Ein Tag auf den Orkney Inseln

Schon beim Verlassen der FĂ€hre wird uns klar, dass wir wieder etwas anderes erwartet haben. Nach den letzten Tagen erscheinen die Insel massenhaft bevölkert. Die Landschaft ist ĂŒberwiegend von Landwirtschaft geprĂ€gt und es ist ein idyllischer Mix aus Natur und HĂ€usern. Hoffentlich reicht unsere Zeit hier fĂŒr das Wesentliche.
Auf dem Weg nach Kirwall wechseln wir mehrfach Mal die Insel, allerdings ist dies kaum bemerkbar, da ein Damm die Inseln verbindet. Schon der erste Blick auf Kirkwall ist klasse. Nun ja, als bekennende Kreuzfahrer auf der „Mein Schiff“ sind gleich zwei Aida Schiffe vor Anker etwas befremdlich 😉 Wir finden unser Hotel auf Anhieb und haben wieder mal das GefĂŒhl, alles richtig gemacht zu haben. Direkt am Hafen und der Einkaufsmeile liegt ein nettes altes Haus mit Pub, Restaurant und allem was unser Herz begehrt. Wir halten uns auch nur kurz mit Entladen des Audi auf und gehen die Umgebung erkunden. ZunĂ€chst noch sicher unter dem Schirm betrachten wir das Treiben rund um das Tenderboot der kleineren Aida. Jetzt wieder im  Trockenen gehen wir durch den Ortskern und entdecken etliche sehenswerte GemĂ€uer. Und nette LĂ€den, die wir uns am nĂ€chsten Tag genauer ansehen wollen. Heute besichtigen wir die Kathedrale und die danebenliegende Ruine. Abschließend gehen wir ins Informationszentrum und werden mal wieder ernĂŒchtert. Uwe’s dringlichster Wunsch lĂ€sst sich nur mit einer FĂ€hrfahrt verbinden und die Zeitplanung der Beraterin gibt uns keinen Spielraum fĂŒr den Shopping-Trip.
Allerdings reift in uns ein Plan, wie wir das ganze nach unseren BedĂŒrnissen optimieren können. Manchmal zĂ€hlt es sich aus Projekt-Manager zu sein 😎
Den Abend beenden wir im Hotel mit einem köstlichen Essen und einer kleinen Whisky Verkostung. Ein weiterer Whisky landet auf meiner „ist gut“ Liste – der lokale Highland Park Whisky in der 12 Jahre Version ist nicht zu verachten. Die Nacht ist fĂŒr mich die erste, in der ich wirklich mal gut schlafe, nur zu hell wird es wieder viel zu schnell.

 

Mittwoch Morgen machen wir uns so auf den Weg, dass wir um 11 Uhr mit der FĂ€hre nach Hoy ĂŒbersetzten. Der Audi darf am Hafen auf uns warten und wir stellen fest, dass man schnell an FĂ€hrfahrten gewöhnt ist. Unser Ziel ist das Museum zu Scapa Flow – der Bucht, die in beiden Weltkriegen eine große Rolle fĂŒr die Marine gespielt hat. FĂŒr Uwe ein Muss, fĂŒr mich ein „wenn es sein muss“. Nicht, dass ich es unwichtig finde, aber ich leide sehr schnell unter Beklemmungen bei diesem Thema. Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und ich bemĂŒhe mich wirklich voll dabei zu sein, aber trotzdem fliehe ich bald in die nostalgische Tee-Stube, da ich wieder einmal vor den Greul-Szenen einknicke. Informationen nehme ich aber trotzdem mit. So weiß ich jetzt, was es mit den DĂ€mmen auf sich hat. Im 2.Weltkrieg wurden diese aufgeschĂŒttet um die Bucht besser zu schĂŒtzen. 

Nach gut 2 Stunden geht es zurĂŒck zum Audi und damit zu unserem nĂ€chsten Ziel. Leider ist die Beschilderung nicht so toll und wir finden uns im Ortskern von Stromness wieder. Sehr sehenswert, fĂŒr Uwe aber eine kniffelige Aufgabe, da die Strasse extrem eng ist, viele FußgĂ€nger darauf und auch noch Gegenverkehr herrscht. Er ist froh als wir den Ort wieder verlassen und die KĂŒste entlang fahren. Bis es nicht mehr weiter geht. Also fĂŒttere ich das Navi mit dem nĂ€chst möglichen Ort. Unser Ziel selber kennt es leider nicht. Schließlich landen wir an der Kreuzung, an der wir hĂ€tten abbiegen mĂŒssen, die ich aber Mangels Schild ĂŒbersehen habe. Wenigstens mussten wir nicht noch einmal durch den Ort.
Als wir Skara Brae erreichen hat es endgĂŒltig aufgehört zu regnen und trotz vieler Besucher um uns ist dieser Ausgrabungsort wirklich Sehenswert. 5000 Jahre ist es her, dass dieses Dorf erbaut wurde. Nicht nur die Ausgrabungen selber beeindrucken, sondern auch der Weg zwischen Museum und Dorf – hier hat man mit Steintafeln in Schritten den Zeitstrom dargestellt. Nicht, dass man jetzt wirklich 5000 Jahre abschĂ€tzen kann, aber wenn knappe 10 Jahre gerade mal ein Schritt sind, dann merkt man schon, wie viel mehr Schritte es doch bis 5000 sind. Wir schauen in eine nachgebildete Behausung, genießen die Meeresluft und lauschen der Brandung. Nach dem Rundgang durch die AusgrabungsstĂ€tte geht es zurĂŒck zum Parkplatz. Wir nehmen viele EindrĂŒcke und Bilder mit. Aber auch viele neue Fragen zu dieser Siedlung, die wir uns spĂ€ter mit Hilfe des Internet beantworten wollen.

Unser Weg zurĂŒck fĂŒhrt an Stenness vorbei, wo ein einzelner aufrecht stehender Stein davonzugehen, dass wir in der NĂ€he der Stones of Stenness sind. Auch wenn wir wissen, das dies historisch wertvoll ist, entscheiden wir uns fĂŒr modernes Shoppen. Tote Steine gab es heute genug.

So wie wir uns nach und nach beladen, könnte man meinen, wir hĂ€tten Nachholbedarf. Letztlich ist es tatsĂ€chlich so. Bisher haben wir nur Magneten fĂŒr unsere Sammlung gekauft und sĂ€mtliche Andenken, Mitbringsel oder Shirts liegen lassen, mit dem Gedanken, es kommt mehr Zeit und Gelegenheit. Am meisten freut die den T-Shirt Laden. Hier entdecken wir einige außergewöhnliche StĂŒcke und decken uns reichlich ein. Aber auch das ein oder andere begehrte Teil zur Highland-Ausstattung wechselt in unseren Besitz. Zum Abschluss genießen wir die Sonne in einem Kaffee nahe der Kathedrale und des Rathaus.

Vor dem Dinner in unserem Hotel geht es noch einmal in den Hafen. Dort liegt ein Cruiser des National Geographics. Im Internet erfahren wir, das dieses exklusive, unbezahlbare Fahrten anbietet, fĂŒr die wir erstmal im Lotto gewinnen mĂŒssten. Da genießen wir jetzt lieber das exzellente Essen und einen gemĂŒtlichem Abend in der Hotelbar. 

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