Frohe Ostern

UKE 2019 Ostern

Wieso gerade ich?
Wer kennt diesen Satz nicht? Irgendwann kommt doch jeder mal in die Lage diesen Satz voller Verzweiflung zu durchleiden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich an diesem scheinbar unseligen Osterwochenende 1994 genau diesen Satz zelebriert habe.
Mit einem dummen Kraftakt hat es angefangen, als die Heizung auf meinen Fuß gekippt ist und ich im Krankenhaus auf die OP vorbereitet wurde, statt mit meinem süßen, bald 3 jährigem Sonnenschein Ostern zu feiern.
Mit den Röntgenbildern kam die Antwort auf drei Jahre Reiz-Husten und Halsschmerzen. Und meine Zeit mit dem ‚chronisch Krank‘ Stempel nimmt seinen Lauf.

Chronische Sarkoidose ist kein Todesurteil, aber der Freifahrschein für Jahre der Unsicherheit, des Zweifel, des Unglaubens und des Belächelt werden.
Man sieht es nicht, oft lässt es sich kaum nachweisen und selbst viele Mediziner haben keine Ahnung womit sie es da zu tun haben.
Es steckt in den Muskeln, Nerven, Knochen, den Organen. Still und Versteckt, manchmal auch furchtbar laut – aber versteckt. Winzig klein aber riesig in der Wirkung.
Nach 25 Jahren mache ich heute zumindest immer öfter die Erfahrung, dass es von meinen Ärzten bei der Diagnose in Betracht gezogen wird.

Wirklich Angst gemacht hat sie mir das erste Mal vor knapp 9 Jahren, als es plötzlich das Herz ist, dass angegriffen ist.
Während ich das im Krankenhaus verarbeite, taucht im Bett neben mir eine zweite der typischen Fragen auf: womit habe ich das verdient?

Ich kann es der Dame nicht wirklich beantworten, dafür kenne ich sie zu wenig, weiß nicht was sie so angestellt hat in ihrem Leben.
Aber nach 2 Tagen fragt sie mich, wie ich mit dieser Frage fertig werde und zumindest darauf habe ich eine Antwort: Ich stelle sie mir nicht!
Ich habe es nicht verdient und diese Dinge passieren nicht weil man etwas verdient hat. Niemand hat das verdient! Sie passieren einfach! Und scheinbar habe ich neben der Last auch die Fähigkeit mit auf den Weg bekommen damit umzugehen.
Naja zumindest meistens 😉

Natürlich erwische ich mich manchmal bei dem Gedanken ‚echt jetzt, das auch noch?‘ Aber irgendwie geht es ja dann immer weiter und es passieren schönere Sachen zwischendurch.

Frühling Ostern UKE 2019

Frühling auf dem Gelände des UKE

25 Jahre nach der Diagnose liege ich mal wieder im Krankenhaus und bin dankbar. Dankbar, das es Menschen gibt, die Ostersonntag aufgestanden sind und zur Arbeit gekommen sind, damit ich frühstücken kann, obwohl sie sich vielleicht beim Aufstehen gefragt haben ‚warum gerade ich‘. Dankbar das ich der Mensch bin, der ich bin – geprägt durch hinfallen und wieder aufstehen. Dankbar, dass es mich getroffen hat und nicht den Menschen, der an der Frage nach dem Wieso, weshalb und warum zerbrochenen wäre.

Wenn nicht ich, wer dann? Irgend wen trifft es schließlich immer!!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen frohe Ostern! Egal ob ihr einfach die freien Tage annehmt oder über die Bedeutung des Festes wirklich nachdenkt -> seit dankbar, dass es im Leben eines Jeden diese Menschen gibt. Menschen die für uns aufstehen, ihre freie Zeit geben, Menschen die von Blitz des Lebens getroffen werden obwohl es uns hätte treffen können. Und wenn ihr gerade gefühlt von einem dieser Blitze getroffen seit, wünsche ich Euch die nötige Portion Kraft und Hilfe um es anzunehmen und wieder aufzustehen.

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Einmal Prinz-essin zu sein

Das Stadtprinzenpaar 2018/2019 wird Inthronisiert

In Velbert haben wir traditionell ein Prinzenpaar. Und nur wenn sich kein Paar findet, kann es auch mal ein Prinz oder eine Prinzessin alleine sein. Bewerben kann sich im Prinzip jeder, hilfreich ist es aber einen Verein im Rücken zu haben, der einen unterstützt und Erfahrung mit dem Brauchtum. Die Entscheidung für ein Prinzenpaar wird vom Festausschuss Velberter Karneval e.V. 1957 (FVK) getroffen, der als Vertreter aller angeschlossen Vereine etliche wichtige Aufgaben im Velbert Karneval wahrnimmt.

Da ich in der Session 2009/2010 die Ehre hatte meine Stadt als Prinzessin zu vertreten bezieht sich vieles im Folgenden auf meine eigenen Erfahrungen, aber ich denke in groben Zügen treffe ich damit auch das Erleben anderer närrischer Oberhäupter.

In diesem Jahr wird unsere Stadt von Dennis I. und Jessie I. repräsentiert. Ergänzt wird unsere närrische Führung durch das Kinderprinzenpaar Ruben I. und Marika I.

Schon Monate vor dem ersten Auftritt wird viel Arbeit, Liebe, Herzblut und Ideenreichtum in die vielfältigen Aufgaben gesteckt. Die Begleitung wird zusammen gestellt, Fahrer gesucht, Sponsoren gewonnen und eine Art Rahmen für die Auftritte erdacht.
Nach der Vorgabe unserer Stadt (rot-weiß) wird die Kleidung angefertigt oder angepasst. Eigene und traditionelle Vorstellungen bestimmen das Aussehen bei allen Veranstaltungen – das Ornat wird quasi zur 2. Haut in der Session. Und wir alle wissen, dass Prinzessin sein einer der größten Träume vieler Mädchen ist, da ist dies eine sehr wichtige Entscheidung.

Pins von Kinderprinzen Paaren

Pins von Kinderprinzen Paaren

Die zweite große Anschaffung sind die Orden – jedes Prinzenpaar hat seinen Eigenen, den es während der Session verleiht. Meist fließen Hobbies, Verein oder die Stadt in die Gestaltung mit ein und somit auch viel Persönlichkeit. Zusammen mit dem Orden wird der Prinzen-Pin entwickelt. In der Regel eine kleine Ausgabe des Orden, der während der zahlreichen Veranstaltungen gekauft werden kann.
Der Orden hingegen ist ein Verdienst und die Verleihung eine Ehre.

Pins von Prinzenpaaren

Pins von Prinzenpaaren

Auch wenn ich im Laufe der Jahre (gerade als ich selber Prinzessin war) einige Orden verliehen bekommen habe, so kann ich doch zu jedem die Geschichte erzählen. Die Verleihung ist eine karnevalistische Kern-Tradition, die mit einer Zeremonie einher geht. Vielleicht ist sie manchmal nicht ganz so feierlich wie eine Ordens-Verleihung des Staats z.B., aber ein Karnevalist nimmt sie ernst und empfängt einen Orden mit Stolz und Achtung.

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder - als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Beide Orden spiegeln Hobbies und die Stadt wieder – als Pin sind sie auf den oberen Bildern zu finden

Vor der Session finden sich schon viele Termine in den Kalendern zu denen sich die designierten Prinzenpaare einfinden um Gespräche zu führen und weitere Sponsoren zu werben. Offiziell werden sie im Herbst im Rathaus durch den Bürgermeister der Presse und Öffentlichkeit vorgestellt.

Richtig los geht es als Prinzenpaar mit der Proklamation, die im Idealfall am oder nach dem 11.11. noch im November stattfindet. Die Veranstaltung kann von jedem besucht werden, Karten sind über den FVK erhältlich. Es gibt ein abendfüllendes Programm rund um die Haupt-Akts, dabei ist die Abfolge seit Jahren: Entthronisierung des Vorjahr-Kinderprinzenpaar, Inthronisierung des neuen Kinderprinzenpaar gefolgt von dem Geschehen um die Erwachsenen Paare.
Die Inthronisierung beginnt mit dem Einmarsch des Paares und viel Herzklopfen. Auf der Bühne leitet der Präsident des FVK durch das Programm und empfängt die Einmarschierenden. Die eigentliche Einführung ins Amt erfolgt aber durch den Bürgermeister oder seinen Stellvertreter. Er überreicht dem Prinz mit Zepter und Prinzenkette die Insignien der Macht. In Folge bekommt das närrische Volk einen Eindruck über das was in den nächsten Wochen mit dem Prinzenpaar zu erleben ist – die erste Rede erzählt einiges über das Paar, wird vielleicht getanzt oder gesungen, wie ist der Orden gestaltet? Noch eine Tradition sind die 11 Gebote des Paares – eigentlich haben Sie freie Hand, aber natürlich sollten sie mit dem Karneval zu tun haben. Im Laufe der Jahre sind hier wirklich viele schöne Ideen bei gewesen und bei Gelegenheit einen eigenen Artikel wert.

Im Januar und Februar ist das Paar viel unterwegs. Deutlich über hundert Auftritte kommen bis Aschermittwoch zusammen. So geht es unter anderem in befreundete Städte, zu Prinzentreffen, zu Sponsoren, in Krankenhäuser, Altenheime und Kindergärten. Jedes Prinzenpaar hat sicher seine ganz besonderen Ziele, die ihnen nahe gehen oder besonders viel Spaß machen. Aber allen liegt jeder einzelne Termin am Herzen. Im selbst gesetzten Rahmen wird für jede Veranstaltung nach etwas Besonderem gesucht – ein Verbindung zum Publikum. Am bekanntesten sind sicher die Auftritte im Forum zu den großen Sitzungen und schon alleine auf Grund des großen Publikum ist die Nervosität oder Aufregung hier häufig etwas höher.
In der Vorbereitung wird überlegt, was einen mit diesem Verein besonders verbindet um die Rede zu gestalten, wie man sich mit Worten und guter Stimmung für die Einladung bedanken kann, was gerade zu dieser Veranstaltung passt. Man weiß genau hier sitzen viele Karnevalisten, die diese persönliche Note wahrnehmen, gleichzeitig aber auch viele Zuschauer, die der Tradition nicht so verbunden sind und daher besonders gewonnen werden sollen. Häufig fallen bei der Ansage so Sätze wie „das Beste was der Velberter Karneval zu bieten hat“ und dem möchte das Paar selbstverständlich gerecht werden.

Die Zeit zwischen Proklamation und Altweiber ist sehr abwechslungsreich, manchmal turbulent und immer etwas ganz besonderes im Leben. Mit Altweiber beginnt die heiße Phase und der Höhepunkt der 5. Jahreszeit – in diesem Jahr ist es morgen soweit und ich wünsche unseren beiden Prinzenpaaren alles was man ihnen nur Wünschen kann: eine stabile Stimme, liebenswerte Narren auf ihrem Weg, trockenes Wetter, lustige Begegnungen, gute Fahrten, einen bunten Strauß toller Erinnerungen und und und….

… ein dreifaches Velbert Tüpp Tüpp Helau!

Karnevalist zu sein…

In wenigen Tagen geht es wieder los mit dem Höhepunkt und der letzten, turbulenten Woche der 5. Jahreszeit. Schon im letzten Jahr habe ich mit einigen Artikeln versucht den Unterschied zwischen Karnevalist und „Karneval-Konsument“ (kein wirklich fachlicher Begriff, aber ich denke es beschreibt den Unterschied) zu schildern und vielleicht den ein oder anderen neugierig auf den „Seitenwechsel“ zum Karnevalisten zu machen. Daran möchte ich gerne anknüpfen.
In meiner Heimat-Stadt Velbert ist der Karneval ein fester Bestandteil des Brauchtums und wir zählen einige Vereine, die unser soziales Leben bereichern.
Natürlich trinken und feiern auch wir gerne, wie ein Karneval-Konsument, aber tatsächlich verbindet uns soviel mehr!
Das ganze Jahr über trainieren engagierte Frauen Tänzer/innen, entwerfen Choreographien und planen mit bunten Kostümen und Equipment abwechlungsreiche Bühnenbilder. Es wird geschneidert, gebaut und Musik zusammen geschnitten.
Mit diesen Tänzen werden ganze Programme gestaltet oder auch einzelne Auftritte in sozialen Einrichtungen bereichert (siehe zB 2018 –  Die 5. Jahreszeit).

Publikum begeistern - Selber begeistert sein - Herzensangelegenheit

Publikum begeistern – Selber begeistert sein – Herzensangelegenheit

Zusätzlich haben wir komödiantische Talente in unseren Reihen, die als Büttenredner zum Einsatz kommen. Einer unserer Vereine blickt auf eine lange Tradition mit Fahnenschwenkern zurück (als Kind habe ich diesen Teil mit Gänsehaut am meisten geliebt, wenn die Fahnen im Schwarzlicht über den Köpfen flatterten). Aus befreundeten Vereinen des Umlandes werden wir besucht von hervorragenden Spielmanns-Gruppen, die Sitzungen und den Rosenmontagszug musikalisch begleiten.
Einige Wochen im Jahr wird geplant und gewerkelt – oft in geheimer Mission – um am Rosenmontagszug mit einem gelungenen Wagen teilzunehmen. Auch hier sind so viele Talente gefragt – z.B. wer kann hämmern und sägen, wer hat die statischen Kenntnisse?
Eine Menge Talente also, die sich mit der karnevalistischen Tradition verbinden!

Außerhalb der 5. Jahreszeit findet man uns auch häufig bei Stadtfesten – wir versorgen Besucher mit fester und flüssiger Nahrung und bessern unsere Vereinskassen auf um unsere Kosten zu decken. Oder wir veranstalten Sommerfeste, Halloween-Parties und stellen Highlander Teams für sportliche Wettkämpfe….

Viele fleißige Hände sind das ganze Jahr damit beschäftigt, diese 5. Jahreszeit zu etwas besonderem zu machen. Auch wenn ich aus gesundheitlichen Gründen viele Dinge nicht mehr mitmachen kann und immer mal wieder ausfalle, so gehöre ich doch zu dieser Familie dazu und ich bin stolz darauf.
Zu meinem Glück haben wir Velberter eine besondere Verbindung nach England (siehe zB 2017 Corby Carnival) und so kann ich mich weiter einbringen, in dem ich mein recht gut trainiertes Englisch dazu einsetzte unsere Besucher durch den Straßenkarneval zu begleiten um zu erklären und zu übersetzen.

Ostsee mit Eis

Winter ist ja nicht immer der Blues – heute habe ich eine meiner liebsten Winter-Erinnerungen hervor gekramt.
2011 war ich im Januar/Februar zur Reha in Damp und habe es so sehr genossen, dass ich eigentlich jetzt gerne wieder da wäre. Aber leider hat die Defi-OP alles verzögert und ich muss mit dem Antrag warten, bis ich wieder in der Lage bin ein optimales Ergebnis zu erzielen. Damit verpasse ich diese Zeit der Ruhe, des beißend-belebenden Wind und der langen einsamen Spaziergänge.

Die Ostsee im Winter hat ihren eigenen Zauber und in Anlehnung an den heute frisch gefallenen Schnee hier mal ein paar Eindrück dieses Eiszaubers 2011

 

Winterblues ade?

Zurück in ein vitales, fittes Leben!

Das ist mein größter Vorsatz für dieses Jahr… noch lässt es sich sehr langsam an. Die Operation Ende November hallt immer noch nach – mein Herz überschlägt sich viel zu oft, ich fühle mich permanent wie in der Startphase einer Erkältung und wenn ich es mal vor die Tür schaffe kommt viel zu schnell die Erschöpfung und das Gefühl, mein Kreislauf fühlt sich im Keller am wohlsten.

Es gibt doch soviel Tipps auf dieser Welt, die einem helfen besser zu schlafen, mehr Energie zu tanken und generell gesünder zu Leben… was sind Eure Rezepte?

Seit einer Woche fahre ich wieder 5x die Woche Rad – zugegeben mit dem Heimtrainer am Schreibtisch, aber es ist Bewegung drin und ich kämpfe mich von 20 Minuten zurück auf eine Stunde…

Wochenende Ration Smoothies - Heidelbeere und Banane als Abend Drink, mit Grünkohl und Avocado aufgefüllt für den Start in den Tag

Smoothie Vorrat

Ich nutze Lavendel Duft, Baldrian und Kräutertees um regelmäßig vor ein Uhr Nachts einzuschlafen (noch ist das aber Zukunftsmusik)

Fastfood war noch nie großgeschrieben auf meiner Speisekarte, ich bemühe mich lieber mit gesunden Gewürzen und frischen Zutaten zu kochen. Seit ich meine Smoothies selber mache, gibt es auch keine Reste an Obst und Gemüse mehr – mein Bauch dankt es – selbst mein Kindheitstrauma „Grünkohl“ findet so Zugang auf meine Speisekarte…

Das mit dem Naschen… ganz abgewöhnen kann und möchte ich es mir nicht… eine Handvoll Weingummi, Lakritz oder mal ein Keks, das muss doch drin sein… dafür habe ich auch mein selbstgemachtes , ungezuckertes Trockenobst, Trockengemüse oder ungesalzene Nüsse…

Und ich lese natürlich auch die ganzen tollen Artikel in den unzähligen Frauenzeitschriften, aber jetzt mal ehrlich – die meisten verlangen einen Zeiteinsatz, den ich mit Job einfach nicht leisten kann… selbst wenn ich noch gesund wäre…

Also was macht ihr gegen den Winterblues oder andere Downs? Ich würde mich riesig über Tipps und Ideen freuen…. Kommentare sehr willkommen 💕

Traditionen

Vorsätze werden zu Beginn eines Jahres gefasst und manchmal am Ende auch überprüft… das ich mich an meinen Vorsatz für 2018 recht regelmäßig gehalten habe, sieht man an meinem Blog leider nicht 😦
Viel schreiben wollte ich, aufschreiben in meinem Kalender, in guten Geschichten… aber tatsächlich war es sehr still hier im Blog, mehr als 10 angefangene Beiträge liegen hier im Backend und mindestens doppelt soviel habe ich verworfen. Aber ich habe es geschrieben! Was ist also schief gelaufen?
Ganz einfach- ich! Meist fand ich den Tenor zu düster, das Thema zu persönlich für jemandem aus meinem Umfeld, den Feinschliff unmöglich, den Zeitpunkt verkehrt….

Es ist mal wieder Sylvester, Nebel wabbelt um die Türme von Velbert und es ist zum im Bett bleiben. Eine meiner häufigsten Beschäftigungen in diesem Monat. Aber nicht heute, heute ist Raclette- und Spieleabend, gemütlich und familiär. Vielleicht ein bisschen mehr Jahreswechsel Gefühl als Weihnachtsgefühl wäre toll… damit wäre ich zurück bei den Vorsätzen – ich möchte es wiederfinden !
2019 möchte ich Leichtigkeit für die Reiseberichte und meine Ordnung wiederfinden. Ich glaube damit kann ich auch die Freude an soviel Dingen beleben.

2018 war ein aufregendes Jahr und ich habe viel Spaß gehabt! Aber irgendwie im Nebel des Neusortieren. Es gab so viele Bräuche und Rituale in meinem Leben, von denen ich gar nichts wusste. Erst seit sie nicht mehr funktionieren machen sie sich bemerkbar. Klar der Familien-Weihnachtsbrauch oder die Sylvestertradition stechen hervor, aber neben diesen war mein ganzer Alltag voll mit geliebten kleinen Standards die mit meiner Mama verschwunden sind. Auf der Suche nach einem neuen Gerüst stolpert man über so viele Fragen, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, dass es sehr verwirrend und frustrierend werden kann, und das hat mein 2018 wohl sehr geprägt.

Einen Brauch werde ich aber mit Sicherheit auch in diesem Jahr fortführen! Seit ich 16 Jahre alt bin, hasse ich die Knallerei! Im Ursprung ist dies zwei Beinah-Katastrophen geschuldet, die sich in den ersten 4 Jahren ereignet haben, in denen ich das häusliche Nest zum Feiern verlassen habe. Also gab es bei mir nie diesen immer größer werdenden Hype nach „lauter, heftiger und Hauptsache mehr als der Nachbar“. Als mein Sohn im entsprechenden Alter wat, war ein Päckchen Kinderknallfrösche das höchste der Gefühle. Statt ein Vermögen für Böller-Batterien und Glitzerraketen auszugeben, die dann meist im Nebel verschwinden, habe ich mir einen Spenden-Zweck ausgeguckt. In diesem Jahr geht mein Beitrag an One Earth – One Ocean

Vielleicht sollten wir alle unser Verhalten runterfahren! Meine Katzen, sowie Millionen andere Tiere würden uns danken. Über den positiven Effekt, wenn jeder nur die Hälfte der Ausgaben spenden würde, muss ich wohl nicht viele Worte verlieren.
Und wenn unsere Städte dann noch die gesparten Gelder für Straßenreinigung und Feuerwehreinsätze in ein paar kontrollierte, kleine Stadtteil-Feuerwerke investieren würden, wäre sogar eine schöne, neue Tradition geschaffen, die unsere Nachbarschaften stärken kann…

Vernebelt

Schlimmer geht immer„. Einer der Sprüche, die ich gerne bemühe, wenn es ans Jammern geht. Egal ob jemand mit mir mitfühlt oder sich selber bedauert, weil es ja „ach so schlecht steht“ um ihn/uns (hier in Deutschland? In dieser Zeit?…)
Vielleicht muss ich da mal ein riesen großes Schild dran machen, welches dem Universum mitteilt „das heißt nicht ich möchte noch eine Schippe mehr“ … obwohl Stopp, Verneinung versteht’s Universum ja nicht. Nun vielleicht fällt mir die passende Formulierung ein – oder habt ihr eine Idee?

2018-10-storchschnabel

Detail Liebe

Die letzten Monate waren eigentlich Gute – ab und an ein bisschen Schwindel, mal ein wenig Herz rasen, leichte Sehstörungen ab und an…. und die üblichen Knackpunkt unseres Alters. Ja okay die etwas ausgeprägt lästigen Schlafstörungen darf ich nicht vergessen… Für Ende November steht der Austausch meines ICD an. Also alles klar – eigentlich.
Hätte so schön sein können, aber dann kommt es doch wieder anders. Meine Sehstörungen verschärfen sich – wir können mittlerweile meine Medikamente als Ursache ausschließen – und ich fange doch mal an, mir Sorgen zu machen. Dafür für sind nicht nur die Nebelschleier, die sich vor die Bilder meines linken Auges schieben, sondern auch die stechenden Schmerzen rund um dieses, so wie der Gedanken tötende Brumm-Schädel verantwortlich. In kurzer Zeit verliere ich die Fähigkeit Menschen auf der Straße zu erkennen, irgendwann fliegen bei mir immer 2 Flugzeuge vorbei, wo andere eines sehen. Ich ziehe mich zurück in meine Wohnung, sperre die heiß geliebte Sonne aus, weil ich merke in der Dämmerung geht es besser mit dem Gucken. Ich werde unhöflich und laufe egal wo mit Sonnenbrille rum. Noch klappt es mit dem nah-sehen wunderbar, dann allerdings wird das logische Denken schwierig, mein Kopf nebelt einfach zu und ich muss auch im Büro das Handtuch schmeißen.

Seit Mittwoch schließlich bin ich in der Uniklinik Bonn und bete, dass sich eine Ursache

2018-10-lampenputzer

Detail Liebe

findet. Im Idealfall auch noch eine, die behandelbar ist und womöglich sogar heilbar. Mein Auge selber scheint es nicht zu sein und die Sarkoidose hat keine Anzeichen gesendet, dass sie die Finger im Spiel hat. Im Ausschlußverfahren hoffen wir eine Lösung zu finden. Dienstag ist ein Kardiologe da, der nach 8 Jahren endlich das Kontroll-MRT überwachen wird – aber ob ich möchte, dass die ominösen Schatten, die man damals gesehen hat, mehr geworden und die Ursache sind?
Diverse andere Untersuchungen stehen an und mir bleibt nichts als abzuwarten, mir einige meiner Mitpatienten anzusehen und mal wieder daran zu denken, wie gut es mir doch geht.

In diesem Sinne, liebes Universum „Besser geht auch und bitte mit der Fähigkeit, dass klar und scharf zu erkennen“

Entschleunigen in Puerto del Carmen

Was für ein Hallo! Um 8:30 mischen vier verrückte Ladies die Anlage auf. Aber die anderen Gäste nehmen unsere Wiedersehen Freude gelassen. Schnell sind die Betten und Schränke zugeordnet, die Anlage inspiziert und die ersten Dinge ausgepackt. Jetzt heißt es umziehen und den Hunger stillen, der uns alle erfasst hat.

Gemeinsam gehen wir zur Promenade, halten einen kleinen Quatsch mit dem Werber des Fischrestaurants auf halbem Weg und schlendern von Bar zu Restaurant zu Bar… Priorität für heute ist zwar satt werden, aber eigentlich auch auf spanische Art. Der freundlich Engländer hat keine Chance uns sein Angebot zu verkaufen. Aber er landet auf der List „Frühstück möglich“.

Auf eine schöne Woche

Wir schlagen das „Las Vegas“ aus, ignorieren den verlockenden Inder, ziehen Terri fort vom Japaner und landen bei einem eher unscheinbaren Spanier. Auf leicht erhöhtem Niveau erhaschen wir sogar einen Blick auf das Meer, welches sich auf diesem Abschnitt meist hinter der Bebauung versteckt. Die Karte bietet allerlei Köstlichkeiten und neben Tapas, Fisch und Fleisch auch Pizza und Pasta. Hier sollte also jeder etwas finden. Ausgehungert stürzen wir uns auf ein paar geteilte Tapas und für ein Foto der Köstlichkeiten reagiere ich zu spät. Alle 5 Schälchen sind ratzeputz leer. Fleischbällchen in Tomatensoße, Gambas in Knoblauch Öl, Chorizo in Weinsosse, Fischkroketten und Knoblauchbrot mit Käse versprechen einen gigantisch leckeren Hauptgang. Nur das Entscheiden fällt schwer. Terri und ich werden teilen, so gibt es s mehr zum probieren – die Paella ist perfekt, die Muscheln in Marinade köstlich und auch die Canary Potatos sind lecker. Die typischen Soßen dazu begeistern mich, Eves Geschmack treffen sie nicht ganz, aber ihr Tunfisch-Steak überzeugt voll und ganz. Auch Clare’s Salat des Hauses (Meeresfrüchte und frischer Fisch) ist nicht nur umfangreich, sondern lecker.

Köstlicher Hauptgang

Satt und zufrieden genießen wir das Abendleben um uns und beruhigen unseren bald platzenden Magen mit einem Carajillo (1 geteilt durch 3 reicht völlig). Ein köstlicher und preislich überzeugender Auftakt bei El Drago, den ich wärmstens empfehlen kann. Zurück im Club Maritima genehmigen wir uns noch einen Absacker und ein ausgedehntes Schwätzchen.

Blick auf den Hafen und Markt

Unser Frühstück ist durch und durch Englisch, wir halten unsere Zusage ein und gehen zu Shauna’s Bar. Hier bekommen wir auch ein paar Tips zur Tagesplanung. Der Begrüßungstreff im Club bereichert unser Wissen es steht fest, wir werden keine Langeweile haben. Ein Taxi bringt uns im Anschluss zum Hafen ganz im Süden des Orts. Hier ist heute Markt und wir stöbern ein wenig. Leider ist alles sehr auf Tourismus ausgerichtet und ich schaue umsonst nach typischen Marktständen mit Gewürzen oder anderen Köstlichkeiten. Immerhin entdecke ich eine kleine Lederwerkstatt, in der typische dreibeinige Hocker geschlagen werden (zu groß für mein Gepäck) und finde einen Verkäufer für die Keramik-Kacheln, die hier überall zur Beschriftung eingesetzt werden. In Ermanglung einer eigenen Finca die ausgeschildert werden muss, entscheide ich mich meinen ersten Magneten dieser Kunst zu widmen. Überflüssig zu erwähnen, dass wir jetzt alle Schuhe im Partnerlook haben 😂

Blick auf die Bucht

Kulinarische Meile oberhalb des HafensLangsam erklimmen wir die Klippe im Norden und quälen Terri mit schwierigem Gelände, aber der Blick unterwegs und oben ist es wert und wir genießen (etwas überteuert) einen Cocktail mit Aussicht (Restaurant Puerto Bahia). Die uns umgebenden Fischrestaurants bieten eine verlockende Fülle an Gerichten, für die gerade der fangfrische Fisch angeliefert wird. Ich hoffe hierher führt es uns noch einmal mit leerem Magen! Ein bisschen schlendern wir noch, dann reicht es für heute und ein Taxi bringt uns zurück.

Cocktails mit Aussicht

On the road

Pool time und Sonnenbaden runden unseren ersten Tag ab und wir entscheiden uns heute hier zu essen. Steaks für die Corby Ladies und Fisch für mich. Leider beschert mir die Happy Hour am späten Nachmittag nicht nur einen köstlichen Pastis, sondern auch einen heftigen Herzstolperer, so dass ich mich unmittelbar nach dem Essen verabschiede und 12 Stunden Schlaf an diesen Tag Anhänge….

Pool Time

Happy Hour

So lässt es sich leben

Angekommen auf Lanzarote

Düsseldorf – Madrid – Arrecife -> unmöglich einen direkten Flug zu bekommen, es sei denn ich fahre nach Weeze. Schlussendlich entscheide ich mich für Iberia und den Zwischenstopp. Und mit Koffer ist Ryanair auch nicht günstiger. Die Sitzreihen-Aufteilung im Iberia Flieger dagegen auch nicht bequemer.

Der kleine, eigentlich vielleicht niedliche Hund in der Transport-Box, der vor Nervosität mehr sabbert als in sein Fell passt, macht es leider auch nicht besser. Ob der durchdringende Geruch von ihm oder seinem Herrchen (mit der Box auf dem Schoß) neben mir kommt, wage ich nicht zu ergründen. Immerhin kläfft er mich nur bei der Landung an. Ich bin einfach nur dankbar, als ich nach 2 Stunden dem Flieger entrinne! Irgendwie kann es mich nicht mal mehr aufregen, dass mein Koffer auf einer Seite aufklafft. Kein guter Start!

Glücklicherweise endet hier die holperige Geschichte und Urlaubsstimmung macht sich breit. Terri hat meinen Shuttle nach Puerto del Carmen perfekt vorbereitet- ein Minibus (First minute travel) bringt mich zu unsere Appartement Anlage (Club Maritima), ich kann sofort Einchecken und bin ehrlich gesagt sehr positiv überrascht vom gesamten Umfeld. Der gefürchtete Pferdefuß beim Tombola Gewinn zeigt sich nicht! Unser Appartement bietet ausreichend Platz, eine gut ausgestattete Küche, viel Stauraum und eine wunderbare Terrasse. Das ich quasi englisches Territorium betrete war klar und irgendwie habe ich das Gefühl, die englische Managerin freut sich über die deutsche Exotin.

Mein eigener Durst weckt meine Einkauf-Lust und ich mache mich auf zur ersten Erkundung, damit ich kalte Getränke anbieten kann, wenn die 3 Corby-Girls kommen. Gerade mal 7 Minuten brauche ich zur Strandpromenade (mit einmal falsch abbiegen). Geschäft wechselt mit Bar oder Restaurant, Minigolf, Casino…. nach gut 500 Metern von 7 km Avenue de las Playas weiß ich, dass wir in jede Himmelsrichtung essen können (Japanisch, Indisch, Italienisch, Mexikanisch …), ich verliebe mich in eine kurze Hose und ein Strand-Outfit, finde den günstigsten Tax free Shop für Zigaretten und Alkohol, werfe einen Blick auf kleine Sandbuchten, stolper über Apotheken und gefühlt 1000 Souvenir-Shops. Der kleine Selbstversorger-Supermarkt liegt gerade mal 3 Minuten entfernt vom Appartement.

Der gesamte Ort ist zwar rein touristisch angelegt, aber es finden sich nur weiße, maximal 2 geschossige Häuser mit den traditionellen grünen Fenstern. Die Ficus Bäume am Straßenrand sind unglaublich, die Bougainvillea blühen in allen Farben. Am Horizont zeigen sich die für Lanzarote typischen kargen Berge. Und ich weiß nicht, wie oft ich mir an den Straßenecken wünsche unsere Namensschilder mögen nur halb so nett aussehen… noch eine Stunde verbringe ich alleine an der Pool-Bar, bevor eine wunderbare Girlswoche beginnt.

Girls Tour English style

Wieder unterwegs – dabei habe ich noch einige Beiträge aus dem Sommerurlaub hier liegen, zu denen ich noch Bilder sortieren möchte und ein wenig am Feinschliff arbeiten. Nun das muss jetzt warten. Heute mache ich mich auf den Weg nach Lanzarote.

Für mich nicht nur eine unbekannte Insel, sondern auch eine ganz neue Art Urlaub zu machen. Auf der Insel treffe ich Terri, Clare und Eve: ein Mädels-Urlaub auf Englisch. Eine Woche mit meiner Freundin und ihren Pavitt Girls: ohne Karneval, ohne Pflichten und Aussicht auf viel Ruhe und Erholung! Keinen Plan, keine Ahnung wo oder wie genau wir wohnen, ein Appartement in Puerto del Carmen, mehr weiß ich nicht. Die Bilder im Netz sehen gut aus und der Reiseführer verspricht eine ganz besondere Welt. Ich bin gespannt!

Noch sitze ich in Düsseldorf und warte auf meinen Flug – einmal Umsteigen in Madrid und dann heute Mittag auf den Kanaren. Pause vom Alltag, die Katzen gut versorgt und Aussicht auf lange Gespräche – herrlich!

Auch wenn ich nicht die Absicht habe weite Wanderungen zu unternehmen, möchte ich doch die Worte des Jakobweg Wanderers nutzen: Ich bin dann mal weg !