Mystik auf dem Glauberg

„Bring feste Schuhe mit, wir gehen auf den Berg!“ – „ich erwähnte, dass ich Höhenangst habe?“ – „nicht so einen Berg, aber es könnte ein bisschen rutschig sein nach all dem Regen… ich möchte Dir einen Platz zeigen, der mir etwas bedeutet!“
Mit diesem kleinen Dialog war unser Programm für Sonntag festgelegt. Und irgendwie wusste ich sofort, es wird gut.

Keltenwelten, so ist es offiziell beschrieben und das klingt ja schon mal spannend. Es erinnert mich ein klein wenig an die Siedlung auf den Orkneys . Oder auch an das, was ich gerade über Cornwall lese in Vorbereitung auf den Sommerurlaub.

Glauberg - Museum, im Vordergrund die Priestergräben

Glauberg – Museum, im Vordergrund die Priestergräben

Bei herrlichem Sonnenschein fällt mein Blick zunächst auf die rostrote Kiste mitten in der Landschaft – irgendwo habe ich die schon mal gesehen… das ist das Museum, klärt Üli mich auf, aber da wollen wir maximal am Ende einen Kaffee trinken. Dann sehe ich das Hügelgrab mit vorgesetzten Steelen. Und ich gestehe meine Niederlage lieber direkt ein – ich glaube es sind Basalt-Säulen, Üli plädiert für Holz… Am Ende des Tages schauen wir es uns näher an und Üli behält Recht. Ähnlich, wie ich jetzt gerade in der Zeit springe, springen die ganze Zeit meine Gedanken und ich habe echt Schwierigkeiten diesen ganz besonderen Tag zu „Papier“ zu bringen.

Glauberg 2018 - Üli an den Holzsteelen, bevor wir den Grabhügel besteigen

Glauberg 2018 – Üli an den Holzsteelen, bevor wir den Grabhügel besteigen

Vorab erzählt Üli mir noch eine besondere Geschichte zu diesem Ort, die wir trotz intensiver Suche nirgendwo nachlesen können. Das Grab mit seinen Graben-Gängen ist vor vielen Jahren aus der Luft entdeckt worden – die Tochter des Piloten Wilhelm Diebitsch habe ich gestern kennen gelernt – aktives Allround-Talent am Flugplatz in Gedern, Goldstück im Segelflugbedarf Shop und in kurzer Zeit auch mir ein sehr sympathischer Mensch. Gemeinsam mit einem Freund ist er zu einem Flug aufgebrochen und hat „seltsame“ Bodenstrukturen entdeckt. Als nicht Historiker erspare ich mir und Euch Jahreszahlen und weitere Details – ich denke die werden auch in der offiziellen Version zu finden sein. Leider hat man sich (aus welchen finanziell/politischen Gründen auch immer) entschieden, den Piloten auszusparen und statt dessen drei Historiker auf den Tafeln vor Ort zu benennen. Für mich, und sicher nicht nur für mich, der eine Wehmutstropfen an diesem sonst so positiven Ort.

Ausgrabungen auf dem Glauberg - unser Blick geht Richtung Frankfurt und ganz hinten am Horizont entdecke ich die Skyline

Ausgrabungen auf dem Glauberg – unser Blick geht Richtung Frankfurt und ganz hinten am Horizont entdecke ich die Skyline

Klettern müssen wir nicht auf dem Weg hinauf auf den Glauberg, aber ich bin schon froh, dass ich in den letzten Monaten an meiner Fitness gearbeitet habe – ich genieße einfach die Natur, den ausbrechenden Frühling und das Gespräch mit Üli. Erfreulicherweise ist es nicht sehr voll und das gesamte Areal ist natürlich und frei gehalten. Nur an drei Stellen sind Ausgrabungen im Gange und daher Absperrungen aufgebaut. Statt Keltenwelten treffen wir hier überwiegend auf mittelalterliche Funde. Tatsächlich ist der Glauberg selber heute mehr Mittelalter und der Fuß Keltisch, aber das erarbeiten wir uns in den nächsten Stunden an Schautafeln und dem kleine Heftchen aus dem Museumsshop.

Wir treiben von Schautafel zu Steinhaufen und von Wasserreservoir zu Mauern. Immer wieder halten wir an, lassen Geräusche und Stimmung auf uns wirken. Auf diesem Hochplateau braucht/hat alles seine Zeit. Was heute ein Hügel ist, war früher eine Stadtmauer, wo wir über mögliche Lebensräume nachdenken, haben früher Vorräte gelagert. Der Ausblick ist in alle Richtungen atemberaubend, da die Sicht heute einfach stimmt – sogar die Frankfurter Skyline ist zu sehen. Das ein oder andere Gespräch mit anderen Besuchern bereichert die Zeit, meist bemühen wir uns aber für uns zu sein.

Der Wall hinter der Glauburg war früher die Mauer der Anlage

Der Wall hinter der Glauburg war früher die Mauer der Anlage

Tatsächlich fühle ich mich ziemlich bald wie in einer Blase außerhalb der Zeit, dankbar im jetzt und hier zu leben, aber fasziniert von dem, was damals möglich war. Bis heute kann ich nicht wirklich benennen, was da oben in mir passiert ist, aber irgendwie machen mich diese Stunden glücklich und zufrieden. Es ist dieses deutliche Fühlen von Zufriedenheit, Glück in kleinen Dingen….. Außerdem erwische ich mich dabei, dass ich plötzlich über Dinge mit Üli rede, von denen ich gedacht habe, dass ich sie niemals über meine Lippen bringen würde, weil ich sie viel zu „speziell “ finde. Aber jetzt gerade fühlt es sich richtig an… als ich später alleine im Auto nachhause fahre, habe ich dieses Bild vor Augen:

Die Überreste der Glauburg

Die Überreste der Glauburg

Mein Leben ist eine riesige Kommode – von unten nach oben finden sich Erinnerungen nach Jahren, von links nach rechts sind sie von schlecht zu gut sortiert… einige Schubladen sind zugenagelt, da sie viel zu weh tun würden, wenn man den Inhalt hinaus ließe, einige glückliche Momente genieße ich ab und an alleine, lasse die Lade aber trotzdem meist zu, da es auch sehr traurig machen kann, dass diese Momente vorbei sind. Und dann gibt es da in der Mitte Träume und Wünsche, die bisher immer nur mir gehört haben. Und hier oben rappelt es plötzlich und es öffnen sich Schubladen und die Geschichten sprudeln aus mir raus… es fühlt sich gut an, etwas so unerwartet zu teilen – und es fühlt sich auch Tage später immer noch richtig an. Egal ob es der besondere Ort ist oder der besondere Mensch – wahrscheinlich beides zusammen – was sich komisch ausgenommen hat ist plötzlich aussprechbar, was peinlich war einfach eine ehrliche, offene Emotion…

Kleine Rast auf dem Hochplateau des Glauberg

Kleine Rast auf dem Hochplateau des Glauberg

Vielleicht klingt es schräg, möglicherweise denkt der ein oder andere das ist Spinnerei, aber für mich ist da etwas mystisches im Gang gewesen, eine Dimension in Aktion, die ich nicht wirklich erfassen oder beschreiben kann. Aber ich konnte es genießen, mich darauf einlassen und mich irgendwie freier auf den weiteren Lebensweg machen.

Vielleicht habe ich das gespürt, was sowohl die Kelten, als auch die Staufen dazu gebracht haben, sich genau auf/an diesem Berg anzusiedeln, natürlich neben der geeigneten Höhenlage. In jedem Fall habe ich diesen Ort als etwas ganz besonderes in meine Lebens-Kommode aufgenommen – eine Schublade, die jederzeit geöffnet werden kann um mir ein gutes Gefühl zu geben!

Kellermauern aus dem Mittelalter - rechts der Wall der alten Stadtmauer und oben wo der Zaun steht, waren früher die Hauseingänge

Kellermauern aus dem Mittelalter – rechts der Wall der alten Stadtmauer und oben wo der Zaun steht, waren früher die Hauseingänge

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A Touchy Subject…

Mal wieder ein Artikel, den ich besser nicht hätte schreiben können… Ein Redewendung, die ich häufig benutze: Gott sei Dank sehe ich nicht krank aus. Wenn ich aussehen würde, wie ich mich fühle, wäre es zum schreiend weglaufen….
Die Authorin: „I’m glad I don’t look on the outside, the way I feel on the inside. How ugly I would be! “
via A Touchy Subject…

Britische Gegensätze

Rockingham Castle - Corby 2018

Nachdem mein Sohnemann das Osterwochenende seinem Studium gewidmet hat, habe ich mir einen riesen Berg Büroarbeit vornehmen wollen. Aber irgendwie kam es dann ganz anders. Mittwoch Nachmittag habe ich nervös zuhause gesessen und gewartet: Meine Freundin liegt unter dem Messer mit einer ziemlich einschüchternden Erwartung der Ärzte. 4 Stunden OP und danach dauert es weitere Stunden bis endlich die erlösende Nachricht kommt, dass sie aufwacht. Mindestens ein dutzend Mal wünsche ich mir, ich wäre einmal unvernünftig gewesen und hätte mich am Morgen in den Flieger gesetzt um vor Ort zu sein.
Wen wundert es da, dass ich nicht nein sagen kann, als plötzlich das Angebot auftaucht, doch mal für 3 Tage über Ostern hinzufahren… ein Tag bleibt meinem Schreibtisch und der Wohnung vorbehalten, aber in der Nacht auf Samstag geht es los nach Corby.

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

Alleine Terris Gesicht, als wir plötzlich in ihrem Zimmer stehen, ist den ganzen Aufwand wert! Es fühlt sich toll an, jemanden glücklich zu machen, der sich immer bedingungslos für andere einsetzt.
Allerdings war es auch ein kleiner Schock. Auch wenn es nach meinem letzten Post wie ein Sprung in einer Schallplatte klingt: wir können einfach mal dankbar sein! Das „Zimmer“ ist quasi ein Durchgang, in dem 12 Patientinnen liegen! Kein Fenster, eine Toilette, permanent klingelt jemand und es herrscht dicke Luft. Jetzt verstehe ich, dass Terri trotz Schmerzen schon nach 3 Tagen unbedingt hier weg muss und ich verkneife mir jede Bemerkung über das Risiko.

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

General Hospital - Northampton 2018

General Hospital – Northampton 2018

Immerhin kommen wir so in den Genuss, sie länger zu sehen als erwartet. Statt einem „Stündchen zu Besuch“, warten wir deutlich länger bis alles geregelt ist und ich kann meinen Medizin neugierigen Blick ein wenig hinter die Kulissen schweifen lassen. Schließlich landen wir am späten Nachmittag wieder in Corby und nach einem schnellen Abendessen im Samuel Lloyd auch bald im Bett, da wir in den letzten 36 Stunden gerade mal ein knappes Stündchen am Straßenrand stehend geschlafen haben.

Ostersonntag gehen wir gemütlich an und cruisen ein wenig durch die Gegend. Wieder einmal stellen wir fest, dass es hier noch viel zu sehen gibt und treffen schließlich in Gretton auf Clare und ihren Geburtstag-Trunkenen Bruder Harry, der eigentlich gerade ein Fußball-Spiel bestreiten sollte… der Besuch bei Terri ist heute wirklich auf ein gutes Stündchen beschränkt, da sie sehr von Schmerzen und Müdigkeit geplagt wird. Aber diese Stunde genießen wir. Uwe kann ein wenig mit Mick plaudern, wir Mädels von unserem Urlaub im Herbst träumen und nebenbei ein wenig über Cricket lernen. Ich glaube einen neuen Freund haben wir auch – Piper, der herzensgute und riesige Hund der Familie. Clare füttert uns noch ein wenig mit Informationen zum Rockingham Castle und schließlich machen wir uns auf, um diese Jahre alte Lücke zu schließen.

Bisher war Rockingham Castle nicht zugänglich wenn wir in Corby waren, aber heute endlich hat es gepasst. Und sich gelohnt! Hier haben wir nun den absoluten Gegensatz zu unserem Krankenhaus Erlebnis.

Rockingham Castle - Corby 2018

Rockingham Castle – Corby 2018

Rockingham Castle - Corby 2018

Rockingham Castle – Corby 2018

Das Schloss ist noch von der Familie bewohnt und somit sind etliche Bereiche nicht zugänglich. Fotografieren ist Innen leider auch nicht erlaubt. Gerne hätte ich ein paar Details geteilt. Wenn man zB das Haus am Eaton Place gesehen hat, so kommen etliche „Aha“ Gedanken hoch, wenn man die verkabelte Klingel-Anlage sieht, oder den Chief Butler Raum. Die Küche ist mit Liebe zu Details eingerichtet und die Vorstellung, dass es hier gleich ein Festessen gibt fällt leicht. Neben dem üblichen Gemälde und Antiquitäten Sammelsurium finden sich immer wieder Fotos der aktuellen Bewohner, was der ganzen Sache einen interessanten Touch gibt.
In jedem Raum steht jemand, der gerne Fragen beantwortet. Und eigentlich brauchen wir gar keine stellen, jeder kommt zu uns, um uns auf die Besonderheiten aufmerksam zu machen. Irgendwie fällt man hier als Deutscher auf. So kennen wir am Ende einige Geschichten und Zusammenhänge, die uns sonst vielleicht verborgen geblieben wären.

Zum Abschluss schauen wir uns die Gärten an – leider ist es zu dieser Jahreszeit nur zu erahnen, welche Rosenpracht sich hier entfaltet, noch schmücken nur ein paar Osterglocken und Primeln die Anlage. Ganz klar, hier muss ich nochmal zu einer günstigeren Jahreszeit hin! Nicht, dass ich wirklich neue Gründe bräuchte um nach Corby zu fahren, aber diesen füge ich glatt hinzu 😉

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Einfach mal dankbar sein

Ein paar ruhige Tage liegen hinter mir. Nicht gerade die Besten, aber sicherlich nicht die Schlimmsten. Irgendetwas hat mich umgehauen und viel Zeit im Bett verbringen lassen. Also auch viel Zeit zum Surfen im Netz, Pläne machen, Träume ausschmücken und dankbar sein.
Dankbar dafür wo ich lebe, wann ich lebe und wie ich lebe. Ich glaube manchmal vergessen wir das. Natürlich geht es immer Besser und ich bin kein Verfechter von ‚Klappe halten‘ oder ’nicht aufmucken und wehren‘. Aber ich denke wir sollten uns auch bewusst sein, dass die meisten von uns auf recht hohem Niveau jammern.

Das Leben hat mir mit meinen Erkrankungen einiges mit auf den Weg gegeben, aber neben den manchmal wirklich hassenswerten Begleiterscheinungen, habe ich auch die Erkenntnis im Gepäck, dass ich im richtigen Land und in der richtigen Zeit damit lebe. In einem anderen Land oder zu einer anderen Zeit hätten mich Herz, Diabetes oder Sarkoidose schon längst töten können. Also habe ich Grund für jeden Tag dankbar zu sein und die Verpflichtung aus jedem das Beste zu machen!
Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann habe ich alles an der Hand um Seelenpflege zu betreiben. Zum Beispiel mit Handarbeiten (ein neuer Pullover geht in Arbeit), mit guten Gesprächen, durch mitfreuen wenn Freunde einen glücklichen Tag haben oder mit leckerem Essen. Diese Liste kann jeder von uns aufstellen und es lohnt sich als Hilfe in grauen Tagen.

Freundschaft

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Corby im März ist für mich meist mehr als Karneval. Es sind auch ein paar Urlaubstage mit lieben Freunden. Seit 10 Jahren fahre ich jetzt mindestens einmal im Jahr nach Corby und betreue unsere Gäste zu Karneval hier in Velbert. Aber während unser Karneval und der Sommerbesuch gefüllt sind mit Terminen und der Organisation für eine große Gruppe, gibt es im März nur ein kleines Programm. Außerdem bin ich oft alleine, maximal mit einer Handvoll Leuten unterwegs, da bleibt viel mehr Raum für Gespräche und Wünsche, was man machen möchte.

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Am Flugplatz Birmingham

Dieses Jahr hat mir das Wochenende besonders viel bedeutet, da meine Freundin Terri nicht zu unserem Karneval kommen konnte. Also gab es für uns besonders viel zu bereden und wir haben uns am Donnerstag nach der Generalprobe ein gemütliches Essen beim Inder gegönnt. Der Freitag dagegen war komplett durchgestaltet, schließlich waren wir wegen der Selection- and Crowning Night da. „Wir“ waren in diesem Jahr Uwe und ich. Nach unsere Trennung im letzten Jahr hat es mir ziemliche Bauchschmerzen gemacht, ob es eine gute Idee ist, diese Tour mit ihm alleine zu machen, aber es hat sich einfach ergeben, da sonst keiner mit konnte und es ja schließlich auch seine Freunde sind. Und die Engländer haben sich gefreut uns Beide mal wieder für sich zu haben.

Samstag gab es zwar ein Rahmenprogramm, aber wir hatten die Möglichkeit uns immer mal auszuklinken. Da Uwe, bedingt durch einen Autounfall, immer noch angeschlagen war, hat er sich die meiste Zeit mit Graeme und Doughi gemütlich zurückgezogen, während ich Terri begleitet habe. Das frisch gewählte Court hatte die erste Aufgabe zur Teambildung zu leisten. Nach einer einführenden Ansprache von Terri über die Pflichten, Erwartungen und Regeln, die die Mädels im folgenden Jahr erwarten, geht es los zum shoppen. Keine leichte Aufgabe. 6 Mädchen mit unterschiedlichen Geschmäckern, Größen und Formen müssen sich auf ein gemeinsames Outfit einigen. Egal ob Kleidung, Handtasche oder Schuhe, alles muss zusammen gehören. Nur kleine Abweichungen zwischen Senior und Junior Court sind erlaubt. Die große Event-Robe wird in jedem Jahr von Terri vorgegeben und gemeinsam mit Bonnie auf den Leib geschneidert (so dass es bei einigen noch mitwachsen kann!), aber die Tageskleidung wird jetzt ausgesucht – einmal mit Hose und einmal mit Kleid oder Rock.
Ich gönne mir eine kleine Auszeit und erledige meinen eigenen Einkauf, der in ein paar Hosen, Schuhen und einem Pullover besteht. Zum guten Schluss kommt noch ein Koffer dazu, den ich allerdings mit allem was ich nicht brauche (wie zum Beispiel all meinen Haargummis) bis Juli  bei Terri parken werde, damit er im Bus nachhause fahren kann.
Als ich fertig bin, ziehen die Mädchen gerade in die Umkleide ein. Für mich die Gelegenheit eine völlig neue Erfahrung zu machen. Eines der Mädchen hat körperliche Einschränkungen, so dass sie Hilfe benötigt und ich fühle mich ehrlich gesagt geehrt, dass sie mir ihr Vertrauen schenkt und mich helfen lässt. Aus meinem eigenen Leben kenne ich die Mühsal, wenn etwas nicht so leicht von der Hand geht. Ich werde die Zeit, als mein Herz unter 20% Leistung lag, nie vergessen, selbst Schuhe anziehen war damals eine Höchstleistung. Aber das alles erscheint mir heute nichts im Vergleich dazu, was Katie jeden Tag leistet wenn sie etwas tut, an das wir in der Regel keinen Gedanken verschwenden: sich anziehen! Aber gemeinsam bekommen wir das hin und ich bin ehrlich begeistert, von dem, was die Girls ausgesucht haben. Zumindest das komplette Hosen-Outfit inklusive Jacke steht. Das Kleid muss auf den nächsten Laden warten, da im Aktuellen die Möglichkeiten einfach zu begrenzt sind heute.
Gemeinsam mit den Herren machen wir eine Imbiss-Pause und genießen die obligatorischen Fish & Chips. Gut ich lasse die Chips weg, weil ich weiß, was mich am Abend erwartet, aber den Fisch liebe ich. Meine erste Wahl Haggis ist leider gerade ausverkauft.

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Gemütlich im Sondes Arms

Für Uwe und mich geht es jetzt zurück ins Hotel, während Doughi zur Arbeit muss, Terri noch Kleider mit den Mädchen kauft und Graeme das selbe macht, wie wir – einen kleines Schläfchen.

Am Abend sind wir im kleinen, wirklich historisch wertvollen Örtchen Rockingham zum Essen. Das Sondes Arms ist ein wunderschönes Restaurant mit vielen Ecken und Nischen und sehr gut besucht. Das Essen verrät uns warum. Einmal mehr fragen wir uns, warum es immer heißt, englisches Essen wäre schlecht. Natürlich gibt es Unterschiede und nicht alles würde mich begeistern, aber das gilt auch für deutsches, französisches oder italienisches Essen. Das Essen heute ist einfach mega und das Ambiente dazu macht den Abend ganz besonders. Dazu kommt die unbezahlbare Zeit mit den anderen.

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Durchprobiert – Lecker!

Wir ziehen das gemütliche Beisammensein soweit es geht in die Länge und quatschen über Gott und die Welt. Diese Abende sind es, die ich liebe – in aller Ruhe mit Freunden Meinungen und Ideen austauschen.

Gegen 23 Uhr brechen wir schließlich auf, da wir Doughi noch an seiner heutigen Arbeitsstätte besuchen wollen.
Als wir den Pub erreichen, ist sicher nicht nur mein Tinnitus dankbar, dass die Disco-Zeit zu Ende ist und wir genau zur Last Order ankommen. Noch bin ich etwas erstaunt, dass an einem Samstag, trotz gelockerter Gesetze schon vor Mitternacht hier Ende ist, aber ich habe dies kaum ausgesprochen, als uns ein Entertainment der besonderen Art beweist, dass es seinen Sinn hat. Hinter uns setzt Gezeter ein und es fliegen Gläser. Am Ende des Abends erlebe ich tatsächlich meine erste Kneipenschlägerei und ich weiß nicht, ob ich die Mitarbeiter des Pubs für ihre Ruhe bewundern oder sie als abgestumpft und desinteressiert abstempeln soll. Die Polizei kommt – wie sollte es anders sein – genau in dem Moment, wo die Verursacher in ein Taxi steigen und verschwinden. Immerhin darf ich mal wieder mit einem englischen Polizisten reden und wir alle haben noch am nächsten Tag reichlich Gesprächsstoff. Unser Abend wäre so oder so jetzt beendet gewesen.

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Abschieds-Treffen im Hotel

Sonntag trifft sich dann alles nochmals im Hotel um uns zu verabschieden. Während die Familien einfallen um den Muttertag zu feiern, ziehen wir die Zeit soweit es geht und schauen zurück und planen nach vorne, aber schließlich ruft Arbeit, Abflugzeit oder Familie und wir machen uns auf den Heimweg.

Was meine Bauchschmerzen angeht, so haben sich diese auf mein Zwacken durch die Gallensteine beschränkt und waren im Bezug auf den „Ex“ überflüssig. Egal ob unterwegs mit Freunden oder alleine im Hotel, es war harmonisch, friedlich und unterhaltsam. Wir haben es geschafft die Dinge, die uns schon vor unserer Beziehung verbunden haben zu pflegen, das ein oder andere Missverständnis zu bereden/neu zu beleuchten und es ein rund um schönes Wochenende werden lassen. Und ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich mutmaße, dass es meine harmonischste Scheidung werden könnte und wir weiter gemeinsam unser Hobby Großbritannien leben können, wenn wir diesen Level erhalten, pflegen und damit eine neue freundschaftliche Basis schaffen.

Proklamation auf Englisch

Corby 2018 - entering Princesses

Wir sind mal wieder in Corby und ein Jahr Regentschaft endet. Das Carnival Court in unserer Partnerstadt wird jedes Jahr am 2. Freitag im März gewählt. Anders als bei uns, weiß zu Beginn des Abends keiner, wer am Ende auf der Bühne steht und die Krone trägt.

Nach unserer Ankunft bekommen wir schon am Donnerstag einen kleinen Einblick, wer alles zur Wahl steht, da wir das Ende der Generalprobe miterleben. Im Gegensatz zu den Vorjahren kenne ich die wenigsten der Teilnehmerinnen, was es letztlich um so spannender macht. Die Mädchen und jungen Damen machen sich mit der Bühne  und den Ein- und Ausmarsch Regeln vertraut, die doch etwas umfassender sind, als bei uns. Noch sind alle relativ entspannt und so ein Blick hinter die Kulissen gibt einen viel besseren Eindruck, wie die Mädels so miteinander umgehen. Lediglich bei der Probe der Verabschiedung merkt man auch heute schon, welch eine ergreifende Zeremonie uns hier erwartet.

Freitag helfen wir den Saal festlich zu gestalten und bereiten uns auf ein paar schöne Stunden vor, die zumindest mir eine emotionale Achterbahn bescheren werden.

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Mit dem Bürgermeister von Corby

Nach einer kleinen Pause im Hotel geht es in festlicher Kleidung zurück ins Grampian und wir treffen auf viele Freunde, (ehemalige) Bürgermeister, Eltern und mittlerweile sehr aufgeregte Mädchen. Die Veranstaltung wird wie im letzten Jahr von Corby Radio unterstützt, Andy moderiert gekonnt und hilft der ein oder anderen Teilnehmerin, die Nervosität in den Griff zu bekommen.

Die Wahl des Corby Carnival Court ist eine komplexe Sache und ich bin froh nicht einer der Judges zu sein (einmal hat gereicht!). Es geht hier nicht um einen Schönheitswettbewerb – auch wenn man das bei manchem Erscheinungsbild meinen könnte. Natürlich zeigt sich jede von der besten Seite, ob es aber einer 12 jährigen unbedingt zu Gute kommt auf High Heels und mit künstlicher Bräune auf die Bühne zu gehen, bleibt fraglich. Preisrichter und Schiedsrichter sitzen vor der Bühne, VIP’s, besuchende Courts anderer Städte, Familien und weitere Gäste bilden einen großen (und leider manchmal viel zu lauten) Rahmen darum herum, während die Mädchen nun einzeln die Bühne betreten und dort ihre Rede halten. In wenigen Minuten muss sich der Preisrichter ein Bild darüber machen, ob die jeweilige Teilnehmerin die Stadt Corby gut vertreten kann. Verständlichkeit, ein offener Blick, eine gute Körpersprache, ein grader Gang und auch ein ehrliches Lächeln fließen hier positiv in die Wertung ein und spielen eine weitaus größere Rolle, als Glitter über den Augen, braune Haut, eine Traumfigur oder Glitzersteine auf dem Kleid. Die 26 Mädchen teilen sich auf in 20 Bewerberinnen für das Junior Court (unter 14) und 6 für das (Senior) Court. Schließlich haben alle ihre Rede gehalten und die Richter ziehen sich zurück um das Punkte-System, welches für die Wahl vorgegeben ist auszuwerten.

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Mit dem scheidenden Court

Damit alle dabei sind beginnt die Verabschiedung des 2017 Court sobald die Wahl ausgewertet ist. Dieser Teil ist immer schon sehr tränenreich gewesen und auch in diesem Jahr bricht das ein oder andere Herzchen, während die Queens und Princesses ihre Abschiedsrede halten. Das Finale wird mit einer „Time to say Goodbye“ Live Version  von Kara Hamer begleitet und ich ziehe meinen Hut vor der jungen Dame. Meine Augen sind nicht trocken als schließlich das Committee Spalier steht, die Insignien der Macht abgelegt sind und die sechs sich ein letztes Mal gemeinsam verneigen.

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Das neue Court

Ganz komme ich um eine offizielle Teilnahme nicht herum und stehe nun doch mit auf der Bühne um die neu gewählten Prinzessinnen zu krönen. Neben mir steht der diesjährige Bürgermeister um diese Aufgabe bei den Queens wahrzunehmen. Unter viel Beifall werden nun nacheinander die Gewinner verkündet und kommen zu uns auf die Bühne. Das neue Court nimmt auf den Stühlen Platz und eigentlich ist dies eine fröhliche Zeit. Aber in diesem Jahr wird es noch einmal sehr emotional.
In den letzten zwei Jahren hat Corby zwei ihrer Carnival Girls beerdigen müssen – zunächst Kayley, die nach jahrelangem Kampf ihren mentalen Problemen nicht mehr widerstehen konnte und dann Victoria, die unerwartet ihrer chronischen Erkrankung erlag.
Um die Erinnerung an Beide zu erhalten wurden für die Queens Wanderpokale gestiftet. Die Kayley Trophy geht an die Corby Carnival Queen und die Victoria Trophy an die Junior Queen.
Der Vater von Kayley möchte für Kayleys Erkrankung sensibilisieren und wendet sich an die Öffentlichkeit – so auch an diesem Abend mit einer wunderbaren, ergreifenden Rede. Ich stehe hinter ihm auf der Bühne und bin fix und alle, erst recht als er mich und meine Freundschaft zu Kayley auch noch mit einbezieht.

Auf und rund um die Bühne werden nun Bilder gemacht und ich komme dazu noch eine kleine Zusage in die Tat umzusetzen. Das scheidende Court verabschiedet sich mit den unterschiedlichsten Gesten und eine davon teile ich – Jordan hat ihre Haare bewusst wachsen lassen und mit ihrer Verabschiedung eine Haar-Spende verbunden. Unter großem Ablaus (viele in diesem Saal wissen, was lange Haare für eine 18 Jährige bedeuten können) lässt sie sich ihren langen Zopf abschneiden, damit dieser zu einer Perücke für krebskranke Kinder gemacht werden kann.

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Ab sind sie

Ohne Ablaus, still und heimlich in der Ecke, schneidet Jordans Mama auch meine Haare ab – für eine Kurzhaar-Perücke sind es genug. Irgendwie habe ich mich zu der Aussage verleiten lassen, wenn Du das wirklich machst, dann bin ich dabei. Ich bereue es nicht und habe meinen Spaß daran zu beobachten, wie es teilweise Stunden dauert, bis es auffällt.

Bei soviel Emotionen und tollen, wie traurigen Momenten ist der Rest des Abends dann ein ausgelassenes Feiern auf der einen Seite, ein enttäuschtes „schnell nach hause“ auf der Anderen und Gott sei Dank nur vereinzeltes unfreundliches Tratschen (welches beweißt, dass da jemand noch lernen muss bevor er Repräsentant werden kann) – schließlich haben 20 Mädchen nicht die Spitze erreicht.
Als Stadtteil-Prinzessinnen, die sie ja schon sind, haben aber auch sie ein aufregendes und wichtiges Jahr vor sich, in dem sie in Corby viele Wohltätigkeitsveranstaltungen unterstützen, sich weiter entwickeln, Freundschaften schließen und dann vielleicht im nächsten Jahr das Puzzelteilchen im Gepäck haben, dass den Ausschlag gibt und dieses Jahr noch gefehlt hat.

Es ist ein Kraut gewachsen

Manchmal ist krank sein echt doof. Eigentlich habe ich mich daran gewöhnt und gelernt damit zu leben, aber es geht manchmal auch was unter. Seit Wochen quälen mich immer wieder krampfartige Schmerzen in rechten Oberbauch und Übelkeit. Aber so genau schaue ich da eben nicht mehr hin. Irgendwas zwackt in meinem Bauch ja immer, dadurch, dass es da einen Rückstau gibt.  Den zusätzlichen Schüttelfrost, die leichten Fieberschübe – das schiebt man schnell auf das Wetter oder auch die Sarkoidose.

Heute bei der jährlichen Ultraschall-Kontrolle hat sich dann aber gezeigt, dass es eine neue Ursache gibt. Eigentlich bin ich sogar erleichtert, weil ich selber was tun kann. Und es absolut heilbar ist! Nur ärgere ich mich jetzt, dass ich nicht früher reagiert habe und damit eine Menge Schmerzen verhindert hätte. Muss ich wieder empfindlicher werden?

Ein Gallenstein dümpelt da rum – nun heißt es wieder Apfelessig trinken (warum habe ich damit eigentlich geschlampt?) und noch mehr Kräutertee. Außerdem darf ich ungebremst meinem augenblicklichen Heißhunger auf Obst nachgeben. Die Diabetes ist eh auf niedrigem Level und ein wenig mehr Insulin ist okay. Dazu ein bisschen mehr Ruhe, wenn es zwickt.
Ein Blick in meinen Tee-Schrank verrät mir, dass das perfekte Gebräu gewachsen ist… Pfefferminz, Löwenzahn, Ringelblume und Brennessel -> Hamburger Kräutergarten, die perfekte Mischung laut Ratgeber. Oder noch leckerer Erdbeer-Minz-Mischung. Und Obst ist auch reichlich da – gedörrt und frisch. Wenn ich davon genug in mich rein bekomme und eine Weile etwas bewusster esse, um mein sonstigen Blutwerte in den Griff zu bekommen, dann sollte dieses Übel zwar nicht über Nacht, aber doch quasi von alleine verschwinden.

Stellt sich nur die Frage, ob ich in Zukunft wieder früher zum Arzt gehen sollte, auch wenn mich nicht mein Herz quält….

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Smoothie mit Granatapfel und Papaya steht noch im Kühlschrank

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Aus dem frischen Obst ist schnell Salat gemacht – schließlich wollen die Vitamine ja gelöst werden

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Trockenobst ohne Zusätze – dank dem tollen Geschenk im letzten Jahr immer vorhanden

Dinge passieren

Mum's soul place 2017

Langsam bekomme ich wieder Ordnung. Zugegeben sehr langsam, aber ich mache Fortschritte. Meistens…
Und dann passieren… nun, eben Dinge – Gestern habe ich zusammen gesucht, was ich bügeln muss für das Wochenende in Corby und einen Rock nicht gefunden. Der Rock ist ja nicht schlimm, aber beim Suchen fällt auf -> mit dem Rock ist ein Jump Suite verschwunden und der ist unersetzbar, ist es doch das letzte Brigitte-Designer Stück, welches ich von Mama bekommen habe.
Außerdem habe ich mich endlich an den ersten Koffer ran gewagt , der seit gut 4 Monaten voll auf dem Dachboden steht – schließlich brauche ich ihn ja nächstes Wochenende… Seitdem riecht es in meinem Ankleidezimmer nach Mama und ich würde das am liebsten konservieren, so sehr umarmt mich ihr ganz eigener Duft.

2018-donna-taggart-songMontag habe ich mit meinem Sohn telefoniert und er hat mit mir geschimpft, ich sollte keine Tage zählen, dabei zähle ich nicht, sie sind einfach da und man muss nicht auf den Kalender schauen und rechnen. Heute habe ich Facebook gestartet und da war „es“ gleich doppelt da – mit einem wunderschönes Lied, dass Alan gepostet hat, das genau ausdrückt, was ich fühle – auch oder gerade heute wo Mama 6 Monate fort ist. Und außerdem mit einem Video der wunderbaren Kayley, die leider keinen Sinn mehr in ihrem Leben gesehen hat.
Fest daran zu glauben, dass beide Engel sind, die ich eines Tages wiedersehe, hilft mir. Auch wenn ich keine Form für die Engel habe und überhaupt keine Idee, wie es aussehen sollte – es ist einfach ein Halt.

Nachmittags bin ich auf der Autobahn und höre im Radio plötzlich einen Song, der eine besondere Bedeutung hat für Mama und mich – ein Blick auf die Uhr treibt mir ein weiteres Mal die Tränen in die Augen… Genau jetzt ist es 6 Monate her, dass ich den Rettungswagen gerufen habe – es sind eben diese Dinge die passieren.

Dies ist kein fröhlicher Beitrag und auch kein sonderlich sortierter. Aber auch ein Tag der Tränen und der Herzschmerz-Zeit gehört in mein Leben. Er hat seinen Raum genauso wie eben diese Dinge, die zu Zeiten passieren, in denen sie eine ganz andere Bedeutung bekommen – eine tiefer.

Straßenkarneval – Teil 2

Pfannkuchen Essen am Rosenmontag bei der KG Urgemütlich

Nach dem Hahneköppen geht es zurück ins Hotel und wir nehmen am nächsten Einmarsch des Prinzenpaar teil. Gemeinsam besuchen wir den Gießersonntag, der im Best Western statt findet. Wie schon so oft verbreitet das Prinzenpaar gemeinsam Frohsinn und Heiterkeit. Mit dem Hofstaat gemeinsam wird der einstudierte Tanz aufgeführt, der schon viele Zuschauer begeistert hat und den unsere Velberter Karnevalisten mittlerweile aktiv begleiten.
Die folgende Pause nutzt jeder um sich ein wenig zu erholen, bevor es erneut in großer Robe zum Krönungsabend bei Grün-Weiß Langenhorst im Siedlerheim geht. Einmarsch, Begrüßung und auch das Krönungszeremoniell erleben wir im Gefolge des Prinzenpaar.
Gespannt erwarten wir, was sich der Verein hat einfallen lassen, wo doch eigentlich der Hahnenkönig schon gekrönt ist. Zur Überraschung aller gibt es aber doch eine zumindest halbe Krönung, da die Hahnenkönigin sich wieder ganz der Garde widmen möchte und ihre Krone samt Zepter an eine Tanz-Kollegin weiter gibt.

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Showtanz mit Cowboys

Nach diesem offiziellen Akt wird gefeiert und getanzt – unseren englischen Lieblichkeiten gefallen hierbei besonders die Cowboys aus dem Showtanz – etwas, was ich durchaus nachvollziehen kann 😉
Wir beschließen unseren Abend mit einer lieb gewonnen Tradition und besuchen Vassilios und Anastasia in ihrer Pizzeria Orestis. Begeistert werden Pizzen und andere Leckereien vertilgt und wir verbringen eine schöne Zeit in der Velberter Nordstadt.

 

Am Rosenmontag starten wir mit einer internationalen Begegnung. Seit Sonntag ist eine Gruppe aus Morungen (Polen) zu Besuch und taucht heute in das Brauchtum Karneval ein. Kostümierte Gäste und Gastgeber mischen sich mit Velberter Karnevalisten, als wir gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar im Jugendgästehaus einmarschieren. Die Rede des Kinderprinzenpaar ins Polnische zu übersetzten ist sicher eine interessante Erfahrung für Goska, die diesen Austausch nicht unwesentlich mit organisiert hat.

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Der 1. Vorsitzende der K.G. Urgemütlich

Nächste Station ist das traditionelle Pfannkuchen Essen bei Urgemütlich, zu dem unser Gäste aus Corby seit einigen Jahren eingeladen ist. In geselliger Runde schaffen wir alle eine solide Grundlage für die nächsten Stunden draußen im Freien.
Und schließlich sammeln wir uns in der Zugaufstellung für den Velberter Rosenmontagszug. Alle freuen sich über trockenes Wetter, teilweise Sonnenschein und gute Aussichten für die nächsten Stunden, auch wenn die Kälte recht kräftig zuschlägt.

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Gleich geht es los

Das Court hat einen wunderbaren Wagen zur Verfügung, es gibt noch Wurfmaterial dazu und dann geht es los durch die Innenstadt – dank des Wetters stehen die Zuschauer wieder dicht gedrängt und es herrscht ausgelassene Stimmung. Sowohl auf dem Wagen, als auch bei unseren Wagen-Engeln macht sich Begeisterung breit. Diese doch sehr andere Umzug-Stimmung macht gute Laune, nirgends wird der Unterschied zur englischen Carnivals-Parade deutlicher als hier.
Ein wenig durchgefrorenen aber fröhlich geht es ein letztes Mal in das Vereinsheim der Große Velberter um den Rosenmontag zu feiern. Ausgelassen wird getanzt, geredet und geschunkelt. Mit dem Kinderprinzenpaar tritt für eine kleine Weile Wehmut auf, heißt es doch langsam Abschied nehmen, welches der Hofmarschall mit warmen Worten an „seine“ Kinder beginnt.  Aber selbst das alljährliche „time to say goodbye“ – Ritual, kann die Stimmung nur kurz trüben. Nach dessen Beendigung geht es ausgelassen weiter, bis die ersten kleinen Gähner in unsere Gesichter schleichen und wir zunächst mit den Juniors ins Hotel fahren wollen . Aber auch die Großen schließen sich an und für einen kleinen Imbiss sitzen wir noch ein wenig in der Halle.

 

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Deutsch-Englischer Hofstaat

Der Dienstag beginnt etwas ruhiger und wir genießen noch einmal ein gemeinsames Frühstück. Das Parkhotel ist nicht nur unsere Heimat für dieses Wochenende gewesen, sondern hat auch dem Kinderprinzenpaar als Hofburg gedient und die Stadtprinzessin für einige Nächte beherbergt und so trifft sich eine große Karnevals-Familie noch einmal. Sicher waren wir manchmal turbulente, abwechslungsreiche und auch mal laute Gäste, aber wir haben uns willkommen und zuhause gefühlt – dank der Unterstützung durch das gesamte Hotel-Team.
Schließlich heißt es aber Abschied nehmen. Die Engländer machen sich auf den Weg gen Heimat über den Flughafen Dortmund und die Velberter Karnevalisten beginnen mit dem Finale. Ein paar letzte Besuche auf karnevalistischen Veranstaltungen stehen an und das traditionelle Hoppeditz beerdigen.

Noch einen mal darf ich als Teil des Teams rund um das Prinzenpaar mit Tanzen, Bützen und Schunkeln. Leider holt mich beim vorletzten Auftritt im Langenhorst meine persönliche Realität ein und während des so lieb gewonnen Tanzes krampft mein Herz mal wieder so heftig, dass ich den Abend vorzeitig beenden muss. Schnell verziehe ich mich von der Bühne um den Ablauf nicht zu stören und erlaube mir ein paar Tränen, da diese Wahnsinns-Zeit mit letztlich drei tollen Teams nun zu Ende ist.

Alles in allem blicke ich auf eine fantastische und intensive Zeit zurück. Ich habe viele Bekanntschaften geschlossen, etliche gefestigt und eine wunderbare Gemeinschaft mit den Engländern und dem Hofstaat erlebt. Ich habe ein wenig in den Hofstaat des Kinderprinzenpaares schnuppern dürfen und freue mich auf eine Fortsetzung. Nach den letzten Jahren, die ich immer noch mit großen Zwangspause feiern musste, ist mein Herz nun wieder voll entflammt. Über die Wochen habe ich weniger Herz-Probleme gehabt, als in so mancher „normalen“ Woche, habe mich schneller erholt und unendlich viel für meine Seele getan.
Danke an Euch alle, die ihr dabei wart!

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Bei Vassilios angekommen (Sonntag Abend)

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Fröhlich und satt – Danke Euch Beiden!

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Flower Power

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Bald geht es los

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Unterwegs im Rosenmontagszug

Straßenkarneval – Teil 1

Title - Karneval 2018

Wie in jedem Jahr sind die letzten tollen Tage viel zu turbulent, um am Abend noch einen Blog zu schreiben. Dabei passieren gerade zu dieser Zeit so unglaublich schöne Geschichten. Also möchte ich wenigstens eine kleine Zusammenfassung hinterlassen und ein paar Bildern teilen.

Altweiber drängen sich die Termine für das Prinzenpaar und wir sind früh unterwegs. Schon der erste Termin beim Sponsor Wilka ist der Hammer. Als Danke-Schön für die Unterstützung hat der Prinz für seine Kollegen De Drömmelköppe engagiert und die Stimmung kocht… gefühlt verschieße ich meine gesamte Energie beim Tanzen und Mitsingen… ein grandioser Auftakt.
Es folgen der Rathaus Sturm in Heiligenhaus, der Karneval im Seniorenheim des DRK, die Altweiber-Party bei der Sparda Bank und dann die Eroberung des Rathaus-Schlüssel in Velbert. Unser Prinzenpaar besiegt mit Hilfe des Publikums die Truppe unseres Bürgermeisters und bekommt ausreichend Liedertitel zusammen um die gechillten Hippies zu beeindrucken.

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Ankunftsabend in der Hotelhalle

Für mich heißt es jetzt das Team zu wechseln und die Begleitung des Prinzenpaars zumindest zeitweise zu verlassen. Während der Reisebus sich auf den Weg nach zum nächsten Seniorenkarneval macht, treffe ich im Hotel auf unsere Gäste. Seit einigen Jahren kommen die Karnevalisten aus unserer britischen Partnerstadt Corby, um mit uns zu feiern (Was es mit dem Karneval in Corby (Teil 1) Karneval in Corby (Teil2) auf sich hat.)

In diesem Jahr besteht die Delegation aus dem Court (Queen Rosalind mit Princess Jordan und Angel, sowie Junior Queen Jamie-Lee mit Princess Renayce und Ceelie) und sechs Karnevals begeisterten Begleitern. Leider fehlt in diesem Jahr der Chaperone Terri (Queen-Mum, Hofmarschall und noch so einiges in Personalunion), aber gemeinsam schaffen wir es ihre vielen Aufgaben zu übernehmen und den Mädels eine schöne Zeit zu bescheren.
Trotz anstrengender Anreise Reise geht es noch ins Vereinsheim meines Heimatverein Große Velberter 1935 e.V., wo wir auf das Prinzenpaar und etliche Karnevalisten treffen und ein paar schöne Stunden verbringen.

Freitag begleiten wir das Prinzenpaar zur Werkstatt für Behinderte. Hier wird groß gefeiert und ich persönlich freue mich, dass das Court die Erfahrung macht, dass hinter dem großen Spaß auch ein sozialer Auftrag steht. Getreu dem Motto in diesem Jahr „In Velbert ganz klar, ist Karneval für alle da“. Während das Prinzenpaar anschließend ein Kinderhospiz besucht, machen wir die Velberter Innenstadt unsicher.

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Wiedersehensfreude

In großer Robe geht es dann am Abend, zum offiziellen Empfang der Gäste, ein weiteres Mal zu den Große Velbertern. Nach dem offiziellen Teil mit beiden Prinzenpaaren, dem Bürgermeister und einigen, wie immer fantastischen Tanz-Vorführungen, steht der Abend vollständig unter dem Motto „Kennen lernen, gemeinsam Tanzen und Feiern“

Samstag starten wir etwas ruhiger und

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beginnen unser Programm am frühen Nachmittag mit dem Karnevalsumzug in Heiligenhaus: Kalt und windig, aber trocken, ziehen wir gemeinsam mit der Flower Power Truppe meines Vereins durch die Stadt. Auch im dritten Jahr ist die Begeisterung der Heiligenhauser deutlich spürbar, dass sie dieses Brauchtum neu erweckt haben. Friedlich und fröhlich feiern wir mit den Zuschauern.
Im Anschluss gibt es einen privaten Zug in Velbert zum 50. Geburtstag – ein ganz besonderes Erlebnis, denn wer bekommt schon die Prinzenpaare und seinen Verein samt Wagen vor die eigene Haustür gefahren. Ein kurzer Stopp amüsiert Geburtstagskind und Anwohner.
Unser Abend-Programm ist drei geteilt und beginnt mit einem kurzen Auftritt in der Begleitung des Prinzenpaar bei der Karnevalsparty „Op de Eck“, was aber einem Vorbeiflug gleicht, da wir schon 20 Minuten später zur Prunksitzung der KG Urgemütlich eingeladen sind. Hier begleiten wir zur Abwechslung das Kinderprinzenpaar und das Court ist begeistert auch die deutschen Juniors mal auf der Bühne zu erleben. Enden wird der Abend mit einer kleinen aber feinen Dankes-Party, die Mitreisende aus dem letzten Jahr für die Engländer schmeißen. Ganz ungezwungen und fröhlich genießen wir frisch gegrillte Burger, Musik und Gespräche.

Am Sonntag ist das Wetter leider nicht ganz so freundlich und wir entscheiden uns, etwas langsamer zu beginnen. Die Mädels wünschen sich, in Tönisheide am Zug zu stehen und selber einmal mit Süßigkeiten beworfen zu werden – aber es soll anders kommen. Gut 30 Minuten bevor wir fahren wollen, erreicht mich der Anruf, dass ein Wagen für das Court gebaut wurde! Da können wir natürlich nicht nein sagen und eigentlich ist auch bei den Queens und Prinzesses sofort die Begeisterung geweckt, als sie hören, dass es nicht zu Fuß in den Zug geht. Um dem Regen so lange wie möglich zu entgehen, steigen sie gemeinsam mit dem Chairman aus Corby kurz vor dem Start auf und winken begeistert in die Tönisheider Menge. Wir Erwachsenen dagegen sammeln nun fleißig für die Mädels, damit sie wenigstens ein bisschen was zum naschen haben.

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Ohne Worte

Ein dicker Eisregen-Schauer durchweicht auf den letzten Metern alle bis auf die Haut und wir legen einen schnellen Zwischenstopp im Hotel ein – trockene Kleidung und ein heißes Getränk für jeden und weiter geht es zum Hahneköppen in den Langenhorst.
Die immer noch recht kalten Knochen danken der Vorsehung, die diese Veranstaltung dieses Jahr sehr schnell beendet. Der Hahnenkönig ist schnell ermittelt und schreibt Geschichte! Zum ersten Mal gibt es einen König zwei Jahre in Folge – wie sich das wohl auf die abendliche Krönung auswirken wird?

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Auf der Bühne am Samstag bei Urgemütlich

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Nico II. gibt sich die Ehre (aus dem Tanz des Kinderprinzenpaar mit Begleitung)

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Mein Lieblingswagen in Heiligenhaus – Hobbies können sich vereinen 😉