Ein Tag auf den Orkney Inseln

Schon beim Verlassen der Fähre wird uns klar, dass wir wieder etwas anderes erwartet haben. Nach den letzten Tagen erscheinen die Insel massenhaft bevölkert. Die Landschaft ist überwiegend von Landwirtschaft geprägt und es ist ein idyllischer Mix aus Natur und Häusern. Hoffentlich reicht unsere Zeit hier für das Wesentliche.
Auf dem Weg nach Kirwall wechseln wir mehrfach Mal die Insel, allerdings ist dies kaum bemerkbar, da ein Damm die Inseln verbindet. Schon der erste Blick auf Kirkwall ist klasse. Nun ja, als bekennende Kreuzfahrer auf der „Mein Schiff“ sind gleich zwei Aida Schiffe vor Anker etwas befremdlich 😉 Wir finden unser Hotel auf Anhieb und haben wieder mal das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Direkt am Hafen und der Einkaufsmeile liegt ein nettes altes Haus mit Pub, Restaurant und allem was unser Herz begehrt. Wir halten uns auch nur kurz mit Entladen des Audi auf und gehen die Umgebung erkunden. Zunächst noch sicher unter dem Schirm betrachten wir das Treiben rund um das Tenderboot der kleineren Aida. Jetzt wieder im  Trockenen gehen wir durch den Ortskern und entdecken etliche sehenswerte Gemäuer. Und nette Läden, die wir uns am nächsten Tag genauer ansehen wollen. Heute besichtigen wir die Kathedrale und die danebenliegende Ruine. Abschließend gehen wir ins Informationszentrum und werden mal wieder ernüchtert. Uwe’s dringlichster Wunsch lässt sich nur mit einer Fährfahrt verbinden und die Zeitplanung der Beraterin gibt uns keinen Spielraum für den Shopping-Trip.
Allerdings reift in uns ein Plan, wie wir das ganze nach unseren Bedürnissen optimieren können. Manchmal zählt es sich aus Projekt-Manager zu sein 😎
Den Abend beenden wir im Hotel mit einem köstlichen Essen und einer kleinen Whisky Verkostung. Ein weiterer Whisky landet auf meiner „ist gut“ Liste – der lokale Highland Park Whisky in der 12 Jahre Version ist nicht zu verachten. Die Nacht ist für mich die erste, in der ich wirklich mal gut schlafe, nur zu hell wird es wieder viel zu schnell.

 

Mittwoch Morgen machen wir uns so auf den Weg, dass wir um 11 Uhr mit der Fähre nach Hoy übersetzten. Der Audi darf am Hafen auf uns warten und wir stellen fest, dass man schnell an Fährfahrten gewöhnt ist. Unser Ziel ist das Museum zu Scapa Flow – der Bucht, die in beiden Weltkriegen eine große Rolle für die Marine gespielt hat. Für Uwe ein Muss, für mich ein „wenn es sein muss“. Nicht, dass ich es unwichtig finde, aber ich leide sehr schnell unter Beklemmungen bei diesem Thema. Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und ich bemühe mich wirklich voll dabei zu sein, aber trotzdem fliehe ich bald in die nostalgische Tee-Stube, da ich wieder einmal vor den Greul-Szenen einknicke. Informationen nehme ich aber trotzdem mit. So weiß ich jetzt, was es mit den Dämmen auf sich hat. Im 2.Weltkrieg wurden diese aufgeschüttet um die Bucht besser zu schützen. 

Nach gut 2 Stunden geht es zurück zum Audi und damit zu unserem nächsten Ziel. Leider ist die Beschilderung nicht so toll und wir finden uns im Ortskern von Stromness wieder. Sehr sehenswert, für Uwe aber eine kniffelige Aufgabe, da die Strasse extrem eng ist, viele Fußgänger darauf und auch noch Gegenverkehr herrscht. Er ist froh als wir den Ort wieder verlassen und die Küste entlang fahren. Bis es nicht mehr weiter geht. Also füttere ich das Navi mit dem nächst möglichen Ort. Unser Ziel selber kennt es leider nicht. Schließlich landen wir an der Kreuzung, an der wir hätten abbiegen müssen, die ich aber Mangels Schild übersehen habe. Wenigstens mussten wir nicht noch einmal durch den Ort.
Als wir Skara Brae erreichen hat es endgültig aufgehört zu regnen und trotz vieler Besucher um uns ist dieser Ausgrabungsort wirklich Sehenswert. 5000 Jahre ist es her, dass dieses Dorf erbaut wurde. Nicht nur die Ausgrabungen selber beeindrucken, sondern auch der Weg zwischen Museum und Dorf – hier hat man mit Steintafeln in Schritten den Zeitstrom dargestellt. Nicht, dass man jetzt wirklich 5000 Jahre abschätzen kann, aber wenn knappe 10 Jahre gerade mal ein Schritt sind, dann merkt man schon, wie viel mehr Schritte es doch bis 5000 sind. Wir schauen in eine nachgebildete Behausung, genießen die Meeresluft und lauschen der Brandung. Nach dem Rundgang durch die Ausgrabungsstätte geht es zurück zum Parkplatz. Wir nehmen viele Eindrücke und Bilder mit. Aber auch viele neue Fragen zu dieser Siedlung, die wir uns später mit Hilfe des Internet beantworten wollen.

Unser Weg zurück führt an Stenness vorbei, wo ein einzelner aufrecht stehender Stein davonzugehen, dass wir in der Nähe der Stones of Stenness sind. Auch wenn wir wissen, das dies historisch wertvoll ist, entscheiden wir uns für modernes Shoppen. Tote Steine gab es heute genug.

So wie wir uns nach und nach beladen, könnte man meinen, wir hätten Nachholbedarf. Letztlich ist es tatsächlich so. Bisher haben wir nur Magneten für unsere Sammlung gekauft und sämtliche Andenken, Mitbringsel oder Shirts liegen lassen, mit dem Gedanken, es kommt mehr Zeit und Gelegenheit. Am meisten freut die den T-Shirt Laden. Hier entdecken wir einige außergewöhnliche Stücke und decken uns reichlich ein. Aber auch das ein oder andere begehrte Teil zur Highland-Ausstattung wechselt in unseren Besitz. Zum Abschluss genießen wir die Sonne in einem Kaffee nahe der Kathedrale und des Rathaus.

Vor dem Dinner in unserem Hotel geht es noch einmal in den Hafen. Dort liegt ein Cruiser des National Geographics. Im Internet erfahren wir, das dieses exklusive, unbezahlbare Fahrten anbietet, für die wir erstmal im Lotto gewinnen müssten. Da genießen wir jetzt lieber das exzellente Essen und einen gemütlichem Abend in der Hotelbar. 

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Reif für die Inseln 😎

Am Morgen bin ich noch ein bisschen müder als sonst, da ich mit dem hellen Zimmer nicht gut klar gekommen bin… Aber trotzdem geht es zeitig zum Frühstück. Schließlich haben wir gestern Abend festgestellt, dass wir die Chance haben an den nördlichsten Punkt der britischen Hauptinsel zu kommen. Wir genießen frisches Obst, Eier und Speck und machen uns auf den Weg. Nach wenigen Kilometern entdecken wir einen traumhaften Strand und machen einen kleinen Spaziergang – es ist gerade Ebbe und wir schlängeln uns durch – Uwe bis an den Wassersaum, ich nicht ganz, da ich ein wenig Strandgut mitnehmen möchte. Außerdem ist das Wasser (und die Umgebungsluft) viel zu kalt um mal den Zeh rein zu tauchen. Während Uwe zurück kommt, baue ich meinen ersten Steinturm – irgendwo habe ich mal gehört, dass soll helfen um an den Ort zurück zu kommen….

Auf dem Weg nach Dunnet Head sehe ich ein paar schöne Gärten, nur leider immer so spät, dass das Fotomotiv vorbei ist. Immerhin sehe ich zum ersten Mal orange Lupinen in natura und werde neidisch, die wollte ich nämlich auch im Garten haben. Als wir schließlich den Head erreichen weht uns ein kräftiger Wind um die Nase. Nach einem kleinen Disput über die Himmelsrichtungen und wo es den nun mit noch nördlicher weiter geht, ordnen wir zu, was wir von hier sehen können.

In Gills schließlich verstehen wir, warum unser Navi sich geweigert hat, diesen Ort anzuzeigen – es ist gar keiner. Passend zum Tag gestern startet die Fähre quasi im nirgendwo. Da wir jetzt gut eine Stunde bis zum einschiffen haben, genießen wir den Rest von meinem Salat gestern Abend, Uwe döst ein wenig und ich mache mich and schreiben, um meinen Rückstand aufzuarbeiten. Wie immer mit dem Vorsatz nicht zu lang zu schreiben.. Und wie immer mit der Erkenntnis, das es nicht geht, weil es einfach zuviel gibt, was erzählt werden möchte.

Die Überfahrt ist mit einigem Seegang verbunden und begeistert Uwe ebenso, wie die Beobachtung, dass die LKWs rückwärts auf die Fähre müssen. Die Vorstellung die Rampe so herunter zu manövrieren ringt ihm viel Respekt ab. Da es uns auf Deck zwischenzeitlich mal zu kalt wird, wärmen wir uns im inneren der Fähre auf und verarbeiten unsere bisherigen Eindrücke – um noch einmal ‚politisch‘ zu werden: es gibt soviele EU geförderte Projekte entlang unseres Weges, die entweder mitten in Arbeit oder auch fertig gestellt sind, dass wir uns fragen, was in Zukunft damit wird.  Ich hoffe, es ist nicht der Erhalt der Natur, der schlussendlich leiden muss.

Schließlich treibt es uns zurück an Deck für das letzte Stück Weg. Als hätte unser Audi nun die Seekrankheit schallt uns die Alarmanlage entgegen, war wohl etwas Zuviel Seegang. Nach einer guten Stunde erreichen wir St. Margaret’s Hope in der Bucht Scapa Flow.

Meistens kommt es anders als man denkt

Eine ziemlich unruhige Nacht liegt hinter uns. Leider war das Bett zwar optisch schön, aber ziemlich ungesund… Und etwas schmal. Das Frühstück ist okay, nur auf Brot muss ich verzichten. Da ich weiß, welche Auswirkungen weißes Toast bei mir haben, beschränke ich mich, mangels weiterer Auswahl, auf ein paar der typisch britischen Beilagen und etwas Obst. Nach dem opulenten Abendbrot kein Thema.

Wir verlassen Oban in Richtung Norden und geben den Fährhafen Mallaig ins Navi ein. Wieder werden wir von tollen Landschaften verwöhnt. Man hat das Gefühl hinter jeder Kurve wartet eine neue Überraschung. Entlang des Loch Linnhe geht es an Fort William vorbei, wo wir links abbiegen… Ein Hinweis-Schild sagt uns, dass die nächste Fähre auf die Isle of Skye in ca. 70 Minuten ablegt… Nach Navi wird das knapp – Ankunft in ca 60 Minuten – trotzdem halten wir für einige Meilen die Hoffnung aufrecht und lassen die Landschaft am Loch Eil im Sinne des Namen – eilig – an uns vorbei ziehen. Reichlich Verkehr, eine kleines Toiletten-Problem und eine Baustelle lassen unsere Hoffnung kurz hinter Glenfinnan platzen. Etwas gemütlicher setzen wir den Weg fort und hoffen auf regen Fähr-Verkehr.

In Mallaig geht es vorbei am Bahnhof und direkt in das Hafengebiet zu einem Herren, der offiziell aussieht – die Fähre ist schon ein gutes Stück vom Land entfernt. Ich frage ihn nach der nächsten Abfahrt und er lächelt mich mitleidig an: haben Sie denn eine Reservierung? Nein natürlich nicht, wer reserviert schon, wenn er mit der Fähre über den Rhein übersetzt… Zumindest haben wir uns das so gedacht… Was ein Fehler war, denn jetzt ist die Antwort: dann geht die nächste morgen Vormittag, wir sind ausgebucht! Frustriert drehen wir um, parken im Ort und beratschlagen, wie es weiter geht. Egal wo wir fragen, es gibt nur eine Möglichkeit, wenn wir heute noch weiter in den Norden wollen: Zurück! 

Wir halten uns nicht lange auf, ein Blick auf die Dampflock (Harry Potter lässt grüßen) und wir machen uns auf den Weg. Unterwegs entscheiden wir, dass wir für heute ausreichend Pech hatten und in Fort William auf Nummer sicher gehen.

Immerhin können wir auf der Rückfahrt mit ein paar Fotostopps nachholen, was wir hin verpasst habe. Unter dem Frust schleicht ein bisschen „hat sich gelohnt“ Gefühl. Aber es ist zu früh, das laut zu sagen.

In Fort William gehen wir in das Touristen Informations Zentrum und bekommen einen PC zugewiesen, an dem wir ein Zimmer für abends buchen. Da waren Zuviels B&B Schilder mit „no vacancies“ auf unserem Weg. Und auch im Buchungsportal finden wir nur 2 Hotels, die halbwegs zu unserem Tagesziel passen. Wir entscheiden uns für das etwas teurere, welches dafür nicht Zimmer wie in Jugendherbergen anzeigt. Anschließend buchen wir die Fähre auf die Orkney Inseln für in 2 Tagen- wir haben was gelernt.

Auf den nächsten Kilometern versöhnt uns die Landschaft und der Ausblick auf etliche … Tja Löcher? Lochs? Egal wir genießen die Wasserlandschaft in all ihrer Vielfalt. Nicht ganz pünktlich erreichen wir unser Hotel in Balmacara. Okay, die Frage, wie kann man von pünktlich reden, wenn man doch eigentlich ohne Ziel losfährt, ist erlaubt! Tagesziel war neben der Isle of Skye um 17 Uhr im Pub zu sitzen, da heute Deutschland spielt. Wir sind 30 Minuten zu spät und nicht auf der Insel, sondern auf der anderen Seite des Loch Alsh. Also immerhin sehen wir sie, wenn es nicht gerade zu stark regnet.

Der Abend belohnt uns mit einem leckeren Essen, Guiness für Uwe, Cidre und ein halbwegs lokaler Whisky für mich. Wir lernen wirklichen schottischen Geist kennen – selbst Teppiche und Barhocker tragen Tartan 😉

Ein nettes Gespräch ergibt sich auf dem Weg vom Pub in die Rezeption – eine kleine Gruppe Motorradfahrer aus Deutschland und der Schweiz haben den selben Irrweg hinter sich wie wir. Selbst für 3 Motorräder wäre kein Platz mehr auf einer der Fähren gewesen. Das tröstet uns einmal mehr und wir beenden Tag 2 unserer Rundreise

Heute ist der Weg unser Ziel

Heute geht es weiter nach Norden. Da wir einige Meilen hinter uns bringen wollen gehen wir recht früh zum Frühstück und sind zügig unterwegs. Bevor wir aber unser Navi mit dem ersten Etappenziel füttern fahren wir ein Stück zurück. Unser Stopp hier war nicht ganz ohne Grund gewählt, da wir Eilean Donan Castle ansehen wollen. Auch wenn es ein wenig regnet, genießen wir  den Spaziergang entlang des Ufers und die Sicht auf die Burg. Ein wenig enttäuscht stellen wir fest, dass sie nicht, wie gedacht,auf einer Insel steht, sondern mit einem massiven Bau mit dem Ufer verbunden ist. Eine Besichtigung verkneifen wir uns aber doch, das würde zuviel Zeit kosten. Nicht zum ersten und sicherlich nicht zum letzten Mal, stellen wir fest, dass unser Tour ein Schottland Schnupperkurs ist, der eigentlich an jeder Ecke Lust auf mehr macht.

Gairloch ist die Anweisung ans Navi und wir starten auf eine abwechslungsreiche Etappe. Auch wenn ich mich wiederhole, die Landschaft ist einfach der Hammer. Immerwieder erwartet einen eine Überraschung. Da wir heute quasi entlang der Highlands unterwegs sind, kratzen wir auch den Himmel an und finden uns ab und zu in Wolken wieder. Aber es bleibt ein Genuss, da nach der nächsten Kurve auch wieder die Sonne auf eines der zahllosen Loch scheint. Regenbogen, Schafe, Felsen und Farne werden unsere häufigsten Begleiter. Die Schafherde ist zwar recht klein, aber wir stecken tatsächlich auch kurz mal fest. So haben wir es uns erhofft.

In Gairloch genießen wir eine Zwischenmahlzeit mit Blick auf’s Wasser und ich versorge mich mit Home Made Ginger Bread… Nicht, dass ich weiß, wann ich es essen soll, aber ein Pobierstück gab es leider nicht. Gestärkt mit Smoothie und Tee beziehungsweise Kaffee und Steakburger geht es weiter nach Ullapool. Landschaftlich bleibt es wunderschön, zwischenzeitlich feucht von oben und vor allem immer unterhaltsam. Die Rückenschmerzen, die sich mittlerweile bei uns beiden eingeschlichen haben, wiegen nur halb so schwer, da wir einfach jede Minute unterwegs genießen.

In Ullapool teilen wir uns einen frischen Backfisch, schauen uns den Hafen an und beschließen uns nicht lange aufzuhalten. Aber es bleibt ein sehr netter Eindruck dieses kleinen Orts haften.

Was uns nun erwartet überrascht uns doch etwas. Wir wussten, dass unser Weg nun etwas einsamer wird, aber wie einsam??? Irre – selbst das Navi führt uns zwar sicher, aber ohne Straßen anzuzeigen durch das Nichts. Landschaftlich wieder ganz anders, weiter wunderschön, aber eben leer… Okay ein paar Schafe, Kühe und immer wieder mal ein Tierschutz Gatter kreuzen unseren Weg. Aber die Autos hätte man zählen können. Der Bewuchs,der uns bisher in Schottland begegnet ist, wirft die Frage auf, wovon man hier eigentlich lebt – keine bestellten Felder, woraus wird dann der Whisky gemacht? Wir beschließ diese Frage im Hinterkopf zu behalten und ihr auf den Grund zu gehen, wenn wir unseren Besuch in einer Destillerie machen. Unser Plan sieht hier Glenlivet vor, es ist einfach unser liebster Whisky bisher.

Auch der schönste Tag geht einmal zu Ende und wir erreichen die nördliche Küste und unser mindestens Ziel Durness. Je näher wir kommen, um so mehr achten wir auf B&B Schilder oder Hotels und was soll ich sagen, die sind hier echt dünn gesäht. Noch haben wir Zeit über, also entschließen wir uns der nördlichen Küste zu folgen und in den nächst größeren Orten nach Übernachtungen zu fragen… Auf diese Weise geht es weiter durch’s Nichts bis wir Tongue erreichen. Dieser Ort besitzt sogar mehrer Hotels, die leider alle ausgebucht sind. Aber wir sind weiter optimistisch und steuern jetzt Thurso an. Letztlich gewinnen wir dadurch einen entspannten Vormittag für morgen. Ab Thurso ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Fährhafen Gills, wo unsere Fähre am nächsten Mittag ablegt.

Auf der Hotelsuche bekomme ich wieder einmal bestätigt, dass die Schotten ein sehr freundliches Volk sind. Die Absagen sind alle nett verpackt. Einmal treffe ich auf jemanden, der mir ein Zimmer zeigt… Leider sind hier Toiletten am anderen Ende des Flurs und noch sind wir nicht verzweifelt genug dieses Zimmer zu nehmen. Aber die 10 Minuten Gesellschaft waren amüsant und bereichern meine Erinnerungen nachhaltig. Tatsächlich muss ich noch 3 Mal aus dem Audi hüpfen bis wir eine gute Nachricht erhalten. In einem Stadthotel in Thurso ist zwar alles belegt, aber das nette Mädel an der Rezeption organisiert uns ein Zimmer ein paar Meilen weiter in einem Schwesterhotel. Und überrascht uns mit ihren Deutsch-Kenntnissen. Schließlich beziehen wir ein Zimmer in Casletown, ca 15 Kilometer vor unserem Fährhafen für den nächsten Tag. Das Zimmer ist schnuckelig, das Essen schon wieder ein Traum , der Whisky weiterhin gut, nur die Kneipe ansich etwas zu… klebrig für unseren Geschmack. Während des Essens geraten wir in ein Gespräch mit zwei netten älteren Damen, die morgen auch auf die Orkneys übersetzten. Das erste Mal kratzen wir das Thema Brexit an. Trotz der Sprachbarierre verstehen wir uns blenden und bedauern gemeinsam das Wahlergebnis. Sehr deutlich merken wir nun, wie weit nördlich wir sind, da es eigentlich nicht wirklich dunkel wird. Somit verrechne ich mich etwas mit dem ins Bett gehen, was aber nicht weiter dramatisch ist, da wir ja morgen Zeit haben.

Sorry but there are many ways to Corby

For my beloved friends all over the world and specially in the UK:
It took several hours to make a descion about the language I use for my blog. As you might have noticed it is German and I’m sorry for this. I hope you understand that it’s more fun and spontanious to use my mother tounge – and the risk of mistakes is lower 😉
I hope you find good translation programs that helps you to get an idea of what I do here.

Anyway I think of you specially at the moment on our way to Corby – it’s not the shortest you can choose but a very great one!! We enjoy to visit the roots of many of your families.
At least you can enjoy the pics xxxx

Von Ost nach West

Das Ausschiffen geht schneller als erwartet und wir verlassen Newcastle auf direktem Weg.
Nun, ganz direkt nicht, immerhin bekommt Uwe auf dem ersten Kilometer schon 10 Kreisverkehre um sich an das links Kurven zu gewöhnen 😉 Zunächst queren wir England unterhalb des Hadrianswal. Irgendwie beschleicht uns das Gefühl, das ist das englische Bielefeld. Wir finden etliche Hinweisschilder, sehen die Hügelkette, wo er gewesen sein muss, aber keinen einzigen Stein… Schließlich folgen wir zwei Hinweisen, aber auch hier finden wir nur Besucher Zentren. Also geben wir das auf, schließlich haben wir ein gutes Stück Weg vor uns.

Unser nächster Stopp ist Gretna – der erste Ort hinter der Schottischen Grenze. Viele kennen es als das Heirats-Mekka der Engländer. Nicht unser Grund hier zu halten, schließlich sind wir schon verheiratet und wären überall auf der Welt alt genug 😉
Aber hier ist das erste Scottish Heritage Centre und wir besorgen uns Karten und einen Tourist-Pass für freien Zugang zu etlichen Sehenswürdigkeiten auf unserer Reise.
Noch eben den Tank voll gemacht und weiter geht es – nicht einmal für ein Foto finde ich Zeit, da ich das Navi mit unserem nächsten Ziel füttern muss.

Nach etlichen Meilen auf einer 3-Spur Autobahn (mit allem haben wir gerechnet, aber nicht damit…) geht es bei Glasgow auf die Landstraße und auch ein kleines Stück durch die Stadt – zumindest gewinnen wir so einen Eindruck von moderner Großstadt, gemischt mit alten Gemäuern.
Hinter der Stadtgrenze beginnt unsere Glanz-Zeit… Unzählige „Wow“, „Hammer“ und „Ist das eine geile Gegend“ sind in unserem Wagen zu hören. Eine Zeit lang fahren wir sogar offen, die Sonne knallt ab und an ganz gut… Trotzdem zwingen uns kleine Schauer schließlich wieder das Dach zu schließen.
Am Loch Lomond machen wir eine Kaffee-Pause und es gibt ein großes Hallo, da wir einige Gesichter vom Schiff wieder erkennen – eine deutsche Reisegruppe kreuzt unsere Pfade. Der See ist wirklich Mega und wir freuen uns auf das was kommt.
Etwas abseits der Standard-Route biegen wir nach links ab und schlagen uns an die West-Küste durch. In Oban haben wir unser erstes Etappen-Ziel erreicht und freuen uns, dass das Hotel alle Erwartungen erfüllt, die wir beim Buchen hatten.
Ein toller „alter Kasten“ direkt am Hafen und unser Zimmer hat sogar Seeblick. Ein kleiner Pub ist genauso vorhanden, wie ein Restaurant und ein großer Parkplatz.
Das beim Auto ausladen ein großer deutscher Reisebus um die Ecke biegt und jemand genau in unser Hotel stratzt bringt uns zum lachen – hat Uwe doch in dem Buch „111 Gründe Schottland zu lieben“ gelesen, dass sich Rund-Reisende in Schottland immer wieder begegnen, da die meisten im Uhrzeigersinn fahren. Trotzdem gibt es großes Gelächter, als mich unserer „Bekannten“ an der Rezeption entdecken.
Okay, die Episode mit dem Fahrstuhl, der nicht kommt, die war etwas unerfreulich. Uwe zu Fuss zwei Etagen hoch (mit Koffer), ich mit einem kleinen Kreislauf-Problem zwischen all den Ankommenden, die auch in ihre Zimmer wollen, an die Rezeption um das Problem zu melden. Aber schließlich setzt sich der Fahrstuhl wieder in Bewegung und beweißt, dass man ihm trotz der alten Scheren-Gitter trauen kann. Da hat wohl nur jemand im 3. Stock vergessen, dass er 2 Türen schließen muss, damit der Fahrstuhl sich bewegt…

Bei einem kleinen Rundgang um den Hafen suchen wir vergeblich nach einem anheimelnden Pub und das allgegenwärtige Wetherspoon ist dermaßen überfüllt, das wir zurück in die Hotelbar flüchten. Auf unser Abendessen müssen wir noch eine Weile warten, da wir uns mit dem EE-USK einen beliebten Ort ausgesucht habe, der am Ende des Abends aber jedes Warten wert war! Tolle Austern, diverses weitere Seafood und ein wunderbarer Oban-Whisky runden den Tag ab. Der Absacker im Hotel beschert uns noch ein nettes Gespräch mit der Reisegruppe aus Daun und schließlich fällt Uwe erschöpft auf’s Bett und während ich noch ein wenig herum wander ist er in Nullkommanichts im Land der Träume.

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Auf der King Seaways

Wir sind ziemlich schnell eingeschifft. Den Audi lassen wir auf Deck 5 und beziehen unsere Kabine 2 Decks höher.
Von der Außen-Bar auf Deck 12 beobachten wir Hafen, einschiffen und schließlich auch das Auslaufen.
Was für eine ruhige Überfahrt. Der Pott liegt so ruhig, dass man glatt vergessen kann, wo man ist. Naja gut, die Preise erinnern einen ab und zu daran…
2 Auslaufbier- 10 Euro… Uns wird mal wieder bewusst, wie gut es uns doch eigentlich geht, dass wir nicht rechnen müssen, ob wir uns eins leisten können.
Es erwartet uns ein leckeres Abendessen im Buffet Restaurant mit einem Fläschchen Rotwein. Obwohl es erst 20 Uhr ist sind wir beide müde. Damit wir nicht zu früh ausgeschlafen sind, drehen wir noch eine Runde über’s Schiff, besuchen den Navigators Pub und ziehen uns gegen 21:30 zurück…
Rumms macht mein Bett und wackelt… Da hat Uwe sich wohl gedreht. Und wieder: bämm… Ich fürchte mein Gatte unter mir hat eine schlechte Nacht, so oft wie mein Bett durchgeschüttelt wird. Um so erstaunter bin ich, als er um kurz nach 7 in die Kabine kommt, mir einen Kaffee entgegen steckt und mir freudestrahlend erklärt, wie gut seine Nacht war.
Eh schon etwas Morgenmuffel, knurre ich ihn an wie schlecht meine war… Ein Rätsel bleibt es nicht lange, denn da rappelt mein Bett wieder wie verrückt. Scheinbar ist es mit dem Oberstock-Bett der Nachbarkabine verbunden…
Mit dem ruhigen Gefühl, dass er somit gänzlich unschuldig ist (ausnahmsweise 😉 ) geht es zum Frühstück.
Nicht lange und wir haben Gesellschaft- 2 Mitglieder eine Motorrad-Gruppe, die eine Irland-Rundfahrt machen. Somit kann ich in meinen Blog abtauchen, während wir auf die Küste zusteuern und Uwe fachsimpelt.
Jetzt machen wir uns langsam fertig, gewöhnen uns an die neue Zeit – Gott bin ich wirklich um 6 aufgestanden ^^ – und stellen uns auf Linksverkehr ein….

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Hurra es geht los!!!

Urlaub wir kommen. Nach einem holperigen Vormittag starten wir ein paar Minuten zu spät, aber die Straßen sind frei. Pünktlich erreichen wir den Hafen 😀 es geht wirklich los! Ich bin so gespannt auf Schottland. Und auf die Menschen. Gerade heute, am Brexit Tag! Was uns da alles erwartet. Lieber jetzt nicht dran denken, erstmal freuen….

Uwe driving to Amsterdam Buffet on the ferry Dinner on the ferry to Newcastle Departure in Amsterdam Uwe enjoying the dinner Amsterdam harbour Our cabine Me at departure in Amsterdam Snapshot in the lanes Waiting to enter the ferry UnsereFähre
Ein paar Eindrücke vom Beginn

Spontan oder einfach nur Planlos?

Einige Stunden später steht mein Grundgerüst und die ersten Fragen sind beantwortet. Ich konnte meinen ersten Post editieren, links hinzufügen. Ich habe mich mit Bildern beschäftigt und hinter der spontanen Entscheidung steht jetzt auch ein Plan. Zumindest hoffe ich das.

Es reicht eben nicht einfach nur ein bisschen zu schreiben. Wenn es annähernd gut werden soll, brauche ich einen Vorrat an Bildern in bestimmten Formaten, ein Grundgerüst und eben Ahnung was sich genau hinter so Worten wie „tag“ „slug“ oder „excerpt“ befindet. Dabei ist es nicht die Barriere des Übersetzens auf Englisch, sondern eher die Frage, wie genau setzte ich das ein, gibt es was zum Nachschlagen, muss ich nun Schlagworte mit dem berühmten Lattenzaun/hashtag, oder wie auch immer ihr dieses Ding (#) nennt, versehen. Wo finde ich was wieder und warum kann ich nicht in Spalten schreiben… Immerhin mache ich Fortschritte und habe ein Grundgerüst fertig, welches ich für den Urlaub nutzen kann.
Was mir nicht so alles durch den Kopf ging heute. Ideen über Blog-Themen, Bilder die unbedingt geteilt sein wollen, wo ich mir Tipps holen kann, wie viel möchte ich eigentlich in Englisch machen?

Leider holt mich auch der ganz normale Wahnsinn vor dem Urlaub ein und ich beschließe einiges auf später zu verschieben. Erst einmal geht es morgen weiter mit Schreibtisch leer arbeiten, Taschen packen, Einkaufen für den Katzen-und Wohnungs-Sitter (Mama ist die Beste!), Musik für’s Auto kopieren, E-Books beladen, einen letzten Arzt-Check, Auto beladen und und und.
Abends dann noch das Treffen mit der Theater-Gruppe – da wird es hoffentlich spannend, da wir gerade ein neues Stück in Angriff nehmen, es ist schon so gut wie gewählt und ich hoffe, dass ich schon mal ein wenig meine neue Rolle einlesen kann.

Aller Anfang ist schwer

Nun habe ich es tatsächlich begonnen…
Nachdem ich einige Jahre BBSW-Plauderei hinter mir habe, diverse Artikel verfasst und etliche Homepages gepflegt habe, konnte ich dem Blog nicht mehr widerstehen.
Warum gerade jetzt? Vielleicht weil wir uns in 2 Tagen auf den Weg nach Schottland machen und ich hoffe darüber schreiben zu können… Vielleicht weil ich in den letzten Wochen einige Blogs gelesen habe und Lars mich heute mal wieder neidisch gemacht hat… Vielleicht aber auch, weil ich heute die Video-links von Simon bekommen habe, die mich daran erinnern, wie es ist sich etwas von der Seele schreiben zu können. Und von diesen „Vielleicht“ gibt es noch ganz viele!
Wie Ihr seht habe ich mich ja auch nicht auf ein Thema festlegen können – ein Blog nur über ein Hobby? Wenn ja, welches? Welche anderen Besonderheiten oder Interessanten Dinge gibt es in meinem Leben?
Ich habe mich dazu entschieden mein Leben als solches zu betrachten und beschreiben.

Heute fange ich damit öffentlich an (natürlich in der Hoffnung, dass es keiner liest bis ich es einigermaßen kann). Und stelle mir die erste Aufgabe:
Lerne was man hier so alles kann – Schlagwörter einbinden, andere Blogs verlinken, Bilder hochladen, Smilies nutzen und vieles mehr steht auf meiner Liste. Kann ich hier jetzt eine Pause machen, es schon mal publishen und später verändern?

Vielleicht hätte ich mir erst den Bereich zum Lernen ansehen sollen, aber das wäre weniger spannend gewesen, also Augen zu und durch.

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Bilder einbinden will geübt sein 😉