Angriff auf mein Karma

An manchen Tagen bin ich so sehr im falschen Film, dass es in wenige Worte passt. Da braucht es keine vielen Worte oder besondere Geschichten. Der Tag ist einfach gefüllt von einer Abfolge von Dingen, die Alarmsignale sind….

Vielleicht kennt ihr das, weil es mir echt schwerfällt es zu beschreiben: Ich stehe vor der Tür und mein bestelltest Taxi kommt nicht, der dringend benötigte Kaffee fällt aus, da die Kaffeemaschine beschließt kaputt zu gehen, jemand wartet dringend auf Daten und mein Rechner läuft heiß und streikt bevor ich ein Ergebnis habe….

An solchen Tagen wartest du förmlich auf das nächste Unglück. Seit Wochen, nein eigentlich Monaten habe ich diese Abfolgen. Dabei bin ich eh schon so müde und energielos. Nur selten nimmt der Tag unerwartet eine positive Wende.

Aus all diesen Gründen habe ich etliche Blog Beiträge begonnen und dann wegen der Mutlosigkeit gelöscht. Aber es hilft ja nichts, irgendwann muss es doch aufhören und ich aus meinem Loch wieder heraus krabbeln.

Und wer weiß, vielleicht ist es heute so weit – wenige Tage vor dem Sommerurlaub hoffe ich auf Besserung!

Gestern ist Jo bei mir eingezogen… meine Katzen können ihn (noch) nicht leiden… schließlich ist Jo heute 2 Stunden durch die Wohnung geflitzt- für sie ohne ersichtlichen Sinn. Für mich war es belebend zuzusehen. Jo ist mein neuer Hausfreund und übernimmt ab sofort die Bodenpflege. Und hat schon damit angefangen mich umzuerziehen. Was kann in meiner Wohnung noch vom Boden an die Wand, wo kann ich klarere Linien schaffen. Was sollte ich noch entsorgen. Immerhin kam er zusammen Peter, der mir zur Hilfe dabei geht, all die größeren Gegenstände zum entsorgen Richtung Auto zu transportieren. Oder meine größeren Einkäufe in die Wohnung. Ohne Lärm, ohne Schleppen und ohne Angst, dass etwas runter fällt. Jetzt fehlt nur noch ein stabiler Kreislauf und ich kann endlich weiter an einer aufgeräumten und liebenswerten Wohnung arbeiten. Vielleicht wendet sich dann ja auch das Karma zu einer Abfolge schöner Geschichten.

Es gibt Hoffnung: Wenn es nächste Woche nach Corby, London und Cornwall geht, ist eine solide Basis für schöne Berichte geben.

Jo bei der Arbeit (Peter, der Bollerwagen, steht nach der ersten Führe in der Garage)

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Es kann losgehen

Ich habe fertig! Und ein bisschen bin ich es auch. Warum fällt mir eigentlich nichts intelligenteres ein, als im Urlaub das zu machen, was ich auch sonst immer tue? Am Computer sitzen und auf IT und Internet schimpfen….
Sonntag 16:10, noch knapp 3 Stunden bis zur Eröffnung und hier rotieren alle. Neben der Aufbereitung unserer Webseite springe ich überall ein, wo die Kollegen Hilfe brauchen und ersetze damit perfekt meine morgendliche Fahrrad-Runde durch duzende Wege.
Auch wenn das ausgewählte Design der Homepage immer noch nicht mein Freund ist, so habe ich doch alles halbwegs so hinbekommen, wie wir es uns vorgestellt haben. Für das Feintunning hoffe ich auf Hilfe des Blog-Schöpfers in den nächsten Tagen. Auf jeden Fall habe ich mein Gerüst für die Berichterstattung fertig und ihr könnt der Deutschen Meisterschaft folgen 🙂
http://dm2017.moenchsheide.de

Der neueste Plan

Pläne sind so eine Sache! Manche gehen auf, manche eben nicht. Erfreulicherweise ist der Urlaubsplan aufgegangen! Ich bin über das Krankenhaus zur Mönchsheide gelangt ohne „inhaftiert“ zu werden. Sogar die Vermutung, dass mein Kammer-Flimmern sich wieder verflüchtigt, hat sich bestätigt… Das was mich fast umgebracht hat ist vorbei. Also könnte ich mich jetzt ganz entspannt zurück lehnen, genießen und einfach nur hier sein. Aber dann kommt eben der Plan, der nicht so gut geklappt hat ins Spiel und leider gelingt es mir heute auch nicht ganz so gut, es in lustige Worte zu verpacken….

Das der Umzug ein Risiko ist, das wussten wir, man musste ja nur sehen was 2 Jahre zuvor passiert ist. Also habe ich versucht einen Gang raus zu nehmen… Pause zu machen, Urlaub und nur langsam alle Aufgaben die so anfallen zu erledigen… Schöne Dinge dazwischen zu packen und einfach auch mal nur zu genießen – ohne Pflicht oder Verantwortung…

Ätsch hieß es heute – Kammerflimmern ade, Vorhofflimmern welcome back! Gehäuft tauchen in den letzten 12 Wochen diese Episoden auf, die zeigen, dass mein Herz eben kaputt ist und wieder mal nicht ausreichend rund läuft… Nicht mehr Lebensbedrohlich, aber so schlimm, dass es Wert ist vom Defi aufgezeichnet zu werden und meine Tage und Nächte so manches Mal unbequem zu machen. Natürlich war mir schon vor dem Termin heute klar, dass es nicht so rund läuft, wie ich es gerne hätte, aber letztlich war es leichter sich einzureden, dass es so schlimm schon nicht mehr sein wird. Die Klinik habe ich heute verlassen mit dem klaren Arbeitsauftrag wieder genau hinzuhorchen, was mein Herz so macht, wann es zu doll pocht, wann ich nicht schlafen kann und mich zu melden, sobald ich darüber den nächsten Plan habe. Dann wird ein Langzeit EKG geschrieben, welches genau dieses Tagebuch in elektronische Daten umwandelt und darüber entscheidet, ob ich noch vor dem Austausch des Defis auf den Tisch muss – immerhin die Batterie hält noch mindestens 3 weitere Monate und das Schätzchen darf da links hängen bleiben – um mal wieder irgendwelche Nerven im Herzen veröden zu lassen.

Ich werde horchen, ich werde aufschreiben was mein Herz macht… Egal ob es positiver oder negativer Stress ist, egal ob es meine Hoffnung zerstört doch mal wieder körperlich aktiver zu werden (nicht nur passive Rollen inne zu haben, mehr als nur moderat spazieren gehen etc.) aber ich nehme mir auch heraus jetzt erst einmal im Urlaub zu sein! Schließlich haben die Ärtze sehr deutlich gesagt, es ist nicht lebensgefährlich! Und das ich hier gerade am richtigen Ort bin weiß ich genau….

Auf der Mönchsheide angekommen – kalt, nass und noch recht leer – habe ich „meine Leute“ gesucht… mein Parkplatz war beschriftet, mein Turmzimmer vorbereitet und ich musste nur den Kopf ins „Flight Office“ stecken und ich war angekommen. Eigentlich war mein Satz „ich will in den Arm, auf den Arm und ab morgen bin ich dann auch wieder thematisch belastbar“ überflüssig.. Weil so oder so war ich im und auf dem Arm und einfach herzlich willkommen! Anders als BBSW aber trotzdem meine Fliegerfamilie! Und deshalb werde ich die nächsten gut 2 Wochen genießen, vielleicht ein bisschen Tagebuch führen und über schönere Themen schreiben (Das Wetter sollte aber besser werden!) Aber allen, die Daumen gedrückt haben, die mitfühlen und die vielleicht über meine Geschichte stolpern, weil sie selber zu kämpfen haben, wollte ich diesen Teil nicht vorenthalten…. Wie so oft, wird es am Ende wieder diese Abfolge sein „hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter gehen!“

Große Freiheit

Nichts ist so beständig wie der Wandel. In meinem Leben ist dies eine wahrlich unbestreitbare Linie. Gerade stehe ich erneut als Single in demselben. Neben der Trauer um das, was hätte sein können, empfinde ich natürlich auch Freude darüber, dass ich wieder Entscheidungen treffen kann, wie sie meinem Empfinden entsprechen, ohne über „was passiert, wenn…“ nachdenken zu müssen.
Im Laufe der Jahre habe ich einiges an Erfahrungen gesammelt, was man sich wünschen kann, aber eben auch, was man nie im Leben haben möchte. Mit all diesen Erfahrungen im Schlepptau geht es nun weiter auf der Reise.
Auch wenn ich weiß, dass „sag niemals nie“ seine Berechtigung hat, schlägt meine aktuelle Skala so deutlich in Richtung „ich bin nicht auf der Suche und zufrieden mit dem was ich habe“, dass ich versucht bin „nie wieder“ zu sagen. Einmal, als ich an diesem Punkt war, wurde ich prompt gefunden und nach einem tollen Zwischenhoch war letztlich mehr von diesem „braucht Frau nicht im Leben“ in dem Koffer als einer tragen sollte, und so hoffe ich zumindest, dass meine Skala im Bereich „nein Danke“ bleibt.
Ich möchte ja nicht dem Spaß abschwören, aber ich würde mich gerne immun machen gegen die Tiefe mancher Gefühle und zumindest immer meinen eigenen Rückzugsort behalten.
Immerhin sehe ich eine Entwicklung über die Jahre, die mir Mut macht, daran zu glauben, dass ich es besser im Griff haben werde. Ich habe Sarkasmus, Ironie und Selbstbewusstsein ausgebaut und damit eine schützende Hülle errichtet. Ich habe meinen Glauben und das positive Denken ausgetauscht gegen Misstrauen und „erstmal erzählen sie einen vom Pferd“ (sorry Jungs, aber wenn nicht, seid ihr in der Regel glücklich verheiratet/verpartnert; sorry Pferde, eine der blöden Redewendungen, die einfach nicht fair ist) – es gefällt mir nicht so zu denken, aber wenn Du unter anderem den

  • „ich lebe gerade in Trennung von meiner Frau – wir müssen nur noch …“-Typ über Monate geglaubt hast und schließlich mit dessen Frau unterm Weihnachtsbaum sitzt, weil sie es nett findet Dir etwas aufzuschwatzen, wenn er schon das nächste Häschen anschleppt
  • „ich bin ein Geschenk Gottes an die Menschheit und kann mich dabei so gut in Deine Seele einfühle“-Typ getroffen hast und irgendwann merkst, dass er die Freundin so oft wechselt, wie andere einkaufen gehen
  • „ich bin der beste Freund von allen und einfach nur nett, also erzähl doch bitte Du hast Kopfschmerzen, weil ich keinen Bock auf die Party habe“ -Typ verlassen hast und alle dich dafür hassen,

dann ergibt sich das automatisch. Dabei sind das nur 3 Beispiele aus der älteren Vergangenheit, schließlich ist das hier nicht mein Tagebuch.
Wenn ich nicht auf alles, was mich freundlich umgarnt, direkt mit ausgefahrenen Krallen losgehe, so ist das hauptsächlich einem meiner Kummerkästen zu verdanken… Auch wenn er sich manchmal für sein eigenes Geschlecht fast schämt, wenn ich vor Frust, Lachen oder Wut aus mir raus sprudel, kann er mir doch meist erfolgreich vermitteln, dass es ja vielleicht hier und da einen Grund, ein Korn (für das blinde Huhn) oder eine sinnvolle Taktik gibt. So ein Kummerkasten ist echt hilfreich, wenn man trotz allem das Bestreben hat, nicht ungerecht zu werden. Danke an dieser Stelle!
Während ich also dabei bin, die letzten Jahre noch ein bisschen zu entwirren, taste ich mich langsam nach vorne und entdecke, dass nicht unbedingt das Essen der Sex des Alters sein muss und das Freiheit bedeutet eigene Entscheidungen zu treffen wie zB. spontan an einer Verlobungsparty teilnehmen zu können, aber auch vorsichtig mit doppeldeutigen Angeboten umzugehen.
Erfreulicherweise hat mein Leben in den letzten Wochen nicht damit gegeizt, mir Begegnungen in die Hand zu spielen und sehe ich auf die nächsten Wochen wird sich das auch nicht so schnell ändern. Ich habe immer gerne Menschen kennengelernt und würde mich freuen, wenn es weiter so bleibt. Folglich wünsche ich mir zur Begleitung in die große Freiheit eigentlich nicht mehr, als dass es keine Heinis sein mögen, die die angedeutete Liste da oben unbedingt erweitern, wenn nicht sogar anführen möchten. Wer weiß, vielleicht fühlt sich ja sogar jemand ermutigt, mir das Gegenteil zu beweisen – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt 😉

Noch einmal von vorne

Immer wenn sich eine große Veränderung anbahnt, eine Abschnitt zu Ende geht, dann kommt unweigerlich auch die Frage auf, was wäre gewesen, wenn….. Geht es nur mir so?

Hätte ich damals das getan ..?, wäre ich nicht gerade dann dort gewesen …?, hätte ich hier so entschieden… ?..
All diese Fragen drängen sich auf, ohne danach zu fragen ob du die Zeit hast darüber nachzudenken, ob du gerade zurück denken willst oder ob diese Fragen überhaupt relevant sind. Sie sind einfach da und je länger man lebt, desto mehr werden es…

Ich bin dankbar, dass ich über die meisten sagen kann, dass ich sie wieder treffen würde. Ich bin dankbar, dass viele mich in ein lebenswertes Jetzt gebracht haben, auch wenn ich manchmal nicht sehen konnte wie das gut ausgehen soll. Und ich bin dankbar, dass ich die Gabe mitbekommen habe, aus den Steinen auf meinem Weg nicht eine Mauer, sondern eine Zuflucht und ein Zuhause zu machen.

Wenn ich eines gelernt habe, dann dieses: Jede Veränderung birgt die Chance auf Verbesserung. Man darf nur nicht aufhören die Chancen zu ergreifen.

Wind und Wetter rund um die Spyeside

Bevor ich in den Tag starte, ein kleiner Rückblick auf den Abend. Es ist schon besonders in einer schottischen Kneipe die EM zu schauen, wenn Deutschland spielt. Uwe ist in seinem Trikot allein auf weiter Flur – irgendwann zeigt Fin ihm, dass er das eigentlich verbietet, aber mit einem Augenzwinkern gibt es heute eine Ausnahme. Am Ende des Abends ist auch dem letzten Gast klar, was das Wort „scheisse“ bedeutet, Uwe lernt, was Abseits und Schwalbe auf Englisch ist und hat eigentlich alle auf seiner Seite. Nun gut, da gibt es die einzelne Dame, die absolut zeitversetzt jubelt – später erfahren wir, dass sie halb Italienerin ist. Zum Elfmeterschießen geht Uwe raus, die Nerven liegen blank. Nicht lange danach folgen ihm zwei Schotten, ich glaube heimlich schauen Sie durch das Fenster weiter. Zum Ende gibt es Jubel und Uwe hat noch mächtig Spaß mit den anderen, wir werden beglückwünscht, als hätten wir selber gespielt. Auch die schottisch-italienische Dame herzt uns zum Abschied.

Der Morgen ist entsprechend mühsam und wir starten etwas langsamer. Ich darf meine Erfahrung mit Linksverkehr auffrischen und es klappt erstaunlich gut. Bevor wir die Küste erforschen geht es noch zum Schloss um die Ecke. Leider stehen wieder viele Treppen einer Besichtigung im Weg und wir beschränken uns auf die Küche im Erdgeschoss und den Garten. Als nächstes entdecken wir in einem Küstenort eine Ausgrabungsstätte und ein ziemlich windiges Türmchen. Wenn hier mal fertig gegraben sein sollte, dann kommt ein ziemlich großes Fort zu Tage. Im Moment haben die Leutchen erstmal meine Hochachtung, das sie bei Wind und Wetter nicht aufgeben ob der minimalen Fortschritte, die sie machen.

Die Küste gewährt uns einige schöne Einblicke und den ein oder anderen netten Ort, aber irgendwie will heute nicht der rechte Schwung kommen. Vielleicht sind wir auch zu voll mit spektakulären Highland-Ansichten… Nachdem wir unser erst gesetztes Ziel erreicht haben, entscheiden wir uns auf den Weg zurück zu machen. Ein bisschen packen und Ruhe wird uns nicht schaden. Mir bleibt der Trost, dass wir morgen Mittag in Stonehaven an der Westküste sind und ein Hafen, Steilküsten und eine sehenswerte Burgruine auf uns warten. Zeit sollten wir genug haben.

Auch zurück in Findhorn bleiben wir eher verhalten und müde, die Taschen sind zügig gepackt und im Auto verstaut. Wir trinken eine Kleinigkeit und gehen bald nach dem Essen ins Bett. Irgendwie sind wir uns einig, dass wir diese Nacht besser auf der Strecke verbracht hätten, statt noch einmal zurück zu fahren. Aber bei der Planung könnten wir ja nicht wissen, wie sich die Ausflüge hier gestaltet und wir jetzt leider einige Meilen doppelt fahren.

Whisky und mehr von den Highlands

Am Wochenende gibt es erst ab 8:30 Frühstück. Was mich freut, quält Uwe – er ist eh immer früher wach und gerade hier wird mit Schließen des Pub das Internet ausgeschaltet… und bleibt aus bis in den Tag hinein. Also sind wir pünktlich unten und heute ist der Kaffee fertig, der Tisch gedeckt und wir können bald loslegen. An der Tür hängt nun ein neues Schild – übersetzt „Bitte niemals den Riegel verschieben“ – und wir fragen uns, warum es in diesem Hotel, wo in jedem Winkel, auf allen Türen und Spiegeln Bedienungsanleitungen hängen, diese hier fehlte, bis es schief ging… Damit aber genug zu diesem leidigen Thema – wir haben einen wichtigen Ausflug vor uns. 

Endlich geht es nach Glenlivet zur Besichtigung einer Destillerie. Nein, nicht einer, sondern DER Destille! Auch wenn der Weg toll ist, ist er eben jetzt nicht das Ziel. Wir brennen darauf zu erfahren, warum Uwe’s Lieblings-Whisky nicht mehr in den Läden zu finden ist. Habe ich zu Beginn dieser Reise noch von unserem Lieblingswhisky geredet, so muss ich sagen, dass ich mir heute nicht mehr sicher bin. Zuviel gute Whiky haben meinen Weg gekreuzt. Trotz alledem freu auch ich mich und bin hin und weg, als wir ankommen. Eine wirklich tolle Anlage mit einer großen Auswahl im Shop begrüßt uns. Uwe nimmt wieder den Audioguide mit, ich entschließe mich, meinem Englisch zu vertrauen. Die Gruppe ist nicht sehr groß und unsere Fachfrau erzählt kurzweilig. Fragen kommen nicht viele, außer von mir 😳 schließlich haben wir einige davon gesammelt. Aber die Lady scheint über die Interaktion ganz froh zu sein und es wird eine sehr informative Tour. Leider mit der Erkenntnis, dass der 12 jährige Glenlivet für längere Zeit vom Markt ist. Zumindest von den für uns erreichbaren. Somit ist klar, dass Uwe sich zum Ende der Führung mit einigen Flaschen eindeckt – hier wird er noch verkauft. Zusätzlich landen noch ein paar Utensilien in unserem Korb.

Unser nächstes Ziel liegt weiter im Süden und wir setzten unseren Weg fort. Er führt uns an Schloss Balmoral vorbei, allerdings sehen wir nur Wirtschaftsgebäude und die Kirche, auf das Gelände kommt man nur in einer Führung und das ist uns zu Zeitraubend. Auch so sammeln wir wieder viele tolle Eindrücke auf unserem Weg und freuen uns am Fuß der Grampian Mountains entlang zu fahren. Als wir das nächste Schloss erreichen, fängt es an heftig zu regnen. Da man uns mitteilt, dass wir viele Treppen steigen müssten bei der Führung, streichen wir auch dies. Ich glaube nicht, dass ich das schaffen kann. Unter dem Regenschirm suchen wir den Garten auf, werden aber enttäuscht. Ziemlich verwildert sieht es aus und nur die Bäume beeindrucken wirklich. Also fahren wir zurück in den Norden und setzen die Garten-Hoffnung auf morgen.

Pünktlich zur Essenzeit sind wir wieder in Findhorn. Es ist lecker wie immer in den letzten Tagen und wir beschließen den Abend mit dem abendfüllenden Spiel Deutschland-Italien, Weißwein für Uwe und einer weiteren Whisky-Probe für mich. Uwe fiebert fleißig mit, ich genieße in Ergänzung die Pausen-Gespräche in der Räucherhütte. Hier lerne ich jeden Abend eine Menge über Land und Leute 😉

Muss man Nessie gesucht haben?

Nach einer wirklich guten Nacht lockt die Sonne uns. Und natürlich der Plan für den Tag. Das Frühstück haben wir für 8 Uhr geplant und sind auch nur wenige Minuten zu spät unten. Hier erwartet uns… nichts. Der Raum ist leer, dafür hört Uwe ein heftiges Klopfen am Eingang. Ich schaue nach und darf unserer Frühstücksfee nach ihren Anweisungen die Tür öffnen. Ein Riegel, der normal immer offen sein soll, war verriegelt und die Tür ließ sich nicht von außen aufschließen. Somit ist hier natürlich alles erst einmal im Rückstand. Da ich gestern noch einmal draußen war, grübel ich zwar kurz, aber  diesen Riegel hatte ich nicht in der Hand, die Knöpfe zum Drehen haben meinen schmerzenden Fingern schon genug Ärger gemacht. Trotz dieser kleinen Panne sind wir nach einem reichhaltigen Frühstück zügig unterwegs.

Unser Navi schimpft mit uns, da wir nicht die angegeben Route nehmen, aber wir folgen Fin’s Umleitungsempfehlung und vermeiden Nairn. Dafür ‚entdecken‘ wir ein Schloss im Wald – Cawdor Castle. Mir gelingt mein erster Traum-Schuss mit einem Dornröschen Bild, wir sehen einige nette Kleinigkeiten, aber den Garten und das Schloss selber können wir nicht besichtigen, ohne unseren Zeitplan über den Haufen zu werfen, also fahren wir weiter an den Schlachtfeldern von Culloden vorbei, durch Inverness mit Kurs auf das berühmte Loch Ness. Wieder fahren wir eine schöne Route, müssen aber zugeben, dass wir hier nicht begeisterter sind, als an anderen Orten. Castle Urquart ist unser Stopp an dieser Route und wir sind trotz Andrang schnell im Besucherzentrum mit unseren Scotish Heritage Passes. Dicke Regenwolken, ein Traube Bus-Touristen und ein wenig Entäuschung mit Blick auf die vor uns liegende Ruine, halten uns davon ab den Weg zu den alten Steinen anzutreten, wir beschränken uns auf ein paar Bilder, Kaffee bzw. Tee und ein wenig Ruhe und sind wenig später sehr froh, als wir die Regenschauer niedergehen sehen. Natürlich kaufe ich den obligatorischen Kühlschrank-Magneten und dann geht es weiter. 

Unser nächster Stopp ist Fort Augustus. Zwar ungeplant, aber dafür um so schöner – wir sehen uns das Schleusen-System an, über welches die Schiffe vom Caledonian Canal in Loch Ness gelangen und Uwe entdeckt einen Tuchladen in einer alten Kirche. Hier schieße ich im Sonderangebot einen dicken Pullover und zwei schottische Poncho – mit Hilfe meiner wunderbaren Mama wird der eine aufgepimpt und dann ist er fast so, wie der den ich mir gestern verkniffen habe. Mit dem Plus, dass er individuell wird und der gesamte Kauf heute weniger kostet, als ich gestern hätte hinlegen müssen. 

Ab jetzt geht es wieder zurück am anderen Ufer bzw. in den Bergen und wir genießen wieder tolle Aussichten. Unsere Runde beenden wir in Culloden. Diesesmal gehen wir ins Besucherzentrum und ich gerate kurz ins Straucheln ob der vielen Touristen-Pässe, die es hier gibt. Schließlich werden wir uns aber einig, wie wir in den nächsten Tagen am günstigsten an weiteren Personenschlangen vorbei kommen und sind in der Ausstellung zur Schlacht um Culloden. Vorsichtig schleiche ich mich an den schlimmsten Beiträgen vorbei während Uwe mit einem deutschen Audioguide die Geschichte aufsaugt. Im Videoraum finden wir uns mitten auf dem Schlachtfeld wieder und ich muss flüchten. Ich werde nie begreifen, wie Menschen sich das antuen können. Obwohl natürlich auch ich zu den Müttern gehöre, die ihr Kind um jeden Preis verteidigen würde…

Gegen 18 Uhr sind wir zurück am Hotel und beide ziemlich geschafft. Fin fängt uns am Eingang ab und erklärt uns die genaue Funktion der Haustür. Scheinbar hatte nicht nur die Angestellte am Morgen Probleme, sondern 2 Gäste kamen in der Nacht nicht rein und mussten im Auto schlafen. Ganz übel für den Hotelier und wir merken ihm an, dass er gerne einen Schuldigen finden würde. Ich glaube er hat mich im Verdacht, da ich als Raucher ja eher mal raus gehe, aber auch wenn ich nochmal den Ablauf durchgehe, sehe ich nicht, wie mir das hätte passieren können.

Der Abend wird wieder sehr schön, Fin sucht für uns nach einem Highland-Fest am Wochenende, kann aber leider nichts finden. Die nächsten Games sind an dem Wochenende, an dem wir schon in England sind und das Gathering war letztes Wochenende. Man kann eben nicht alles haben. Ich teste die nächsten Whisky und finde wieder einen, der mir sehr gut schmeckt. Einige Zeit nach dem Spiel Wales-Belgien verabschieden wir uns. Da es gerade nicht regnet machen wir noch einen kleinen Spaziergang an den Piers und genießen die Dämmerung – immer noch sehr ungewohnt nach 23 Uhr.

Sorry but there are many ways to Corby

For my beloved friends all over the world and specially in the UK:
It took several hours to make a descion about the language I use for my blog. As you might have noticed it is German and I’m sorry for this. I hope you understand that it’s more fun and spontanious to use my mother tounge – and the risk of mistakes is lower 😉
I hope you find good translation programs that helps you to get an idea of what I do here.

Anyway I think of you specially at the moment on our way to Corby – it’s not the shortest you can choose but a very great one!! We enjoy to visit the roots of many of your families.
At least you can enjoy the pics xxxx

Spontan oder einfach nur Planlos?

Einige Stunden später steht mein Grundgerüst und die ersten Fragen sind beantwortet. Ich konnte meinen ersten Post editieren, links hinzufügen. Ich habe mich mit Bildern beschäftigt und hinter der spontanen Entscheidung steht jetzt auch ein Plan. Zumindest hoffe ich das.

Es reicht eben nicht einfach nur ein bisschen zu schreiben. Wenn es annähernd gut werden soll, brauche ich einen Vorrat an Bildern in bestimmten Formaten, ein Grundgerüst und eben Ahnung was sich genau hinter so Worten wie „tag“ „slug“ oder „excerpt“ befindet. Dabei ist es nicht die Barriere des Übersetzens auf Englisch, sondern eher die Frage, wie genau setzte ich das ein, gibt es was zum Nachschlagen, muss ich nun Schlagworte mit dem berühmten Lattenzaun/hashtag, oder wie auch immer ihr dieses Ding (#) nennt, versehen. Wo finde ich was wieder und warum kann ich nicht in Spalten schreiben… Immerhin mache ich Fortschritte und habe ein Grundgerüst fertig, welches ich für den Urlaub nutzen kann.
Was mir nicht so alles durch den Kopf ging heute. Ideen über Blog-Themen, Bilder die unbedingt geteilt sein wollen, wo ich mir Tipps holen kann, wie viel möchte ich eigentlich in Englisch machen?

Leider holt mich auch der ganz normale Wahnsinn vor dem Urlaub ein und ich beschließe einiges auf später zu verschieben. Erst einmal geht es morgen weiter mit Schreibtisch leer arbeiten, Taschen packen, Einkaufen für den Katzen-und Wohnungs-Sitter (Mama ist die Beste!), Musik für’s Auto kopieren, E-Books beladen, einen letzten Arzt-Check, Auto beladen und und und.
Abends dann noch das Treffen mit der Theater-Gruppe – da wird es hoffentlich spannend, da wir gerade ein neues Stück in Angriff nehmen, es ist schon so gut wie gewählt und ich hoffe, dass ich schon mal ein wenig meine neue Rolle einlesen kann.