es in festlicher Kleidung zurück ins Grampian und wir treffen auf viele Freunde, (ehemalige) Bürgermeister, Eltern und mittlerweile sehr aufgeregte Mädchen. Die Veranstaltung wird wie im letzten Jahr von Corby Radio unterstützt, Andy moderiert gekonnt und hilft der ein oder anderen Teilnehmerin, die Nervosität in den Griff zu bekommen.

Die Wahl des Corby Carnival Court ist eine komplexe Sache und ich bin froh nicht einer der Judges zu sein (einmal hat gereicht!). Es geht hier nicht um einen Schönheitswettbewerb – auch wenn man das bei manchem Erscheinungsbild meinen könnte. Natürlich zeigt sich jede von der besten Seite, ob es aber einer 12 jährigen unbedingt zu Gute kommt auf High Heels und mit künstlicher Bräune auf die Bühne zu gehen, bleibt fraglich. Preisrichter und Schiedsrichter sitzen vor der Bühne, VIP’s, besuchende Courts anderer Städte, Familien und weitere Gäste bilden einen großen (und leider manchmal viel zu lauten) Rahmen darum herum, während die Mädchen nun einzeln die Bühne betreten und dort ihre Rede halten. In wenigen Minuten muss sich der Preisrichter ein Bild darüber machen, ob die jeweilige Teilnehmerin die Stadt Corby gut vertreten kann. Verständlichkeit, ein offener Blick, eine gute Körpersprache, ein grader Gang und auch ein ehrliches Lächeln fließen hier positiv in die Wertung ein und spielen eine weitaus größere Rolle, als Glitter über den Augen, braune Haut, eine Traumfigur oder Glitzersteine auf dem Kleid. Die 26 Mädchen teilen sich auf in 20 Bewerberinnen für das Junior Court (unter 14) und 6 für das (Senior) Court. Schließlich haben alle ihre Rede gehalten und die Richter ziehen sich zurück um das Punkte-System, welches für die Wahl vorgegeben ist auszuwerten.

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Mit dem scheidenden Court

Damit alle dabei sind beginnt die Verabschiedung des 2017 Court sobald die Wahl ausgewertet ist. Dieser Teil ist immer schon sehr tränenreich gewesen und auch in diesem Jahr bricht das ein oder andere Herzchen, während die Queens und Princesses ihre Abschiedsrede halten. Das Finale wird mit einer „Time to say Goodbye“ Live Version  von Kara Hamer begleitet und ich ziehe meinen Hut vor der jungen Dame. Meine Augen sind nicht trocken als schließlich das Committee Spalier steht, die Insignien der Macht abgelegt sind und die sechs sich ein letztes Mal gemeinsam verneigen.

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Das neue Court

Ganz komme ich um eine offizielle Teilnahme nicht herum und stehe nun doch mit auf der Bühne um die neu gewählten Prinzessinnen zu krönen. Neben mir steht der diesjährige Bürgermeister um diese Aufgabe bei den Queens wahrzunehmen. Unter viel Beifall werden nun nacheinander die Gewinner verkündet und kommen zu uns auf die Bühne. Das neue Court nimmt auf den Stühlen Platz und eigentlich ist dies eine fröhliche Zeit. Aber in diesem Jahr wird es noch einmal sehr emotional.
In den letzten zwei Jahren hat Corby zwei ihrer Carnival Girls beerdigen müssen – zunächst Kayley, die nach jahrelangem Kampf ihren mentalen Problemen nicht mehr widerstehen konnte und dann Victoria, die unerwartet ihrer chronischen Erkrankung erlag.
Um die Erinnerung an Beide zu erhalten wurden für die Queens Wanderpokale gestiftet. Die Kayley Trophy geht an die Corby Carnival Queen und die Victoria Trophy an die Junior Queen.
Der Vater von Kayley möchte für Kayleys Erkrankung sensibilisieren und wendet sich an die Öffentlichkeit – so auch an diesem Abend mit einer wunderbaren, ergreifenden Rede. Ich stehe hinter ihm auf der Bühne und bin fix und alle, erst recht als er mich und meine Freundschaft zu Kayley auch noch mit einbezieht.

Auf und rund um die Bühne werden nun Bilder gemacht und ich komme dazu noch eine kleine Zusage in die Tat umzusetzen. Das scheidende Court verabschiedet sich mit den unterschiedlichsten Gesten und eine davon teile ich – Jordan hat ihre Haare bewusst wachsen lassen und mit ihrer Verabschiedung eine Haar-Spende verbunden. Unter großem Ablaus (viele in diesem Saal wissen, was lange Haare für eine 18 Jährige bedeuten können) lässt sie sich ihren langen Zopf abschneiden, damit dieser zu einer Perücke für krebskranke Kinder gemacht werden kann.

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Ab sind sie

Ohne Ablaus, still und heimlich in der Ecke, schneidet Jordans Mama auch meine Haare ab – für eine Kurzhaar-Perücke sind es genug. Irgendwie habe ich mich zu der Aussage verleiten lassen, wenn Du das wirklich machst, dann bin ich dabei. Ich bereue es nicht und habe meinen Spaß daran zu beobachten, wie es teilweise Stunden dauert, bis es auffällt.

Bei soviel Emotionen und tollen, wie traurigen Momenten ist der Rest des Abends dann ein ausgelassenes Feiern auf der einen Seite, ein enttäuschtes „schnell nach hause“ auf der Anderen und Gott sei Dank nur vereinzeltes unfreundliches Tratschen (welches beweißt, dass da jemand noch lernen muss bevor er Repräsentant werden kann) – schließlich haben 20 Mädchen nicht die Spitze erreicht.
Als Stadtteil-Prinzessinnen, die sie ja schon sind, haben aber auch sie ein aufregendes und wichtiges Jahr vor sich, in dem sie in Corby viele Wohltätigkeitsveranstaltungen unterstützen, sich weiter entwickeln, Freundschaften schließen und dann vielleicht im nächsten Jahr das Puzzelteilchen im Gepäck haben, dass den Ausschlag gibt und dieses Jahr noch gefehlt hat.

Straßenkarneval – Teil 2

Pfannkuchen Essen am Rosenmontag bei der KG Urgemütlich

Nach dem Hahneköppen geht es zurück ins Hotel und wir nehmen am nächsten Einmarsch des Prinzenpaar teil. Gemeinsam besuchen wir den Gießersonntag, der im Best Western statt findet. Wie schon so oft verbreitet das Prinzenpaar gemeinsam Frohsinn und Heiterkeit. Mit dem Hofstaat gemeinsam wird der einstudierte Tanz aufgeführt, der schon viele Zuschauer begeistert hat und den unsere Velberter Karnevalisten mittlerweile aktiv begleiten.
Die folgende Pause nutzt jeder um sich ein wenig zu erholen, bevor es erneut in großer Robe zum Krönungsabend bei Grün-Weiß Langenhorst im Siedlerheim geht. Einmarsch, Begrüßung und auch das Krönungszeremoniell erleben wir im Gefolge des Prinzenpaar.
Gespannt erwarten wir, was sich der Verein hat einfallen lassen, wo doch eigentlich der Hahnenkönig schon gekrönt ist. Zur Überraschung aller gibt es aber doch eine zumindest halbe Krönung, da die Hahnenkönigin sich wieder ganz der Garde widmen möchte und ihre Krone samt Zepter an eine Tanz-Kollegin weiter gibt.

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Showtanz mit Cowboys

Nach diesem offiziellen Akt wird gefeiert und getanzt – unseren englischen Lieblichkeiten gefallen hierbei besonders die Cowboys aus dem Showtanz – etwas, was ich durchaus nachvollziehen kann 😉
Wir beschließen unseren Abend mit einer lieb gewonnen Tradition und besuchen Vassilios und Anastasia in ihrer Pizzeria Orestis. Begeistert werden Pizzen und andere Leckereien vertilgt und wir verbringen eine schöne Zeit in der Velberter Nordstadt.

 

Am Rosenmontag starten wir mit einer internationalen Begegnung. Seit Sonntag ist eine Gruppe aus Morungen (Polen) zu Besuch und taucht heute in das Brauchtum Karneval ein. Kostümierte Gäste und Gastgeber mischen sich mit Velberter Karnevalisten, als wir gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar im Jugendgästehaus einmarschieren. Die Rede des Kinderprinzenpaar ins Polnische zu übersetzten ist sicher eine interessante Erfahrung für Goska, die diesen Austausch nicht unwesentlich mit organisiert hat.

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Der 1. Vorsitzende der K.G. Urgemütlich

Nächste Station ist das traditionelle Pfannkuchen Essen bei Urgemütlich, zu dem unser Gäste aus Corby seit einigen Jahren eingeladen ist. In geselliger Runde schaffen wir alle eine solide Grundlage für die nächsten Stunden draußen im Freien.
Und schließlich sammeln wir uns in der Zugaufstellung für den Velberter Rosenmontagszug. Alle freuen sich über trockenes Wetter, teilweise Sonnenschein und gute Aussichten für die nächsten Stunden, auch wenn die Kälte recht kräftig zuschlägt.

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Gleich geht es los

Das Court hat einen wunderbaren Wagen zur Verfügung, es gibt noch Wurfmaterial dazu und dann geht es los durch die Innenstadt – dank des Wetters stehen die Zuschauer wieder dicht gedrängt und es herrscht ausgelassene Stimmung. Sowohl auf dem Wagen, als auch bei unseren Wagen-Engeln macht sich Begeisterung breit. Diese doch sehr andere Umzug-Stimmung macht gute Laune, nirgends wird der Unterschied zur englischen Carnivals-Parade deutlicher als hier.
Ein wenig durchgefrorenen aber fröhlich geht es ein letztes Mal in das Vereinsheim der Große Velberter um den Rosenmontag zu feiern. Ausgelassen wird getanzt, geredet und geschunkelt. Mit dem Kinderprinzenpaar tritt für eine kleine Weile Wehmut auf, heißt es doch langsam Abschied nehmen, welches der Hofmarschall mit warmen Worten an „seine“ Kinder beginnt.  Aber selbst das alljährliche „time to say goodbye“ – Ritual, kann die Stimmung nur kurz trüben. Nach dessen Beendigung geht es ausgelassen weiter, bis die ersten kleinen Gähner in unsere Gesichter schleichen und wir zunächst mit den Juniors ins Hotel fahren wollen . Aber auch die Großen schließen sich an und für einen kleinen Imbiss sitzen wir noch ein wenig in der Halle.

 

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Deutsch-Englischer Hofstaat

Der Dienstag beginnt etwas ruhiger und wir genießen noch einmal ein gemeinsames Frühstück. Das Parkhotel ist nicht nur unsere Heimat für dieses Wochenende gewesen, sondern hat auch dem Kinderprinzenpaar als Hofburg gedient und die Stadtprinzessin für einige Nächte beherbergt und so trifft sich eine große Karnevals-Familie noch einmal. Sicher waren wir manchmal turbulente, abwechslungsreiche und auch mal laute Gäste, aber wir haben uns willkommen und zuhause gefühlt – dank der Unterstützung durch das gesamte Hotel-Team.
Schließlich heißt es aber Abschied nehmen. Die Engländer machen sich auf den Weg gen Heimat über den Flughafen Dortmund und die Velberter Karnevalisten beginnen mit dem Finale. Ein paar letzte Besuche auf karnevalistischen Veranstaltungen stehen an und das traditionelle Hoppeditz beerdigen.

Noch einen mal darf ich als Teil des Teams rund um das Prinzenpaar mit Tanzen, Bützen und Schunkeln. Leider holt mich beim vorletzten Auftritt im Langenhorst meine persönliche Realität ein und während des so lieb gewonnen Tanzes krampft mein Herz mal wieder so heftig, dass ich den Abend vorzeitig beenden muss. Schnell verziehe ich mich von der Bühne um den Ablauf nicht zu stören und erlaube mir ein paar Tränen, da diese Wahnsinns-Zeit mit letztlich drei tollen Teams nun zu Ende ist.

Alles in allem blicke ich auf eine fantastische und intensive Zeit zurück. Ich habe viele Bekanntschaften geschlossen, etliche gefestigt und eine wunderbare Gemeinschaft mit den Engländern und dem Hofstaat erlebt. Ich habe ein wenig in den Hofstaat des Kinderprinzenpaares schnuppern dürfen und freue mich auf eine Fortsetzung. Nach den letzten Jahren, die ich immer noch mit großen Zwangspause feiern musste, ist mein Herz nun wieder voll entflammt. Über die Wochen habe ich weniger Herz-Probleme gehabt, als in so mancher „normalen“ Woche, habe mich schneller erholt und unendlich viel für meine Seele getan.
Danke an Euch alle, die ihr dabei wart!

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Bei Vassilios angekommen (Sonntag Abend)

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Fröhlich und satt – Danke Euch Beiden!

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Flower Power

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Bald geht es los

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Unterwegs im Rosenmontagszug

Straßenkarneval – Teil 1

Title - Karneval 2018

Wie in jedem Jahr sind die letzten tollen Tage viel zu turbulent, um am Abend noch einen Blog zu schreiben. Dabei passieren gerade zu dieser Zeit so unglaublich schöne Geschichten. Also möchte ich wenigstens eine kleine Zusammenfassung hinterlassen und ein paar Bildern teilen.

Altweiber drängen sich die Termine für das Prinzenpaar und wir sind früh unterwegs. Schon der erste Termin beim Sponsor Wilka ist der Hammer. Als Danke-Schön für die Unterstützung hat der Prinz für seine Kollegen De Drömmelköppe engagiert und die Stimmung kocht… gefühlt verschieße ich meine gesamte Energie beim Tanzen und Mitsingen… ein grandioser Auftakt.
Es folgen der Rathaus Sturm in Heiligenhaus, der Karneval im Seniorenheim des DRK, die Altweiber-Party bei der Sparda Bank und dann die Eroberung des Rathaus-Schlüssel in Velbert. Unser Prinzenpaar besiegt mit Hilfe des Publikums die Truppe unseres Bürgermeisters und bekommt ausreichend Liedertitel zusammen um die gechillten Hippies zu beeindrucken.

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Ankunftsabend in der Hotelhalle

Für mich heißt es jetzt das Team zu wechseln und die Begleitung des Prinzenpaars zumindest zeitweise zu verlassen. Während der Reisebus sich auf den Weg nach zum nächsten Seniorenkarneval macht, treffe ich im Hotel auf unsere Gäste. Seit einigen Jahren kommen die Karnevalisten aus unserer britischen Partnerstadt Corby, um mit uns zu feiern (Was es mit dem Karneval in Corby (Teil 1) Karneval in Corby (Teil2) auf sich hat.)

In diesem Jahr besteht die Delegation aus dem Court (Queen Rosalind mit Princess Jordan und Angel, sowie Junior Queen Jamie-Lee mit Princess Renayce und Ceelie) und sechs Karnevals begeisterten Begleitern. Leider fehlt in diesem Jahr der Chaperone Terri (Queen-Mum, Hofmarschall und noch so einiges in Personalunion), aber gemeinsam schaffen wir es ihre vielen Aufgaben zu übernehmen und den Mädels eine schöne Zeit zu bescheren.
Trotz anstrengender Anreise Reise geht es noch ins Vereinsheim meines Heimatverein Große Velberter 1935 e.V., wo wir auf das Prinzenpaar und etliche Karnevalisten treffen und ein paar schöne Stunden verbringen.

Freitag begleiten wir das Prinzenpaar zur Werkstatt für Behinderte. Hier wird groß gefeiert und ich persönlich freue mich, dass das Court die Erfahrung macht, dass hinter dem großen Spaß auch ein sozialer Auftrag steht. Getreu dem Motto in diesem Jahr „In Velbert ganz klar, ist Karneval für alle da“. Während das Prinzenpaar anschließend ein Kinderhospiz besucht, machen wir die Velberter Innenstadt unsicher.

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Wiedersehensfreude

In großer Robe geht es dann am Abend, zum offiziellen Empfang der Gäste, ein weiteres Mal zu den Große Velbertern. Nach dem offiziellen Teil mit beiden Prinzenpaaren, dem Bürgermeister und einigen, wie immer fantastischen Tanz-Vorführungen, steht der Abend vollständig unter dem Motto „Kennen lernen, gemeinsam Tanzen und Feiern“

Samstag starten wir etwas ruhiger und

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beginnen unser Programm am frühen Nachmittag mit dem Karnevalsumzug in Heiligenhaus: Kalt und windig, aber trocken, ziehen wir gemeinsam mit der Flower Power Truppe meines Vereins durch die Stadt. Auch im dritten Jahr ist die Begeisterung der Heiligenhauser deutlich spürbar, dass sie dieses Brauchtum neu erweckt haben. Friedlich und fröhlich feiern wir mit den Zuschauern.
Im Anschluss gibt es einen privaten Zug in Velbert zum 50. Geburtstag – ein ganz besonderes Erlebnis, denn wer bekommt schon die Prinzenpaare und seinen Verein samt Wagen vor die eigene Haustür gefahren. Ein kurzer Stopp amüsiert Geburtstagskind und Anwohner.
Unser Abend-Programm ist drei geteilt und beginnt mit einem kurzen Auftritt in der Begleitung des Prinzenpaar bei der Karnevalsparty „Op de Eck“, was aber einem Vorbeiflug gleicht, da wir schon 20 Minuten später zur Prunksitzung der KG Urgemütlich eingeladen sind. Hier begleiten wir zur Abwechslung das Kinderprinzenpaar und das Court ist begeistert auch die deutschen Juniors mal auf der Bühne zu erleben. Enden wird der Abend mit einer kleinen aber feinen Dankes-Party, die Mitreisende aus dem letzten Jahr für die Engländer schmeißen. Ganz ungezwungen und fröhlich genießen wir frisch gegrillte Burger, Musik und Gespräche.

Am Sonntag ist das Wetter leider nicht ganz so freundlich und wir entscheiden uns, etwas langsamer zu beginnen. Die Mädels wünschen sich, in Tönisheide am Zug zu stehen und selber einmal mit Süßigkeiten beworfen zu werden – aber es soll anders kommen. Gut 30 Minuten bevor wir fahren wollen, erreicht mich der Anruf, dass ein Wagen für das Court gebaut wurde! Da können wir natürlich nicht nein sagen und eigentlich ist auch bei den Queens und Prinzesses sofort die Begeisterung geweckt, als sie hören, dass es nicht zu Fuß in den Zug geht. Um dem Regen so lange wie möglich zu entgehen, steigen sie gemeinsam mit dem Chairman aus Corby kurz vor dem Start auf und winken begeistert in die Tönisheider Menge. Wir Erwachsenen dagegen sammeln nun fleißig für die Mädels, damit sie wenigstens ein bisschen was zum naschen haben.

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Ohne Worte

Ein dicker Eisregen-Schauer durchweicht auf den letzten Metern alle bis auf die Haut und wir legen einen schnellen Zwischenstopp im Hotel ein – trockene Kleidung und ein heißes Getränk für jeden und weiter geht es zum Hahneköppen in den Langenhorst.
Die immer noch recht kalten Knochen danken der Vorsehung, die diese Veranstaltung dieses Jahr sehr schnell beendet. Der Hahnenkönig ist schnell ermittelt und schreibt Geschichte! Zum ersten Mal gibt es einen König zwei Jahre in Folge – wie sich das wohl auf die abendliche Krönung auswirken wird?

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Auf der Bühne am Samstag bei Urgemütlich

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Nico II. gibt sich die Ehre (aus dem Tanz des Kinderprinzenpaar mit Begleitung)

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Mein Lieblingswagen in Heiligenhaus – Hobbies können sich vereinen 😉 

Sitzungskarneval

In Velbert gibt es einige Karnevals-Vereine und jeder diese Vereine bereichert unser Leben auf besondere Art. Wir alle pflegen gemeinsam das Brauchtum und geben unsere Note dazu. Das 10. Gebot unseres amtierenden Prinzenpaar lautet:
Den Kindern unserer Stadt ist das Brauchtum Karneval wieder ans Herz zu legen, hierzu sind alle Erwachsenen und aktive Karnevalisten aufgefordert Aufklärung zu leisten, damit das Brauchtum Karneval nicht untergeht.
Und der Appell am Ende der Rede unserer Prinzessin „lasst uns das Brauchtum Karneval erhalten“ spricht allen Karnevalisten, die ich kenne, aus der Seele!
Das Schöne ist, dass wir trotzdem alle anders sind dabei. Wir sind bunt, vielfältig und teilweise eigen. Aber genau das macht es aus und findet sich auch im diesjährigen Motto wieder: In Velbert, ganz klar ist Karneval für alle da.

Im Gefolge von Manuel I. Und Sandra I. hatte ich in dieser Woche das Vergnügen, gleich zwei der großen Velberter Sitzungen zu besuchen und sehr unterschiedliche Ansätze von zwei Vereinen erleben zu können.
2018-01-giesser-tanzAm Donnerstag waren wir auf der Sitzung der Nordstadtgießer Velbert e.V. und haben ein sehr exklusives Programm erlebt, welches viele Größen zB. aus Köln zu uns nach Velbert gebracht hat. Ein buntes Programm mit erstklassigen Komödianten – fachlich richtig Büttenrednern – Garden und Musikern, aber auch kurzweiliger Unterhaltung made in Velbert! Das es ein völlig unerwartetes Ende gab, hat dem Vergnügen nicht wirklich geschadet, aber eine kleine Abkürzung geschaffen, die neben dem eigentlichen Genuß in der Presse Beachtung fand.
Am Samstagabend dann stand die Kostümsitzung der KG Grün-Weiß Langenhorst e.V. auf unserem Programm – der Heimatverein der Prinzenpaare und somit mit etwas mehr Zeit in dem vollen Terminplan berücksichtigt.
Für diesen Verein ist es Tradition viele Teile mit „Eigengewächsen“ zu gestalten und dem Publikum Freude durch tolle, rasante, bunte und abwechslungsreiche Tanzdarbietungen zu bereiten. Kurz möchte ich einschieben, dass hier meine Ursprünge im aktiven Karneval liegen und ich als Kind Teil dieser Familie war. Nie werde ich meine Zeit als Schlumpf oder den Song „ich hab noch einen Koffer in Berlin“ vergessen. Einige meiner damaligen Garde und Showtanz Kollegen sehe ich heute auf der Bühne und ich bin beeindruckt von der Kraft und dem Ausdruck, die in jedem Schritt stecken.

Ein großes Anliegen für uns alle war es am Samstag die Eröffnungsshow zu sehen. Offiziell war das Prinzenpaar noch nicht einmarschiert, also haben wir im „Gepäcknetz“ – der Empore – gestanden und die wiedereinmal packende Vorstellung verfolgt.
Von langer Hand geplant, mit dem Thema „Helden der Kindheit“ hat der Präsident seine Worte an das Publikum gerichtet… im Kostüm von Grisu… der kleine Drache, der unbedingt Feuerwehrmann werden möchte! An sich schon grandios, hatte es natürlich eine besondere Note für alle unter uns, die wenige Tage zuvor das Ende des Gießer-Ball erlebt haben, der ja genau diese Berufsgruppe auf den Plan gerufen hat.
197x-pippiIn Folge wurde dies aber übertroffen von so vielen Helden und Vorbildern, die in den letzten Generationen prägend waren! Es gibt einfach nicht die richtigen Wort für mich um dies ansatzweise zu beschreiben…. es war grandios!
Und zu meinem persönlichen Glück war meine Heldin dabei! Sommersprossen, ein wenig frech und rote Harre – nicht nur eine, sondern eine vielfache, mitreißende Pippi Langstrumpf tanzte über die Bühne.2018-01-gwl-pippi
Wie es Tradition ist, waren alle Generationen dabei und es tanzten Sportler, Feen, das A-Team, Nannys und mehr über die Bühne. So begeisternd und mitreißend, dass ich es nicht alles erfassen konnte und nur bruchstückhaft wiedergeben kann. Eigentlich kann ich nur allen ans Herz legen, beim nächsten Mal dabei zu sein!
2018-01-gwl-alleWährend ich meine ehemaligen Vereinsmitglieder tanzen sehe, schleicht sich zu der Begeisterung auch ein bisschen Wehmut in mein Herz und ich bin dankbar, dass ich nur im verborgenen eine Träne aus dem Augenwinkel wischen muss, weil ich, selbst wenn ich wollte, nicht mehr Teil dieser kollektiven Leistung sein kann. Und mein Herz fliegt der ehemaligen „Kollegin“ zu, die in den letzten Monaten zurück treten musste und jetzt genauso wie ich „nur“ zuschauen kann. Um so mehr freut es mich, dass die Vereins-Familie im Anschluss genau hier Herzen verleiht und die Tänzer, die ausgefallen sind ehrt.
Bevor es für uns auf die Bühne geht genieße ich, dass ich sehen kann, wie im Saal begeistert gefeiert wird. Egal welcher Verein hier in Velbert, welcher Karnevalist oder Gast aus dem Norden und Süden – alle bejubeln diese Höchstleistungen und den kollektiven Geist Traditionen in die Zukunft zu tragen.

Was grandios und in einem Feuerwerk von Ideen und Farben begonnen hat, begleitet von einem Publikum in fantasievollen Kostümen, endet später am Abend in diesem „wir alle sind eins: Karnevalisten“-Gedanken … am Donnerstag hat ein Feueralarm das Ende einer wunderbaren Sitzung unterbrochen -> am Samstag lädt der Elferrat von Grün-Weiß Langenhorst e.V. die anwesenden Nordstadtgießer ein, sich zu Ihnen zu gesellen. Und so gipfelt der Abend in Musik, Stimmung und einem gemeinsamen finalen Ausmarsch.

Die fünfte Jahreszeit

Für manche ist Karneval unerträglich, der Rosenmontagszug die Gelegenheit wo man Süßigkeiten abgreift, Parties bei denen alles erlaubt ist oder man gesellschaftsfähig viel trinken kann….
Für mich ist Karneval ein Lebensgefühl, eine Aufgabe, eine Familie und seit ich Herzkrank bin eine Herausforderung. Und gerade stecke ich mittendrin.

2010-giesser-mamaVor 8 Jahren hatte ich die Ehre, meine Stadt als karnevalistisches Oberhaupt zu vertreten. Eine tolle und unvergessliche Zeit mit vielen Pflichten und unvergleichlichen Freuden. Unzählige Menschen haben ihr Vertrauen und Geld investiert, damit ich meine Heimatstadt vertrete und Frohsinn, sowie eine positive Botschaft verbreite. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich am Ende die Rückmeldung bekam, dass ich meinen Job gut gemacht habe, auch wenn ich mitten drin gemerkt habe, dass es mich einen gesundheitlichen, bösen Tribut kostet.

In diesem Jahr darf ich das Velberter Stadtprinzenpaar begleiten – ein ebenfalls unvergleichliches Erlebnis. Abgesehen davon, das ich von einem super Team umgeben bin, begegnen wir so vielen liebenswerten Menschen – Garden, Prinzenpaaren, Hofdamen, Adjutanten, Hofmarschällen, Tanzmariechen… besonders wichtig, nervenstarken Fahrern! Und dazu Narren in jeder Form! Altenheim-Bewohnern, Kindern im Kindergarten oder der Schule, Pfarrgemeinden, Bürgervereinen oder eben Karnevalisten…. und wir erfüllen die Aufgabe, diesen Menschen Freude zu bringen.

In der ersten Reihe steht unser Prinzenpaar Manuel I. & Sandra I.
Beide auf 2018-rathaus-essen-msunterschiedliche Art mit dem Karneval verbunden, aber bereit, diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen.

Die erste große Aufgabe ist es meistens Sponsoren zu gewinnen, die bei der Finanzierung helfen und damit ihren Namen mit unserer Tradition verbinden. Die nächste oder parallele Aufgabe ist es einen Hofstaat zu finden, der ohne wenn und aber in der zweiten Reihe steht und das Prinzenpaar begleitet. Scherzhaft heißt es unter uns Frauen manchmal „ich war erste Klofrau“… ich erinnere mich, dass ich eine Weile lernen musste, bis ich alleine mit dem prachtvollen Ornat am stillen Örtchen zurecht kam. Also hatte ich immer eine der Hofdamen an meiner Seite, so wie Sandra jetzt auch. Dazu kommen Dinge wie der Pin-Verkauf (kleine Anstecker, die den Orden widerspiegeln und einen Teil der Kosten decken sollen), Blumen der Prinzessin (Hofdame) halten, Zepter des Prinzen tragen und Federn richtig platzieren (Adjutant), das Prinzenpaar anmelden sowie das Team im Zeitplan halten (Hofmarschall) – nur um einige Beispiele zu benennen, was die enorm wichtige Rolle des Fahrers angeht, versteht sich die Aufgabe wohl von selbst.

Die finale Herausforderung ist es, das Publikum glücklich und Stadt und Sponsoren stolz zu machen. In dieser Phase stecken wir gerade. Wir bewegen uns in der 5. Jahreszeit, auf die sich viele Karnevalisten das ganze Jahr vorbereiten – Tanztraining, Reden schreiben, Termine planen, die schon erwähnten Sponsoren finden, Sicherheitsauflagen (zB für den Rosenmontagszug) erfüllen und vieles mehr.

Mit dem Prinzenpaar begegnen wir an einem Wochenende (nur ein Beispiel aus 3 Tagen, bevor es richtig los geht) vielen weiteren Narren-Oberhäuptern in einem Karnevalsmuseum, besuchen zwei Altenheime (unbeschreiblich, welche Freude sich hier in den Gesichtern spiegelt), treten auf einer Sitzung auf, für die hunderte Karnevalisten Eintritt bezahlen (und das Geschehen bejubeln), fahren in den übernächsten Ort um die traditionelle Veranstaltung eines befreundeten Vereins mit Ansprache und Tanz zu bereichern ( klingt vielleicht überheblich, aber tatsächlich haben wir Karnevalisten gewonnen, die in Zukunft mit einer Gruppe unserer Begleitung tanzen möchten), besuchen Sponsoren die uns mit Begeisterung empfangen und werden in den Pausen oder zum Ende wunderbar bewirtet in Stammquartier (Langenhorster Stube), Bierquartier (Central) und Ganzjahres-Treffpunkt des Festausschuss (Café Clärchen)

Natürlich wollen wir alle unseren Spaß haben, während wir diese Aufgabe erfüllen, schlussendlich sind wir am erfolgreichsten, wenn wir neben dem eigenen Spaß die Botschaft nie vergessen: als Team zusammen arbeiten und Traditionen weiter reichen während wir sie gleichzeitig dem Zeitgeist anpassen.

Ich bin mir sicher, dass meine Karnevals-Familie nur zu gut mit allem Vertraut ist, was ich hier beschrieben habe. Aber ich hoffe, dass der ein oder andere „Nicht-Karnevalist“ in Zukunft ein bisschen mehr sieht, als eine Horde fragwürdiger, ausgelassener Narren bei denen man am Rosenmontagszug Süßigkeiten abgreifen kann.

Wahl-Familie

Ab und an vermisse ich so etwas wie eine große Verwandtschaft … aber nur ab und an, weil eigentlich habe ich nicht nur eine, sondern mehrere Familien/Verwandtschaften und die sind riesig! Zum beispiel meine Fliegerfamilie, dann gibt es da die Familie rund um meine beste Freundin, die mich adoptiert hat und mir ein wunderbares Patenkind geschenkt hat. Meine Theaterfamilie, meine „immer wieder Samstag“ Familie, meine Corby-Familie…. und meine Karneval-Familie, die natürlich entsprechend der Jahreszeit besonders häufig um mich ist.
Wenn ich meine Bildergalerie ansehe, so finde ich sie alle wieder. Und zu allen gibt es Geschichten, die eine Familie eben ausmachen. Nicht immer sind wir einer Meinung, es wird diskutiert und auch gestritten, wir sagen uns auch mal unbequeme Dinge, aber am Ende, so wie es in Familien meistens ist, wird sich zusammengerauft, vertragen und an einem Strang gezogen.

Zu meinen 2018 Vorsätzen gehört ja, jeden Tag etwas aufzuschreiben, was meinen Tag zu einem Besseren, einem Guten gemacht hat. Nun ist das Jahr noch recht jung, aber trotzdem möchte ich eine Tendenz auslesen – es gibt genau einen Tag, zudem mir nichts positives zum Vermerken eingefallen ist. Und ich würde mal behaupten, das liegt daran, dass ich krank im Bett lag. Es gibt dagegen keinen Tag, den ich mit „das war aber Mist“ kennzeichnen würde!
Und wenn ich mir dann noch ansehe, was ich aufgeschrieben hab, dann muss ich feststellen: meine Familien sind die Geilsten (Olé). Da finde ich mal etwas, was in der Firma geschehen ist, mal durch die Samstags-Runde, die Flieger… vieles aus der Karnevals-Familie! Egal ob ihr Euch meldet um unsere Freunde aus Corby zu fahren oder zu bewirten, ob es in der Prinzenpaar-Begleitung etwas unschlagbar Schönes gibt, oder ich einfach nur schaffe zwei Runden hintereinander mit Euch zu tanzen… all das macht meinen Tag zu einem Guten. Ich kann nur hoffen, dass ich es schaffe für den ein oder anderen auch so ein „guter Tag“ Baustein zu sein, wie zB die Süße, die heute da stand und gesagt hat: „eigentlich hätte ich auf die Sache keine Lust, aber wenn das nötig ist, damit Du dabei bist, dann auch das“ … Gänsehaut, Pippi in den Augen und ganz viel Wärme!
Ein Beispiel aus 14 Tagen, welches mir zeigt wie schön das Leben ist, wenn wir hinsehen, uns rein fühlen! Wie in der Familie, die mit Blutsverwandtschaft entsteht, so gilt auch hier: wir sind manchmal nicht zusammen, aber trotzdem seit ihr immer dabei! Ich hab Euch lieb und wenn einer von Euch in Not ist, bin ich hoffentlich immer in der Lage, auch Eure Tage besser zu machen!

Jetzt geht’s los

Nachdem ich meine Zeit ab dem 27. Dezember überwiegend im Bett verbracht habe kann es jetzt gerne richtig los gehen…
Los gehen mit 2018, mit dem neuen Leben, mit guten Vorsätzen und natürlich mit Karneval! Also noch bin ich etwas angeschlagen, aber ich kann wieder fast normal gucken, ich huste mich nicht mehr blöd und ich habe mal richtig meine Batterien aufgetankt. Zurückblickend habe ich wohl seit der Diagnose meiner Herzerkrankung in Kiel nicht mehr so viel Ruhe, Zeit für mich und Zeit im Bett verbracht. Und das war 2010! Alles was danach kam war geprägt von ‚du musst aber trotzdem‘, ‚du kannst nicht einfach…‘ und ähnlichen Zwängen, die mich immer wieder hochgetrieben haben. Nicht zuletzt geprägt von meiner Angst, dass mein Herz wieder schwächer wird, wenn ich Zuviel raste.

Zu Beginn meiner Pause jetzt war es auch Depression, die mich im Bett gehalten hat. Weihnachten ohne meinen Lieblings-Menschen gepaart mit Fieber ließ sich nicht so einfach ausgleichen. Trotz der lieben Einladungen zum Mitfeiern bei Freunden war alles grau und mein Bett mein Rückzugsort.
Dann war mein Körper wirklich am Ende, wollte nicht mehr und ich habe mich entschieden endlich mal alles andere auszublenden und ihm nachzugeben. Ich habe so viel fern gesehen, wie sonst wohl in 6 Monaten, habe in meinem Lieblingsspiel das Weihnachtsspecial gleich zwei Mal geschafft und mit den Katzen einen Kuschelmarathon veranstaltet. Wenn ich dann mal eingeschlafen bin, habe ich ohne Wecker tatsächlich regelmäßig die empfohlenen 8 Stunden zusammen bekommen, ohne Albträume zu haben.

Dank all der lieben Nachrichten und Einladungen hat sich mit jedem Tag ein bisschen mehr Farbe zurück in mein Grau geschlichen und ich konnte Silvester auf Mamas Bilder schauen fast ohne zu weinen und ihr versprechen, dass ich 2018 zu einem guten Jahr machen werde!
Mein Notizbuch hat die ersten Einträge – es gibt zum Beispiel die Kategorie „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ und jeder Tag hat dazu eine Notiz! Die Tage bekommen Termine und die Wochen Vorsätze! Und Alles in Allem habe ich gestern am Telefon aus ganzem Herzen sagen könne, ja ich bin bereit und mache 2018 zu etwas Gutem.
Morgen geht es los – ich werde wieder arbeiten und mit meinen wirklich tollen Kollegen Projekte vorwärtsbringen. Ich werde mit einem super Team durch die Karnevalszeit gehen, alte Bekannte treffen, neue Bekanntschaften machen und dabei regelmäßig das Glas erheben auf all unsere Lieben, die uns ‚von da oben‘ begleiten. Ich plane Auszeiten und freue mich auf viele schöne Momente mit meinen Freunden hier in Velbert und überall auf der Welt.
Natürlich werde ich auch auf Probleme treffen, auf kleine und mittlere Katastrophen, aber ich fühle mich gestärkt und geliebt genug, auch diese zu meistern und am Ende mehr „was hat meinen Tag zu einem Guten gemacht“ Eintragungen zu haben als düstere Wolken!

Jetzt geht’s los!

Halloween 

 

Es liegen mal wieder zwei sehr abwechslungsreiche Tage hinter mir. Und passend zum Zeitpunkt Halloween gab es auch einen ordentlichen Schrecken. Wer keine Probleme hat, macht sich welche…. obwohl ich eigentlich dachte ich hätte genug davon. Aber der Reihe nach, schließlich waren es unterm Strich schöne Tage!

Da morgen der Wohnung-Ausräum Countdown endet stand natürlich alles primär unter dem Motto:  ausräumen bei Mama und einräumen bei mir. Und irgendwie hatte ich auch alles gut geplant, so dass ich jeden Tag 3-4 Stunden Arbeit habe und alles einer logischen Reihenfolge unterliegt. Z.B. „lass die Lampen erst abmontieren, wenn Du im dunklen nicht mehr in die Wohnung musst“. Dieser Zeitpunkt war gestern erreicht, gegen Mittag kam der Freund einer Freundin um die Lampen abzuholen – und klingelt mich aus dem Bett! Ich habe verschlafen! Immerhin schaffe ich es mit nur einem Kaffee trotzdem nachmittags um 15:00 Uhr mit dem fertig zu sein, was ich unbedingt schaffen wollte. So gönne ich mir ein bisschen Entspannung bevor ich mich für den Abend fertig mache.
stoh-frauEndlich mal wieder Halloween feiern steht auf dem Programm. Und da ich selber ja nicht mehr Tanzen kann, habe ich mich dazu entschieden auf unserer Vereins Halloween Party zu helfen. Das ist das Schöne an unserem Karnevals-Verein: Wir können nicht nur Karneval! Und da mich die meisten hier sehr gut kennen, bekomme ich auch immer einen „Job“, den ich auch schaffen kann, so dass ich zwar helfe, aber nicht wirklich viel Anstrengung habe. Kurzentschlossen bastel ich mir auch noch ein Kostüm zurecht und verwandel mich in eine Vogelscheuche – irgendwie wollte ich mein Gehirn immer schon mal unterm Arm tragen und Stroh-Doof sein 😉
Die notwendigen Zutaten haben sich schnell gefunden: Verpackungsstroh, Gummistiefel, meine uralte Latzhose (aus der Schwangerschaft vor 27 Jahren!) und ein Garten-Filzhut aus dem Kostümfundus kommen zum Einsatz. Schminke gibt es im gut sortierten Karnevalisten-Haushalt ja eigentlich immer zu finden.
Es wird ein toller Abend und ich bleibe etwas länger, als ich gedacht habe. Es macht Spaß so viele Leute (wieder) zu treffen und die Stimmung ist richtig gut. Trotzdem bin ich schlau genug so heim zu gehen, dass ich ausreichend Schlaf bekomme ohne wieder zu verschlafen!

So habe ich den Tag heute pünktlich begonnen und erst zuhause ein wenig für Platz gesorgt und dann mein Auto bei Mama erneut beladen. Da ich nach der ersten Runde „Sachen ins Auto tragen“ noch Platz hatte bin ich nochmal hoch um Taschen vom Balkon zu holen. Und da passiert es – der Türstopper hält nicht richtig im Durchzug und „Peng“ die Tür fällt zu. Schlüssel – schnell die Taschen abtasten – drin, Babett draußen. Ich hätte heulen können! Ein kleines Trostpflaster finde ich dann doch in meiner Hosentasche – wenigstens mein Handy habe ich dabei, so dass ich telefonieren kann. Was ich auch ausgiebig tue. Jeder, der mir vielleicht einen Tipp geben kann (oder mit Werkzeug vorbei kommen) wird angerufen. Sehr dankbar bin ich dafür, dass sich alle spöttische Bemerkungen verkniffen haben – ich selber frage mich, ob der Stroh-Effekt von Gestern Nachwirkungen hat.
Für meine eigene Wohnung habe ich einen Schlüssel bei Freunden deponiert für einen solchen Fall. Aber Mamas Schlüssel habe ich gestern(!) sortiert und in der Küche hinterlegt, damit mir bei der Wohnungsübergabe keiner fehlt. Ich habe es extra einen Tag vorher gemacht, damit mir noch Zeit zum suchen geblieben wäre, falls einer fehlt. Ätsch, gefehlt hat keiner, aber eine deponierte Reserve gibt es eben auch nicht mehr.
Leider befindet sich unter meinen Freunden auch keiner mit der kriminellen Energie des Türen-Knackers oder ein Fassaden Kletterer, der gerne in den 2. Stock kraxeln möchte. Also beiße ich in den sauren Apfel und rufe einen Schlüsseldienst an – schließlich muss ich morgen um 10 Uhr fertig sein!
Da sich zu Pech gerne noch Unglück gesellt, ertönt bei der Rufnummer des Schlüsseldienstes, der mir als vertrauenswürdig benannt wurde, eine freundliche Damenstimme mit dem Satz „dieser Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“.. Aber die Zeit drängt! Wir haben 15:30 und um 16 Uhr wollte eigentlich ein Bekannter helfen, die drei Teile in den Keller zu bringen, die ich alleine nicht bewegt bekomme. Also entscheide mich für einen der 24 Stunden Notdienste mit durchweg positiver Bewertung (ich weiß, Bewertungen kann man kaufen). Auf meine Nachfrage am Telefon, was das denn koste, sagt man mir, dass würde mir vor Ort erläutert, bevor der Kollege den Auftrag annimmt, da er ja sehen müsse wie arbeitsaufwändig es wird. Nun eine Wahl habe ich eh nicht – also warte ich 50 (statt angekündigte 30) Minuten im Treppenhaus, die beiden liebsten Nachbarinnen von Mama sind bei dem recht schönen Wetter leider nicht zuhause. Immerhin gelingt es mir die notwendige Hilfe umzuorganisieren! Dank der Party gestern sind einige Vereinskollegen um die Ecke am Ort der Veranstaltung zum Abbauen und sagen zu, danach bei mir vorbeizukommen (Jungs nochmal ein dickes Danke an dieser Stelle).
Als der Schlüsseldienst dann da ist, muss ich doch noch heulen – natürlich bekommt der Kollege schon für die Anfahrt Geld! Und wenn er jetzt wieder fahren würde, dann eine Stornogebühr zusätzlich. Das Günstigste ist noch der eigentliche Lohn… Auch wenn ich mich gerade echt abgezockt fühle, die Tür muss auf! Und das ist sie dann schließlich auch – warum der Kerl es so spannend gemacht hat und erst ein paar Mal ziemlich offensichtlich tollpatschig mit dem Draht abgerutscht ist, lerne ich dann drinnen, während er sein Rechnungsformular ausfüllt… Leider ist die Pauschal-Zeit abgelaufen und die nächste viertel Stunde angebrochen, so dass es glatt nochmal einen Aufschlag gibt… Auch wenn ich mir sicher bin, dass der Typ gerade eine üble Nummer abzieht bezahle ich um ihn loszuwerden und endlich weiter zu kommen. Und kurze Zeit später kommen auch meine Tages-Helden und schaffen mir nicht nur das Zeug in den Keller, sondern bringen mich wieder zum Lachen und das gesammelte Zeug aus meinem Auto direkt auch hoch in meine Wohnung, so dass ich zwar viel Geld verbrannt habe heute, aber immerhin den Zeitverlust einigermaßen ausgeglichen.
Meine Planung ist leider trotzdem nicht aufgegangen, da durch die völlig verdrehte Reihenfolge die Dämmerung eingesetzt hat als ich zurück in Mamas Wohnung bin. Und wie wir uns erinnern – gestern kamen die Lampen ab!
Also packe ich mir meine Roll-Karre noch einmal mit Kartons voll und vertage die letzte gute Stunde Arbeit in der Wohnung auf morgen früh!
Dafür habe ich es dann tatsächlich hier geschafft schon einen Karton, eine Klappkiste und 4 Taschen auszupacken und zu verstauen!
Irgendwie ist es ja auch ein Trost, dass ich jetzt soviel Vorräte an Putzmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Bastel-Utensilien und Lebensmitteln habe, dass ich zumindest in der Theorie das Geld für den Schlüsseldienst über „vorläufig nicht notwendige Einkäufe“ wieder raus habe 🙂