Dankbar

In den letzten 10 Jahren ist eine Frage immer wieder in meinem Leben aufgetaucht: „wie kannst du soviel Positives ausstrahlen, bei allem was Dir passiert ist“.. meine Antwort war so oft „ich bin im richtigen Land und zur richtigen Zeit geboren. Sonst wäre ich schon lange tot“

Heute ist mir wieder einmal bewusst gemacht geworden, wie wahr das ist. Natürlich habe ich Angst mich am Covid19 zu infizieren.. ich gehöre zu gleich mehreren Risiko-Gruppen. Aber ich gehöre auch zu den Menschen, die sich zumindest keine Sorgen darüber machen müssen, wie sie das Überleben bezahlen sollen! Etwas, worüber wir hier kaum nachdenken. Also bin ich einfach einmal mehr dankbar für meinen Job, den ich weiter ausüben kann, meine Versorgung, die nicht versagt (danke an Euch, die Ihr für uns da seid), wenn wir vernünftig sind und nicht zuletzt für die Freunde, die mich daran erinnern „schlimmer geht immer“

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Lessons learned

This week has been amazing, stressful, painful, filled with happiness and wistfulness…

And I learned:

  • It is urgently needed to meet colleagues more often face to face as the little chats during coffee breaks or dinner can tell you more than 8 hour meetings
  • Take care you have the best colleagues/friends around when your car decided to go on strike as this will turn a horrible situation into a life long lasting memory
  • Before you decide to damn a species because of the behavior of some you know give it enough chances to proof you might be wrong
  • If you fall over a scratch on your chin hurts less than a broken nose even if you think it looks a bit stupid, so learn to protect the important areas
  • Even if you think you have to hurry take the time to check your belongings before you move on
  • Before you murmur about something that’s gone, imagine what could have gone instead and be happy as it could have been worse (and again take care you have good colleagues/friends around)
  • It’s always worth to take second looks or give new chances as even in our age people can develop
  • Be grateful everyday about what you achieved. You might think you’re nothing but people from outside can see things you never thought of.

Thanks to everybody who joined, supported, entertained and hugged me during the last week. You have no idea what that means to me 😘

Zwei Reisen aber kein Urlaub

In den letzten Monaten häufen sich Posts in meinem Entwurf-Bereich und alle enden sie im Nichts… entweder bekomme ich die Kurve nicht zum richtigen Ende oder es ist zu persönlich für Jemand der meint sich angesprochen – vielleicht sollte ich mir ein Pseudonym suchen? Ich hoffe ich hab diese Blockade irgendwann überwunden und kann das ein oder andere vervollständigen.

Da gab es ein Wochenende im letzten Jahr, das mich so sehr aufgewühlt hat, so dass ich zum Ende emotional erschöpft ins Bett gefallen bin. Am Tag danach habe ich mir die Zeit genommen und mal ein wenig zwischen diesen Spinnweben im Gehirn aufgeräumt. Meine Freundin hat mir bestätigt, dass gerade Beerdigungen von Freunden aus der Vergangenheit häufig solche Nebeneffekte haben.
Auch wenn es im Zusammenhang mit Trauerfeiern eher nicht um schöne Stunden geht, so gibt es ja doch bessere und schlechtere – die Beisetzung meiner Freundin und Mitbewohnerin aus Ausbildungszeiten gehörte eindeutig zu den Besseren. Wir haben einen wunderbaren Mensch verabschiedet und nebenbei eine Reise in die Vergangenheit unternommen. Bei solchen Gelegenheiten begegnet man Menschen, die man Jahrzehnte nicht gesehen hat. Alte Emotionen kommen auf den Tisch, ein Schnelldurchlauf durch das eigene Leben. Plötzlich stellt man fest, dass sich manche Dinge auch nach 30 Jahren nicht geändert haben. Andere hat man so weit hinter sich gelassen, dass man sich kaum noch daran erinnert. Zwei Tage, in einem kleinen Universum, intensiv, traurig aber auch dicht an schönen Erinnerungen – die Begleitung einer Freundin auf ihre letzte Reise hat, genau wie sie selber, tiefe Spuren hinterlassen, die sicher noch lange in mein Leben einfließen.

Etliche Zeit später befinde ich mich wieder auf einer Reise – Geschäftsreise. Was eigentlich sehr anstrengend ist und an manchen Tagen die Grenzen meiner Kraft stark ankratzt, erweist sich trotzdem als mit die beste Zeit seit langem. Diese Reise macht mir bewusst, wie wichtig es ist, nicht alleine zu sein, Menschen um sich zu haben, die sich kümmern. Ungewöhnlich ungefragt und mit größter Selbstverständlichkeit. Ohne Dich und die Umstände zig Mal zu verfluchen oder Dir das Gefühl zu geben, dass Du gerade einfach nur lästig bist.
Für mich ist es so selbstverständlich geworden alleine zurecht zu kommen, dass ich gar nicht mehr gemerkt habe, was in meinem Leben eigentlich fehlt. „Ohne zu geben gibt es auch Nichts für Dich“ könnte irgendwo mal in meinen Glückskeksen in dieser Zeit gestanden haben. Und so finde es normal, dass mein Chaos Monate vor meinen Augen liegen bleibt, weil ich die Kraft nicht habe, mal gründlich durchzufegen. Über die Jahre wurde es einfach normal, dass nur etwas passiert, wenn ich selber mindestens genauso anpacke. Zwei Wochen nur meine Katzen sehen? Normal… das ganze Wochenende mit niemandem reden? Normal… Tagelang würde es keiner merken, wenn Du umfällst. Ich glaube viele chronisch Kranke kennen das – am Anfang kümmert sich der ein oder andere, aber irgendwann, wenn klar ist, dass es kein „werde schnell wieder gesund“ mehr gibt und deine Schwäche eine Sache für den Rest deines Lebens ist, lässt das nach. Verständlich irgendwo, weil ja jeder auch sein eigenes Leben und seine Probleme hat. Dabei habe ich mit meinem Bekanntenkreis sicher noch Glück, sie tragen mir zumindest nicht nach, dass ich Einladungen oft platzen lassen muss. Und es sind einige Freunde verblieben, die da sind, wenn ich um Hilfe bitte und nicht nur Lippenbekenntnisse verstreuen. Das kenne ich von meinen Kontakten in der „Dauerkranken-Szene“ auch schlimmer.

Diese Reise in eine Welt der Fürsorge, der Anteilnahme und des ungefragten „ich erledige das für Dich“ hat mich verwirrt, nachdenklich gemacht und aufgewühlt. Ob ich es wohl schaffe an der nächsten Lebens-Abzweigung das Schild „nicht der schwere Weg“ zu entdecken und dann auch noch darauf zu vertrauen, dass es stimmt? Ein Stopp Schild habe ich immerhin schon eine Weile öfter mal im Einsatz.

Ich wünsche mir, dass ich meine Reise auf dieser Welt mit den guten Freunden weiter gehen kann, meine Arbeitsfamilie, Fliegerfamilie und auch die verstehenden Bekannten immer zu schätzen weiß. Ich bin dankbar dafür, dass ich einmal mehr gelernt habe, dass es diese Menschen auch an unerwarteten Ecken gibt und hoffe, dass ich es niemals als selbstverständlich hinnehme, wenn mir jemand seine Hand zum Helfen reicht ohne in der anderen mit Schuldscheinen zu wedeln oder gleichzeitig über die folgende Aufgabe zu fluchen.

Willkommen 2020

Es ist wieder an der Zeit ein Jahr zu beenden. Und 2019 gehört sicherlich zu den Jahren, die ich beende ohne ihm Tränen nachzuweinen. Gleichzeitig beende ich das erste Jahrzehnt als Herzkranke – auch als es noch nicht bekannt war und nur ich wusste, dass etwas anders ist, so steht doch hinter jedem Gesicht der Wunsch und Glaube daran, dass es trotzdem ein tolles, lebenswertes Leben seien kann. So wie meine Eltern es dem kleinen Wurm sicherlich versprochen haben.
Nur die Starken bekommen schwere Wege – so ähnlich habe ich es gelesen und 2019 reiht sich ein um mir zu zeigen, dass ich wohl zu diesen gehöre..

Es war nicht mein schlechtestes Jahr. Beruflich gesehen hat es mir neue Aufgaben, Herausforderungen und Chancen gegeben. Zusätzlich endet es mit einem neuen Chef und veränderten Perspektiven. Welcher Weg sich schlussendlich wirklich auftut bleibt eine Frage für 2020, aber ich bin mir sicher für jeden der möglichen Wege das Rüstzeug zu haben.
Gesundheit und Entscheidungen gehen bei mir ja schon lange Hand in Hand, ein gutes Gespür für das was mein Körper mir sagt gehört da einfach dazu.
So ist es auch nicht wirklich überraschend, dass ich meinen Kopf ab und zu über das Herz stelle, über das emotionale Herz um das physische zu schützen.

Eigentlich gab es einen Lichtblick nach meinem Krankenhausaufenthalt über Ostern und ich konnte zumindest einige wenige Wochen mit ungewohnter Power genießen.
Für diese Wochen bin ich sehr dankbar, aber entsprechenden ungeschützt mit über 200 Sachen gegen die Wand geprallt, als sie ein jähes Ende gefunden haben und ich einige Zeit wieder einmal fürchten musste, dass mein Herz nun endgültig aufgibt und die neu geschlagene Narbe nicht verkraftet.
Ein Defi ist halt in der Lage dein Herz weiter schlagen zu lassen, aber nicht es zu heilen und eigentlich immer geht ein Stück unwiederbringlich kaputt wenn er zum Einsatz kommt.

Und so hat mir das Karma eine Entscheidung abverlangt.
Es gibt Ängst im Leben, denen man sich stellen muss und egal ob es um einen Schnorchelausflug, eine Seilbahnfahrt, eine neue Aufgabe, eine Diagnose oder Begegnungen mit Menschen angeht, ich stelle mich diesen Ängsten.
Aber ich habe auch gelernt, dass es Ängste gibt, denen ich mich nicht stellen muss. Ängste, die mich vor Gefahr warnen, der ich aus dem Weg gehen sollte. Und in diesem Jahr war es an der Zeit einigen unnützen Ängsten endgültig den Rücken zu kehren. Türen zu schließen um die Dinge in Angriff zu nehmen, die ich wirklich tun muss, und Dinge auszuschließen, die mich in Gefahr bringen, mein Herz schädigen und meine Lebensqualität massiv verschlechtern.
Keine einfach Lektion, aber da die Auslöser noch heute mein Herz schlechter schlagen lassen, eine sehr nachdrückliche.
Das Karma manchmal einen seltsamen Weg geht und scheinbar einen Sinn für ausgleichende Gerechtigkeit hat, hätte ich nie erwartet, geschweige denn erhofft, da Schadenfreude noch nie zu meinen Freude-Quellen gehört hat.
Vielleicht wollte das Karma mir einen Weg bereiten, Komplikationen aus dem Weg nehmen, so dass ich ein Chance hatte meine Ängste wirklich zu sortieren und bewerten zu können. Dafür bin ich dann doch dankbar, schließlich hat es geholfen Türen wirklich zu schließen. Ebenso dankbar wie für die Freunde, die mir geholfen haben diese Wochen zu überstehen und aus dem Loch wieder herauszufinden, in dem ich mich wiedergefunden habe.

Und jetzt gehe ich ins Jahr 2020 mit dem einen festen Vorsatz:
noch stabiler werden, weiter aufräumen in meinem Leben – sowohl im tatsächlichen als auch übertragenen Sinn, offen sein für Dinge die hinter den nächsten Türen liegen und an mich zu Glauben. An meine Fähigkeit und mein Gespür für Dinge die mir gut tun. Mit ein wenig Erfolg in diesen Dingen werde ich auch in der Lage sein meinen Freunden, meiner Firma und dem Unbekannten auf meinem Weg etwas gutes Zurück zugeben.

Thanks to my Colleagues

Monday morning is my „Smarties“ time.
I prepare my medication for the week.  Not as sweet but due to my boxes at least colorful 😉
And while I did it this morning I have had one of those Christmas moments.
A time to reflect and be grateful.
Sure my life would be easier and better if I wouldn’t need this medication but as it appears I wouldn’t have a life without! So I’m happy to have them.

I know that there are a lot of people who demonize pharma and medication – I get that reaction very often since I work for a pharma company and belong to several Health Communities. Unfortunately they concentrate on side effects or the rotten apples that appear in every business.
But I also know that there are millions of people depending on our developments that share my opinion.

Finally I’m proud to be part of a group that spends their time on helping others. To make a life of pain, shame or harm better. To protect people against worse times.
Sure there will be some that take it as every job they have to do to feed the family but most of us think about „how to make a life better“.

Usually I write my posts in German but as this should go out to all my colleagues and any person working in the pharma industry all over the world I decided to try an English one.
Thanks to everybody making my life and the life of our patients better. Have a Merry Christmas, a good time with family and friends and a very successful New Year

Leben in Begleitung

Vor 9 Jahren habe ich ja gesagt… Ja zu einem Begleiter, der auf mich aufpasst, mich überwacht, mich einschränkt, ab und zu behindert, der aber auch mein Leben schützt… vor einem Jahr musste der Begleiter ausgetauscht werden und wie es so ist, dauerte es eine Weile bis sich alles eingespielt hat… der Neue ist ein bisschen größer, tickt ein wenig anders, hat verbesserte Fähigkeiten und lässt mir zumindest ein bisschen mehr Freiheit.

Klingt spannend, vielleicht mysteriös und nach wichtig mit Personenschutz. Aber tatsächlich ist es der Bruder des Herzschrittmachers, von dem hier die Rede ist. Da mein Herz gerne mal stehen bleibt oder flimmert wurde ich überzeugt mein Leben von einem ICD (Implantable Cardioverter Defibrillator) überwachen zu lassen. Anders als der Schrittmacher der permanent den Takt gibt, dümpelt dieser Defi in meiner Achselhöhle und wartet ab. Er ist auf bestimmte Signale programmiert die ihm sagen, wann er eine Aufzeichnung machen, wann er den Takt vorgeben oder sogar einen Schock abgeben muss.

In den ersten Monaten hatte er noch viel Takt-Arbeit zu tun, aber mit der Zeit waren meine Medikamente so eingestellt, dass mein Herz von alleine wieder in den Takt kam. Die Flimmer-Phasen wurden selten, der Stillstand in der Regel so kurz, dass das Gerät kaum wach wurde. Auch war mein Defi gut erzogen und hat nicht unnötig gearbeitet. Lange Zeit kannte ich ‚den Schock‘ nur aus Erzählungen anderer Betroffener, deren Gerät auch gerne mal mit einer Fehlzündung schockt. Seit ich einmal wirklich einen solchen Schock bekam bin ich dafür noch viel dankbarer.
Trotz dieser Lebensversicherung bin ich angehalten mein Herz zu schonen, da mit jeder Attacke ein Stück Herz stirbt und die Lebensqualität massiv leidet. Somit habe ich vielen Dingen, die mir eigentlich Freude machen adieu sagen müssen – Immer wieder muss mein Verstand meinen Bewegungswunsch zügeln.. keine Anstrengung, keine große Aufregung, kein voller Terminplan… manchmal geht es einfach, manchmal ist es schwer. Aber ich lerne es und streiche so Sachen wie Fallschirmspringen, Kunstflug und Gardetanz von meiner Buket List. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber die Lektionen nach einer Überlastung wiegen schwer und begünstigen den Lernprozess.

Mein Herz, der Defi und ich wir kannten uns wirklich gut und meistens wusste ich, was eine Kreislauf- oder eine Herzattacke war. Als vor einem Jahr die Batterie fast leer war hieß es Abschied nehmen: nicht ganz ohne Komplikationen wurde ein neues Gerät eingesetzt. Der Wohnort in der Achselhöhle war eher ungewöhnlich für die Chirurgen und die OP hat viel mehr Zeit und Blut gekostet, als geplant. Dafür war mir der Fremdkörper schnell wieder vertraut und es schien eine ruhige Sache zu werden mit uns beiden. Zu Beginn noch viel zu ruhig, da ich mich nur schlecht erholt habe, aber nach einer Medikamentenumstellung ging es mir ein paar Wochen sogar richtig gut. Mein Kreislauf war besser und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich mich so fit, wie ich auf viele wirke. Langsam lernte ich auch wie der neue Defi tickt und das bei gleichen Signalen andere Therapien des Geräts erfolgen. Was mich am Anfang irritiert hat war schon bald ein Segen, denn leider ist das Leben unberechenbar und es liegt nicht immer in der eigenen Hand, wieviel Aufregung einem begegnet.

Gestern habe ich erfahren, dass mein Gefühl für meinen Körper mich nicht verlassen hat.. dank einer Panik Ende Mai musste der Defi Takt-Arbeit leisten, der Elektro Schock blieb dank neuer Programmierung allerdings aus. Nur mein Herz geriet aus der Bahn und es gab in Folge viel zu erzählen für ihn. Fast haben sich die Störepisoden verdreifacht. Mit Hilfe der Technik habe ich sogar einen Ausdruck, der mir zeigt, dass die Aufzeichnungen von ihm perfekt zu dem passen, was ich mir notiert habe. Natürlich macht es die Sache medizinisch nicht besser, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich auf mein Gespür richtig reagiere.
Auf dieses werde ich mich auch weiter verlassen müssen – Medikamente könnten nur in dem Rahmen eingesetzt werden, der mich wieder ins Kreislauf-Aus bringt. Also heißt es für mich weiter vorsichtig zu sein und das Herz möglichst umfassend vor weiteren Schädigungen in Form von Stress, Überanstrengung, Angst und Panik zu schützen. Und die Beziehung zum Defi zu pflegen, damit er schön brav da bleibt wo er hingehört…

Dummerweise hat der sich nämlich dazu entschieden dies nicht zu tun. Vermutlich ist die Verankerung nicht richtig befestigt und der Kollege ist aus der Achselhöhle ausgewandert. Er kommt nur mühsam voran und hängt jetzt deutlich versetzt rum… wenn er begreift, dass er eh nicht davon kommt, könnte unsere Beziehung 11 Jahre halten, ohne weiteren Eingriff. Zumindest sagt das die Hochrechnung der Batterieladung. Falls er weiter vorprescht muss er wohl neu verankert werden. Und da im Leben ja nun mal nichts einseitig ist, darf er nun meine Herz überwachen und ich seinen Aufenthaltsort 😉

Mainlandgames

Auf den ersten Blick schaut man auf uns und fragt sich vielleicht „Ja ist denn schon wieder Karneval“ … aber schnell wird klar, in dieser Stadt, an diesem Tag sind wir eine Karneval Gesellschaft mit Zweitinteresse.

Die meisten von uns tragen Rock, auch die Männer. Wir sind in Rüsselsheim und freuen uns auf einen tollen Tag bei den Highlandgames – hier ein wenig angepasst im Namen.

2009 hat ein Team unserer Herren das erste Mal in Velbert teilgenommen und wir haben uns mit diesem Fieber infiziert. Dank unserer Verbindung zur Stadt Corby in England, die wiederum viele Einwohner mit schottischen Wurzeln hat, passt es einfach perfekt und wir pflegen dieses nun über 10 Jahre.

An diesem Wochenende ist es also wieder so weit, trotz Regen und matschigem Platz werden Baumstämme geworfen und geschleppt, Strohsäcke, Gewichte und Pfeile geworfen/geschossen. Wir sind mit einer super Truppe und viel Unterstützung da, haben ein tolles Lager, grillen und genießen den Tag trotz widriger Umstände. Unsere Mannschaft verliert leider wertvolle Punkte, da der Baumstamm bricht und die Disziplin nicht mehr gewertet werden kann, der matschige Boden sorgt für etliche rutschige Partien und ganz ohne Verletzungen geht es nicht an diesem Tag. Aber mit Platz 7 erreicht das Team die beste Platzierung seit Teilnahme an den Mainlandgames.

Die Party im Anschluss muss ich leider schwänzten, da mich die Stunden auf den Beinen an den Rand meiner persönlichen Fähigkeiten gebracht hat. Aber die Geschichten beim Frühstück am nächsten Morgen sprechen von einem tollen Abend.

Sieht man mal vom Wetter und der Qualität des Hotels ab, so war es ein rund um gelungenes Wochenende und eingeschworen starten wir in die Woche der Velberter Highlandgames.

Eine Woche später liege ich leider mit Fieber im Bett, drücke aber kräftig die Daumen für unser Team und freue mich riesig über die Nachricht am späten Nachmittag: nicht nur der 1. Platz in der Teamwertung, sondern auch der 1. Platz in der Einzelwertung gehen an die Männer der KG Große Velberter 1935 e.V. – Herzlichen Glückwunsch !

Lebe Deinen Traum

Lebenstraeume

Jeder von uns hat seine Träume. Manche sind einfach dafür da, dem Alltag entfliehen zu können, manche sind dafür da gelebt zu werden.
„Wenn ich im Lotto gewinne, dann …“ – wie viel Sätze fangen so an. Aber das ist ja nur eine bestimmte Art Traum der davon abhängt, dass etwas eher unwahrscheinliches eintritt. Folgen sollten wir den Träumen, die aus unserer eigenen Kraft entspringen.

Am Wochenende habe ich einen meiner Freunde begleitet, als er eine Stufe seines Traums erklommen hat. Eine sehr wichtige. Und es war einer dieser Schlüssel-Momente. Darüber, wie wichtig diese Träume sind, aber auch darüber, dass man nie zu alt ist um sich Träume zu erfüllen!
Wir sind unterwegs und feiern mit unseren Freunden in Corby den englischen Karneval. Sowieso immer ein Highlight meines Jahres, habe ich gestern ein langes Gespräch mit diesem Freund gehabt. Er hat mir von seinem Traum erzählt und von alle den Fragezeichen und Unsicherheiten die damit einher gehen. Noch während ich zuhöre weiß ich, es geht nicht nur um seinen Traum, sondern um eine generelle Lebenseinstellung, die auch mein Leben entscheiden beeinflussen könnte.

Mein Rat für den Freund: „wenn nicht jetzt, wann dann“ – er ist spät in den Ruhestand gegangen, seine Angelegenheiten sind – wie man so schön sagt – geregelt. Und da sind Ideen in ihm, skizzierte Vorstellungen, die er jetzt gerne in wahre Gestalt bringen möchte.
Ganz ehrlich – ich habe größten Respekt, da sitzt er vor mir, in einem Alter, in dem viele mit dem Abschließen beschäftigt sind, eine Seele von Mensch, manchmal Förderer und Herausforderung zugleich und fragt mich, was ich denke. Ich hoffe die richtigen Worte zu treffen um ihm meine bedingungslose Befürwortung zu vermitteln. Sein größtes Risiko ist festzustellen, dass sein Kopf Ideen produziert, die seine handwerklichen Fähigkeiten nicht umsetzen könne. Aber das kann man lernen, trainieren und egal wie es dann klappt, man weiß ‚ich habe es getan‘ – also los!!!!
Trotz optimalen Bedingungen scheint eine Unsicherheit durch, dass es falsch seinen könnte. Nicht der falsche Traum an sich, sondern die falschen Rahmenbedingungen, die dummen Antworten. Das macht mich nachdenklich.
Warum ist es so, dass wir im gestanden Leben so darüber nachdenken? Hat unsere Umwelt soviel Macht, das wir unsere Träume zu schnell an den Nagel hängen?

Und da fällt es mir selber wieder ein. Auch ich habe einen Traum – er muss noch ein bisschen auf den richtigen Zeitpunkt warten, aber ich arbeite schon daran. Er weicht möglicherweise von der Norm ab, die jenen vorschwebt, mit denen ich darüber rede. Schon alleine meine Gesundheit macht vieles fraglich, dann als Frau alleine unterwegs? Mit ein paar Leuten habe ich geredet und die Reaktion „auslachen“ war mindestens genauso häufig wie „das kannst du“. Dann diejenigen, die zwar den Grundgedanken verstehen, aber sofort anfangen deinen Traum umzuschreiben, damit er zu ihren Vorstellungen passt. Man wird vorsichtig den Traum zu teilen.
Und genauso geht es meinem Freund: er hat einen Traum, er ist in der Phase ihn umzusetzen, aber es gibt die Möglichkeit, dass es falsch klingt für andere. Oder vielleicht auch der Neid es falsch klingen lässt.

Ich hoffe ich habe es ihm auf die richtige Art gesagt. So wie ich es jedem von euch sagen würde:
Mach es! Lebe deinen Traum. Wenn du irgendwie kannst, dann spielt es keine Rolle, wie alt du bist, welche Handicaps du hast! Erwarte keine Garantie, dass es der richtige Weg ist, dass andere dich verstehen.

Lebe es – es ist dein Leben! Keine Probe und es gibt keine Wiederholung und auch kein Drehbuch!

Raustanzen

Kitsch-Kulisse Anfang Juni 2019

Das Leben verändert sich mal schneller, mal langsamer. Häufig so langsam, dass es fast langweilig wirkt. Und manchmal kommen die Einschläge wie Sperrfeuer. Ich denke jeder hat im Laufe des Lebens seinen Weg entwickelt, mit einem solchen Sperrfeuer umzugehen und es abzuarbeiten. Was aber, wenn dieser Weg versperrt ist, oder anders gefragt: was ich am mit am meisten vermisse, seit ich Herzkrank bin?

Karneval 2009 - Abtanzen mit Freunden Karneval 2009 – Abtanzen mit Freunden

Raustanzen! Das war meine Geheimwaffe – egal wie groß der Kummer war, mich jemand enttäuscht hat oder beruflich etwas schief lief. Musik an und tanzen, nicht denken sondern nur fühlen und bewegen, zur Not stundenlang.

Schon bevor ich wusste, was mir genau fehlt, hat ES gefehlt, schließlich hing ich relativ bewegungsfrei auf meinem Sofa fest. Und irgendwann, ein paar Wochen nach der Diagnose war das Wissen da, das ES nie wieder kommt.
Die meisten Menschen, die mich kennen, halten mich für einen positiv denkenden Mensch. Für jemanden, der wieder aufsteht und weitergeht… und sie liegen nicht falsch, ich denke das ist mein Motor in den letzten Jahren. Das möchte ich generell gerne weiter geben an alle, die zweifeln oder sich benachteiligt fühlen, denen es so viel schlechter geht und die Hilfe zurück auf die Füße brauchen.
Aber manchmal bin ich einfach müde und merke, dass ich langsamer weiter gehe, schwerer wieder auf die Füße komme. Gleichzeitig kommen die Einschläge scheinbar schneller… und so fühle ich mich seit einiger Zeit immer mal wieder vom Leben überfordert. So oft bestehen meine Tage nur noch aus einem Notprogramm – aufstehen, Katzen versorgen, an den Schreibtisch setzten, schnelles Essen und zurück ins Bett.

Im April war ich eine Weile im Krankenhaus um mit neuen Ärzten einen Weg aus dieser Spirale heraus zu finden. Neben der Erinnerung, wie viel besser es mir geht als vor 9 Jahren, haben sie mir die Hoffnung mit auf den Weg gegeben, dass ich mit ein wenig Geduld und anderer Medikation auch wieder etwas leistungsfähiger werden kann. Direkt im Anschluss hatte ich glücklicherweise Urlaub und konnte meine Energie statt in die Arbeit in Erleben stecken. Sogar in „einmal noch als Gardemädchen auf der Bühne tanzen“. Einen neuen Menschen hat das nicht aus mir gemacht. Und die große Veränderung kam auch nicht im Handumdrehen. Aber es war ein kleines Stück Weg nach vorne.
Kurz nach dem Urlaub ist die langsame positive Veränderung noch einmal mit Vollgas vor die Wand gefahren, Ende Mai hat mein Herz wieder richtig quer geschossen und nur mit viel liebevoller Unterstützung meiner Fliegerfamilie und meinem Herzenspatenkind Anni konnte ich einen weiteren Krankenhaus-Aufenthalt umgehen. Zeit um dem Rat meiner Ärzte zu folgen und einige dauerhafte, zugegeben schwere und schmerzhafte Abstriche zu machen und Veränderungen einzuleiten. Genau zum richtigen Zeitpunkt finde ich einen Satz in der neuen Guido: es braucht Mut und ein gutes Selbstwertgefühl, um sich für sich selbst zu entscheiden.

Fertig für ein Treffen mit Freunden Fertig für ein Treffen mit Freunden

Immerhin, es hat wieder funktioniert, die Sache mit dem Aufstehen! Ich muss zwar weiter genau überlegen, was ich lieber an Veranstaltungen und Spaß auslasse, aber letztes Wochenende konnte ich selber in die Eifel fahren um einen, für mich sehr wichtigen, Besuch zu machen. Donnerstag war ich nach über 6 Monaten endlich mal wieder in der Firma, statt nur an meinem Schreibtisch zuhause. Kleine Schritte, die hoffentlich Schule machen. Langsam kommt mein Herz wieder in eine erträgliche Bahn und ich finde die Tage etwas leichter. Raustanzen wird zwar weiterhin etwas sein, dass nur in meinem Kopf oder beim Zuschauen stattfindet, aber ich bin zumindest etwas stabiler und darf hoffen, dass es noch weiter Bergauf geht, wenn die große Hitze vorbei ist. Dann wird gute Laune Musik angemacht und statt raustanzen heißt es dann weiter ausmisten und rausschmeißen…. Pläne im Kopf und hoffentlich Geduld, Energie, Hilfe und Zeit um in kleinen Schritten trotzdem irgendwann am Ziel anzukommen!

Mein Schiff 4

Ein kleiner Rückblick auf meine Vergangenheit mit der Mein Schiff 4 – immerhin ist das jetzt 4 Jahre her.

Ende Mai 2015 bin ich wegen unklarer Beschwerden mal wieder in Kiel in der Uniklinik – Hier gibt es ein Team, welches die Sarkoidose bestens kennt und mir 2010 schon sehr geholfen hat. In unserer Ratlosigkeit, was denn dieses mal so schief läuft scheint der weite Weg sinnvoll (war er ja schließlich auch).
Die Zeit zwischen den Untersuchungen und Behandlungen nutze ich für Spaziergänge, da wir herrliches Wetter haben und habe das Glück, dass die Klinik unmittelbar am Anleger für Kreuzfahrtschiffe liegt. Zufällig werde ich Zeuge der Vorbereitungen für die Taufe der Mein Schiff 4.

Mit der Mein Schiff 1 habe ich ja schon unvergessliche Urlaube erlebt und so bin ich gespannt auf das, was TUI Cruises an Ideen in die Schwesternschiffe 3 und 4 gesteckt hat.
Tatsächlich bin ich von der Größe beeindruckt, finde den Diamanten im Vergleich zu meinen Erwartungen (bei dem Trara was drum gemacht wurde) von Außen zwar nett aber recht unspektakulär und wünschte ich könnte jetzt das Schiff von Innen erkunden und die Taufe tatsächlich erleben. Gerne wüsste ich, warum das schwarze Einhorn da auf dem Vorschiff gewachsen ist. Und warum nicht zumindest im Hafen der Name geheimnisvoll abgedeckt ist 😉 Aber letztlich werde ich (Gott sei Dank) am Tag der Taufe entlassen und bin zu diesem Zeitpunkt wieder zuhause. Wie der unförmige Aufbau für das Tauf-Spektakel gedacht ist sehe ich auch so später in den Videos im Internet.

02. Juni 2015

03. Juni 2015

04. Juni 2015