Große Freiheit

Nichts ist so beständig wie der Wandel. In meinem Leben ist dies eine wahrlich unbestreitbare Linie. Gerade stehe ich erneut als Single in demselben. Neben der Trauer um das, was hätte sein können, empfinde ich natürlich auch Freude darüber, dass ich wieder Entscheidungen treffen kann, wie sie meinem Empfinden entsprechen, ohne über „was passiert, wenn…“ nachdenken zu müssen.
Im Laufe der Jahre habe ich einiges an Erfahrungen gesammelt, was man sich wünschen kann, aber eben auch, was man nie im Leben haben möchte. Mit all diesen Erfahrungen im Schlepptau geht es nun weiter auf der Reise.
Auch wenn ich weiß, dass „sag niemals nie“ seine Berechtigung hat, schlägt meine aktuelle Skala so deutlich in Richtung „ich bin nicht auf der Suche und zufrieden mit dem was ich habe“, dass ich versucht bin „nie wieder“ zu sagen. Einmal, als ich an diesem Punkt war, wurde ich prompt gefunden und nach einem tollen Zwischenhoch war letztlich mehr von diesem „braucht Frau nicht im Leben“ in dem Koffer als einer tragen sollte, und so hoffe ich zumindest, dass meine Skala im Bereich „nein Danke“ bleibt.
Ich möchte ja nicht dem Spaß abschwören, aber ich würde mich gerne immun machen gegen die Tiefe mancher Gefühle und zumindest immer meinen eigenen Rückzugsort behalten.
Immerhin sehe ich eine Entwicklung über die Jahre, die mir Mut macht, daran zu glauben, dass ich es besser im Griff haben werde. Ich habe Sarkasmus, Ironie und Selbstbewusstsein ausgebaut und damit eine schützende Hülle errichtet. Ich habe meinen Glauben und das positive Denken ausgetauscht gegen Misstrauen und „erstmal erzählen sie einen vom Pferd“ (sorry Jungs, aber wenn nicht, seid ihr in der Regel glücklich verheiratet/verpartnert; sorry Pferde, eine der blöden Redewendungen, die einfach nicht fair ist) – es gefällt mir nicht so zu denken, aber wenn Du unter anderem den

  • „ich lebe gerade in Trennung von meiner Frau – wir müssen nur noch …“-Typ über Monate geglaubt hast und schließlich mit dessen Frau unterm Weihnachtsbaum sitzt, weil sie es nett findet Dir etwas aufzuschwatzen, wenn er schon das nächste Häschen anschleppt
  • „ich bin ein Geschenk Gottes an die Menschheit und kann mich dabei so gut in Deine Seele einfühle“-Typ getroffen hast und irgendwann merkst, dass er die Freundin so oft wechselt, wie andere einkaufen gehen
  • „ich bin der beste Freund von allen und einfach nur nett, also erzähl doch bitte Du hast Kopfschmerzen, weil ich keinen Bock auf die Party habe“ -Typ verlassen hast und alle dich dafür hassen,

dann ergibt sich das automatisch. Dabei sind das nur 3 Beispiele aus der älteren Vergangenheit, schließlich ist das hier nicht mein Tagebuch.
Wenn ich nicht auf alles, was mich freundlich umgarnt, direkt mit ausgefahrenen Krallen losgehe, so ist das hauptsächlich einem meiner Kummerkästen zu verdanken… Auch wenn er sich manchmal für sein eigenes Geschlecht fast schämt, wenn ich vor Frust, Lachen oder Wut aus mir raus sprudel, kann er mir doch meist erfolgreich vermitteln, dass es ja vielleicht hier und da einen Grund, ein Korn (für das blinde Huhn) oder eine sinnvolle Taktik gibt. So ein Kummerkasten ist echt hilfreich, wenn man trotz allem das Bestreben hat, nicht ungerecht zu werden. Danke an dieser Stelle!
Während ich also dabei bin, die letzten Jahre noch ein bisschen zu entwirren, taste ich mich langsam nach vorne und entdecke, dass nicht unbedingt das Essen der Sex des Alters sein muss und das Freiheit bedeutet eigene Entscheidungen zu treffen wie zB. spontan an einer Verlobungsparty teilnehmen zu können, aber auch vorsichtig mit doppeldeutigen Angeboten umzugehen.
Erfreulicherweise hat mein Leben in den letzten Wochen nicht damit gegeizt, mir Begegnungen in die Hand zu spielen und sehe ich auf die nächsten Wochen wird sich das auch nicht so schnell ändern. Ich habe immer gerne Menschen kennengelernt und würde mich freuen, wenn es weiter so bleibt. Folglich wünsche ich mir zur Begleitung in die große Freiheit eigentlich nicht mehr, als dass es keine Heinis sein mögen, die die angedeutete Liste da oben unbedingt erweitern, wenn nicht sogar anführen möchten. Wer weiß, vielleicht fühlt sich ja sogar jemand ermutigt, mir das Gegenteil zu beweisen – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt 😉

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2 Gedanken zu “Große Freiheit

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