Der Tod ist ein Teil meiner Reise geworden

So ähnlich ist die Aussage, mit der einer meiner liebsten Filme endet.
„Message in a bottle“ ist einer meiner Seelen-Pflege-Filme. Eigentlich kann ich mit diesem Film jede meiner Stimmungen vertiefen, da er alle Elemente enthält, die mir etwas bedeuten. Nicht immer ist es der traurige Teil, so wie heute, aber auch der ist hier sehr intensiv nachzuspüren.
Warum ich gerade heute darauf komme? Eigentlich glaube ich schon seit einer Weile, dass dieses Jahr ein besonders Verlustreiches ist. Bisher fehlte mir aber der passende „Rahmen“ es in Worte zu fassen. Ganz ehrlich, wer liest schon gerne von Trauer und Tod. Aber es ist eben ein Teil unserer Reise!

Heute hat mich die Nachricht eines besonders tragischen Todes erreicht – zumindest empfinde ich es so. Es war, irgendwie der Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Nicht jeder der Menschen, die ich in diesem Jahr an den Tod übergeben habe, hat eine Rolle in meinem täglichen Leben gespielt. Aber Verbundenheit drückt sich nicht in regelmäßigem Sehen aus. Genauso wenig in den offensichtlichen Berührungspunkten. Es sind die kleinen Verknüpfungen mit Ereignissen, die einen Menschen bedeutender machen. Kleine Seelenverwandtschaften, richtige Worte in einem unerwarteten Augenblick….

Vielleicht kommt mir dieses Jahr so besonders schlimm vor,

  • weil ich so berührt bin von der Fliegerbekannten, die mir vor 6 Jahren über Facebook soviel Mut gemacht hat, als ich nicht wusste, wie ich mit meiner neuen Krankheits-Situation umgehen sollte
  • weil die Oma meines Patenkindes bei jedem Zusammentreffen ganz selbstverständlich das Gefühl versprüht hat, ich bin ein Teil der Familie
  • weil meine Cousine zwar Jahre lang ‚verschollen‘ aber nie vergessen war
  • weil der Fliegerkamerad zwar manchmal etwas anstrengend war, aber definitiv ein Unikat, welches eine große Lücke hinterlässt
  • weil das junge Mädchen soviel Unsicherheiten in sich trug, die meine Jugend gepflastert haben
  • weil die Frau aus unserer Stammkneipe zum Gefühl ‚Heimat‘ gehört hat
  • weil der eine Freund aus dem Karnevalsverein so eine ruhige, liebenswerte Konstante war, der andere schon mit meinen Kindheitserinnerungen verbunden
  • ….

Um so dankbarer bin ich dafür, dass eine unserer liebsten Freundinnen ihren Kampf mit dem Krebs über die nächste Runde hoffnungsvoll beendet hat. Oder das mir meine intensivste Reha-Bekanntschaft mit eigenen Worten von dem Drama erzählen konnte, welches sie und ihre Familie/Freunde in diesem Sommer in einem norwegischen Fjord im wahrsten Sinne des Wortes überrollt hat.
Es sind nur einige positive und negative Beispiele aus den Geschehnissen in diesem Jahr, aber sie sind eben sehr prägend und stimmen mich nachdenklich.

Sind wir eigentlich dankbar genug dafür, dass uns das Leben den nächsten Tag beschert? Und das in einer recht friedfertigen Umwelt.
Letztlich kann ich mir nur wünschen, dass ich nie vergesse, welch ein Segen es ist, dass ich im jetzt und hier lebe mit meiner Erkrankung. Und mich jeden Tag bedanken, dass ich die  – ja was genau… Kraft, Gabe? – Stärke besitze meine Krankheit als Begleiter und Herausforderung zu sehen und nicht als unverdiente, niederschmetternde Last.

Genauso kann ich nur hoffen, dass wir alle die Geschenke erkennen, die uns begleiten und im Angesicht von Trauer, Krankheit, Liebeskummer oder auch Tod nicht verzweifeln, sondern die Chancen ergreifen, die sich uns bietet. Auch wenn es manchmal sehr schwer fällt, wenn ein kleines Mädchen plötzlich ohne Mutter aufwachsen muss, oder eine Mutter ihr Kind beweint.

Vielleicht seid ihr nicht mehr sichtbar, aber ihr bleibt ganz sicher immer unter uns!

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