Etwas Hobby braucht der Mensch

Ich glaube ich habe nie zu den Menschen gehört, die Langeweile in ihr Leben lassen. Als mich vor 6 Jahren mein Herz dazu gezwungen hat deutlich kürzer zu treten, habe ich einiges aufgegeben, das mir lieb und teuer war. Am meisten fehlt mir immer noch das Tanzen, aber auch viele Geselligkeiten, meine Jogging-Runden und die Fähigkeit immer einzuspringen wo Hilfe gebraucht wird. Manchmal bedaure ich sogar das ich meine Arbeitszeit reduzieren musste und mich nicht mehr so in der Firma einbringen kann wie ich gerne möchte. Aber ich habe weiterhin ein sehr ausgefülltes Leben mit einem Rest an Hobbies, die manchen vielleicht sogar für 2 Leben reichen würden:

  • Ich liebe unseren Garten und die damit verbundene Planung, meistens ist es eine Art Mini-Therapie wenn ich hier und da Verblühtes zupfe, gieße und eine Ecke im Beet säubere oder Ernte ‚einfahre‘
  • Die Theater-Gruppe macht riesen Spaß, das Lernen der Rolle, sich in fremde Personen zu denken und mit der Truppe zusammen zu sein, ersetzen mir zumindest teilweise den Verlust des Tanzen und Singen
  • Die Arbeit im Freundschaftsverein für unsere Partnerstadt Corby sorgt für jede Menge Kontakte, Gespräche und Begegnungen in anderer Sprache und mit anderen Gesellschaftsstrukturen.
  • Meine Bücher begleiten mich an jedem Tag und ich genieße fremde Geschichten und Abenteuer.
  • Der Karneval leidet sicher am meisten, da es auch der (meistens) lauteste und intensivste Geselligkeit-Faktor ist, mit dem ich leider häufig überfordert bin. Trotzdem hoffe ich weiterhin zumindest mit kleinem Einsatz ein aktiver Karnevalist zu bleiben.
  • Das (wieder entdeckte) Stricken und Basteln – während das eine fast überall nebenbei geht braucht das andere doch etwas Ruhe und Zeit. Also habe ich das geschickt kombiniert mit einer mir lieben und ans Herz gewachsenen Kontakt Pflege, nämlich einem regelmäßigen Treffen mit meiner Mama
  • Das Segelfliegen mit der BBSW einmal im Jahr aber auch mit der Kontakt Pflege jederzeit
  • Da ist ja auch noch das sicher das tollste Hobby! – Verreisen – Samstag geht es mal wieder los. Wir erkunden Mauritius (ich denke ihr werdet davon lesen).

Auch wenn da noch die ein oder andere Kleinigkeit fehlt, ist die Liste ja schon recht ordentlich. Und eben daraus ergibt sich dann doch wieder ein manchmal auch zu ausgefülltes Leben..
So ein Urlaub zum Beispiel ist ja nicht nur einfach- hex hex – da, sondern bedarf einiger Vorbereitung: Reiseführer lesen und schauen was man machen möchte; Wäsche waschen, bügeln und packen; den Garten soweit fertig machen, dass der Winter vorbei schauen könnte während man nicht da ist; den Schreibtisch soweit leer arbeiten, dass es maximal kleine Katastrophen gibt, während man weg ist; vorbereiten, was Mann und Frau sonst noch so mitnehmen möchten/müssen (O-Ton meines Gatten: „Mach Du das mal, das hat sich in den letzten Jahren bewährt“); einkaufen für die Katzen – die fahren ja nun mal nicht mit; Kühlschrank füllen für den Katzen- und Wohnung-Sitter; … Ich denke die meisten von Euch kennen solche Listen und könnten sie endlos weiterführen.

Da kommen zwangsläufig viele andere Dinge zu kurz und es drängt sich intensiver die Frage auf, ob ich nicht doch noch ein bisschen weniger aktiv sein sollte…
Schließlich war dies eine der Botschaften, die ich aus der Reha mitgebracht habe. Und da Therapeuten, meine Lieben und ich da sicher einig sind, dass sich manche Dinge (wie zB die lästigen Sachen der ‚Lebensverwaltung‘) nicht einfach streichen lassen, bleibt mir die Aufgabe überlassen, aus den schönen Dingen des Lebens diejenigen raus zu suchen, die in Zukunft eben kürzer kommen müssen.

Mittlerweile – ich habe tatsächlich 3 Tage gebraucht, bis ich diesen Post fertig habe – ist der Samstag eine Stunde alt. Also geht es jetzt ins Bett und nach dem Aufwachen heißt es dann – Endspurt auf dem Weg zum Flughafen – Mauritius wir kommen.

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2 Gedanken zu “Etwas Hobby braucht der Mensch

  1. Liebe Babett,
    bei immer noch so vielen Hobbys kann keine Langeweile aufkommen 😊 Menschen die über Langeweile klagen haben häufig wenig soziale Kontakte und sind mit ihrer Lebensweise unzufrieden aber ändern, um Gottes Willen nicht. Mir ist Langeweile auch fremd aber ich habe auch gelernt mal einen Gang herunter zu schalten und mal einiges zu überdenken. Denn erst am Ende werden wir wissen was wirklich wichtig war. Jetzt wünsche ich Euch erst einmal einen wundervollen Urlaub und ganz viel Spaß und 1. Gang weniger damit noch viele schöne Stunden folgen können.

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