Muss man Nessie gesucht haben?

Nach einer wirklich guten Nacht lockt die Sonne uns. Und natürlich der Plan für den Tag. Das Frühstück haben wir für 8 Uhr geplant und sind auch nur wenige Minuten zu spät unten. Hier erwartet uns… nichts. Der Raum ist leer, dafür hört Uwe ein heftiges Klopfen am Eingang. Ich schaue nach und darf unserer Frühstücksfee nach ihren Anweisungen die Tür öffnen. Ein Riegel, der normal immer offen sein soll, war verriegelt und die Tür ließ sich nicht von außen aufschließen. Somit ist hier natürlich alles erst einmal im Rückstand. Da ich gestern noch einmal draußen war, grübel ich zwar kurz, aber  diesen Riegel hatte ich nicht in der Hand, die Knöpfe zum Drehen haben meinen schmerzenden Fingern schon genug Ärger gemacht. Trotz dieser kleinen Panne sind wir nach einem reichhaltigen Frühstück zügig unterwegs.

Unser Navi schimpft mit uns, da wir nicht die angegeben Route nehmen, aber wir folgen Fin’s Umleitungsempfehlung und vermeiden Nairn. Dafür ‚entdecken‘ wir ein Schloss im Wald – Cawdor Castle. Mir gelingt mein erster Traum-Schuss mit einem Dornröschen Bild, wir sehen einige nette Kleinigkeiten, aber den Garten und das Schloss selber können wir nicht besichtigen, ohne unseren Zeitplan über den Haufen zu werfen, also fahren wir weiter an den Schlachtfeldern von Culloden vorbei, durch Inverness mit Kurs auf das berühmte Loch Ness. Wieder fahren wir eine schöne Route, müssen aber zugeben, dass wir hier nicht begeisterter sind, als an anderen Orten. Castle Urquart ist unser Stopp an dieser Route und wir sind trotz Andrang schnell im Besucherzentrum mit unseren Scotish Heritage Passes. Dicke Regenwolken, ein Traube Bus-Touristen und ein wenig Entäuschung mit Blick auf die vor uns liegende Ruine, halten uns davon ab den Weg zu den alten Steinen anzutreten, wir beschränken uns auf ein paar Bilder, Kaffee bzw. Tee und ein wenig Ruhe und sind wenig später sehr froh, als wir die Regenschauer niedergehen sehen. Natürlich kaufe ich den obligatorischen Kühlschrank-Magneten und dann geht es weiter. 

Unser nächster Stopp ist Fort Augustus. Zwar ungeplant, aber dafür um so schöner – wir sehen uns das Schleusen-System an, über welches die Schiffe vom Caledonian Canal in Loch Ness gelangen und Uwe entdeckt einen Tuchladen in einer alten Kirche. Hier schieße ich im Sonderangebot einen dicken Pullover und zwei schottische Poncho – mit Hilfe meiner wunderbaren Mama wird der eine aufgepimpt und dann ist er fast so, wie der den ich mir gestern verkniffen habe. Mit dem Plus, dass er individuell wird und der gesamte Kauf heute weniger kostet, als ich gestern hätte hinlegen müssen. 

Ab jetzt geht es wieder zurück am anderen Ufer bzw. in den Bergen und wir genießen wieder tolle Aussichten. Unsere Runde beenden wir in Culloden. Diesesmal gehen wir ins Besucherzentrum und ich gerate kurz ins Straucheln ob der vielen Touristen-Pässe, die es hier gibt. Schließlich werden wir uns aber einig, wie wir in den nächsten Tagen am günstigsten an weiteren Personenschlangen vorbei kommen und sind in der Ausstellung zur Schlacht um Culloden. Vorsichtig schleiche ich mich an den schlimmsten Beiträgen vorbei während Uwe mit einem deutschen Audioguide die Geschichte aufsaugt. Im Videoraum finden wir uns mitten auf dem Schlachtfeld wieder und ich muss flüchten. Ich werde nie begreifen, wie Menschen sich das antuen können. Obwohl natürlich auch ich zu den Müttern gehöre, die ihr Kind um jeden Preis verteidigen würde…

Gegen 18 Uhr sind wir zurück am Hotel und beide ziemlich geschafft. Fin fängt uns am Eingang ab und erklärt uns die genaue Funktion der Haustür. Scheinbar hatte nicht nur die Angestellte am Morgen Probleme, sondern 2 Gäste kamen in der Nacht nicht rein und mussten im Auto schlafen. Ganz übel für den Hotelier und wir merken ihm an, dass er gerne einen Schuldigen finden würde. Ich glaube er hat mich im Verdacht, da ich als Raucher ja eher mal raus gehe, aber auch wenn ich nochmal den Ablauf durchgehe, sehe ich nicht, wie mir das hätte passieren können.

Der Abend wird wieder sehr schön, Fin sucht für uns nach einem Highland-Fest am Wochenende, kann aber leider nichts finden. Die nächsten Games sind an dem Wochenende, an dem wir schon in England sind und das Gathering war letztes Wochenende. Man kann eben nicht alles haben. Ich teste die nächsten Whisky und finde wieder einen, der mir sehr gut schmeckt. Einige Zeit nach dem Spiel Wales-Belgien verabschieden wir uns. Da es gerade nicht regnet machen wir noch einen kleinen Spaziergang an den Piers und genießen die Dämmerung – immer noch sehr ungewohnt nach 23 Uhr.

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