Einfach mal dankbar sein

Ein paar ruhige Tage liegen hinter mir. Nicht gerade die Besten, aber sicherlich nicht die Schlimmsten. Irgendetwas hat mich umgehauen und viel Zeit im Bett verbringen lassen. Also auch viel Zeit zum Surfen im Netz, Pläne machen, Träume ausschmücken und dankbar sein.
Dankbar dafür wo ich lebe, wann ich lebe und wie ich lebe. Ich glaube manchmal vergessen wir das. Natürlich geht es immer Besser und ich bin kein Verfechter von ‚Klappe halten‘ oder ’nicht aufmucken und wehren‘. Aber ich denke wir sollten uns auch bewusst sein, dass die meisten von uns auf recht hohem Niveau jammern.

Das Leben hat mir mit meinen Erkrankungen einiges mit auf den Weg gegeben, aber neben den manchmal wirklich hassenswerten Begleiterscheinungen, habe ich auch die Erkenntnis im Gepäck, dass ich im richtigen Land und in der richtigen Zeit damit lebe. In einem anderen Land oder zu einer anderen Zeit hätten mich Herz, Diabetes oder Sarkoidose schon längst töten können. Also habe ich Grund für jeden Tag dankbar zu sein und die Verpflichtung aus jedem das Beste zu machen!
Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann habe ich alles an der Hand um Seelenpflege zu betreiben. Zum Beispiel mit Handarbeiten (ein neuer Pullover geht in Arbeit), mit guten Gesprächen, durch mitfreuen wenn Freunde einen glücklichen Tag haben oder mit leckerem Essen. Diese Liste kann jeder von uns aufstellen und es lohnt sich als Hilfe in grauen Tagen.

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Freundschaft

Title friendship 2018

Corby im März ist für mich meist mehr als Karneval. Es sind auch ein paar Urlaubstage mit lieben Freunden. Seit 10 Jahren fahre ich jetzt mindestens einmal im Jahr nach Corby und betreue unsere Gäste zu Karneval hier in Velbert. Aber während unser Karneval und der Sommerbesuch gefüllt sind mit Terminen und der Organisation für eine große Gruppe, gibt es im März nur ein kleines Programm. Außerdem bin ich oft alleine, maximal mit einer Handvoll Leuten unterwegs, da bleibt viel mehr Raum für Gespräche und Wünsche, was man machen möchte.

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Am Flugplatz Birmingham

Dieses Jahr hat mir das Wochenende besonders viel bedeutet, da meine Freundin Terri nicht zu unserem Karneval kommen konnte. Also gab es für uns besonders viel zu bereden und wir haben uns am Donnerstag nach der Generalprobe ein gemütliches Essen beim Inder gegönnt. Der Freitag dagegen war komplett durchgestaltet, schließlich waren wir wegen der Selection- and Crowning Night da. „Wir“ waren in diesem Jahr Uwe und ich. Nach unsere Trennung im letzten Jahr hat es mir ziemliche Bauchschmerzen gemacht, ob es eine gute Idee ist, diese Tour mit ihm alleine zu machen, aber es hat sich einfach ergeben, da sonst keiner mit konnte und es ja schließlich auch seine Freunde sind. Und die Engländer haben sich gefreut uns Beide mal wieder für sich zu haben.

Samstag gab es zwar ein Rahmenprogramm, aber wir hatten die Möglichkeit uns immer mal auszuklinken. Da Uwe, bedingt durch einen Autounfall, immer noch angeschlagen war, hat er sich die meiste Zeit mit Graeme und Doughi gemütlich zurückgezogen, während ich Terri begleitet habe. Das frisch gewählte Court hatte die erste Aufgabe zur Teambildung zu leisten. Nach einer einführenden Ansprache von Terri über die Pflichten, Erwartungen und Regeln, die die Mädels im folgenden Jahr erwarten, geht es los zum shoppen. Keine leichte Aufgabe. 6 Mädchen mit unterschiedlichen Geschmäckern, Größen und Formen müssen sich auf ein gemeinsames Outfit einigen. Egal ob Kleidung, Handtasche oder Schuhe, alles muss zusammen gehören. Nur kleine Abweichungen zwischen Senior und Junior Court sind erlaubt. Die große Event-Robe wird in jedem Jahr von Terri vorgegeben und gemeinsam mit Bonnie auf den Leib geschneidert (so dass es bei einigen noch mitwachsen kann!), aber die Tageskleidung wird jetzt ausgesucht – einmal mit Hose und einmal mit Kleid oder Rock.
Ich gönne mir eine kleine Auszeit und erledige meinen eigenen Einkauf, der in ein paar Hosen, Schuhen und einem Pullover besteht. Zum guten Schluss kommt noch ein Koffer dazu, den ich allerdings mit allem was ich nicht brauche (wie zum Beispiel all meinen Haargummis) bis Juli  bei Terri parken werde, damit er im Bus nachhause fahren kann.
Als ich fertig bin, ziehen die Mädchen gerade in die Umkleide ein. Für mich die Gelegenheit eine völlig neue Erfahrung zu machen. Eines der Mädchen hat körperliche Einschränkungen, so dass sie Hilfe benötigt und ich fühle mich ehrlich gesagt geehrt, dass sie mir ihr Vertrauen schenkt und mich helfen lässt. Aus meinem eigenen Leben kenne ich die Mühsal, wenn etwas nicht so leicht von der Hand geht. Ich werde die Zeit, als mein Herz unter 20% Leistung lag, nie vergessen, selbst Schuhe anziehen war damals eine Höchstleistung. Aber das alles erscheint mir heute nichts im Vergleich dazu, was Katie jeden Tag leistet wenn sie etwas tut, an das wir in der Regel keinen Gedanken verschwenden: sich anziehen! Aber gemeinsam bekommen wir das hin und ich bin ehrlich begeistert, von dem, was die Girls ausgesucht haben. Zumindest das komplette Hosen-Outfit inklusive Jacke steht. Das Kleid muss auf den nächsten Laden warten, da im Aktuellen die Möglichkeiten einfach zu begrenzt sind heute.
Gemeinsam mit den Herren machen wir eine Imbiss-Pause und genießen die obligatorischen Fish & Chips. Gut ich lasse die Chips weg, weil ich weiß, was mich am Abend erwartet, aber den Fisch liebe ich. Meine erste Wahl Haggis ist leider gerade ausverkauft.

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Gemütlich im Sondes Arms

Für Uwe und mich geht es jetzt zurück ins Hotel, während Doughi zur Arbeit muss, Terri noch Kleider mit den Mädchen kauft und Graeme das selbe macht, wie wir – einen kleines Schläfchen.

Am Abend sind wir im kleinen, wirklich historisch wertvollen Örtchen Rockingham zum Essen. Das Sondes Arms ist ein wunderschönes Restaurant mit vielen Ecken und Nischen und sehr gut besucht. Das Essen verrät uns warum. Einmal mehr fragen wir uns, warum es immer heißt, englisches Essen wäre schlecht. Natürlich gibt es Unterschiede und nicht alles würde mich begeistern, aber das gilt auch für deutsches, französisches oder italienisches Essen. Das Essen heute ist einfach mega und das Ambiente dazu macht den Abend ganz besonders. Dazu kommt die unbezahlbare Zeit mit den anderen.

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Durchprobiert – Lecker!

Wir ziehen das gemütliche Beisammensein soweit es geht in die Länge und quatschen über Gott und die Welt. Diese Abende sind es, die ich liebe – in aller Ruhe mit Freunden Meinungen und Ideen austauschen.

Gegen 23 Uhr brechen wir schließlich auf, da wir Doughi noch an seiner heutigen Arbeitsstätte besuchen wollen.
Als wir den Pub erreichen, ist sicher nicht nur mein Tinnitus dankbar, dass die Disco-Zeit zu Ende ist und wir genau zur Last Order ankommen. Noch bin ich etwas erstaunt, dass an einem Samstag, trotz gelockerter Gesetze schon vor Mitternacht hier Ende ist, aber ich habe dies kaum ausgesprochen, als uns ein Entertainment der besonderen Art beweist, dass es seinen Sinn hat. Hinter uns setzt Gezeter ein und es fliegen Gläser. Am Ende des Abends erlebe ich tatsächlich meine erste Kneipenschlägerei und ich weiß nicht, ob ich die Mitarbeiter des Pubs für ihre Ruhe bewundern oder sie als abgestumpft und desinteressiert abstempeln soll. Die Polizei kommt – wie sollte es anders sein – genau in dem Moment, wo die Verursacher in ein Taxi steigen und verschwinden. Immerhin darf ich mal wieder mit einem englischen Polizisten reden und wir alle haben noch am nächsten Tag reichlich Gesprächsstoff. Unser Abend wäre so oder so jetzt beendet gewesen.

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Abschieds-Treffen im Hotel

Sonntag trifft sich dann alles nochmals im Hotel um uns zu verabschieden. Während die Familien einfallen um den Muttertag zu feiern, ziehen wir die Zeit soweit es geht und schauen zurück und planen nach vorne, aber schließlich ruft Arbeit, Abflugzeit oder Familie und wir machen uns auf den Heimweg.

Was meine Bauchschmerzen angeht, so haben sich diese auf mein Zwacken durch die Gallensteine beschränkt und waren im Bezug auf den „Ex“ überflüssig. Egal ob unterwegs mit Freunden oder alleine im Hotel, es war harmonisch, friedlich und unterhaltsam. Wir haben es geschafft die Dinge, die uns schon vor unserer Beziehung verbunden haben zu pflegen, das ein oder andere Missverständnis zu bereden/neu zu beleuchten und es ein rund um schönes Wochenende werden lassen. Und ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich mutmaße, dass es meine harmonischste Scheidung werden könnte und wir weiter gemeinsam unser Hobby Großbritannien leben können, wenn wir diesen Level erhalten, pflegen und damit eine neue freundschaftliche Basis schaffen.

Proklamation auf Englisch

Corby 2018 - entering Princesses

Wir sind mal wieder in Corby und ein Jahr Regentschaft endet. Das Carnival Court in unserer Partnerstadt wird jedes Jahr am 2. Freitag im März gewählt. Anders als bei uns, weiß zu Beginn des Abends keiner, wer am Ende auf der Bühne steht und die Krone trägt.

Nach unserer Ankunft bekommen wir schon am Donnerstag einen kleinen Einblick, wer alles zur Wahl steht, da wir das Ende der Generalprobe miterleben. Im Gegensatz zu den Vorjahren kenne ich die wenigsten der Teilnehmerinnen, was es letztlich um so spannender macht. Die Mädchen und jungen Damen machen sich mit der Bühne  und den Ein- und Ausmarsch Regeln vertraut, die doch etwas umfassender sind, als bei uns. Noch sind alle relativ entspannt und so ein Blick hinter die Kulissen gibt einen viel besseren Eindruck, wie die Mädels so miteinander umgehen. Lediglich bei der Probe der Verabschiedung merkt man auch heute schon, welch eine ergreifende Zeremonie uns hier erwartet.

Freitag helfen wir den Saal festlich zu gestalten und bereiten uns auf ein paar schöne Stunden vor, die zumindest mir eine emotionale Achterbahn bescheren werden.

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Mit dem Bürgermeister von Corby

Nach einer kleinen Pause im Hotel geht es in festlicher Kleidung zurück ins Grampian und wir treffen auf viele Freunde, (ehemalige) Bürgermeister, Eltern und mittlerweile sehr aufgeregte Mädchen. Die Veranstaltung wird wie im letzten Jahr von Corby Radio unterstützt, Andy moderiert gekonnt und hilft der ein oder anderen Teilnehmerin, die Nervosität in den Griff zu bekommen.

Die Wahl des Corby Carnival Court ist eine komplexe Sache und ich bin froh nicht einer der Judges zu sein (einmal hat gereicht!). Es geht hier nicht um einen Schönheitswettbewerb – auch wenn man das bei manchem Erscheinungsbild meinen könnte. Natürlich zeigt sich jede von der besten Seite, ob es aber einer 12 jährigen unbedingt zu Gute kommt auf High Heels und mit künstlicher Bräune auf die Bühne zu gehen, bleibt fraglich. Preisrichter und Schiedsrichter sitzen vor der Bühne, VIP’s, besuchende Courts anderer Städte, Familien und weitere Gäste bilden einen großen (und leider manchmal viel zu lauten) Rahmen darum herum, während die Mädchen nun einzeln die Bühne betreten und dort ihre Rede halten. In wenigen Minuten muss sich der Preisrichter ein Bild darüber machen, ob die jeweilige Teilnehmerin die Stadt Corby gut vertreten kann. Verständlichkeit, ein offener Blick, eine gute Körpersprache, ein grader Gang und auch ein ehrliches Lächeln fließen hier positiv in die Wertung ein und spielen eine weitaus größere Rolle, als Glitter über den Augen, braune Haut, eine Traumfigur oder Glitzersteine auf dem Kleid. Die 26 Mädchen teilen sich auf in 20 Bewerberinnen für das Junior Court (unter 14) und 6 für das (Senior) Court. Schließlich haben alle ihre Rede gehalten und die Richter ziehen sich zurück um das Punkte-System, welches für die Wahl vorgegeben ist auszuwerten.

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Mit dem scheidenden Court

Damit alle dabei sind beginnt die Verabschiedung des 2017 Court sobald die Wahl ausgewertet ist. Dieser Teil ist immer schon sehr tränenreich gewesen und auch in diesem Jahr bricht das ein oder andere Herzchen, während die Queens und Princesses ihre Abschiedsrede halten. Das Finale wird mit einer „Time to say Goodbye“ Live Version  von Kara Hamer begleitet und ich ziehe meinen Hut vor der jungen Dame. Meine Augen sind nicht trocken als schließlich das Committee Spalier steht, die Insignien der Macht abgelegt sind und die sechs sich ein letztes Mal gemeinsam verneigen.

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Das neue Court

Ganz komme ich um eine offizielle Teilnahme nicht herum und stehe nun doch mit auf der Bühne um die neu gewählten Prinzessinnen zu krönen. Neben mir steht der diesjährige Bürgermeister um diese Aufgabe bei den Queens wahrzunehmen. Unter viel Beifall werden nun nacheinander die Gewinner verkündet und kommen zu uns auf die Bühne. Das neue Court nimmt auf den Stühlen Platz und eigentlich ist dies eine fröhliche Zeit. Aber in diesem Jahr wird es noch einmal sehr emotional.
In den letzten zwei Jahren hat Corby zwei ihrer Carnival Girls beerdigen müssen – zunächst Kayley, die nach jahrelangem Kampf ihren mentalen Problemen nicht mehr widerstehen konnte und dann Victoria, die unerwartet ihrer chronischen Erkrankung erlag.
Um die Erinnerung an Beide zu erhalten wurden für die Queens Wanderpokale gestiftet. Die Kayley Trophy geht an die Corby Carnival Queen und die Victoria Trophy an die Junior Queen.
Der Vater von Kayley möchte für Kayleys Erkrankung sensibilisieren und wendet sich an die Öffentlichkeit – so auch an diesem Abend mit einer wunderbaren, ergreifenden Rede. Ich stehe hinter ihm auf der Bühne und bin fix und alle, erst recht als er mich und meine Freundschaft zu Kayley auch noch mit einbezieht.

Auf und rund um die Bühne werden nun Bilder gemacht und ich komme dazu noch eine kleine Zusage in die Tat umzusetzen. Das scheidende Court verabschiedet sich mit den unterschiedlichsten Gesten und eine davon teile ich – Jordan hat ihre Haare bewusst wachsen lassen und mit ihrer Verabschiedung eine Haar-Spende verbunden. Unter großem Ablaus (viele in diesem Saal wissen, was lange Haare für eine 18 Jährige bedeuten können) lässt sie sich ihren langen Zopf abschneiden, damit dieser zu einer Perücke für krebskranke Kinder gemacht werden kann.

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Ab sind sie

Ohne Ablaus, still und heimlich in der Ecke, schneidet Jordans Mama auch meine Haare ab – für eine Kurzhaar-Perücke sind es genug. Irgendwie habe ich mich zu der Aussage verleiten lassen, wenn Du das wirklich machst, dann bin ich dabei. Ich bereue es nicht und habe meinen Spaß daran zu beobachten, wie es teilweise Stunden dauert, bis es auffällt.

Bei soviel Emotionen und tollen, wie traurigen Momenten ist der Rest des Abends dann ein ausgelassenes Feiern auf der einen Seite, ein enttäuschtes „schnell nach hause“ auf der Anderen und Gott sei Dank nur vereinzeltes unfreundliches Tratschen (welches beweißt, dass da jemand noch lernen muss bevor er Repräsentant werden kann) – schließlich haben 20 Mädchen nicht die Spitze erreicht.
Als Stadtteil-Prinzessinnen, die sie ja schon sind, haben aber auch sie ein aufregendes und wichtiges Jahr vor sich, in dem sie in Corby viele Wohltätigkeitsveranstaltungen unterstützen, sich weiter entwickeln, Freundschaften schließen und dann vielleicht im nächsten Jahr das Puzzelteilchen im Gepäck haben, dass den Ausschlag gibt und dieses Jahr noch gefehlt hat.

Es ist ein Kraut gewachsen

Manchmal ist krank sein echt doof. Eigentlich habe ich mich daran gewöhnt und gelernt damit zu leben, aber es geht manchmal auch was unter. Seit Wochen quälen mich immer wieder krampfartige Schmerzen in rechten Oberbauch und Übelkeit. Aber so genau schaue ich da eben nicht mehr hin. Irgendwas zwackt in meinem Bauch ja immer, dadurch, dass es da einen Rückstau gibt.  Den zusätzlichen Schüttelfrost, die leichten Fieberschübe – das schiebt man schnell auf das Wetter oder auch die Sarkoidose.

Heute bei der jährlichen Ultraschall-Kontrolle hat sich dann aber gezeigt, dass es eine neue Ursache gibt. Eigentlich bin ich sogar erleichtert, weil ich selber was tun kann. Und es absolut heilbar ist! Nur ärgere ich mich jetzt, dass ich nicht früher reagiert habe und damit eine Menge Schmerzen verhindert hätte. Muss ich wieder empfindlicher werden?

Ein Gallenstein dümpelt da rum – nun heißt es wieder Apfelessig trinken (warum habe ich damit eigentlich geschlampt?) und noch mehr Kräutertee. Außerdem darf ich ungebremst meinem augenblicklichen Heißhunger auf Obst nachgeben. Die Diabetes ist eh auf niedrigem Level und ein wenig mehr Insulin ist okay. Dazu ein bisschen mehr Ruhe, wenn es zwickt.
Ein Blick in meinen Tee-Schrank verrät mir, dass das perfekte Gebräu gewachsen ist… Pfefferminz, Löwenzahn, Ringelblume und Brennessel -> Hamburger Kräutergarten, die perfekte Mischung laut Ratgeber. Oder noch leckerer Erdbeer-Minz-Mischung. Und Obst ist auch reichlich da – gedörrt und frisch. Wenn ich davon genug in mich rein bekomme und eine Weile etwas bewusster esse, um mein sonstigen Blutwerte in den Griff zu bekommen, dann sollte dieses Übel zwar nicht über Nacht, aber doch quasi von alleine verschwinden.

Stellt sich nur die Frage, ob ich in Zukunft wieder früher zum Arzt gehen sollte, auch wenn mich nicht mein Herz quält….

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Smoothie mit Granatapfel und Papaya steht noch im Kühlschrank

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Aus dem frischen Obst ist schnell Salat gemacht – schließlich wollen die Vitamine ja gelöst werden

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Trockenobst ohne Zusätze – dank dem tollen Geschenk im letzten Jahr immer vorhanden

Dinge passieren

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Langsam bekomme ich wieder Ordnung. Zugegeben sehr langsam, aber ich mache Fortschritte. Meistens…
Und dann passieren… nun, eben Dinge – Gestern habe ich zusammen gesucht, was ich bügeln muss für das Wochenende in Corby und einen Rock nicht gefunden. Der Rock ist ja nicht schlimm, aber beim Suchen fällt auf -> mit dem Rock ist ein Jump Suite verschwunden und der ist unersetzbar, ist es doch das letzte Brigitte-Designer Stück, welches ich von Mama bekommen habe.
Außerdem habe ich mich endlich an den ersten Koffer ran gewagt , der seit gut 4 Monaten voll auf dem Dachboden steht – schließlich brauche ich ihn ja nächstes Wochenende… Seitdem riecht es in meinem Ankleidezimmer nach Mama und ich würde das am liebsten konservieren, so sehr umarmt mich ihr ganz eigener Duft.

2018-donna-taggart-songMontag habe ich mit meinem Sohn telefoniert und er hat mit mir geschimpft, ich sollte keine Tage zählen, dabei zähle ich nicht, sie sind einfach da und man muss nicht auf den Kalender schauen und rechnen. Heute habe ich Facebook gestartet und da war „es“ gleich doppelt da – mit einem wunderschönes Lied, dass Alan gepostet hat, das genau ausdrückt, was ich fühle – auch oder gerade heute wo Mama 6 Monate fort ist. Und außerdem mit einem Video der wunderbaren Kayley, die leider keinen Sinn mehr in ihrem Leben gesehen hat.
Fest daran zu glauben, dass beide Engel sind, die ich eines Tages wiedersehe, hilft mir. Auch wenn ich keine Form für die Engel habe und überhaupt keine Idee, wie es aussehen sollte – es ist einfach ein Halt.

Nachmittags bin ich auf der Autobahn und höre im Radio plötzlich einen Song, der eine besondere Bedeutung hat für Mama und mich – ein Blick auf die Uhr treibt mir ein weiteres Mal die Tränen in die Augen… Genau jetzt ist es 6 Monate her, dass ich den Rettungswagen gerufen habe – es sind eben diese Dinge die passieren.

Dies ist kein fröhlicher Beitrag und auch kein sonderlich sortierter. Aber auch ein Tag der Tränen und der Herzschmerz-Zeit gehört in mein Leben. Er hat seinen Raum genauso wie eben diese Dinge, die zu Zeiten passieren, in denen sie eine ganz andere Bedeutung bekommen – eine tiefer.